Welcher Arzt bei Depr.?

Hi,

Ich habe, glaube ich, mehrfach gesagt, dass diese vierzig
Jahre eben damit bedingt waren…

usw. - und was um Himmels willen hat das mit Herbert zu tun?

Du hast mir unterstellt, dass die Heilung „in ca. drei Wochen“ ja wohl nicht erfolgt sein könnte, wenn ich vierzig Jahre unter Depressionen leide, dazu meine Erklärung.

Ja, kann ich verstehen, denn dein background scheint
ausschließlich auf psychiatrische Diagnosen spezialisiert zu
sein (deshalb vielleicht das Theater, das hier abgeht): Ich
sprach von Borderline! Das ist eine der komplexesten und
schwierigsten Persönlichkeitsstörungen, mit denen wir es in
den letzten Jahrzehnten zu tun haben. Dazu gehören - unter
vielen vielen anderen Symptomen - auch Depressionen, die aber
nicht das eigentliche Problem sind. Und für Borderline ist die
Psychiatrie nicht zuständig… und die Folgen, wenn diese
Person ausschließlich wegen der Depression in der Psychiatrie
behandelt würde… die hab ich gemeint…

Naja, jetzt unterstellst aber du, dass Herbert an „einer der komplexesten und schwierigsten Persönlichkeitsstörungen“ leidet.
>Übrigens: Von einem Psychiater behandelt werden ist nicht dasselbe wie „in der Psychiatrie“ behandelt werden. Die große Mehrheit aller Depressionen wird ambulant behandelt. Nur in Fällen, in denen eine deutliche Selbstmordabsicht vorliegt, wird an eine einweisung gedacht.

Eben, der Psychiater würde das wohl so machen, ein anderer
Psychotherapeut würde zunächst einmal nur vermerken,
daß der Patient sich selbst diagnostiziert, statt es
dem Therapeuten zu überlassen. Und das weitere würde sich
ergeben.

Erinnert mich stark an die Ärztin, die mir meinen Befund in einem zugeklebten Umschlag an den Hausarzt mitgab und mich, als ich ihn öffnen wollte, scharf anfuhr, das dürfe die Patientin auf keinen Fall, hier redet ein Arzt mit dem anderen!

Wo sonst soll jemand denn die richtige Diagnose bekommen als beim Facharzt? Meinst du, der esoterische Wunderheiler wäre da zuständig oder die Kräuterhexe Adelheid?

Jetzt beginne ich dich zu verstehen - ein „Facharzt“ ist bei
dir ein „Psychiater“ und alles andere sind Quacksalber.

Nanana … das ist aber sehr demagogisch … Es steht außer Zweifel, dass ein Psychiater ein Facharzt ist. Ein Psychotherapeut KANN Facharzt sein, muss aber nicht, er muss überhaupt kein Arzt sein. Schon gar nicht sind Psychologen oder Lebensberater Fachärzte. Das heißt nicht, dass sie Quacksalber sind, aber sie sind oft keine Ärzte und schon gar keine Fachärzte. Und was ich an Diagnosen von solchen Leuten gehört habe … na, lassen wir das. Die interessanteste war, dass ich mir einen blauen Edelstein umhängen sollte um die Aura zu verbessern.

Nicht-psychiatrische Psychotherapien gibt es nicht, ja?

Hab ich nicht behauptet. Es gibt Psychotherapeuten, die Ärzte für Allgemeinmedizin sind, solche, die Theologen oder sonstwas sind, solche, die überhaupt keine Mediziner sind und solche, dioe Fachärzte für Psychiatrie sind. Verschreiben dürfen nur Ärzte.

Aber schau mal, ich will diese Diskussion nicht fortführen. Sie steht deinerseits so vollkommen unter der Losung „Auf keinen Fall zum Psychiater!“ Ich weiß - habe dem in meinem Buch ein ganzes Kapitel gewidmet - dass die Angst vor dem Psychiater und den Medikamenten immer noch riesig groß ist, dass die Leute oft abstruse Vorstellungen haben, was jetzt mit ihnen passiert, dass sie für wahnsinnig erklärt und wie im Horrorfilm in Gummizellen gesperrt werden und „die Ärzte an ihrem Gehirn herumexperimentieren“. Aber das wird davon nicht besser, dass man diesen Leuten sagt: „Jaja, du hast Recht, lauf schnell davon und versteck dich, wenn du einen Psychiater siehst!“
Ich habe deshalb auf die Möglichkeit hingewiesen einen Arzt in einem Kriseninterventionszentrum zu kontaktieren, man ist dort anonym und muss nicht den Stress durchmachen, jetzt die unheimliche psychiatrische Klinik zu betreten, aus der man dann nie wieder rauskommt (war´s nicht im letzten sonntagabendthriller so? Genau!) Man kann auch in Begleitung hingehen, die Gesprächssituation ist leger, der Arzt trägt keinen weißen Mantel. Aber das war in deinen Augen ja auch ein heimtückischer Untergriff, der Herbert zur Verzweiflung treiben sollte.
Nun ja, lassen wir´s. Ich will niemand missionieren und bekomme auch keine Provision von den hiesigen Fachärzten. Ich denke nur daran, wieviel Leid und Verzweiflung ich selber durchgemacht habe und möchte das anderen Leuten ersparen,
gruß,Quicky

