Welche Vorsorge?

Hallo alle zusammen!

Folgende Frage an die Versicherungsexperten unter euch:

Da ich mich gerade mit dem Thema Altersvorsorge etc.beschäftige, würde es mich mal interessieren,was ihr in nachfolgendem Fall empfehlen/raten würdet!

Person X, weibl. 24 Jahre, momentan selbstständig (nicht gewerblich) und auf 400€-Basis tätig. (Verdienst bei der Selbstständigkeit liegt zb bei ca 500-800€/Monat)

Welche Form der Altersvorsorge wäre bei dieser Person am besten?
Zu beachten wäre, dass kein allzu hoher Betrag (zB vorerst bis zu 35€) angespart werden kann.
( Einkommenssituation würde sich zb in absehbarer Zeit in 1-2 Jahren verbessern, d.h. Job im Angestelltenverhätnis etc.)
Daher sollte später eine Beitragsanpassung problemlos möglich sein.

Muss natürlich nicht unbedingt eine Rentenversicherung etc sein.Wenns sinnvoller wäre, würde es ja vorerst auch ein Sparpan tun und zB anschießend eine Rentenversicherung…
(Gerne auch Tipps zu Anbietern)

Vielen herzlichen Dank fürs Lesen und natürlich im Vorraus für eure Antworten!

LG Jenny

Guten Tag Jenny,
Sie nehmen es mir nicht übel, wenn ich auf Ihre offene Frage ebenso
antworte ?
Da Sie um Ratschläge anfragen, lautet meiner an Sie: Vergessen Sie das
Thema Altersvorsorge solange, bis sich Ihre Einkommenslage deutlich
verbessert hat. Erstens wird nicht klar, was Sie aus Ihrer abhängigen
Beschäftigung monatlich zur Verfügung haben und zweitens steht zu
befürchten, dass Sie aus Ihrer freiberuflichen Tätigkeit heraus
den Begriff Verdienst mit Umsatz anstatt mit Gewinn gleichsetzen.
So bleibt im Dunkeln wie hoch Ihr verfügbares Einkommen liegt.

Wenn Sie Freiraum in der angegebenen monatlichen Größenordnung haben,
dann tun Sie sich selbst etwas Gutes damit. Kleidung, Nahrungsmittel,
Fortbildung - und verbessern Sie damit Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Mir ist keine wirksame und gleichzeitig sichere Altersvorsorge bekannt, die sich mit 35 € bewerkstelligen ließe, ohne dass damit die
Gefahr verbunden wäre, dass Sie einem flexiblen Über-Den-Tisch-Zieher
damit auf den Leim gehen bzw. eine Sache einstielen, von der Sie
nicht wissen, ob sie auch in einem Jahr noch bezahlbar ist und Sie
vielleicht gezwungen sind, den ganzen Kladeradatsch mit Verlust wieder
aufzulösen.
Viele, viele, gar zu viele Verträge scheitern daran, dass die
Leute sie nach kurzer Zeit wegen Geldmangel wieder ausknipsen.
Verdient haben dann die Vermittler und die Anbieter.
Und der Kunde macht große Augen.

Gruß
Günther

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Hallo Jenny,

Welche Form der Altersvorsorge wäre bei dieser Person am
besten?

Erst mal Gratulation, daß Du Dir ernsthaft Gedanken machst :smile:

Zu beachten wäre, dass kein allzu hoher Betrag (zB vorerst bis
zu 35€) angespart werden kann.

Du solltest prüfen, ob Riester für Dich förderbar ist (Tel. 0800-1000 480 40). Wenn ja, dann einen Sparplan (keine Versicherung) mit mind. EUR 60,- pro Jahr Eigenanteil und dazu dann EUR 154,- Zulage. Ist nicht viel, aber gechenktes Geld!!!

Ansonsten ratierlich sparen (Konto, Geldmarkt, Fonds bedarf weiterer Beratung, keine Versicherung!). Und ob Du das dann bis zur Rente machst oder eher darüber verfügen willst, bleibt vorerst offen.
Eine richtige Vorsorgeplanung machst Du dann, wenn Du ein richtiges Einkommen erzielst. Jetzt aber schon sicherstellen, daß eventuelle Geldgeschenke mitgenommen werden.

