Welche Therapieform bei Reizdarm?

Hallo zusammen,

ich habe nun schon des öfteren gelesen, dass eine Psychotherapie bei Reizdarmpatienten sehr sinnvoll sein kann.
Nun gibt es ja so viele Formen von Therapien, dass ich mich Frage welche dieser Formen, denn wirklich sinnvoll ist und was in der Regel in solch einer Therapie gemacht wird, damit der Reizdarm nicht mehr reizt :wink:

Freu mich auf Antworten.

Gruß
Sandra

Hallo, Sandra,

für solche Störungen wie den Reizdarm haben sich mehrere Therapieformen in Therapiestudien als wirksam erwiesen:

  • kognitive Verhaltenstherapie (mit den Elementen: Aufklärung über die Störung, Entspannungstrainung, Streßmanagement, Selbstsicherheitstraining, Biofeedback; für einige dieser Verfahren siehe: http://people.freenet.de/oliverwalter/Psychotherapie…)

  • Hypnotherapie ,

  • psychodynamische Kurzzeittherapie.

Grüße,

Oliver Walter

Hallo Oliver,

vielen Dank für die tolle Antwort und den umfangreichen Link.
Das hilft uns schon ein ganzes Stückchen weiter.

Grüße und einen schönen Sonntag wünscht
Sandra

hallo sandra,

ich wurde über längere zeit mit asacolitin und johanniskraut behandelt.
auch letzteres auf rezept, nicht etwa aus der drogerie.
hat gut geholfen.
das soll natürlich nichts gegen psychotherapie sein.

strubbel
r:open_mouth:)

Hallo sandra

Das beste was ich dazu je gelesen habe (und auch funktioniert) hier:
www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=17032

Gruss
Beat

Hallo Beat,

vielen Dank für den Link… auch wenn sich das ganze für mich erstmal doch recht fachlich anhört.

Ich habe versucht nähere Informationen über die genannte Klinik zu bekommen, aber die komplette Internetpräsenz von den Medica-Kliniken wurde aus dem Netz genommen und auch bei der Liste der Kliniken in Bad Sooden-Allendorf kann ich die Klinik nicht finden.
Find ich schon recht seltsam :frowning:

Gruß
Sandra

Hallo Sandra,

vielen Dank für den Link… auch wenn sich das ganze für mich
erstmal doch recht fachlich anhört.

dann will ich versuchen, die ganze Angelegenheit für Dich verständlich zu machen:

In dem Leserbrief, auf den verlinkt wurde, polemisiert ein Körpermediziner (Professor Weger) gegen einen psychosomatisch und psychotherapeutisch arbeitenden Mediziner (Professor Deter) auf unfaire Weise, indem er die Arbeit seiner Kollegen abfällig kommentiert. Das ist deswegen unfair, weil Professor Deter in seinem Artikel körperliche Ursachen, die Professor Weger in seinem Leserbrief nennt, ausgeschlossen hatte. Professor Deters Artikel geht in der Hinsicht völlig in Ordnung, weil ein Reizdarm nur dann ein Reizdarm ist, wenn es keine körperlichen Ursachen gibt.

Zugunsten von Professor Weger muß man allerdings fairerweise hinzufügen, daß bei solchen Störungen wie dem Reizdarm später doch körperliche Ursachen gefunden werden, die vorher trotz sorgfältiger Untersuchungen nicht gefunden wurden.

Fazit: Da streiten sich zwei Experten.

Grüße,

Oliver Walter

Hallo Sandra

vielen Dank für den Link… auch wenn sich das ganze für mich
erstmal doch recht fachlich anhört.