Hallo Herbert,

nachdem ich Teile des Threads gelesen habe, ist mir ganz anders geworden…hier wird von Depression gesprochen, obwohl noch nicht ein einziger Arzt diese bei dir diagnostiziert hat, ich finde es äußerst gewagt und möchte deshalb einfach von mir berichten…ich war sehr lange depressiv…

Fakt ist, dass du dir absolut keine Gedanken machen mußt, wie dein Hausarzt oder irgendein anderer Arzt über dich denken könnte, denn Ärzte sehen diese Symptome tagein tagaus.
Du wirst also nicht skeptisch, kritisch oder gar bemitleidenswert angeschaut, eine Depression ist letztendlich nichts anderes als ein Magengeschwür, nur die Symptome sind andere, die Behandlung ist eine andere, aber es ist eine völlig „normale Krankheit“.

Es gibt mehr Menschen, die an Depressionen leiden, als du denkst. Sie sprechen nicht darüber und du merkst es nicht, weil viele einfach durch eine gut eingestellte Medikamentation absolut beschwerdenfrei leben.

Ich möchte dir keineswegs zu irgendetwas raten, dazu ist dieses Thema zu komplex und zu schwierig, aber ich möchte versuchen, dir durch meine eigene Erfahrung zu helfen.

Meine Depression wurde sehr schnell deutlich, weil meine Mutter als Psychiaterin sie erkannt hat…es ist gut, wenn man sich sehr früh in Behandlung begibt, eben wie bei allen anderen Erkrankungen auch…wartest du zu lange, werden die Symptome stärker und dein Leidensweg wird unnötig erschwert.

Du mußt noch nicht einmal deine Krankenkasse bemühen, wenn du das nicht möchtest.
Rufe einfach bei deiner zuständigen Ärztekammer an und bitte sie, dir eine Liste aller Psychiater und Psychotherapeuten zu schicken.
Die Ärztekammer kann und darf dir keinen Arzt empfehlen, diese Liste ist also alphabetisch geordnet.

Es macht Sinn, sich die Ärzte rauszusuchen, die Psychiater mit dem Zusatztitel Psychotherapeut sind, denn so kannst du sowohl eine Geschprächstherapie machen als auch evtl. medikamentös behandelt werden.
Und du solltest nach Möglichkeit schauen, dass der von dir gewählte Therapeut nicht am anderen Ende der Stadt liegt, denn du wirst dich manches Mal aufraffen müssen, da ist es weniger förderlich, wenn du auch noch einen ewig weiten Weg antreten mußt.

Viele Depressionen werden heute mit Medikamenten behandelt, allerdings würde ich persönlich mich nie nur auf diese Medikamente verlassen, auch wenn sie wirklich enorm schnell helfen. Eine Gesprächstherapie parallel ist verdammt wichtig, denn mit den Medikamenten werden die Symptome bekämpft, nicht aber die Ursache. Letzteres ist aber wichtig, damit du nicht dein Leben lang Psychopharmaka einnehmen mußt und etwas in deinem Inneren, in deinem Leben verändern kannst.

Eine solche Gesprächstherapie ist ein hartes Stück Arbeit…ich kann für mich sagen, es hat sich gelohnt. Ich tat mich anfangs oft schwer, wollte nicht hinsehen und vieles nicht wahrhaben.

Mein Therapeut hat mich nicht gedrängt…er hat mir wohldosiert Fragen gestellt und irgendwann fiel es mir gar nicht mehr schwer, Dinge zu erzählen, die ich lieber totgeschwiegen hätte.
Es war eine Erleichterung, eine richtige Wohltat, den ganzen Müll von meiner Seele zu räumen.

Durch das Antidepressivum, das ich bekam, ging es mir schnell besser…ich dachte, nun bräuchte ich ja keine Gespräche mehr…das war ein Irrtum, den ich schnell einsah. Ein Antidepressivum läßt dich wieder fröhlich werden, löst deine Probleme aber nicht…du wirst es merken, von Gespräch zu Gespräch.
Ich freute mich regelrecht auf das nächste Gespräch, weil ich es einfach wissen wollte…ich wollte wissen, was los ist mit mir und warum ich mich so schwer damit tue. Diese Erkenntnis ist sicher auch mal nicht so toll, aber dann ist es an dem Therapeuten, das zu sehen und darauf einzugehen. Die Medikamente erleichtern dir das Sprechen über die Dinge, die du nicht angehen möchtest, sie sind quasi eine Art Hilfestellung, offen über deine Probleme zu sprechen und nicht an der Offenheit zu zerbrechen.
Therapien sind sehr verschieden aufgebaut, es gibt die verschiedensten Strukturen und du wirst zusammen mit dem Therapeuten herausfinden, welche die richtige für dich ist.

Wichtig ist, dass die Chemie zwischen dir und dem Therapeuten stimmt. Das stellst du sehr schnell für dich fest und kein Therapeut wird dich schief angucken, wenn du ihm sagst, dass du mit ihm nicht arbeiten kannst. Er wird dich sogar fragen nach den ersten Gesprächen und dann ist es wichtig, dass du ehrlich bist…die Sympathie muß da sein !

Ich habe drei Anläufe gebraucht, bis ich den richtigen Therapeuten hatte…lass dich dadurch nicht entmutigen !

