Welchen Weg/Studium nach dem Abitur?

Hallo,
ich stehe jetzt kurz vor dem Abitur in Sachsen. Leider habe ich immer noch keine konkreten Vorstellungen, wie mein leben danach aussehen soll. Da hier immer viele Menschen mit viel Erfahrung surfen, dachte ich mir, es gibt bestimmt einige darunter, die mir helfen können…

Wenn die Schule dieses Jahr zu Ende geht möchte ich erst meinen Grundwehrdienst ableisten und danach vllt. ein Jahr ins Ausland gehen. Doch danach wirds bei mir schwarz.

Ich belege z.Z. den Physik und Mathe-Leistungskurs und erreiche Leistungen v.a. im Zweistelligen Bereich (2en und 1en). Allgemein bin ich sehr naturwissenschaftlich interessiert.
Im Job später sind mir folgende Sachen wichtg:

  • oft draußen sein
  • nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch arbeiten
  • eine Arbeit zu haben, die Anspruch hat (jedoch nicht so etwas wie ein Professor o.ä. --> ich denke, dass ist mir zu theoretisch)
  • abwechslungsreicher Job
  • natürlich auch gute Verdienstchancen, das ist aber nicht so wichtig
  • immer wieder neue Herausforderungen#
  • viele neue und interessante Sachen sehen, jedoch auch eine Bindung
  • eine Beschäftigung im naturwiss. Feld
  • mit anderen Menschen zusammen arbeiten
  • an einen festen Ort (am liebsten in Sachsen bleiben, aber nicht zwingend)

Könnt ihr mir mit euren Erfahrungen vllt. weiterhelfen, welcher Studiengang bzw. welcher Job zu mir passt? Es muss auch nicht zwangsläufig ein Studiengang sein…welche Möglichkeiten gibt es noch?(BA, Lehre, Betriebsstudium, …). Ich weiß im Moment eben nicht, in welche Richtung ich gehen soll, weil mich die Angebotsmenge überfordert und ich mich gar nicht mehr zurechtfinde.
Momentan neige ich zum Studiengang Maschinenbau, aber auch eine Arbeit im Zusammenhang mit Öl und Bohrinseln würde mich genauso interessieren, wie das BA-Studium Umwelt-Engineering.
Auch ein Job bei der Polizei scheint mir interessant, jedoch würde ich ungerne öfters mit Toten zu tun(LKS oder so) haben…
Generell interessiere ich mich mehr für Jobs, bei denen man etwas bedienen muss(als Pilot, Kapitän, …) oder größere Sachen entwirft, als solche Sachen, wo man kleine Sissifus-Arbeiten macht und daran Forscht und ewig keinen Fortschritt sieht.

Ich hoffe sehr dass ihr versteht, was mir gefällt und was ich als Job machen könnte…

MfG Stefan

Interesse und Chancen

Wenn die Schule dieses Jahr zu Ende geht möchte ich erst meinen Grundwehrdienst ableisten und danach vllt. ein Jahr ins Ausland gehen. Doch danach wirds bei mir schwarz.

Zwischen Schule und Studium ist zumindest die beste Zeit dafür. Abgesehen davon, dass man in dieser Zeit völlig „ungebunden“ auf’s Leben schaut, kann man seine Sichtweise deutlich erweitern und vielleicht wird in dem Jahr „Bedenkzeit“ noch einiges klarer :wink:

Ich belege z.Z. den Physik und Mathe-Leistungskurs und erreiche Leistungen v.a. im Zweistelligen Bereich (2en und 1en).

Ist eine gute Basis, aber nicht notwendigerweise genug: Ich kenne Leute, die Mathe-LK 15 Punkte hatten und das Grundstudium in selbigem Fach nicht überstanden; zum Studium gehört nämlich auch noch einiges Andere, wie z.B. ein gewisses Maß an Streßresistenz und der Wille, sich auch in schwierigen Situationen durchzufinden.

Allgemein bin ich sehr naturwissenschaftlich interessiert.