(Gerne auch Tipps zu Anbietern)

Ergibt sich dann aus „siehe weiter oben“.

Vielen herzlichen Dank fürs Lesen und natürlich im Vorraus für
eure Antworten!

LG Jenny

LG
Boris

Hallo Günther!

Zu allererst…
Nein, ich nehme es Ihnen nicht übel, allerdings finde ich den Satz „Wenn Sie Freiraum in der angegebenen monatlichen Größenordnung
haben,dann tun Sie sich selbst etwas Gutes damit. Kleidung,
Nahrungsmittel,Fortbildung - und verbessern Sie damit Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt“
schon fast dreist!

Ich möchte nun nicht unhöfich sein, aber mit diesem Satz fühle ich mich persönlich angegriffen.
Zur Aufklärung und zum besseren Verständniss:
Ja, ich wollte einfach nur Ratschläge oder Tipps (mir wurde mehrfach das Riestern empfohlen und wollte von Nutzern dieser Vorsorge eine Empfehlung)…
Zu meiner Einkommenssituation…Ich befinde mich (noch) im (unbezahlten) Erziehungsurlaub.
Und da ich eben etwas für mich tun wollte, arbeite ich nebenher.(selbstständig und Minijob)
Mein Mann arbeitet regulär…

Gerade beim Riestern wird ja immer wieder gesagt, das dies sich auch gerade für die Geringverdiener lohnt…
Und da sich meine Einkommenssituation in absehbarer Zeit wieder verbessern wird (was nicht heißen sollte, das ich „nur“ 35€ übrig habe und mir das von meinen Lebensmitteln abknapse!!!) dachte ich, warum nicht sofort damit anfangen. Grade im Bezug auf die staatliche Förderung, die nicht nachträglich einbezahlt wird…

Ich habe bereits einige andere Versicherungen und Sparpläne laufen, wollte jedoch wie beschrieben einige Tipps für die Altersvordorge…

Zum Thema Selbstständigkeit…Ich hatte extra angegeben, wie hoch dort mein Verdienst liegt…(Ich arbeite nicht gewerblich, daher „mache“ ich auch keinen Umsatz"- hatte ich jedoch auch geschrieben)
…also vor Abzug der Steuern, die jedoch bei dieser (geringen) Höhe des Verdienstes nicht wirklich ins Gewicht fallen…

Ich hoffe nun also Sie nehmen mir meine ausführliche Antwort nicht übel, wollte dies alles jedoch (nochmals) klarstellen.

Ein letztes muss ich jedoch noch anmerken…Ihr Satz " Vergessen Sie die Altersvorsorge…" hat mich doch ein wenig stutzig gemacht…
Denn, wenn Sie dass schon zu mir sagen, wie würde es dann einem richtigem „Geringverdiener“ gehen?? Es gibt genügend Menschen, die wenn überhaupt, mit Ihrem Verdienst knapp über dem Hartz 4 -Satz liegen.
Sollen die Däumchen drehen und hoffen dass Sie irgendwann mal mehr verdienen??(Was in manchen Berufssparten meist ausgeschlossen ist)
Klar, die können die paar kröten, die sie sich vom Mund absparen auf ein Sparkonto legen…Doch, genau das kann auch gepfändet werden, oder bei entsprechender Höhe, vom Arbeitsamt im Fall von Hartz 4 eingezogen werden…
Genau aus diesem Grund hatte ich nach Altersvorsorge gefragt…Wollte Riester nicht direkt ansprechen.
Dort kann ich mit relativ geringem Beitrag staatliche Zuschüsse erhalten…doch die soll ich lieber nicht in Anspruch nehmen laut Ihrer Antwort?