Ich möchte dir Mut machen, dich dazu zu entschließen, einen Psychiater bzw. Psychotherapeuten aufzusuchen. Es ist nichts komisches an einer psychischen Verstimmung ! Der eine bekommt ein Magengeschwür, der andere ist geplagt von ewigen Kopfschmerzen, wieder ein anderer bekommt eben Depressionen. Dies ist heute kein Grund mehr, sich zu verstecken !

Ich wünsche dir alles Liebe und die Kraft, dich zu einer Behandlung zu entschließen !

Liebe Grüße,
Vanessa

Ich sag euch mal was
Hallo noch mal,

so eine Diskussion nur weil ich fragte ob ich wohl zum Hausarzt oder zum Psychologen gehen soll.
Leider ist meine Frage trotz der vielen Postings, ob ich den nach einer eventuellen Diagnose bei Unglücksfällen oder Krankheiten direkt als depressiv abgestempelt bin und mit mir anders umgegangen wird, nicht beantwortet worden nur das es normal ist solche Zweifel zu haben. Nun hab ich sie halt!

Im übrigen hab ich mehr als die Vermutung das ich depr. (das Wort nervt mich) bin. Früher hab ich mir gar keine Gedanken darüber gemacht das ich nicht mehr leben wollte und immer schlecht drauf war, ich hab mir gedacht daß viele junge Leute so denken. Erst als ich mal so einen Psychotest in einer Zeitschrift mitgemacht hatte, in dem man feststellen sollte ob man den unter D. leide. Hatte natürlich volle Punktzahl.
Das so ein blöder Test in irgendeiner Zeitschrift noch nicht aussagekräftig ist konnte ich mir ja denken. Dann hab ich auch noch im Internet bei ein paar Tests mitgemacht und war auch wieder einer der Besten. Naja und aus dem Grund und weil eine Bekannte schon mal meinte ich müßte wohl mal zu einem Therapeuten, wegen meiner Unlust zu leben,
glaub ich depr. zu sein.
So, ich denke nun braucht ihr nicht mehr darüber zu diskutieren ob ihr mir was einredet, wobei die Außerung : Nur Mut tatsächlich das Gegenteil bei mir bewirkt, komisch.

Und wie ists nun wenn ich mal einen Unfall hab oder wie es der Zufall will ( kein Selbstmord jetzt reininterpretieren ) fahr ich mal gegen einen Baum auf gerader Straße, vielleicht weil ich mich nach einer Kassette bücke oder so. Dann würde ja bei einer festgestellten De. es heißen, na klar, wieder ein Selbstmörder, und die UV würde nicht zahlen weil es ja ein Selbstmord gewesen sein m u ß , obwohl es keiner war! Und die Bekannten und die Familie würde das auch denken, wo es doch gar nicht so war.
Wenn ich also zum Arzt geh dann oute ich mich doch sozusagen und bin abgestempelt bis ans Lebensende, richtig?
Ich hoffe das ihr nicht wieder mit euch rumdiskutiert…

Herbert

Psychiater mit dem Zusatztitel Psychotherapeut
Hallo Louise,

ich möchte kurz etwas „berichtigen“ bzw. deiner Ausführung etwas hinzufügen.

Psychiater:
beim ersten Gespräch hörten sie mir mit meinem Problem noch
lange zu, dann stand in der Regel die Diagnose fest, und es
wurde gerne und viel verschrieben. Die weiteren Gespräche
waren eher kurz und haben lediglich zu einer Veränderung der
Medikation geführt. Ich habe, als ich von Alpträumen berichten
wollte auch schon den Satz gehört: „Dafür haben wir hier keine
Zeit.“
Allerdings gibt es auch einen, der merkte, daß ich auch einen
Gesprächspartner brauchte, und der hat mich dann zu einem
Psychotherapeuten verwiesen.
Trotz meiner eher schlechte Erfahrung: Für eine Diagnose und
die Einstellung einer Medikation sind sie brauchbar. (vor
allem, wenn Du nicht mit Deinem Hausarzt darüber reden
möchtest)

Du verschweigst hier etwas verdammt wichtiges …
Viele Psychiater haben den Zusatztitel Psychotherapeut !!!
Wenn man sich also depressiv fühlt, sollte man einen solchen Psychiater mit dem Zusatz Psychotherapeut aufsuchen !

Wie so oft im Leben gibt es nicht nur schwarz und weiß…die Ausbildung zum Psychotherapeuten ist sehr komplex und gerade ein Psychiater, der diese Zusatzausbildung hat, ist in der Lage, Depressionen gut zu behandeln, da er eben sowohl die medikamentöse Einstellung als auch die Gesprächstherapie macht.

Es würde die Behandlung nicht gerade erleichtern, wenn man zu einem Psychiater geht wegen der Medikamente und die Therapie bei einem anderen Therapeuten macht.

