Welche Maschine zum Boden abschleifen

Liebe Fachleute,

ich möchte einen Dielenboden an- bzw. abschleifen. Der Boden ist schon mal geschliffen worden und gewachst. Das Wachs ist mittlerweile abgetreten und der Boden ist nicht sehr plan geworden beim Vorgänger. Mehr so Berg und Tal-Bahn. Ich kann mir jetzt die riesige Parkettschleifmaschine (Bandschleifer) holen oder aber die etwas filigranere Tellerschleifmaschine. Was würdet ihr empfehlen? Zimmergröße ist ca 22 qm. Die Diele ist wohl eine ältere Kiefer und die Fugen zwischen den Dielen sollen zugeschlämmt werden. (Mit Grundierung und Schleifstaub). Mir erscheint für meinen Aufwand die Tellerschleifmaschine etwas handiger - aber trägt die auch genug ab? Naja - ihr wisst es vielleicht? Danke für Eure Antworten
Gruß aus Köln (nie wieder 2. Liga!!!)
Christian

Liebe Fachleute,

Lieber Christian!
Ich darf Dir dabei helfen, Kosten zu sparen, verdrussvolle Stunden zu verhindern, Frustmomente auszuklammern und dem mit Sicherheit lang anhaltenden Zorn Deiner Angebeteten zu entgehen?

Gerne gebe ich Dir den Rat: Übertrage die Parkett-Renovierungsarbeiten einem Fachmann/Parkettleger!
Zum ordnungegemäßen Schleifen alter (verwölbter) Parkettdielen gehört neben der Technik noch eines: die Erfahrung.
Gerade gewachtste/geölte Dielen müssen tief bis in das Rohholz geschliffen werden. Das bedeutet erheblichen Materialabtrag, der sich aus der Begradigung der verwölbten Dielen ergibt.

Und das schafft nur ein Bandschleifer, der im Kreuzgang geführt wird. Auch ist es zwingend notwendig, abgestufte Körnungen beim Schleifmittel einzusetzen. Von der Art der Maschinenführung und der Drehzahl des Bandes einmal ganz abgesehen.
Nach dem Grob- oder Vorschliff muss ein Mittelschliff und danach ein Feinschliff erfolgen, jedoch immer mit den entsprechenden Körnungen.

Wird bereits hierbei die Maschine nicht richtig geführt oder gar leicht verkantet, gibt es Schleifspuren (Kitschen) im klassischen Sinne. Dann muss (mit nur ein klein wenig Pech) nochmals das ganze Programm gefahren werden.
(In der Zeit wartet möglicherweise die „ausgelagerte“ Familie ungeduldig auf den Startschuss für die erneute Raumnutzung).

Für unzugängliche Stellen bietet der Gerätehersteller LÄGLER eine spezielle Schleifmaschine an. Du als Privatmann wirst den notwendigen Geräteparkt nicht vorhalten, aber auch nicht in Leihpositionen bezahlen wollen. Der Parkettleger hat sie!
Zum Schluss -und dies ist fast ein freunschaftlicher Hinweis- schwebt über Dir (ich schrieb es bereits in anderer Form) das Damokles-Schwert des Misserfolges.

Last not least wird die mehrfach geschliffene Fläche mit dem Schleifstaub des Feinschliffs + Holzleim ausgekittet, um Fugen zu beseitigen. Nach dem Erhärten wird die Fläche gespachtelt (grundiert) und dann versiegelt.
Oder: ausgekittet und danach geölt/gewachst.

Wer weiß, so die anscheinend unbedarfte Frage, ob die Diele tatsächlich eine Massivdiele ist, oder nicht etwa ein Mehrschichtparkett, bei welcher sich im Zuge des Schleifens die Deckschicht lösen kann? Oder man schleift sich unbeabsichtigt ruck-zuck durch die 4mm dicke Nutzschicht/Deckblatt bis zum Trägermaterial?

Das Alles kann der Fachmann beurteilen. Und er gewährleistet für den Erfolg.
Natürlich bleibt es Dir vorbehalten, meine Ratschläge Lügen zu strafen und als Erstlingswerk eine einandfreie Leistung abzugeben.
Da ich jedoch aus beruflicher Praxis manche Leistung der sogen. „Hausmeisterdienste“ zu beurteilen hatte, ist aus meiner Sicht die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges ohne das fachliche Hintergrundwissen eher unwahrscheinlich!

mfg —> Klaus

Hallo Klaus,

vielen Dank für die kompetente Antwort. Mit den Bandschleifmaschinen habe ich schon ein paar Erfahrungen gemacht. Mir ging es eigentlich darum, ob ich auch die etwas handigere (und billigere) Tellermaschine nutzen könnte. Bei den Dielen handelt es sich um ca 30 mm starke Massivholzdielen. Wie tief dringt denn das Wachs so ungefähr ein? Wie stark muß ich da wohl schleifen? Mit den einzelnen Körnungen ist mir auch klar. Aber Ochsenblut ist nicht mehr drauf sondern nur noch wohl zu dünn aufgetragener Wachs. Ich weiß - der Fachmann macht das alles besser. Aber für den fehlt mir das Geld; ich muß das mit Zeit und Einsatz wett machen.
Gruß
Christian

Hallo Christian,
dann frisch an´s Werk!
zunächst muss soviel Material abgetragen werden, dass die Querwölbungen der Dielenbretter egalisiert wurden. Nun erst sind wir in der mittleren Flucht bei 0 angekommen und müssen noch rund 1-2mm abtragen, um die Öl-/Wachs-Reste abzutragen.

Mit leicht „unkendem Ruf“ (nicht böse gemeint) sehe ich, dass bei 30mm dicken Dielenbrettern ausreichend Material „zum Üben“ vorliegt, sollten die erste Schleifmaßnahmen -meinen Befürchtungen Recht gebend- nicht zu dem erwarteten Ergebnis und zur offenen Opposition in der Familie führen…

Vom durchgehenden Einsatz einer Tellerschleifmaschine kann ich nur abraten. Nicht umsonst werden von Parkettlegern Bandschleifmaschinen eingesetzt. Der Abtrag und das Schleifergebnis können bei den Gerätetypen und auf Holz nur schlecht miteinander verglichen werden.
-.-.-.-.-
Gruß: ----> Klaus

Moin Christian,

Mir erscheint für meinen Aufwand die
Tellerschleifmaschine etwas handiger -

das Schleifbild eines Tellerschleifers ist längst nicht so schön wie das eines Bandschleifers.
Du brauchst sowieso zwei Maschinen, eine für die großen Flächen und eine für die Ecken und Ränder.

Und immer schön diagonal schleifen :wink:

Gandalf

der das schon einige male hinter sich hat.