Oder haben Sie einfach an meinem Post vorbeigeredet?
So kommt es mir nämlich fast vor…
(oder eben ein totales Mißverständniss)

Grüße
Jenny

Hallo Boris,

Vielen Dankfür Ihre Antwort…

Genau auf dieses Thema gings mir eigentlich…(Riester)
Wurde mir schon mehrfach empfohlen, eben wegen der staatlichen Zulagen…

Diverse Sparpläne und ähnliches habe ich bereits…Es ging mir eher um etwas, das „sicher“ ist, vor Pfändung (was mich antürlich nicht betrifft, aber man weiß ja nie) , Hartz 4 etc…

Daher werde ich mich nun näher mit dem „riestern“ beschäftigen und informieren…

Vielen Dank

Grüße
Jenny

Guten Tag Jenny,
da habe ich wohl einen dicken Fehler gemacht und bitte um
Entschuldigung. Ganz und gar nicht wollte ich Sie in irgendeiner Form
angreifen. Und wenn Sie den Hinweis auf Lebensmittel und Kleidung
so verstanden haben, wie Sie ihn offensichtlich verstanden haben,
dann erlaube ich mir, das zurechtzurücken.
Er war einfach so zu verstehen, dass Sie zuerst an Ihre alltäglichen
Ausgaben mit Blick auf das Nächstliegende achten sollten.
Keinesfalls habe ich unterstellt, dass Sie am Hungertuch nagen und
zuerst für feste Nahrung sorgen sollten.

Allerdings dachte ich aufgrund Ihrer Darstellung - und an der Stelle zeigt sich eben die Beschränktheit von Empfehlungen überhaupt - dass
Sie in eher prekären Verhältnissen leben und ich habe aus Ihrer
Darstellung auch schlußgefolgert, dass Sie eher nicht mit Vorsorge-
produkten, deren Handhabung und dazugehörigen Fallstricken vertraut
sind.
Nun denn, unter der Voraussetzung, dass Ihr Ehemann unmittelbar
Riester-Förderberichtigter ist und einen solchen Vertrag hat, können
Sie als Ehefrau trotz geringfügigem Beschäftigungsverhältnis einen Riestervertrag als mittelbar Förderberechtigte abschließen.
Gehen Sie mit Ihrem Anliegen zu Vermittlern, denen Sie vertrauen.
Oder gehen Sie zur Verbraucherberatung. Dort bekommen Sie zwar keinen
Vertrag aber eine finanziell unabhängige Beratung.
Und: Übernehmen Sie sich bei verschiedenen bestehenden Verträgen nicht. Die Sache mit dem Ausknipsen ist nämlich wirklich ein Übel.
Gruß
Günther

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Riester-Banksparplan
Hallo Boris,

Wenn ja, dann einen Sparplan (keine
Versicherung) mit mind. EUR 60,- pro Jahr Eigenanteil und dazu
dann EUR 154,- Zulage. Ist nicht viel, aber gechenktes Geld!!!

Diese Empfehlung kann ich für einen jungen Menschen überhaupt nicht teilen und weiß mich hier ausnahmsweise mit der Stiftung Finanztest einig. Es sollte schon etwas (aktien-)fondsgebundenes sein.

Gruß,
Andreas

Leute, redet Ihr aneinander oder an mir vorbei?

Boris hat von einer Versicherungs(!)-Lösung abgeraten. Und Andreas, du möchtest dazu raten?

Zumindest hat Boris nirgendwo von einer Fondsvariante abgeraten, zu der Du ja auch rätst.

Ist doch alles in Ordnung: Riester-Fondssparplan, und gut ist.

Frank Wilke

P.S.: Interessiert zwar niemanden, aber was das „erstmal um das leibliche Wohl kümmern“ angeht - ich habe auch Hartz-IV-Empfänger in meinem Kundenkreis, und die leisten sich lieber einen Riester-Vertrag als was anderes. Sachen gibt’s…

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Hallo Günther,

da haben wir uns dann wohl missverstanden :wink:

Kein problem, kann eben gerade im Netz vorkommen…
Hatte mich nur etwas stutzig gemacht…

Werde mich dementsprechend genauer informieren und beraten lassen (natürlich unabhängig) und bedanke mich hier nochmals an alle für die Antworten…

Wünsche einen schönen Vatertag bzw. Feiertag!

LG
Jenny