Psychotherapeuten:
Hier, so meine Erfahrung spielte vor allem eine Rolle, ob mir
der Mensch sympathisch war. (Natürlich spielt auch die
„Qualität“ des Therapeuten eine Rolle, aber es ist auf den
ersten Blick für einen Laien schwierig, die zu beurteilen).
Ich war nämlich nicht in der Lage, Dinge von jemandem
anzunehmen, von dem ich gedacht habe „Was für ein Trottel das
ist.“
Nicht unwichtig kann auch die Wahl des Geschlechts des
Therapeuten sein. Wenn du nicht vor einem Mann über Deine
Gefühle reden kannst (war zumindest bei mir so), nützt es
wenig, wenn derjenige ein wahrer Experte ist.
Und wenn Du mit dem Ersten „nicht kannst“: nimm den Nächsten!
Das kann zwar schon Mal frustrierend sein, aber irgendwann
findet sich eine®, der Dir dan auch hilft!
Aber ich kann Dir nur den Tip geben: Fang endlich damit an,
irgendetwas zu tun, statt Dich zu fragen, ob Du noch normal
bist, wenn Du zu einem „Psycho“ (egal zu welchem) gehst.
Kannst mir glauben: Du bist es!

Deinen letzten Artikel kann ich so unterschreiben…damit hast du absolut Recht !

Liebe Grüße,
Vanessa

Hallo nochmal :smile:

Nächste Woche werd ich mir (hoffentlich) mal ein Herz fassen
und zur Krankenkasse gehen, wahrscheinlich erst mal anrufen.
Die müßten mir die Liste ja auch schicken können.

Du brauchst nur dort anrufen…oder du rufst bei der Ärtzekammer an und läßt dir eine Liste der niedergelassenen Psychiater zuschicken.

Jedenfalls wird es mich bestimmt sehr viel Überwindung kosten
zum Arzt zu gehen.

Auch wenn ich es ehrlich gesagt nicht nachvollziehen kann…ich verstehe es !
Nicht nachvollziehen deshalb, weil eine Depression eine Erkrankung ist, derer man sich nicht schämen muß !!!

Ist gar nicht einfach das Ganze!

Ist deine Verfassung einfacher ?
Was tust du, wenn du Zahnschmerzen hast ?

Was mich aber noch wurmt: Wenn jetzt von ärztlicher Seite
tatsächlich feststeht das ich unter Depr. leide, wird dann
nicht automatisch jedes Wehwehchen das ich habe erstmal darauf
zurückgeführt?

NEIN !!!
Nicht in dem Sinne, wie du es meinst ! Sicher haben viele körperliche Symptome eine psychische Ursache, aber niemand wird dir daraus einen Strick drehen.
Ich warte gerade auf einen Platz in einer Reha…wegen meiner Depressionen…es geht mir zwar nach der Gesprächstherapie viel besser, aber ich möchte es mir einfach gönnen, nach so langer Zeit der Depression mich richtig zu erholen. Ich war lange krankgeschrieben wegen der Depression…niemand guckt mich schief an, weder mein Hausarzt noch die Krankenkasse oder irgendwer !

Es heißt ja das diese Krankheit viele andere
Krankheiten auslösen soll. Und wenn ich mal wieder zum
Hausarzt geh und über irgendwas klage, etwa Rückenschmerzen,
der dann denkt, das ich eh depressiv bin und das keine
wirklichen Schmerzen sind sondern nur Hirngespinste??

Keineswegs wird er denken, es seien Hirngespinste…wenn du körperliche Beschwerden hast, gleichzeitig aber in Psychotherapeutischer Behandlung bist, werden deine körperlichen Symptome ganz normal behandelt, so, als hättest du keine Depression !
Wenn du Zahnschmerzen hast, wird ja auch dein Zahn behandelt, auch, wenn du parallel noch Magenprobleme hast !

Du mußt unterscheiden lernen zwischen den einzelnen Krankheiten.
Klar ist es möglich, dass du gewissen körperliche Probleme wegen der Depression hast, aber du wirst trotzdem genau untersucht.
Überlege dir mal, kein Arzt kann es sich erlauben, dich unbehandelt wegzuschicken mit dem Hinweis, du seiest depressiv, und es wird niemand tun, glaube mir.
Wenn du also Magenprobleme hast, wirst du untersucht, und nur, wenn diese Untersuchung ohne Befund ist, werden deine Beschwerden vermutlich mit der Depression zusammenhängen.
Es wird aber erstmal genau abgeklärt…also mache dir da keine Gedanken !

Oder
wenn ich einen Unfall hab, z.B. mit dem Motorrad es dann
gleich heißt: Na klar, depressiv, der ist bestimmt lebensmüde,
kein Wunder! Und die Unfallversicherung: Das war kein Unfall,
das war Absicht! Wir zahlen nicht…?!
Oje, so viele Fragen. Das sind aber die letzten, versprochen!

Nein Herbert, auch hier kann ich dich beruhigen…und, wer weiß denn eigentlich, dass du depressiv bist ? Dein Arzt und deine KV wissen es, aber die KV wird nicht bei jedem Unfall oder Arztbesuch deine ganze Akte studieren.
Eine Depression ist eine Depression, ein kaputter Zahn ist ein kaputter Zahn. Niemand wird dir je vorwerfen, du hättest vor lauter Zahnschmerzen einen Unfall provoziert…also wird auch niemand dir es wegen deiner Depression vorwerfen !
Das ist ein altes Vorurteil, welches sich leider bei einigen Menschen sehr hartnäckig hält. Aber nicht bei Ärzten und auch nicht bei deiner Krankenversicherung.

