Welche Rechte habe ich, wenn trotz Prüfung des alten Stromzählers (Ergebnis: Abweichung innerhalb des gesetzlichen Maximalwertes) nach Einbau eines neuen Zählers der Verbrauch deutlich geringer ist?

Wir sind ein 2-Personen-Haushalt in einem Reihenhaus mit 82 qm Wohnfläche über 3 Stockwerke - also nix besonders außergewöhnliches. Unser Stromverbrauch lag immer zwischen 6500 und 7200 kWh pro Jahr, also sehr hoch. Ich führte dies auf relativ vielen Geräten zurück, die (leider notwendigerweise) im Standby laufen. Nachdem ich dann mit einigen Kollegen über ihren/unseren Verbrauch redeten, habe ich mal alles nachgemessen und ausgerechnet, dass der Verbrauch wesentlich weniger sein müsste.

Daraufhin haben wir den Zähler ausbauen und prüfen lassen - es wurde dabei direkt ein neuer eingebaut. Das Ergebnis war, dass die Abweichung angeblich innerhalb der gesetzlichen Toleranzgrenze war und wir die Prüfung selbst zahlen mussten.

Jetzt, 476 Tage später wurde der Zählerstand von der RWE abgelesen: Er betrug 7529 kWh. Auf das Jahr gerechnet und mit dem alten „Verbrauch“ verglichen haben wir also ca. 15% weniger verbraucht. Das wäre eine deutlich zu hohe Abweichung.

Auch der neue Stromverbrauch ist für 2 Personen sehr hoch.
Daher nehme ich an, dass Ihr mit Strom heizt.
Dann enthielte Deine Rechnung einen systematischen, nicht korrigierbaren Fehler (Stichwort Heizperiode) und Du müstest bis zum 730.ten Tag warten.
Eine Chance auf Erstattung sehe ich trotzdem nicht, da ein Zählerfehler (jetzt) nicht mehr belegt werden kann.
Solche Dinge gibt man als Mann nicht aus der Hand (also nächstes Mal selber prüfen und bei zu großer Abweichung --> Gutachter).

das sind immer noch „permanente“ 660W, die 24/7 bei dir laufen.
Das kann nicht nur Stand-By Verbrauch sein …

So wie @achs gesagt hat, es kann die elektrische Heizung sein, aber auch

  • der Computer (ältere Modelle können da auch schon mal 300-500W ziehen, wenn sie an sind)
  • ein alter Röhren- oder Plasmafernseher. Einige Geräte können bei 4 Stunden/Tag auch schon eine kWh pro Tag verbrauchen.
  • Beleuchtung mit alten Glühbirnen. Sind vielleicht abends zur Beleuchtung mehrere Stunden Glühbirnen im Einsatz?
  • Der elektrische Herd. Wie oft wird elektrisch gekocht?
  • Waschmaschine. Wie oft wird gewaschen?
  • Trockner. Wie oft wird getrocknet?
  • Bügeleisen. Wie oft wird gebügelt?
  • Kühltruhe/Kühlschrank. Wie viele und wie alt?

Die Liste kann beliebig erweitert werden.

Zunächst mal danke für die Antworten. Hier noch einige ergänzende Angaben:

  1. Wir heizen mit Gas
  2. Einen Strohmzähler darf man nicht selber prüfen lassen bzw. ausbauen. Er wird von einer vom Anbieter beauftragten Firma ausgebaut und zur Überprüfung an ein Eichamt geschickt. Das sollte eigentlich seriös sein.

  1. Der Computer ist relativ modern und zieht je nach Last zwischen 150 und 250 Watt, der nur sporadisch läuft.
  2. Nur LCD-TV
  3. Beleuchtung ist ein Schwachpunkt: Deckenfluter im Wohnzimmer, ansonsten überwiegend Stromspar-Beleuchtung
  4. Es wird im Schnit 2-3x die Woche gekocht - häufig was schnelles, da wenig Zeit.
  5. Waschmaschine läuft 1-2x die Woche (neues A+++ Gerät).
  6. Den Trockner haben wir erst seit 2 Monaten - er wird 1x im Monat genutzt.
  7. Gebügelt wird 1x die Woche.
  8. Kühlschränke: 3 Stück: Einer ist 10 Jahre alt und läuft immer, ein anderer läuft nur im Sommer (2 Jahre alt) und der dritte etwa 2 Wochen im Jahr (4 Jahre alt). Der Gefrierschrank (a+) ist 4 Jahre alt.

Ich werde jetzt nochmal die Sicherungen alle ausschalten und die Umdrehungen des Zählers für jede Sicherung einzeln zählen. Wenn ich dann immer noch nicht weiterkomme, muss ich mir einen Fachmann besorgen.

Ansonsten wäre ich für jeden Tipp dankbar.

Ich werde jetzt nochmal die Sicherungen alle ausschalten und die Umdrehungen des Zählers für jede Sicherung einzeln zählen.

Sehr gut.

Und genau so kann (und sollte) jeder seinen Zaehler bei Verdacht prüfen.