Versuch es vereinfacht rüberzubringen, mit dem Nachteil, dass bei Vereinfachungen halt auch nicht mehr alles 100%ig korrekt ist:
Bekannt ist, dass zwischen darm und gehirn eine enge beziehung besteht. Bsp: Du hast Angst und maxchst fast in die Hosen. Oder Du hast Bakterienim Darm und Dein Gehirn wird dabei Müde. Der Darm hat ausserdem doppelt so viele Nerven, die zum Gehirn führen, wie umgekehrt. Vereinfachet Schlussfolgerung 1: Darm und gehirn beeinflusen sich gegenseitig. Schlussfolgerung 2: Was im Darm abgeht, beeinflusst das Gehirn mehr, als umgekehrt.
Im weiteren ist der Hauptanteil des immunsystems im Darm, je nach Quellen sind es 2/3 bis 85%.
Schlussfolgerung vereinfacht über alles obige: wenn man Darmprobleme und psychische Probleme hat, ist mehrheitlich die Darmprobleme die Ursaxche und nicht die Folge der psychischen Probleme.
Darmprobleme können nebst der Psyche und der genetik diverse (Mit-)Ursachen haben:

  • Darmmykosen insbesondere Darmpilz Candida und Colostrien-Bakterien
  • Schwermetallbelastungen insbesondere Quecksilber
  • Nahrungsunverträglichkeiten, insbesondere Gluten und Milch
  • Krankheiten und Medikamente insbesondere Antibiotika
    All die erwähnten Sachen stehen auch in einem Zusammenhang, dh können sich gegenseitig auslösen oder beeinflussen. Mehr zu schreiben würde da zuweit führen.
    Die Erkennung und Behandlung bringt auch aus Erfahrung einiger Bekannten und des Verfassers des linkes grosse Besserungen des reizdarms un der der psychischen Probleme, mehrheitlich reichen diese aus, manchmal muss aber auch an der Psyche gearbeitet werden.
    Wie dies gehen kann hier ein Erfahrungsbericht:
    http://www.med1.de/Forum/Diverse.Erkrankungen/69611/2/ Treat von Anja vom 28.4

Ich habe versucht nähere Informationen über die genannte
Klinik zu bekommen, aber die komplette Internetpräsenz von den
Medica-Kliniken wurde aus dem Netz genommen und auch bei der
Liste der Kliniken in Bad Sooden-Allendorf kann ich die Klinik
nicht finden.
Find ich schon recht seltsam :frowning:

Ich auch. Aber vieleicht hat es ja auch nur ein technischen grund (umgestalltung der homepage) oder sonst etwas ähnliches.
Muss dazu sagen, dass ich weder die klinik noch den Prof kenne. Seine Aussagen decken sich aber zu 100% mit den Erfahrungen von Bekannten.
Versuche es doch sonst mit der Telefonauskunft.
Ansonsten suche Dir ein Arzt, der oberwähnten Zusammenhänge bzw gegenüber dem Artikel des Proffesors aufgeschlossn ist.
Wenn Du nicht weiterkommst, melde Dich wieder. werde schauen was ich herausfinde.

Gruß
Beat

Hallo Oliver

In dem Leserbrief, auf den verlinkt wurde, polemisiert ein
Körpermediziner (Professor Weger) gegen einen psychosomatisch
und psychotherapeutisch arbeitenden Mediziner (Professor
Deter) auf unfaire Weise, indem er die Arbeit seiner Kollegen
abfällig kommentiert.

Da ja, abfällig fand ich es nicht

Das ist deswegen unfair, weil Professor
Deter in seinem Artikel körperliche Ursachen, die Professor
Weger in seinem Leserbrief nennt, ausgeschlossen hatte.

Reizdarm und körperliche Ursachen ausschliessen ist ein Widerspruch. Dies ist wie von Beinbrüchen reden, aber das Herunterfallen von irgendwas auszuschliessen.

Professor Deters Artikel geht in der Hinsicht völlig in
Ordnung, weil ein Reizdarm nur dann ein Reizdarm ist, wenn es
keine körperlichen Ursachen gibt.

Ein Reizadrm ist wie es das Wort sagt, eine Feststellung das der darm gereizt ist. Die Ursache wird damit nicht eingedämt. Ist wie einem Knochenbruch nur dann Knochenbruch zu sagen, wenn der Knochen nicht bei einem Sturz aus einer Höhe gebrochen wurde.

