Welche Rentenabsicherung?

Hallo,

auch ich möchte mal ein paar Fragen wegen o.g. Thema stellen. Ich habe schon viel im forum und im Netz gelesen, bin aber ehrlich gesagt nicht vile schlauer als vorher.

Ich bin 33, verh., habe 2 Kinder ( 8 Jahre und 3 Monate). Meine Frau ist zur Zeit Hausfrau, mein Jahreseinkommen liegt bei ca. 60.000 €.

Nun möchten auch wir etwas für die Altersvorsorge tun wissen aber leider überhaupt nicht was. Ich habe mir schon verschiedene Sachen ausrechnen lassen, aber wenn ich sehe, dass ich z.b. bei der Riesterrente bei ca.100.-€ monatlich eine garantierte rente von ca. 350.-€ monatlich habe,sehe ich einfach keinen Sinn in dem ganzen System. Liege ich da falsch, aber ich frage mich was sind 300.-€ in 30 Jahren noch wert? Ist es da nicht sinnvoller das Geld z.B. auf ein Tagesgeldkonto zu legen.
Das nächste was uns stört ist der sehr lange Zeitraum. Wenn ich mir die wirtschaftliche Lage ansehe, wer garantiert mir , dasß das Unternehmen bei dem ich abschliesse nicht in ein paar Jahren insolvent ist?

Generell ist natürlich auch die Frage auf was man setzt. Sicherheit oder Risiko? Ich tendiere schon eher zur Sicherheit.

Ich weiss… viele Fragen, aber vielleicht kann mir der eine oder ander Tipps geben?ß

Danke schon malim voraus…

Gruss
Olli

Hallo Olli,
legst du 100 € im Monat für 32 Jahre an und berücksichtigst jetzt mal nicht die Steuer so erhälst du ein Kapital von 58.562 € (bei durschnittlich 2,5% Zinsen). Wenn du das als mit 65 bei deiner Bank abgeben würdest und das bei einem Zins von 4% dann hättest du in einem jahr einen Zins von 195,33 € p. Monat erreicht. Bei einer durschnittlichen Inflation von 2 % wäre die Kaufkraft dann bei ca 100 € (Faktor 1,883).

Das ist alles toll berechnet aber bringt dich im Endeffekt nicht weiter. Grundsätzlich finde ich deinen Denkansatz sehr gut, sich auf seine Bedürfnisse zu konzentrieren (Sicherheit, Flexibilität, Verfügbarkeit, etc.) Nur bitte ich die Erwartungshaltung an Geldanlagen entwas zu reduzieren. Die LV oder rentenversicherungen bieten 2,75% auf den SPARANTEIL an und eine Überschußbeteiligung (durchschnittlich 4,5% zur Zeit Gesamtverzinsung). Nachteile sind bekannt (fester Vertrag, Sparzwang (bezogen auf LV), lange Laufzeit, etc.) und die Vorteile der Riester liegen in der Förderung (deine 100 zzgl. Zulagen machen XY €). Nun mußt du dich entscheiden, welches System du willst. Sicherheit, Flexibilität, Verfügbarkeit und eine geringe Rendite?? Banksparplan, Rentenfonds, Bankschuldverschreibungen, etc. bieten eine Möglichkeit. Tip von mir: In ein paar Jahren werden die Zinsen vielleicht auf einem Sektor sein, so bei 7-9 % Kreditzins und dann werden auch die Guthabenzinsen wieder bei 5-6% sein. Sollte der Zeitpunkt kommen, sollte man liquide sein und dann also Bankbrife mit einem Zinsschein von 6% kaufen (aaach man wat war das schön!!!) und diese dann als AV nutzen.

Also werdet euch erst klar, was ihr wollt und verfallt nicht in dem fehler die Anlagen miteinander zu vergleichen Riester, Direktversicherung, Pensionsfond, Banksparpläne, etc., etc. haben alle ihr eigenes Konzept und ihre Vor als auch Nachteile. Ich empfehle euch, sich mit einem Blatt papier mal hinzusetzen und dann aufzuschreiben, was ihr als wichtig empfindet, dann kann man als berater auch mal konkrete Dinde ausrechnen.

Wichtig ist noch abzuklären;

  • BUZ schon gemacht (beide??)
  • Verdienstausfall von dir und deiner Frau abgesichert (Todesfallabsicherung)?
  • Geld für die Kinder (Studium, etc.) auf die Seite legen?
  • Unfallrisiko (für alle) abgesichert?? Eventuell eine Kinder-Invaliditätsabsicherung für die kleinen (leistet auch bei Krankheit, ähnlich der BUZ)
  • Baustein in die private Haftpflicht (Forderungsausfall und Kinder unter 7 Jahren bzw. 10 Jahren im Straßenverkehr) eingeschloßen?

