hallo!
Hallo Jerry,
Grundsätzlich nutzen die Verbote nicht viel.Man sollte nicht zu viel verbieten und nicht zu oft „Nein“ sagen, denn schon bald werden die Kids so ein Verhalten als halt für Papa/Mama typisch auswerten und sich damit arrangieren. Folge: die Verbote werden einfach ignoriert. Es ist besser, wenn die Kinder wissen, dass wenn ein „Nein“ ausgesprochen wird, ist es se-e-e-hr ernst gemeint und bedeutet: „Bis hierhin und nicht weiter“.
Im Einzelnen:
Woher weisst du, dass das Kind lügt und nicht fantasiert. Hast du es der Lüge überführt? Wenn ja, dann einen kleinen Vortrag halten, dass alle nächsten Aussagen des Sprößlings nicht mehr ernst genommen werden können. Meistens folgt darauf entweder gar keine Reaktion oder eine blanke Empörung „ich habe die Wahrheit gesagt!“ Abwarten. Nächste Gelegenheit kommt bestimmt. Beim nächsten Gespräch zweifelnd erwähnen: „Ob das wohl so stimmt, wie du es sagst?“ Irgendwann klappt es mit Lügen.
Nur ein einziges Mal sagen. Nicht wiederholen, nicht nachfragen, ob die Botschaft wohl angekommen ist. Hat das Kind nicht gehört, macht es bestimmt etwas falsch. Sich enttäuscht zeigen: „Ich habe es dir gesagt, du hast es nicht gehört. Jetzt ist das Ganze ein bisschen dumm gelaufen“. Nicht schreien, eher Traurigkeit spielen.
- hausaufgaben nicht gemacht
Tja, solange die Hausis nicht fertig sind, ist es für dich leider nicht möglich, das Kind spielen, fernsehen etc. zu lassen. Oder eben: dann müssen die Hausaufgaben halt am Wochenende nachgeholt werden, wenn alle anderen Kinder ihre Freizeit genießen. Oder - ganz harte Masche - es soweit kommen lassen, dass die Lehrkraft sich meldet. Dann ein beschämendes Gespräch einleiten: „Wie konnte es soweit kommen, dass Frau soundso mich anrufen/Anschreiben muss?“ Hysterische Anfälle, Selbstmorddrohungen, Weg-vom-Haus-laufen-Absichten ignorieren. Schimpfwörter und Beschuldigungen in Mutters/Vaters-Adresse sofort unterbieten.
Siehe oben. Oder: alles in einen Müllsack stecken und wegbringen: „Mir hat´s gereicht. Ich habe alles weggeschmissen“. Eine Anwendung reicht normalerweise. Nicht weich werden: Verlust der Lieblingsspielzeuge, Briefe von den Freunden, Bücher, Fotos etc. machen wütend. Oder: Sämtliches rumliegendes Zeug auf das Bett in einen Haufen schmeissen. Wo soll das Kind jetzt bloß schlafen?
Nicht auf den Ton eingehen, nicht reden, keine Fragen in diesem Ton beantworten. Keine Anschuldigungen akzeptieren: „Das will ich nicht mehr hören“. Aus dem Zimmer schicken und kalte Schulter zeigen. Konsequent sein und sich nicht auf unendliche Diskussionen einlassen.
Essen wie gewohnt anbieten. Abwarten. Wird nicht gegessen - wegräumen. Darauf achten, dass zwischendurch nichts genascht wird (keinen Saft, aber genügend Wasser bereitstellen). Beim Bedarf während der nächsten Malzeit wiederholen.
Dies sind keine Einmalmaßnahmen, die sofort helfen. Auf die Dauer ausgelegt, helfen sie bestimmt (mit einer kleinen Fehlerquote ist allerdings immer zu rechnen, was kein Grund zur Panik ist).
Viel Spaß
jaro