Bestimmt habt ihr schonmal den Spot vom Sagrotan Seifenspenderautomaten gesehn.
Von Sagrotan wird er gelobt weil man nich mehr selber einen auslöser drücken muss und dabe Keime überträgt
sondern das der Automat per Sensor auslöst und man ihn so nicht berührt.
Aber seöbst wenn man bei einem normalen Seifenspender den Auslöser runterdrückt und so Keime überträgt wäscht man genau diese Keime doch wieder ab.
Denn warum sollte man auf den Seifenspender drücken wenn man sich nicht die Hände waschen will ?
Deshalb meine Frage : Worin besteht der Sinn enes solchen Automaten ?
Hallo hppst,
aus hygienischer Sicht stimme ich deiner Argumentation nur zum Teil zu. Vergleicht man einen berührungslosen Seifenspender mit Handseife, ist es in jedem Fall so, dass die Seife nach Verwendung einen Teil der Besiedlungsflora der Hände auf der Oberfläche hat und sich damit alle anderen Personen, die die Seife verwenden, diese Flora in gewisser Weise teilen. Im Krankenhaus ist das ein Argument dafür, Handseife zu verbieten und Seifenspender zu nutzen. Nur: Im Privathaushalt spielt diese Besiedlung überhaupt keine Rolle! Es ist völlig egal, welche Bakterien in der Hausgemeinschaft kursieren. Wäre das nicht so, empfehle ich zum Streicheln der Katze Einmalhandschuhe zu tragen und die Nagelschere nach Benutzung kurz in Instrumentendesinfektionslösung einzulegen! Will sagen: Sagrotan arbeitet mit den Ängsten von Hausfrauen vor Krankheiten, bei deren Prävention das Waschen der Hände (und im Übringen auch die Desinfektion der Toilette) nur eine marginale Rolle spielen. Das wäre mir ja völlig egal, wenn im Krankenhaus allen klar wäre, dass man sich dort die Hände desinfiziert und nicht wäscht, weil auch dort das Waschen keine hinreichende Reduktion der Besiedlung mit Bakterien aus dem Krankenhaus bewirkt. Leider glauben aber auch viele Kollegen immer noch daran, dass sie sich die Hände besser waschen…
Kann ich Dir genau sagen: Im Geldverdienen für den Hersteller und den Vertrieb. Zum einen aus dem direkten Absatz des Gerätes selber
und zum zweiten, durch die Beschleunigung des Verbrauches des Spenderinhaltes!
Ansonsten ist der Einsatz von solchem Mumpitz im Privateinsatz für mich MEHR als FRAGLICH!
In Hotels, öffentl. Toiletten, auf Krankenstationen und in der Arztpraxis usw. haben solche Sachen zweifelsohne ihre Daseinsberechtigung - aber zu Hause …?
Ansonsten habe ich woanders zum Thema Folgendes geschrieben:
Solche Mittel tragen nicht unerheblich zur Resistenzenbildung bei.
Desinfektionsmittel in einem ansonsten „gesunden“ Haushalt sind absolut entbehrenswert - also überflüssig!
Es sei denn, es grassiert nachgewiesenermaßen direkt in der Familie irgendwas …
Aber selbst dann, reichen in der Regel:
fließendes Wasser
ordentliche Seife
frische Handtücher
reger Gebrauch davon
plus die Einhaltung „normaler“ Hygieneregeln.
Diese Desinfektionsmittel braucht man wirklich nur dann, wenn wirklich jemand SCHWER krank ist oder aus bestimmten Gründen vor Infektionen geschützt werden muß!
Ansonsten ist der Einsatz solcher Gifte direkt vergleichbar mit dem Irrsinn des Einsatzes von Pestiziden in der Land- u. Viehwirtschaft!
Die Folgen sollten hinlänglich bekannt sein.
Ebenso, warum wir ständig stärkere Antibiotika einsetzen müssen - weil sich viele Erreger inzwischen auf den übertrieben bzw. falschen Einsatz von Pillen UND Desinfektionsmitteln (in Laienhänden = gewöhnl. Hausfrauen) eingestellt und Resistenzen gebildet haben.
Dies erzeugt schlimmere Krankheiten, als mal einen ordentlichen Dünnsch…ss zu haben, der nach nem halben Tag den Darm geputzt hat und somit am Ende sogar eher nützlich war …
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