Viel Spaß weiterhin wünscht

Martin

Hallo Olli,

hallo martin,

erstmals vielen dank für die tolle und ausführliche antwort!!!

legst du 100 € im Monat für 32 Jahre an und berücksichtigst
jetzt mal nicht die Steuer so erhälst du ein Kapital von
58.562 € (bei durschnittlich 2,5% Zinsen). Wenn du das als mit
65 bei deiner Bank abgeben würdest und das bei einem Zins von
4% dann hättest du in einem jahr einen Zins von 195,33 € p.
Monat erreicht. Bei einer durschnittlichen Inflation von 2 %
wäre die Kaufkraft dann bei ca 100 € (Faktor 1,883).

Das ist alles toll berechnet aber bringt dich im Endeffekt
nicht weiter. Grundsätzlich finde ich deinen Denkansatz sehr
gut, sich auf seine Bedürfnisse zu konzentrieren (Sicherheit,
Flexibilität, Verfügbarkeit, etc.) Nur bitte ich die
Erwartungshaltung an Geldanlagen entwas zu reduzieren. Die LV
oder rentenversicherungen bieten 2,75% auf den SPARANTEIL an
und eine Überschußbeteiligung (durchschnittlich 4,5% zur Zeit
Gesamtverzinsung). Nachteile sind bekannt (fester Vertrag,
Sparzwang (bezogen auf LV), lange Laufzeit, etc.) und die
Vorteile der Riester liegen in der Förderung (deine 100 zzgl.
Zulagen machen XY €). Nun mußt du dich entscheiden, welches
System du willst. Sicherheit, Flexibilität, Verfügbarkeit und
eine geringe Rendite?? Banksparplan, Rentenfonds,
Bankschuldverschreibungen, etc. bieten eine Möglichkeit. Tip
von mir: In ein paar Jahren werden die Zinsen vielleicht auf
einem Sektor sein, so bei 7-9 % Kreditzins und dann werden
auch die Guthabenzinsen wieder bei 5-6% sein. Sollte der
Zeitpunkt kommen, sollte man liquide sein und dann also
Bankbrife mit einem Zinsschein von 6% kaufen (aaach man wat
war das schön!!!) und diese dann als AV nutzen.

ich denke das ist so unser ding. lieber weniger risiko, dafür geht nichts den bach runter.

Also werdet euch erst klar, was ihr wollt und verfallt nicht
in dem fehler die Anlagen miteinander zu vergleichen Riester,
Direktversicherung, Pensionsfond, Banksparpläne, etc., etc.
haben alle ihr eigenes Konzept und ihre Vor als auch
Nachteile. Ich empfehle euch, sich mit einem Blatt papier mal
hinzusetzen und dann aufzuschreiben, was ihr als wichtig
empfindet, dann kann man als berater auch mal konkrete Dinde
ausrechnen.

Wichtig ist noch abzuklären;

  • BUZ schon gemacht (beide??)

habe bisher nur ich, wurde aber bereits vor ca. 10 jahren abgeschlossen. die rente ist für meine jetzigen verhältnisse viel zu
wenig ( ca. 1/3 meines nettoeinkommens)

  • Verdienstausfall von dir und deiner Frau abgesichert
    (Todesfallabsicherung)?

ja, beide mit risiko lv ( meine plus buz)

habe überlegt meine risiko lv als kapitalbildende umzuwandeln, habe das auch mal angefragt( direktversicherer) habe dann ein neues angebot bekommen das wesentlich teuerer war als mein bish. beitrag ( muss aber auch erwähnen mit höherere todesfallsumme und höherer buz) aber die herrschaften haben mein jetziges alter als eintrittsalter herangezogen und ich dachte man kann eine risiko lv in eine kapitalbildene umwandeln…

  • Geld für die Kinder (Studium, etc.) auf die Seite legen?

habe bisher einen fond für meine tochter abgeschlossen ( dit)

  • Unfallrisiko (für alle) abgesichert?? Eventuell eine
    Kinder-Invaliditätsabsicherung für die kleinen (leistet auch
    bei Krankheit, ähnlich der BUZ)

…nein…

  • Baustein in die private Haftpflicht (Forderungsausfall und
    Kinder unter 7 Jahren bzw. 10 Jahren im Straßenverkehr)
    eingeschloßen?

nur priv. haftpflicht…

Viel Spaß weiterhin wünscht

Martin

Hallo Olli und Moin,

Wichtig ist noch abzuklären;

  • BUZ schon gemacht (beide??)

