Welche Störung hat jemand,

der ständig das Gefühl hat, ungerecht behandelt zu werden und aus diesem Grund häufig Beschwerden schreibt (oder sofort nach dem Geschäftsführer verlangt), andererseits aber übermäßig Trinkgeld gibt, wenn er freundlich behandelt wird?

wie das heißt weiß ich nicht. Es ist auf jeden Fall jemand, der meint, immer im Recht zu sein. Diejenigen die gleicher Meinung sind, belohnt er (Trinkgeld), die anderen bekämpft er natürlich (Beschwerde)

gar keine
Hi,

eine auffällige persönliche Eigenart, und sei es eine Macke, die einem auf den Keks geht, ist noch lange keine „Störung“ im psychodiagnostischen Sinne!

„Störungen“, wie z.B. das ganze Paket von sog. Persönlichkeitsstörungen, sind schwerwiegende Angelegenheiten, die Leiden implizieren bei sich selbst und in der Umgebung, und die Kommunikation zerstören und Zusammenleben unerträglich machen.

Bei der von dir geschilderten Macke handelt es sich nicht um sowas.

Gruß
Metapher

Servus ersteinmal,

ich hätte fast gesagt, er/sie wäre schwanger… nein, was ich sagen würde wären evt. Stimmungsschwankungen…

Jetzt mal ehrlich:

Man kann nicht sagen, ob es eine Störung oder Krankheit ist, dafür weiss man zuwenig über den Menschen. Es ist auch nicht jeder ein Fachpsychologe hier im Brett. Wenn du dich damit selbst beschreibst, kannst du einen Psychologen aufsuchen, wenn es ein Arbeitskollege ist(so wie es sich anhört), frage ihn doch einfach, wenn er gut gelaunt ist oder lass es ganz sein.

mfg,

Hanzo

Wenn es krankhafte Züge annimmt, könnte es sich entweder um Querulantenwahn handeln oder aber um eine querulatorische Persönlichkeitsstörung, wo der Betroffene die Paranoia hat, alles richte sich gezielt gegen ihn.

An Frau Weber: Wenn ich weitere in meiner Frage nicht genannte Wesensmerkmale der Dame mit den ICD-10-Kriterien vergleiche, trifft die querulatorische Persönlichkeitsstörung wohl am ehesten zu. Vielen Dank

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ganz normaler Choleriker
Hallo,

Bei der von dir geschilderten Macke handelt es sich nicht um sowas.

ist wohl ein ganz typischer Choleriker, oder?
Gruß Uwi

ausgeprägtes Gerechtigkeitsbewußtsein
Hi,

nun, „Choleriker“ ist heute kein gültiger typologischer Terminus mehr. Seine Zeit ist vorbei. Es ist nur noch umgangsprachlicher Ausdruck für einen leicht aufbrausenden Charakter.

Die kurze unprofessionelle 1-Satz-Handlungsbeschreibung des UP läßt jedoch überhaupt nicht die geringste Charakterisierung zu, geschweige denn eine Typisierung und erst recht keine diagnostische Zuschreibung (im Falle, daß es sowas wie ein Übungsbeispiel wäre). Sowas hier zu versuchen (wie oben geschehen) halte ich für verantwortungslos, weil es in Laienmund Schaden anrichten kann.

Auch mein Ausdruck „Macke“ ist allzu salopp und überzogen. Bei genauerer Betrachtung sehe ich in dem Beschreibungssatz des UP einen Menschen mit ausgeprägtem Gerechtigkeitsgefühl, dem er konsequent Geltung zu verschaffen versucht.

Gruß
Metapher

Hallo Metapher!

Die kurze unprofessionelle 1-Satz-Handlungsbeschreibung des UP
läßt jedoch überhaupt nicht die geringste Charakterisierung
zu, geschweige denn eine Typisierung und erst recht keine
diagnostische Zuschreibung (im Falle, daß es sowas wie ein
Übungsbeispiel wäre). Sowas hier zu versuchen (wie oben
geschehen) halte ich für verantwortungslos, weil es in
Laienmund Schaden anrichten kann.

Hm … so ähnlich wollte ich bereits Dir antworten. Ich empfand Deine Aussage, es hnadle sich definititv um keine Störung, angesichts der dürftigen Fallbeschreibung doch sehr gewagt. Klar kann es sich „bloß“ um eine Macke handeln, das gleiche Verhalten kann aber auch deutlich krankhafte Züge annehmen - entscheidend ist ja nicht so sehr, ewas jemand macht, sondern wie und warum.

einen Menschen mit ausgeprägtem Gerechtigkeitsgefühl, dem er
konsequent Geltung zu verschaffen versucht.

Auch das kann irgendwann krankhafte Züge annehmen.

Gruß,
Max

Hi Max,

Ich empfand Deine Aussage, es hnadle sich definititv um keine Störung, angesichts der dürftigen Fallbeschreibung doch sehr gewagt.

Ich halte es aber umgekehrt für gewagter und auch für gemeingefährlicher, einem Laien zu irgendeinem x-beliebigen Verhalten gleich den Hammer irgendeiner Persönlichkeitsstörung in den Mund zu legen.

Bei jmd., der „Scheiße!“ schreit, weil er Kaffee verschlabbert hat, ist ja auch nicht gleich ein Borderliner zu vermuten.

das gleiche Verhalten kann aber auch deutlich krankhafte Züge annehmen

Davon war aber nicht die Rede. Alles mögliche KANN krankhafte Züge annehmen. Irgendwann. Krankhafte Züge sind aber im UP überhaupt nicht erwähnt.

Schöne Grüße
Metapher

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Ich halte es aber umgekehrt für gewagter und auch für
gemeingefährlicher, einem Laien zu irgendeinem x-beliebigen
Verhalten gleich den Hammer irgendeiner Persönlichkeitsstörung
in den Mund zu legen.

Naja… zum einen weißt Du nicht, ob ich ein Laie bin; zum anderen liegt die Prävalenz für Persönlichkeitsstörungen bei etwa 11 % in der Allgemeinbevölkerung. So ein „Hammer“ scheint mir das nicht.

Hallo,

Naja… zum einen weißt Du nicht, ob ich ein Laie bin; zum
anderen liegt die Prävalenz für Persönlichkeitsstörungen bei
etwa 11 % in der Allgemeinbevölkerung. So ein „Hammer“ scheint
mir das nicht.

Persönlichkeitsstörungen zu diagnostizieren scheint mir zunehmend in Mode zu kommen.
Bei 11% (woher kommt die Zahl) kann man ja fast schon nicht mehr von einer Störung sprechen, das geht ja bald in den Bereich der Varianz.

Ich halte das für eine sehr ungesunde Entwicklung und freue mich, wenn vernünftige Leute wie Metapher sich noch die Mühe geben hier zu schreiben und raten den Ball flach zu halten.

Gruss
M.

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Hallo Metapher!

Ich halte es aber umgekehrt für gewagter und auch für
gemeingefährlicher, einem Laien zu irgendeinem x-beliebigen
Verhalten gleich den Hammer irgendeiner Persönlichkeitsstörung
in den Mund zu legen.

Ich gebe Dir da unumwunden recht, ich würde deswegen aber troztzdem nicht ins gegenteilige Extrem fallen wollen. Ich finde jede Art von „So isses und nicht anders!“-Aussage angesichts der dürren Fakten für fahrlässig.

Gruß,
Max

Hallo Botulino! Das ist ein Egoist, der keine Erziehung hat. „Armes Würstchen“ sozusagen, Unterthema: „Keiner spielt mit mir!“ Gruß Erika