A) Stromdiebe : Alle Verbraucher aus führ mehrere Tage (z.B. Urlaub, außerhalb der Heizperiode, Kühlschrank abtauen etc.)
B) Alle Sicherungen raus bis auf eine, dann dort konstante Last (z.B. Heizlüfter) mehrer Stunden laufen lassen. Ggf. mit einem Wirkleistungszähler vergleichen (gibt zum Ausleihen bei den Versorgern).
C) Massiv Blindleistung produzieren (z.B. Motor im Leerlauf) und vergleichen

  1. Kühlschränke: 3 Stück:

Ein Kühlschrank ist immer eine besondere Gefahr. Wenn er gefühlt immer rappelt, wenn man vorbei kommt, dann ist er defekt und verbraucht problemlos mehr als 1000 kWh pro Jahr.

Hallo!

Der Verbrauch ist extrem hoch und aus den geschilderten Verbrauchern her nicht zu erklären.
Bei solchen Werten muss man E-Heizung und E-Warmwasser denken.

Du hast Gas für Heizung und Warmwasser ? das kann nicht sein.

Mal ehrlich, Du kannst nicht die Leistung des Deckenfluters ermitteln ? Nur als Überblick, was die Wohnraumbeleuchtung ausmacht ?

Wattzahl x Einschaltdauer = Verbrauch in kWh.

Beispiel 300 W Fluter, 6 h am Tag = 1,8 kWh am Tag = 657 kWh im Jahr, ca. 10% des Jahresverbrauches.
Nicht wenig, aber selbst das erklärt nicht die 7000 kWh Verbrauch.

Die Zählerprüfung hatte doch ein Protokoll. Zähler war also im Toleranzbereich ?
Neuer Verbrauch ist minimal geringer (das kann täuschen, weil man irgendwas weniger benutzt hatte).
Der Verbrauch wäre nach wie vor extrem hoch !

Was könnte man machen bzw. veranlassen .

Mache eine genaues Tages- und Wochenprotokoll des Verbrauchs. Lese Zähler regelmäßig ab und schreibe alle Daten auf und bewerte die Daten.
Kommt das rechnerisch aufs Jahr hochgerechnet hin ?

Recht nützlich sind die kleinen Energiemessgeräte als Zwischenstecker, wo man aktuellen Anschlusswert(in Watt/Kilowatt) und auch den aufsummierten Verbrauch über die Einschaltzeit in kWh ersehen kann.
So kann man auch Standby überprüfen(das ist hier m.E. zu vernachlässigen)

Wenn das alles nichts hilft. dann Sicherungen aus und Zähler beobachten oder Zählerscheibe stillsteht.

Dann kann und sollte man auch mal einen Elektriker kommen lassen, der sich die Sache ansieht und überprüft, wo der horrende Verbrauch herrührt.

Übrigens, hast Du mal die Nachbarn gefragt ? Die haben doch sicherlich gleiche Haustechnik und ähnliche Verbraucher am Netz, was kommt bei denen im Jahr zusammen ?
Ist es deutlich weniger, um einige 1000 kWh weniger ?

Aus Personenzahl und genannten Stromverbrauchern/Nutzungszeit würde ich einen Jahresverbrauch von 3000 - max. 4000 kWh erwarten.
Alles drüber wäre stark erklärungsbedürftig und sollte untersucht werden.

Manchmal gibt es vergessene Pumpen in Dränageschächten, die wegen eines Defekts im Dauerlauf arbeiten (Schwimmer verhakt, auch ohne Wasser läuft sie)
Da kann dann einiges zusammenkommen. 400 W macht bei Dauerlauf schnell mal 3.500 kWh im Jahr aus.

Ach so, noch eins:
Heizungspumpen sind auch nicht ohne wenn die überdimensioniert und von alter Bauart sind.
Das sind oft die größten Stromfresser im Haus !

MfG
duck313

Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass Warmwasser über einen Durchlauferhitzer läuft. Dieser ist 3 Jahre alt, Eco und mit eigener kWh-Anzeige, die auch stimmt (Sicherungen ausgeschaltet, ausser die des Durchlauferhitzers, geduscht und verglichen). Es ist ein elektronischer, man kann also die Temperatur einstellen - entsprechend weniger verbraucht er, da wir nicht kaltes Wasser hinzumischen müssen.

Mit den Energiemessgeräten habe ich auch schon gearbeitet und beim Hochrechnen auf ca 1/2 Verbrauch gekommen.

Der Deckenfluter müssten bei 300 W aber auch voll aufgedreht sein. Mit Messung bei unserer Einstellung liegt der ca bei 110 W. Wir haben jetzt einen neuen bestellt: LED mit 90% weniger Verbrauch bei gleicher Leistung.

Die Nachbarn werde ich noch fragen.

Stromklau ist eigentlich unmöglich, da unser linkes Nachbarhaus (wir haben ein Reihenhaus) erst wieder vor kurzem Bewohner hat und rechts 4 Garagen sind, wobei die erste unsere ist. Hinten ist der Garten (20 m lang) und vorn die Straße.

Ich mache das mit den Sicherungen einzeln messen.