Wenn Dir alle Naturwissenschaften nahe stehen, dann vielleicht auch Wirtschaftswissenschaften. Da trifft man ungehant vieles wieder, was man auch aus der Physik kennt :wink:

Im Job später sind mir folgende Sachen wichtg:

  • oft draußen sein

Damit wären dann schon mal Bürojobs, wie 99% der Akademiker sie wahrnehmen, nichts für Dich.

  • nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch arbeiten

Was soll das jetzt heißen? „praktisch“ arbeitet auch ein Software-Entwickler; der macht sich jedoch nicht die Hände mit Erde schmutzig :wink:

  • eine Arbeit zu haben, die Anspruch hat (jedoch nicht so etwas wie ein Professor o.ä. --> ich denke, dass ist mir zu theoretisch)

Dann lern’ erst einmal einen Professor kennen, der mit Leib und Seele Archäologe oder Biologe ist, die haben genügend Möglichkeiten sowohl „draußen zu sein“ als auch „praktisch zu arbeiten“ :wink:

Abgesehen davon stehen Dir bis zur Professur von Deinem jetzigen Standpunkt aus noch mindestens 10, realistisch eher 14-15 Jahre bevor! D.h., dass Du bis zur Erreichen einer solchen Position noch fast so lange brauchst, wie Du bisher lebst!

  • abwechslungsreicher Job

Das hängt immer davon ab, was man macht. Wenn Du in die Beratung gehst, da kannst Du mehr Abwechslung in einem Monat haben als manch Andere bis zum Rentenalter erleben. Ist natürlich auch entsprechend stressig… :wink:

  • natürlich auch gute Verdienstchancen, das ist aber nicht so wichtig

Da ist die einfachste Antwort: wer gut in seinem Job ist, kann auch gut verdienen, nahezu unabhängig in welchem Job!

  • immer wieder neue Herausforderungen

Das geht nirgendwo besser als beim Berater, da heißt es „up or out“: entweder man nimmt ständig neue Herausforderungen an oder man geht, der Job sieht es so vor!

  • viele neue und interessante Sachen sehen, jedoch auch eine Bindung

Klingt auch wieder nach Beratung.

  • eine Beschäftigung im naturwiss. Feld

NW hat so viele Richtungen heutzutage, da ist vieles denkbar!

  • mit anderen Menschen zusammen arbeiten

Das wird heutzutage fast überall gefordert!

  • an einen festen Ort (am liebsten in Sachsen bleiben, aber nicht zwingend)

Das kann heutzutage nicht mal mehr der Staat seinen Beamten bieten, von dem Gedanken sollte man sich verabschieden!

Ich kenne wenig Jobs, die mehr als drei Viertel Deiner Anforderungen abdecken.

Aber wie wäre es mit Arzt für Allgemeinmedizin?
Du kommst zwar nicht raus, aber hast viel mit Menschen zu tun, kannst an einem Ort praktisch, anspruchsvoll, herausgefordert an naturwissenschaftlichen Dingen arbeiten, kriegst recht gutes Geld und siehst immer wieder was Neues (ooh… wie haben Sie das Ding denn *da* rein bekommen?)

Momentan neige ich zum Studiengang Maschinenbau, aber auch eine Arbeit im Zusammenhang mit Öl und Bohrinseln würde mich genauso interessieren, wie das BA-Studium Umwelt-Engineering.

Ich denke mal, Öl wird in der Form wie wir es bisher kennen nicht mehr genutzt lange bevor Du in Rente gehst :wink:

Auch ein Job bei der Polizei scheint mir interessant, jedoch würde ich ungerne öfters mit Toten zu tun(LKS oder so) haben…

Ich kenne wenig Polizisten, die häufiger mit Toten zu tun haben. Totenschein wird vom Arzt ausgestellt und wenn in Realität nur halb so viele Morde passieren würden wie im Fernsehen, wäre der Innenminister längst abgesetzt!

Andereseits kenne ich viele Polizisten die ihren Job mittlerweile ziemlich ätzend finden, da es tagaus tagein immer das Gleiche ist, halt nur mit vielen Überstunden und Streß!

