Welcher Anwalt?

Hallo,

Wie findet sich der geeignetste Anwalt, wenn er beratend für einen komplizierten Hauskauf tätig sein soll.

Es handelt sich um eine Art Haustausch, wobei Sonderregelungen zu treffen sein werden wie z.B. Geldfluss Monate vor Auszug, Bedingungen (Haus 1 gilt nur als verkauft wenn Haus 2 wirklich zu vorvereinbarten Konditionen erworben werden kann), Regelungen zu Ausbau und Mitnahme von Heizung etc.

Gesucht wird der Anwalt von einem Hausbesitzer dessen Haus jemand unbedingt erwerben will und der sozusagen ein Haus im Tausch von einer Dritten Partei erwerben würde und der sich gegen evtl „Tricks“ des ziemlich professionell Vorgehenden Käufers und vertragliche Tücken absichern will.

Ich denke mal, dass es nicht viele solcher Fälle gibt und wüsste daher gerne wie man jemanden finden kann der wirklich kompetent beraten kann.
Vielleicht weiss auch jemand wie die Kosten einer solchen Anwaltsarbeit berechnet werden um einzuschätzen was auf den Hausverkäufer zukommt.

Danke!

Gruss
M.

Hallo,

sagen wir es mal so: Das sollte jeder Kollege mit etwas Erfahrung in Immobilienangelegenheiten rein rechtlich hin bekommen. Es stellt sich aber so ein wenig die Frage, ob man einen Kollegen findet, der sich so eine Geschichte antut. Denn mit den vielen Abhängigkeiten und Bedingungen tragen solche Geschichten ein hohes Haftungsrisiko. Und hinzu kommt, dass die Wahrscheinlichkeit, dass so eine Geschichte nach viel Aufwand platzt, recht hoch ist. Und dann kann man dem Geld bei unzufriedenen Mandanten (ob man für diese Unzufriedenheit selbst etwas kann, lasse ich mal dahingestellt) hinter her laufen.

Das sind so diese klassische Geschichten, wo man sicherheitshalber erst mal nur eine Beratung zur Klärung des Sachverhaltes macht und gesondert abrechnet, bevor man sich zur weiteren Übernahme der Geschichte äußert.

Gruß vom Wiz

Hallo Wiz,

Inwiefern wäre denn evtl ein Notar der Ansprechpartner? Der ist ja nun maximal abgesichert und kriegt sein Geld auch immer. Aber berät der auch?

Eine fachliche Beratung ist auf jeden Fall vonnöten und es wird sich ja hoffentlich jemand finden der das macht.
Richtet sich beim Anwalt der Beratungspreis auch nach dem Kaufpreis (nehmen wir hier mal ca 160 000 Euro an)?

Gruss
M.

Hi,

http://www.anwalt.de/rechtstipps/ratgeber/gegenstand…

Gruß
Tina

Hallo,

nein, ein (Anwalts-)Notar in seiner Notareigenschaft kommt hier nicht in Frage. Der darf nicht parteiisch beraten, sondern muss nur dafür sorgen, dass ein Vertragsentwurf „grundsätzlich“ sich im Rahmen des legal Möglichen bewegt. D.h. eine auf der einen Ecke liegende Formulierung der einen Seite kann er der anderen Seite nicht dergestalt unter die Nase reiben, dass er so eine Formulierung nie unterschreiben würde, und statt dessen … vorschlägt. Genau so eine Unterstützung braucht man hier aber.

D.h. an sich ist der Anwalt hier schon die richtige Adresse. Nur riecht so eine Geschichte förmlich nach viel unbezahlter Arbeit und Ärger. Da ist das Intersse dann bei Kollegen mit ausreichender Erfahrung in solchen Angelegenheiten nicht unbedingt so wahnsinnig groß. Man müsste es sich halt mal im Detail ansehen. Und ein Anfänger, der nur den Streitwert sieht, und alles macht, was dahingehend interessant aussieht, ist in so einer Geschichte auch nicht unbedingt das Mittel der Wahl.