Liebe Grüße,
Vanessa
P.S. Ich möchte noch hinzufügen, dass ich mich Barbaras Aussage bezüglich deine Sorge nur bedingt anschließen kann. Es muß noch lange nicht sein, dass du auf Grund deiner Depression diese Sorge hast…vielmehr sehe ich sie in unserer Gesellschaft begründet.
Versuche dich von diesem alten Klischee zu befreien !
Du bist ein völlig normaler Mensch, dass wird für mich gerade durch deine psychische Verstimmung nochmal deutlich. Unsere Belastbarkeit hat ihre Grenzen…schön, dass du das für dich sehen kannst und dir gegenüber ehrlich bist !

Hallo Metapher,

Du brauchst dich wegen deines Leidens nicht zu schämen.

Hat Herbert denn geschrieben, daß er sich schämt? Aber jetzt
hast Du ihn auf die Idee gebracht, daß es ansonsten ja doch
etwas schämenswertes sein könnte?

Er hat es nicht wortwörtlich geschrieben, aber jeder Mensch, der nur ein wenig sensibel ist, liest es zwischen seinen Zeilen deutlich heraus !

Eine Depression ist eine Gemütskrankheit

„Gemütskrankheit“ seit Karl Jaspers: „Allgemeine
Psychopathologie“ (1923 !!) nicht mehr gebräuchlicher
Ausdruck, und auch dort bereits als laienhafter Ausdruck der
Umgangssprache diskutiert.

Wie kommst du darauf ?

… die (vermutlich) durch eine Fehlsteuerung der Neurotransmitter im Gehirn ausgelöst wird…

Na das beruhigt Herbert ja ganz gewiß, wenn’s weiter nichts
ist als eine Fehlsteuerung in seinem Gehirn! *grübel* Da wir
über Herbert’s Befinden wirklich nichts weiter wissen, als was
er hier schreibt, könnte es genauso gut sein, daß ihm mit 2
Tafeln Schokolade auch schon geholfen wäre… Wie kommst du
darauf, ihm eine Neurotransmitter-Fehlsteuerung zu
diagnostizieren? Zumal das selbst bei einer bestimmten
Art
von tatsächlicher Depression (nämlich eben einer
physiologisch ausgelösten… die aber gar nicht so leicht zu
diagnostizieren ist, wie du das hier tust) nur eine
mögliche bzw. vermutete Erklärung ist.

Hier möchte ich dir zustimmen, ich finde das auch verdammt gewagt, zumal das Thema Depression ein sehr komplexes ist. Es gibt die verschiedensten Formen und auch ich bin ein absoluter Gegener solcher Äußerungen oder gar Ferndiagnosen, die noch nicht einmal ein Psychiater treffen würde, nachdem er nur diesen einen Post von Herbert gelesen hat.

… also genauso wenig eine Schande wie Diabetes. Du bist deswegen weder verrückt noch ein Versager oder Trottel.

Hat Herbert denn geargwöhnt, daß seine unangenehme Verfassung
eine Schande sein könnte? daß er sich deswegen als Trottel
oder Versager einzustufen habe?

Ja, zwischen den Zeilen hat er geargwöhnt…oder wie erklärst du dir, dass er Sorge hat, nicht mehr ernst genommen zu werden im Bezug auf andere Krankheiten u.ä. ?
Wie erklärst du dir überhaupt, dass es ihm schwerfällt, einen Psychiater aufzusuchen oder seinem Hausarzt von seiner momentanen Verfassung zu erzählen ?

Meinst du nicht auch, daß eine „Beruhigung“ in einer Hinsicht,
in der jemand überhaupt gar nicht beunruhigt ist, eine sichere
Methode ist, ihn zu beunruhigen?

Du findest nicht, dass Herbert beunruhigt ist ?
Dann lies doch seine Posts noch einmal durch.

SO prima ich das finde, daß Du eigene Erfahrungswerte hier
einbringst, aber Deine zwei Sätze:

Die richtige Medikation führt im Schnitt nach drei Wochen zu einem Verschwinden der depressiven Symptome…

und

Ich… bin seit 5 Jahren in Behandlung, mache jetzt eine Langzeitprophylaxe…

passen wirklich toll „beruhigend“ zueinander :smile:)

Es passt schon irgendwo zusammen …eine Depression alleine mit Medikamenten zu behandeln ist nicht ausreichend, da werden die Symtome bekämpt, nicht so die Ursache.

Allerdings ist die Angabe „5 Jahre“ schon etwas mau…nicht jede Therapie muß so lange dauern…ich war nach einem Jahr Therapie absolut glücklich und zufrieden, vermutlich hätte die Therapie noch nicht einmal solange gedauert, wenn ich nicht unbedingt darauf bestanden hätte…ich denke mal, Barbara hat noch ein adneres Problem, resultierend aus der Depression oder anders herum. Das hätte sie Herbert geschickterweise mitteilen sollen.

… Es kann ein paar Versuche brauchen, bis der Arzt das für dich am Besten wirksame Medikament heraußen hat, hier gibt es große individuelle Unterschiede. Lass dich nicht entmutigen!