Zugunsten von Professor Weger muß man allerdings fairerweise
hinzufügen, daß bei solchen Störungen wie dem Reizdarm später
doch körperliche Ursachen gefunden werden, die vorher trotz
sorgfältiger Untersuchungen nicht gefunden wurden.

as ist auch aus meiner erfahrung nicht ganz richtig. Die Körperlichen Ursachen wie sie Prof Wenger erwähnte, werden allermeistens gar nicht abgeklärt! Mir ist kein einziger fall bekannt, wo ein Arzt bei einem Reizdarm zB ein Quecksilberbelastungstest macht.

Fazit: Da streiten sich zwei Experten.

Da stimme ich Dir zu

Grüße,
Beat

Hallo Beat,

Reizdarm und körperliche Ursachen ausschliessen ist ein
Widerspruch.

nein. Colon irritable (Reizdarm) ist eine somatoforme Störung, d.h. eine psychische Störung, die körperliche Ursachen vermuten läßt, obwohl es keine gibt. Man findet aber psychische Faktoren, die mit der Symptomatik einhergehen.

Dies ist wie von Beinbrüchen reden, aber das
Herunterfallen von irgendwas auszuschliessen.

Beat, wenn Deine Argumentation richtig wäre, dann dürfte es z.B. auch keine chronischen Schmerzen geben.

Grüße,

Oliver Walter

Hallo Beat,

Reizdarm und körperliche Ursachen ausschliessen ist ein
Widerspruch.

nein. Colon irritable (Reizdarm) ist eine somatoforme Störung,
d.h. eine psychische Störung, die körperliche Ursachen
vermuten läßt, obwohl es keine gibt. Man findet aber
psychische Faktoren, die mit der Symptomatik einhergehen.

Vom Wort her ist ein Reizdarm ein gereizter darm und basta. Ursache ist wie erwähnt im Wort nicht enthalten, sonst müsste es psychosomatischer Reizdarm heissen.
Wenn geiwsse mediziner entgegen dem Wortstamm und dies so wie du schreibst definieren, muss ich das wohl hinnehmen. Dann muss man aber allen Patienten sagen, wenn sie einen gereizten darm haben ist dies kein Reizdarm, so dumm es klingt. Der gereizte darm sei nur ein Reizdarm wenn er aus psychsichen Gründen gereizt sei.
Erstens ist dies stumpfsinig, da eine enge Wechselwirkung zwischen psyche und Körper da ist (zB kann der Darm aus psychischen und körperlichen gründen gereizt sein, wäre es dann ein reizdarm oder nicht?). Zweitens wäre gemäss meinen erfahrungen die mehrheit der Reizdärme keben keine Reizdärme sondern gereizte Därme…

Dies ist wie von Beinbrüchen reden, aber das
Herunterfallen von irgendwas auszuschliessen.

Beat, wenn Deine Argumentation richtig wäre, dann dürfte es
z.B. auch keine chronischen Schmerzen geben.

Oh doch, habe nichts gegen psxchosomatische Rezdärme. Wenn Deine Argumentation sprachlich richtig wäre, dürfte es keine Schmerzen geben, die nicht chronisch sind, dh alle Schmerzen wären erst dann Schmerzen wenn es chronische schmerzen sind. Esetze chronisch mit psychosomatisch und Schmerzen mit Reizdarm, adnn sollte es lar sein.

Nebenbei eine der grossen Medizindefizite ist, dass man zwar nach seit einigen wenigen Jahrzehnten endlich akzeptiert, dass es psychosomatische Krankheiten gibt. Dies aber jetzt übertreht, statt auch den logischen schritt zu machen, dass es auch somatopsychische Krankheiten gibt. Viele Reizdärme oder soll ich jetzt sagen gereizte Därme gehören eben dazu. Kannst mir glauben dass ich fast täglich mit solchen Personen zu tun habe. In einem Link in dieser Diskussion kann man so einen typischen Fall lesen (Anja)

Grüße,
Beat

Hallo Beat,

Vom Wort her ist ein Reizdarm ein gereizter darm und basta.

was kann ich dafür, daß Du die Störung nicht kennst?