Gruß vom Wiz

Hiho,

bloß ein Detailchen, ohne besondere Auswirkung auf Deine Einschätzung:
Wenn ich mich recht entsinne, dürfte mindestens eines der Anwesen im Ländle der württ. Amtsnotare liegen. Dieses könnte für m. vielleicht wichtig sein.

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

Hallo,

Da hast Du recht, es soll um einen Hausverkauf und -kauf im Schwobaländle (Zollernalbkreis) gehen. Warum ist das wichtig?

Gruss
M.

Servus,

die württembergischen Amtsnotare haben eine andere Ausbildung als die Notare im Rest des Republik (vermutlich müssen sie vor allem besser im Kopf Bruchrechnen können, weil es nirgendwo sonst Wingerte von einem halben Morgen gibt, die 46 Eigentümern zu unterschiedlichen Bruchteilen je nach Erbgang gehören). Ohne Fez: Höher spezialisiert, viel weniger breit angelegte Ausbildung als man für das 2. juristische Staatsexamen braucht, aber in den Schwerpunkten des Amtes „Haus, Hof und Familie“ recht beschlagen, und in der Lektüre von Katasterrollen aus dem 18. Jahrhundert einsame Spitze. - Ob ein Amtsnotar überhaupt so wie ein „Anwaltsnotar“ beratend tätig sein darf, weiß ich nicht.

Wie auch immer - das Stichwort „Amtsnotar“ könnte einen Einfluss auf die Empfehlung von Wiz haben, der kennt sich da aus. Ich weiß dazu nix.

Schöne Grüße

Dä Blumepeder

Hallo,

zur Aufklärung:

Es gibt drei Varianten des Notars in Deutschland, die je nach Bundesland vorkommen.

  1. Der Anwaltsnotar ist ein Anwalt, der zusätzlich auch als Notar bestellt ist. Wichtig: Es versteht sich eigentlich von selbst, dass ein solcher Anwaltsnotar in einer Angelegenheit nur entweder als Anwalt für eine der beiden Seiten oder als unabhängiger, objektiver Notar tätig sein kann. Wer hätte schon Vertrauen in den Notar, der zuvor in selber Angelegenheit die andere Seite parteiisch beraten hätte? Da der Laie dies nicht unbedingt im Detail wissen muss, hatte ich mal den „(Anwalts)notar“ genannt, zu dem man zwecks parteiischer Beratung durchaus gehen kann, diesen dann aber eben gerade nicht als Notar, sondern in seiner Eigenschaft als Anwalt nutzt. Die Beurkundung muss dann später bei einem anderen Notar erfolgen, der in der Sache nicht vorbefasst ist.

  2. Der ausschließliche Notar ist ein Notar, der zwar die selbe Ausbildung als Volljurist mitbringt, aber eben zur deutlicheren Vermeidung von Interessenkonflikten, die sich natürlich durchaus auch daraus ergeben können, dass jemand als Anwalt dauerhaft für einen Mandanten tätig ist, und somit vielleicht geneigt sein könnte, in einer Notariatsangelegenheit dann „ungute“ Sympathien zu hegen, eben in einigen Bundesländern nur als Notar tätig sein darf, und keine gleichzeitige Zulassung als Rechtsanwalt haben darf.

  3. Und dann haben wir noch den Sonderfall des staatlichen Notariats, das behördenmäßig organisiert ist, und wo schon vom Grundsatz her keine Möglichkeit sonstiger parteiischer Beratung besteht. Ausbildung der dort tätigen Leute müsste man mal nachschauen.

Gruß vom Wiz

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Ausbildung der württ. Bezirksnotare
Servus,

das war die Notarakademie in Stuttgart - seit 2008 ein Auslaufmodell:

http://www.notarakademie.de/servlet/PB/menu/1192516/…

Schöne Grüße

Dä Blumepeder