Welche Sprache soll ich lernen?!?!

Ich bin Studentin im 3.Semester und möchte nächstes Semester auf freiwiliger Basis eine neue Sprache lernen.
Ich schwanke zwischen Polnisch und Spanisch.
Mein Freund, mit dem ich seit 4 Jahren zusammen bin, ist Pole und deswegen hätte ich einen persönlichen Bezug zur Sprache.
Seine Familie und er könnten auch mit mir polnisch sprechen und üben.
Ich würde einfach gerne mehr verstehen und mich auch mit ihnen in ihrer Muttersprache unterhalten können.
Doch ich weis nicht, ob was mir für später hilfreicher sein könnte.
Ich möchte später in die Unternehmenskommunikation und Spanisch wird natürlich mehr gesprochen als Polnisch.
Aber es könnte sich doch auch gut im Lebenslauf machen, Grundkenntnisse in einer eher außergewöhnlichen Sprache zu haben, v.a. weil die östlichen Länder ja auch im wirtschaftlichen Sektor immer mehr aufholen.
Mit Spanisch würde ich mich aufgrund meiner Lateinkenntnisse wahrscheinlich leichter tun und vielleicht auch mehr in kurzer Zeit lernen…

Zu welcher Sprache würdet ihr tendieren???

Hallo,

leider hast Du nicht geschrieben was Du studierst, aber ich habe vor kurzem eine Podiumsdiskussion meiner alten Uni verfolgt in der es um die Berufschancen von Bachelorabsolventen in den Geisteswissenschaften ging.
Einer der Diskussionsteilnehmer (ich glaube er war von einem Verlag oder ein Kulturreferent) meinte, dass man bei späteren Bewerbungen unter anderem mit Kenntnissen nicht alltäglicher Sprachen punkten kann. Englisch, Französisch und auch Spanisch sind schon so weit verbreitet, dass man damit keinen Personaler mehr beeindrucken kann. Gefragt sind dagegen Schwedisch, Norwegisch, Tschechisch usw.
In diesem Sinne wäre dann wohl Polnisch die bessere Wahl.

Gruß Tanja

Hallo,

ich würde zu der Sprache raten, für die du stärker motiviert bist. Wenn dein Freund ein ausreichender Motivator ist, ist Polnisch sicher keine schlechte Wahl, weil du Gelegenheit hättest, es ständig zu sprechen und damit zu üben. Und eine Sprache lernt man am Besten durch Sprechen.

„Gefälliger“ im Lernen ist - vor allem, wenn man Latein hatte - sicher Spanisch. Für deine Berufswahl halte ich die Tatsache, dass du überhaupt eine oder mehrere Fremdsprachen sprichst für wesentlicher als die Wahl der Sprachen selbst.

Schöne Grüße,
Jule

moin,

nicht ganz leicht zu beantworten, deine frage. maßgeblich sind aus meiner sicht zwei dinge: wie „leicht“ eine sprache für jemanden zu lernen ist (ist individuell verschieden, bezogen auf person UND sprache), und was du damit ggfs. mal „anfangen“ willst.

polnisch ist dem deutschen nicht wirklich nahe - grammatik, aussprache und schreibung sind doch recht unterschiedlich.
mit spanisch tut man sich hinsichtlich dieser aspekte deutlich leichter, vor allem, wenn man in der schule schon mal eine romanische sprache angelernt hat.

hinsichtlich des votums „verbreitete sprache“ oder „exotische sprache“ scheiden sich die geister. ich persönlich tendiere, wenn man noch nicht genau weiß, auf welche exotik man sich später mal konzentrieren will (reisebüroleiter in warschau oder außenhandelskaufmann auf bali), doch eher noch zu einer verbreiteteren sprache.

wer später mal in der tschechischen republik arbeiten will, tut sich sicherlich leichter mit einem job, wenn er tschechisch kann - aber was ist, wenn ich mal in ein anderes land will? dann kann ich mit derlei exotik nicht mehr viel anfangen, sondern muß ggfs. eine neue sprache lernen - und das kann man sein leben lang.