Ja - laß dich nicht entmutigen, die „Ärzte“ experimentieren
bloß ein bißchen mit deinem Gehirn bzw. mit deiner
Gemütskrankeit herum -

Das ist doch Blödsinn…es gibt für keine Erkrankung nur das eine Medikament…das hat nichts mit Experimenten zu tun sondern damit, wie die Medikamente wirken. Und die wirken nunmal bei jedem Menschen ein wenig anders.

auch wenn wir bisher noch gar nicht
wissen, ob - und wenn ja in welchem Sinne - du dich als
„krank“ bezeichnen solltest.

Das ist natürlich wahr…wir wissen es nicht und können dennoch behaupten, dass die meisten Depressionen verschiedenster Natur mit Medikamenten sehr erfolgreich behandelt werden.

Weißt du, ganau diese Umgangsform mit psychischem
Unwohlsein macht es dringend geboten, zunächst einmal einfach
ein beratendes Vorgespräch mit einem Psychotherapeuten zu
machen…

Richtig !!!

Kopf hoch und Ohren steif!
erschrick jetzt nicht, aber diese Fragen sind höchstwahrscheinlich ein Symptom der Depression!
Typisch ist nämlich…

Das beziehst du auf den letzten Satz ?! Es gefällt mir auch nicht…„höchstwahrscheinlich“ ist gewagt…selbst eventuell vielleicht wäre mir zu gewagt, ich sehe das nämlich überhaupt nicht so wie Barbara sondern denke vielmehr, dass das alte, dumme Klischees sind.

Reiß dich zusammen…

Beziehst du das auf „Kopf hoch, Ohren steif“ ?
Auch wenn mir dieser Satz nicht gefällt, so denke ich, sie hat es nicht nach dem Motto „Reiss dich zusammen“ gemeint…vielmehr wollte sie rüberbringen, dass seine Probleme nichts Bedrohliches sind, wenn er sich stellt !

Greetings,
Vanessa

Hallo Barbara,

Auch falsch. Man unterscheidet nicht mehr zwischen endogenen
und exogenen Depressionen.

Wie kommst du darauf bzw. wo kann ich es nachlesen ???

Die richtige Medikation führt im Schnitt nach drei Wochen zu einem Verschwinden der depressiven Symptome…

und

Ich… bin seit 5 Jahren in Behandlung, mache jetzt eine Langzeitprophylaxe…

passen wirklich toll „beruhigend“ zueinander :smile:)

Sehr witzig, aber falsch gedacht. Dass die Symptome
verschwinden, heißt nicht, dass man die Medikamente absetzt,
sonst hat man sie ziemlichb ald wieder. Da ich zwischen den
depressiven auch hypomanische Phasen habe, muss ich die
Medikamente immer anpassen, was recht unangenehm ist, da sie
so langsam greifen. Eine Phasenprophylaxe ebnet diese
Unterschiede ein, das heißt, ich habe nicht mehr die
unangenehmen „Löcher“, in denen ich die Symptome sehr stark
spüre.

Trotzdem ist es sehr unklug, einem Menschen, der von sich meint, depressiv zu sein, vor den Latz zu knallen, man selber wäre seit 5 Jahren in Behandlung, ohne ihm auch nur einen einzigen Anhaltspunkt dafür zu geben, warum es so ist.
Die Aussage „5 Jahre Therapie“ würden mich vermutlich in die Kniee zwingen…ich war nach einem Jahr bereits superfit…es ist also wichtig, dass man, wenn man schon mit Zahlen um sich schmeißt, dem Betroffenen auch mitteilt, dass ein Therapie so lange dauern kann, aber nicht muss !!

Weißt du, ganau diese Umgangsform mit psychischem
Unwohlsein macht es dringend geboten, zunächst einmal einfach
ein beratendes Vorgespräch mit einem Psychotherapeuten zu
machen…

Hab ich gemacht, Metapher. Hab Jahrzehntelang gehört:

Ein Beratungsgespräch bei einem Psychiater bzw. Psychotherapeuten dauert nicht Jahrzehnte, sondern maximal 2 Stunden !

Suchen
Sie sich einen netten Freund, gehen Sie ins Kino, schämen Sie
sich so wehleidig zu sein, bekennen Sie Ihre verborgenen
Sünden, suchen Sie Ihr inneres Kind, hängen Sie sich einen
blauen Edelstein um den Hals, stehlen Sie mir nicht die Zeit
mit Ihren Wehwehchen … Gehen Sie bloß um Himmelswillen nicht
zum Arzt und lassen Sie sich behandeln.

Das wird aber kein Psychiater oder Psychotherapeut sagen…ich verstehe nicht, was du rüberbringen willst ??

Greetings,
Vanessa

Endlich…

Hi,

die Antwort von Vanessa hat mir am Besten gefallen !
Danke.
Diese ganzen Gedanken muß ich jetzt erst mal verarbeiten. Jetzt am Wochenende hab ich ja wieder viel Zeit zum Grübeln.

Nochmals Danke

Psychiater mit dem Zusatztitel Psychotherapie
Hallo Metapher,

Aber: Laß dir eine Liste von Psychotherapeuten geben,
nicht von Psychiatern…

Ich muss es noch einmal klarstellen :

Es gibt diverse Psychiater mit dem Zusatztitel Psychotherapie !!!