habe bisher nur ich, wurde aber bereits vor ca. 10 jahren
abgeschlossen. die rente ist für meine jetzigen verhältnisse
viel zu wenig ( ca. 1/3 meines nettoeinkommens)

Überlegung wäre also, hier eine entsprechende Anpassung durchzuführen. Aber bitte nicht mehr als dein tatsächlicher Ausfall wäre. Weiterhin würde ich klären ob für die Ehefrau eine gleichwertige Absicherung gemacht werden soll.

habe überlegt meine risiko lv als kapitalbildende umzuwandeln,
habe das auch mal angefragt( direktversicherer) habe dann ein
neues angebot bekommen das wesentlich teuerer war als mein
bish. beitrag ( muss aber auch erwähnen mit höherere
todesfallsumme und höherer buz) aber die herrschaften haben
mein jetziges alter als eintrittsalter herangezogen und ich
dachte man kann eine risiko lv in eine kapitalbildene
umwandeln…

Die Umwandlung einer Risiko-LV in eine Kapitalbildende wird innerhalb von 10 Jahren ohne erneute Gesundheitsprüfung getätigt. Die BUZ-Erhöhungen werden sehr wohl geprüft. Weiterhin werden als Beitragsgrundlage für den Erhöhungsanteil dein Alter zum Datum der beantragung der Erhöhung verwendet.

  • Unfallrisiko (für alle) abgesichert?? Eventuell eine
    Kinder-Invaliditätsabsicherung für die kleinen (leistet auch
    bei Krankheit, ähnlich der BUZ)

…nein…

Informiert euch auch mal darüber, denn die finanziellen Aufwendungen nach einer Invalidität sind nicht von schlechten Eltern.

  • Baustein in die private Haftpflicht (Forderungsausfall und
    Kinder unter 7 Jahren bzw. 10 Jahren im Straßenverkehr)
    eingeschloßen?

nur priv. haftpflicht…

Dann auch da mal handeln. Zusatzbaustein kosten p.a. ca 30 €

Ich wünsche euch einen schönen Tag und falls wir uns nicht kontaktieren sollten auch ein frohes Osterfest.

Martin

Hallo Olli,

Hallo,

auch ich möchte mal ein paar Fragen wegen o.g. Thema stellen.
Ich habe schon viel im forum und im Netz gelesen, bin aber
ehrlich gesagt nicht vile schlauer als vorher.

Ich bin 33, verh., habe 2 Kinder ( 8 Jahre und 3 Monate).
Meine Frau ist zur Zeit Hausfrau, mein Jahreseinkommen liegt
bei ca. 60.000 ?.

Nun möchten auch wir etwas für die Altersvorsorge tun wissen
aber leider überhaupt nicht was. Ich habe mir schon
verschiedene Sachen ausrechnen lassen, aber wenn ich sehe,
dass ich z.b. bei der Riesterrente bei ca.100.-? monatlich
eine garantierte rente von ca. 350.-? monatlich habe,sehe ich
einfach keinen Sinn in dem ganzen System. Liege ich da falsch,

Ja. Mach einen ganz kleinen Riester-Vertrag für Frau, damit Ihr die Förderung für die Kinder mitnehmt. Mach Du einen ganz kleinen Minivertrag, damit Du im Ernstfall den Vertrag von Frau erben kannst.

aber ich frage mich was sind 300.-? in 30 Jahren noch wert?
Ist es da nicht sinnvoller das Geld z.B. auf ein
Tagesgeldkonto zu legen.
Das nächste was uns stört ist der sehr lange Zeitraum.

Mich auch. Wenn Du Eure private Vorsorge einer Versicherung überträgst, dann bist Du dieser ausgeliefert. Oder trennst Dich mit wirklich Verlust.

Wenn

ich mir die wirtschaftliche Lage ansehe, wer garantiert mir ,
dasß das Unternehmen bei dem ich abschliesse nicht in ein paar
Jahren insolvent ist?

Protector. Aber rechne da lieber nicht nach.

Generell ist natürlich auch die Frage auf was man setzt.
Sicherheit oder Risiko? Ich tendiere schon eher zur
Sicherheit.

Sicherheit und Rendite, wie wärs damit? Risiko ist was anderes als Rendite.