Wenn geiwsse mediziner

Die Weltgesundheitsorganisation definiert Colon irritable unter „F45.32 somatoforme autonome Funktionstörung, unterer Gastrointestinaltrakt“. Das sollte man wissen, wenn man an Kranke mit dieser Störung Behandlungsratschläge geben will.

Dann muss man aber allen Patienten sagen, wenn sie einen gereizten
darm haben ist dies kein Reizdarm, so dumm es klingt.

Warum tust Du das dann nicht?

Zweitens wäre gemäss meinen
erfahrungen die mehrheit der Reizdärme keben keine Reizdärme
sondern gereizte Därme…

Dann schlag doch auf der nächsten Expertentagung der WHO eine Revision der ICD in diesem Bereich vor. Da habe ich nichts dagegen.

Wenn Deine Argumentation

-> WHO

Nebenbei eine der grossen Medizindefizite ist, dass man zwar
nach seit einigen wenigen Jahrzehnten endlich akzeptiert, dass
es psychosomatische Krankheiten gibt.

Schon im 19. Jahrhundert kannte man die somatoformen Störungen und den Unterschied zu somatischen Störungen.

Grüße,

Oliver Walter

Hallo Oliver

Vom Wort her ist ein Reizdarm ein gereizter darm und basta.

was kann ich dafür, daß Du die Störung nicht kennst?

Das WORT schrieb ich. wenn Schreinermeister festlegen, Tisch ist nur tisch wenn er 3 Beine hat, dann sagst du nur noch dem 3 beinigen Tisch Tisch?

Die Weltgesundheitsorganisation definiert Colon irritable
unter „F45.32 somatoforme autonome Funktionstörung, unterer
Gastrointestinaltrakt“. Das sollte man wissen, wenn man an
Kranke mit dieser Störung Behandlungsratschläge geben will.

  1. Somatoforme heisst nicht psychosomatisch!!
  2. Es gibt viele die einen reizdarm diagnostiziert haben, welche dann rein körperlich behandelt werden konnten, siehe erwähnten Artikel. Aus Erfahrung hilft sogar den meisten eine körprliche Behandlung.

Dann muss man aber allen Patienten sagen, wenn sie einen gereizten
darm haben ist dies kein Reizdarm, so dumm es klingt.

Warum tust Du das dann nicht?

Sagst Du im erwähnten Beispiel allen die einem vierbeinigen tisch, Tisch sagen, dass er kein tisch ist?

Zweitens wäre gemäss meinen
erfahrungen die mehrheit der Reizdärme keben keine Reizdärme
sondern gereizte Därme…

Dann schlag doch auf der nächsten Expertentagung der WHO eine
Revision der ICD in diesem Bereich vor. Da habe ich nichts
dagegen.

Sehr gute Idee, wenns nötig wäre. Obwohl m.E. die definition nicht expilzit vom einer psychosomatische Störung spricht.
Es ist wie gesagt gereizter Därme solte gereizter darm bleiben, gebrochene Knochen sollte Knochenbruch bleiben unabhängig der Ursacche.
nebenbei ist es stupid, das ganze zu teilen, da eine sehr enge wechselwirkung besteht und man in vielen Fällen nicht mehr sicher sagen kann, was zuerst war, das Huhn oder das Ei.

Nebenbei eine der grossen Medizindefizite ist, dass man zwar
nach seit einigen wenigen Jahrzehnten endlich akzeptiert, dass
es psychosomatische Krankheiten gibt.

Schon im 19. Jahrhundert kannte man die somatoformen Störungen
und den Unterschied zu somatischen Störungen.

Erst würde ich sagen. Richtig durchgesetz hat die psychosomatik sich erst so in den 70er jahren. Aber die somatopsychische Formen ist heute nicht einmal ein Begriff, schade, wenn ich an all die menschen denke, bis Ihnen jemand daruf hingewiesen hat.

Grüße,
Beat