Außerdem ist es gewagt, jemandem so eindringlich zu raten, zu einem Psychotherapeuten zu gehen…erkläre doch lieber die Unterschiede zwischen einem Psychiater und einem Psychotherapeuten…dann kann sich jeder selber überlegen, wie er sich entscheidet.

Ehrlich gesagt zeugt es für mich von Unwissenheit, einen Psychiater nicht in den direkten Zusammenhang mit einem Psychotherapeuten zu setzen…

Nichts für ungut…Greetings,
Vanessa

Link zur Psychotherapie

Hi Metapher,

Aber: Laß dir eine Liste von Psychotherapeuten geben,
nicht von Psychiatern…

Für die Medikation braucht Herbert einen Psychiater, also
einen Facharzt, weil der Psychotherapeut keine Medikamente
verschreiben darf. Ohne Medikamente ist eine Behandlung aber
meist sinnlos.

Mir kräuseln sich die Fußnägel…woher nehmt ihr nur alle eure Weisheiten ???

Ein Psychotherapeut kann sehr wohl ein Psychiater sein…Psychotherapie ist ein Zusatztitel…lies am besten selber hier nach :

http://www.almeda.de/home/article/0,2600,CmpdArticle…

Gruß,
Vanessa

Link über Psychotherapie, Psychiater usw.
Nochmal Hallo, Herbert :smile:

Jetzt ist die Verwirrung im Bezug auf Psychiater, Psychotherapeut usw. sicher komplett…ich hoffe, dieser Link wird dir deutlich machen, was genau nun Psychaiter usw. sind :

http://www.almeda.de/home/article/0,2600,CmpdArticle…

Lieben Gruß und ein schönes Wochenende,
Vanessa

Ich habe, glaube ich, mehrfach gesagt, dass diese vierzig
Jahre eben damit bedingt waren, dass ich keine sachlich
richtige Diagnose und keine Medikamente bekam, sondern mit
lauter Verlegenheitsdiagnosen weggeschickt wurde. Mein
Psychotherapeut hat dann, nachdem er es drei Monate vergeblich
mit gutem Zureden probierte, vorgeschlagen dass ich
Medikamente bekomme. Und die haben binnen drei Wochen
geholfen.

Bitte sage es mir, wenn ich mich irre :
Hast du vor einiger Zeit hier gepostet, negative Erfahrungen mit Psychiatern etc. gemacht zu haben ?
Leider erinnere ich mich an den Titel des Postings von damals nicht mehr, folgedessen finde ich es im Archiv nicht, aber ich meine, dass du seinerzeit eher negativ von Psychiatern und Kollegen berichtet hast ?!

Im Übrigen war die Lage vor vierzig, dreißig, zwanzig Jahren
auch ganz anders als heute, die modernden Antidepressiva haben
keine der gefürchteten Nebenwirkungen mehr, die sie früher so
unbeliebt machten.

Halt ! Leider haben Antidrepessiva immer noch sehr unerwünschte Nebenwirkungen, deshalb werden auch oft parallel mehere Medikamente verschrieben.
Sicher sind die Nebenwirkungen andere als vor 20 Jahren, aber es ist falsch zu sagen, sie hätten keine gefürchteten Nebenwirkungen mehr…eine dieser NW ist die Unruhe…dagegen bekommt man dann während der Einstellung der Dosis ein anderes Medikament usw usf.

Das sollte aber niemanden von uns beunruhigen oder gar abschrecken, Medikamente zu nehmen ! Hochwirksame Medikamente, und das sind Antidepressiva, haben leider nebenwirkungen, die nach einer gewissen Zeit abklingen…wenn nicht, nimmt man ein anderes Mittel…die Einstellung auf diese Medikamente kann schon mal ein wenig dauern, es kann aber auch sofort gutgehen !

Greetings,
Vanessa

Das ist lieb von dir. Herbert hat eine Frage gestellt, ich
habe sie nach bestem Wissen und Gewissen faktisch richtig
geurteilt.

Woher weißt du eigentlich so genau, dass du sie faktisch richtig geurteitl hast ?
Bist du vom Fach ?

Ich habe ihm weder Medikamente verschrieben noch
eine Diagnose gestellt, sondern nur Fakten erwähnt, z.B. dass
nur ein Facharzt Medikamente verschreiben darf und eine
kombinierte Betreuung unter Fachärzten als das beste Angebot
gilt.

Und du hast u.a. als Fakt erwähnt, Antidrepessiva hätten heute keine gefürchteten Nebenwirkungen mehr…ferner hast du als Fakt hingestellt, die Medikamente würden nach 3 Wochen wirken und und und…ich denke einfach, du traust dir momentan ein wenig viel zu.

"In diesem Forum findet Ihr zwar unter anderen auch etliche
wirkliche Experten auf dem Gebiet der Psychologie. Dennoch
möchte ich Euch bitten, zu beachten, daß eine medizinisch /
psychologische Diagnose Eures Problems hier nicht erfolgen
kann."

Gut. Was, meinst du, hätte ich dann an Herbert schreiben
sollen? Was darf hier überhaupt irgendjemand schreiben? Wozu
stellt jemand hier Fragen, wenn keine Antworten gegeben werden
dürfen?

Wenn du von deinen Erfahrungen berichtest, ist das völlig ok, auch wenn ich nach wie vor finde, dass manche deiner Aussagen Angst machen können.