Ich weiss… viele Fragen, aber vielleicht kann mir der
eine oder ander Tipps geben?ß

Danke schon malim voraus…

Gruss
Olli

Wie Martin schon geschrieben hat. Alle Risiken, die das Leben noch bieten kann, die soll sinnvollerweise eine Versicherung abdecken. Aber sparen müßt Ihr doch nicht nur für die Rente? Gibts nicht noch weitere Sparziele auf dem Wege dahin?
Also, Sparziele festlegen, Möglichkeiten definieren und dann Berater fragen. Und Sparanlagen auswählen, die Euch gewisse Freiheit lassen, zwischendurch an Geld zu gelangen und auch die Strategie und Produkte ändern zu können.
Ein langfristiger Sparvertrag mit einer Versicherung bedeutet immer, die ganze Zeit dieser Gesellschaft ausgeliefert zu sein. Und die Wahl hast Du immer zwischen dem, was die Versicherung anbietet.
In der Praxis. Wer vor 10 Jahren eine wirklich flexible fondsgebundene Versicherung abgeschlossen hat, der hat noch heute die Wahl zwischen den Produkten von vor 10 Jahren. Oder stellt beitragsfrei und macht eine neue nach heutiger Sicht. Hat dann eben draufgezahlt. Und in weiteren 10 Jahren? …
Also, Ist-Zustand definieren,
Wünsche definieren,
Ziele festlegen,
Möglichkeiten ergründen,
Berater fragen (nicht die Versicherung!!!).
(Sorry Martin)
Gruß
Boris

Hallo Ihr Beiden,

nur kurz ein Einwurf zum Forderungsausfall in der Privathaftpflicht.

Habe nur eine Versicherung gefunden und abgeschlossen, die maximal 1 Million Euro als Forderungsausfall absichert. Finde ich inkonsequent zumal bei einer Pflichtverletzung durch mich die Versicherung mit 5 Millionen haftet.

Was würdest Du als richtige Versicherungssumme für den Forderungsausfall empfehlen? Gibt es solche Angebote?

  • Baustein in die private Haftpflicht (Forderungsausfall und
    Kinder unter 7 Jahren bzw. 10 Jahren im Straßenverkehr)
    eingeschloßen?

nur priv. haftpflicht…

Dann auch da mal handeln. Zusatzbaustein kosten p.a. ca 30 €

Hallo Christian,

Habe nur eine Versicherung gefunden und abgeschlossen, die
maximal 1 Million Euro als Forderungsausfall absichert. Finde
ich inkonsequent zumal bei einer Pflichtverletzung durch mich
die Versicherung mit 5 Millionen haftet.

bei 1 Mio € pro Person ist das Angebot nicht ganz verkehrt, da die Richter bis 600.000 € Einmalentschädigung verteilen können und zusätzlich eine Versorgungsrente von 36.000 € (bei Personenschäden)ansetzen können. Aber ich gebe dir Recht, das es unsinnig ist, sich selber gegen Ansprüch zu schützen die 5 Mio € sind und auf der anderen Seite bei mir zugefügten Personenschäden nur 1 Mio €. Beim LVM heißt es in den Bedingungen:
Die Summen der Leistungen sind auf die Deckungssummen der Privathaftpflicht begrenzt…

Also du hast 5 Mio € in deiner Haftpflicht versichert, also gelten diese auch für den Baustein „Forderungsausfall“ als Versicherungssumme.

Ich denke das das einige Gesellschaften so auch machen. Vielleicht auch mal an einen Makler wenden.

Auf jedenfall kann dein Wusch erfüllt werden.

Gruß
Martin

Hallo Martin,

bei 1 Mio € pro Person ist das Angebot nicht ganz verkehrt, da
die Richter bis 600.000 € Einmalentschädigung verteilen können
und zusätzlich eine Versorgungsrente von 36.000 € (bei
Personenschäden)ansetzen können.

das habe ich noch nicht ganz verstanden, ich kenn mich da auch nicht aus. Läuft die Versicherungssumme von 1 Million Euro jedes Jahr neu, auch für Schäden die im vergangenen Versicherungszeitraum eingetreten sind?

Dein obiges Beispiel: 600.000 Euro Einmalentschädigung, + 36000 Euro jährliche Versorgungsrente.
Das bedeutet dann, dass nach 11,12 Jahren die gesamte Versicherungssumme von 1 Million Euro aufgebraucht sein würde.
Würde die Versicherung dann, nach Ablauf dieser 11 Jahre die Versorgungsrente weiter zahlen?

Hast Du in Deiner Praxis schon Fälle gehabt, wo es zu Versicherungsleistungen in dieser Größenordnung bei Personenschäden kam? Mir fehlt da immer die Vorstellung, was alles passieren kann.

Auf jedenfall kann dein Wusch erfüllt werden.

Dank Dir. Ich werde meine Versicherung nochmal auffordern, mir ein solches Angebot zu machen. Wenn sie ablehnt, werde ich kündigen und mich bei Dir melden.

Gruß,

Christian