neben englisch sind die am weitest verbreiteten sprache chinesisch/indisch, spanisch und russisch (gemessen an der regionalen verbreitung und der menschen, die die sprache sprechen). mit chinesisch hatte ich noch nix am hut, wohl aber mit russisch und spanisch.
wer russisch kann, kann sich nahezu auf dem kompletten gebiet der ex-udssr umtun - von russisch auf polnisch zu kommen, ist dann relativ „simpel“ (uh!, ich höre schon den aufschrei der polnisch-sprechenden…), mit spanisch kommst du auf der iberischen halbinsel, (nebst teilen von südfrankreich und italien) und in gesamt mittel- und südamerika durch (ja, auch das portugiesische ist dem spanischen nicht gänzlich fern, und die „feinen unterschiede“ kann man dann auch noch erlernen).

meine tendenz (aber das ist meine ganz persönliche sichtweise) ginge zu spanisch - oder russisch statt polnisch.

saludos, borito

wer russisch kann, kann sich nahezu auf dem kompletten gebiet
der ex-udssr umtun - von russisch auf polnisch zu kommen, ist
dann relativ „simpel“ (uh!, ich höre schon den aufschrei der
polnisch-sprechenden…),

Die slawischen Sprachen sind schon recht ähnlich, wobei bulgarisch näher an russisch ist als Polnisch. Also ist man mit Russisch in Osteuropa und der ehemaligen UdSSR gut dran.

mit spanisch kommst du auf der

iberischen halbinsel, (nebst teilen von südfrankreich und
italien) und in gesamt mittel- und südamerika durch (ja, auch
das portugiesische ist dem spanischen nicht gänzlich fern, und
die „feinen unterschiede“ kann man dann auch noch erlernen).

Naja, Brasilianisch ist schon anders. Das schwerste wird für uns die Aussprache und der Rhytmus sein. Damit ist es nicht so leicht, um da auf ein Niveau C1 zu kommen.

Ich schwanke zwischen Polnisch und Spanisch.

Zum Vergleich: http://www.travlang.com/languages/

mfg M.L.

Sitimmtnicht so ganz
Hi,
nun russisch ist dem Polnischen gewiß nicht näher als spanisch dem Portugiesischen. Polen verstehen kein russisch, wenn sie es nicht extra gelernt haben. Polnisch ist dagegen stark mit slowakisch sowie tschechisch, (möglicherweise auch serbokroatisch?) verwandt und wird dort (bisweilen ungern) verstanden.

palma

Polnisch
Hallo,
…ist meine Meinung. Es ist schwieriger zu lernen, durch Deinen Freund wirst Du es deutlich leichter haben, als jemand ohne Bezug. Zudem ist es für Dein Verhältnis zu seiner Verwandtschaft sicher auch gut und Motivation liefert das auch. zudem bekommst Du den Einstieg in eine neue Sprachfamilie, die Du ggf. ausbauen kannst (Russisch, tschechisch, bulgarisch usw.)
Spanisch kannst Du bei deinen Vorkenntnissen locker auch später „nebenher“ lernen.
Ich als Personaler würde die Kombination verschiedener Sprachfamilien bevorzugen, denn derjenige ist flexibler. Wer polnisch kann, aber nach Russland soll, wird mit wesentlich weniger Aufwand die Sprache noch erlernen. Das gleiche gilt für Latein und Spanisch/Italienisch/Französisch.

palma

Hallo Terry,

ich denke, im Gründe hast Du Dich bereits entschieden, und zwar für Polnisch. Wenn diese Sprache Dir mehr zusagt, dann greift zu.

Wenn jeder so denken würde, wie: „Diese Sprache wird von mehr Menschen gesprochen“ oder „diese wird mir in Zukunft weiter helfen“, würden wir heute vermutlich alle Latein sprechen und alle andere Sprachen wären längst ausgestorben.

Für mich, das wichtigste um eine Sprache zu lernen ist unbedingt einen Bezug zu der zu haben. Sachen wie „Ich kann XY und deshalb tue ich mir dabei leichter“ gehört nicht dazu.

Also folge Deinen durchaus vorhandenen Bauchgefühl und macht was dieses Dir sagt. MMn. nur so wirst Du Dich richtig entscheiden.

Schöne Grüße,
Helena