Generell interessiere ich mich mehr für Jobs, bei denen man etwas bedienen muss(als Pilot, Kapitän, …)

Der Pilot oder Kapitän ist aber selten „an einem Ort“ :wink:

oder größere Sachen entwirft, als solche Sachen, wo man kleine Sissifus-Arbeiten macht und daran Forscht und ewig keinen Fortschritt sieht.

Ist das die neue Rechtschreibung? Ejad.
Dafür gibt heutzutage kein Unternehmen mehr Geld aus!
Es gibt Methoden wie TRIZ oder DfSS, mit der sich Innovation steuern, kontrollieren und massiv beschleunigen lassen. „Lange forschen und keinen Fortschritt sehen“: damit verliert man sogar als Professor seinen Beamten-Posten!
Der Wissenschaftler in seinem Speziallabor, der irgendwann nach 15 Jahren das Heureka-Erlebnis hat, den gibt’s nur in Hollywood.
Real werden Forschungsprojekte, die 3 Monate lang keinen Fortschritt zeigen, auf Eis gelegt oder direkt abgesägt!

Ich hoffe sehr dass ihr versteht, was mir gefällt und was ich als Job machen könnte…

Verstehen schon, aber ich würde sagen, den für Dich perfekten Job gibt es in Deutschland 2-3 Mal, da mußt Du schon verdummenichst gut sein um überhaupt die Chance zu bekommen, dafür in Betracht gezogen zu werden!
Daher: priorisieren und die wichtigsten 2-3 Kriterien festlegen!

Gruß,
Michael

Hallo, ich würde auf Geophysik/Geologie oder LAndschaftsarchitekt tippen
BEi ersterem kannst du dich Anfangs austoben (Tolle forschungsreisen quer durch die Welt, Archäologie, Bohrinsel, etc.) und dann doch wieder nach Hause zurückkehren und dein Geld durch Bodenproben für Bauprojekte verdienen (also etwas sicherer als der reine Archäologe, oder der Geograph etc.)
Der LAndschaftsarchitekt kann je nachdem wie man es auslegt auch was ökologisches haben, man kann große Projekte haben (PArkanlagen, Stadtplanung) aber auch kleinere (Omis vorgarten), ist lokal und draussen

Das würde natürlich auch mit dem normalen Architekt gehen oder dem BAuing, der ist auch draussen auf BAustelle, aber auch drinnen am rechnen, hat größere Projekte und mit MEnschen zu tun und man kann es überall und damit auch vor Ort machen.

Gruß Susanne

Hallo reichs,

das ist ein breites Feld, das du dir da vorstellen kannst und deine Wunschvorstellungen passen auf x Berufe. Ich glaube, niemand kann dir die Arbeit abnehmen, deinen „Traumjob“ selbst zu finden. Ich weiß, wie schwierig das in dem Alter erscheint.

Hier ein paar Tipps:
1.) Berufsberatung beim Arbeitsamt. Ich fand meine Beraterin nicht so prall, aber vielleicht hast du Glück.
2.) Studienberatung an den Unis. Es gibt Beratungen von den Unis selbst, aber auch studentische Beratungen, letztere sind meist besser.
3.) BIZ
4.) Studienführer, Studienschwerpunkte und Vorlesungsverzeichnisse (gibt auf den Uni-Homepages) durchwühlen und vergleichen (Achtung: Vorlesungsverzeichnisse klingen meist trocken und theoretisch, das Interesse kommt er beim Studium, dann weiß man wirklich, was gemeint ist)
5.) Im Internet Tätigkeitsbeschreibungen von Berufen checken (recht ausführlich auf berufenet von der Arbeitsagentur, aber auch von anderen Anbietern)
6.) Im Internet auf Fachportalen, Foren etc. stöbern, ob dich die Themen und Fragestellungen interessieren
7.) Vielleicht findest du Menschen aus den Berufen, die dich interessieren, und kannst sie als Ansprechpartner gewinnen
6.) Stellenanzeigen durchgucken und scannen, was für Tätigkeiten verlangt werden und ob du dir das vorstellen kannst.

So, ich glaub, das ist genug, oder?
Liebe Grüße
schleichrabe