Welchen Preis vor Zwangsversteigerungstermin?

Hallo,

ich bin neu hier und hoffe das mir jeamand helfen kann.

Ich interessiere mich für eine Immobilie die in die Zwangsversteigerung gehen soll. Es wurde schon ein Gutachten angelegt nachdem die Immobilie einen Verkehrswert von 110.000 € hat. ich habe jetzt mit beauftragten Firma gesprochen und gefragt ob auch ein nerwerb vor der versteigerung möglich ist. er meinte, wenn ein entsprechendes angebot kommt dann könnte er das mit den gläubigern versuchen zu klären. meine frage ist jetzt welchen preis mann da jetzt etwa abgeben sollte. verkehrswert, unter verkehrswert oder muß man über verkehrswert bieten?

vielen dank

Hallo,

das kommt ganz auf das Objekt an. Ist es ein Objekt in Topzustand in kaum angebotener 1A-Lage, nachdem sich 1001 Mitbewerber die Finger lecken werden, wirst Du mit einem Gebot unter dem Verkehrswert nur ein müdes Lächeln hervorrufen. Normalerweise sieht es aber aktuell so aus, dass viele Immobilien in der ZV so uninteressant sind, dass sie erst im zweiten Termin oder später weggehen, und damit natürlich auch für die Gläubiger hohe Kosten verbunden sind (ganz abgesehen von dem geringen Erlös). Da kann man mit einem vergleichsweise niedrigen Angebot schon recht schnell in konkrete Verhandlungen kommen.

Den richtigen Ansatz sollte ein Profi mit Marktkenntnis vor Ort einem für bescheidenes Geld recht schnell nennen können.

Und ganz wichtig: Nie den Eindruck bei den Gläubigern erwecken, dass man unbedingt dieses Objekt haben will, sondern immer so auftreten, dass man dies genau dann nehmen wird, wenn die Konditionen stimmen, aber andernfalls problemlos und ohne große Trauer weitersuchen wird.

Weiterhin: Vorrangig mit den Gläubigern verhandeln! Es nützt Dir nichts, mit einem Eigentümer handelseinig zu werden, der im eigenen Objekt aufgrund der ZV-Situation kaum noch etwas zu melden hat.

Bester Rat zum Schluss: Wenn man die nötige emotionale Distanz selbst nicht aufbringt, sollte man einen Profi (z.B. Anwaltskollegen) beauftragen, der so etwas schon häufiger gemacht hat, und die ganze Geschichte ganz cool und geschäftsmäßig durchzieht. Der hört sich dann gerne auch 1000 Mal an, wie schlecht er seine Mandantschaft doch berät, die das Objekt doch schon so in ihr Herz geschlossen habe, und die es ja auch sofort bekommen würde, wenn die nur brav den Verkehrswert zahlen würde (ach was ich diese Telefonate immer liebe).

Gruß vom Wiz