Du tust hier allerdings so, als gäbe es ein für Depressionen allgemeingültiges Rezept ohne überhaupt zu wissen, inwieweit Herbert depressiv ist bzw. welche Form der Depression er haben könnte.

Ich unterstelle dir nicht, dass du schaden möchtest, ich unterstelle dir aber, dass du dich sehr weit aus dem Fenster hinauslehnst und genau das tust, was ein Psychiater niemals tun würde -> du verallgemeinerst, du fragst nicht nach sondern stellst fest…das kann sehr gefährlich werden !

Gruß,
Vanessa

Und ein weiteres Mal : Hallo Herbert :smile:

Und wie ists nun wenn ich mal einen Unfall hab oder wie es der
Zufall will ( kein Selbstmord jetzt reininterpretieren ) fahr
ich mal gegen einen Baum auf gerader Straße, vielleicht weil
ich mich nach einer Kassette bücke oder so. Dann würde ja bei
einer festgestellten De. es heißen, na klar, wieder ein
Selbstmörder, und die UV würde nicht zahlen weil es ja ein
Selbstmord gewesen sein m u ß , obwohl es keiner war! Und die
Bekannten und die Familie würde das auch denken, wo es doch
gar nicht so war.
Wenn ich also zum Arzt geh dann oute ich mich doch sozusagen
und bin abgestempelt bis ans Lebensende, richtig?
Ich hoffe das ihr nicht wieder mit euch rumdiskutiert…

Ich bin in meinem Post weiter oben schon darauf eingegangen…du wirst nicht abgestempelt !

Du bist und bleibst ein vollkommen normaler Mensch, Herbert !
Wenn ein Psychiater dir tatsächlich eine Depression diagnostizieren sollte, ganz egal, in welcher Form, dann ist das ungefähr so, als würde man dir ein Magengeschwür diagnostizieren.

Keine Versicherung würde dir bei einem Unfall einen Suizidversuch vorwerfen, weder bei einem kaputten Zahn, bei einem Magengeschwür noch bei einer Depression !
Es sei denn, du wärest in einer Klinik und akut suizidgefährdet…diesen Eindruck machst du auf mich aber noch lange nicht !

Im Überigen haben sowohl Ärzte als auch KV’s Schweigepflicht…es wird ja niemand erfahren, dass du eine depressive Phase hast.
Bitte versuche doch, diese Dinge einmal zu trennen…eine Depression ist eine unangenehme, aber durchaus „normale“ Erkrankung.

Du bist und bleibst ein vollwertiges Mitglied unserer Gesellschaft und niemand, der auch nur ein klitzkleines Fünckchen Ahnung hat von dem, was eine Depression bedeuten könnte, wird dich verurteilen, abstempeln oder irgendetwas !

Ich kann mich nur wiederholen :
Was tust du, wenn du Zahnschmerzen hast ? Du gehst zum Zahnarzt, wirst behandelt und beschwerdenfrei.
Was tust du, wenn du die Grippe hast ? Du gehst zum Allgemeinmediziner…
Was tust du, wenn du Rückenschmerzen hast ? Du gehst zum Orthopäden…
So, was tust du also, wenn du eine depressive Phase hast ?
Du gehst zum Psychiater, vorzugsweise zu einem mit dem Zusatztitel Psychotherapie, wirst behandelt und beschwerdenfrei !

Kein Mensch käme darauf, dich wegen Zahnschmerzen, Grippe oder Rückenproblemen abzustempeln…so auch nicht wegen einer Depression !

Wir drehen uns im Kreis…obwohl ich ungern rate in solchen Sitautionen, möchte ich dir dennoch raten, zu einem Beratungsgespräch bei einem Psychiater mit Zusatz Psychotherapie zu gehen.

Du schreibst, du hättest diverse Tests gemacht, auf die du erstmal nicht unbedingt soviel gibst…auch eine Bekannte hätte dir geraten, wegen deiner Lustlosigkeit zum Arzt zu gehen…diese Test zielen meistens auf ganz klassische Muster bei einer Depression ab, die Lustlosigkeit spricht ebenfalls dafür.

Du wirst es nie erfahren, wenn du dir keine fachkundige Hilfe holst ! Kein Psychiater hat seine Praxis anonym in irgendeinem Hinterhaus, es gibt sehr viele niedergelassene Psychiater…das spricht doch wohl schon dafür, dass eine schlechte pschische Verfassung etwas ist, dass uns alle treffen kann !

Ganz liebe Grüße,
Vanessa

Eine Empfehlung
Lieber Herbert,
versuch dich zu überreden, daß du etwas für dich tust. :smile:
Es ist nämlich nicht „outen“, sondern sich helfen lassen.

Schau mal in den folgenden Links (als eine Art Ergänzung zu den Tips von den Profis hier…), ob du da einen Arzt für dich in der Nähe findest.

http://www.psychotherapiesuche.de/
http://www.arzt.de/Arztsuche/index.html

Die Suche wird dich zunächst gut beschäftigen, wird aber ganz bestimmt erfolgreich.

Viel Glück dabei :smile:

Hallo Vanessa,

Auch falsch. Man unterscheidet nicht mehr zwischen endogenen
und exogenen Depressionen.

Wie kommst du darauf bzw. wo kann ich es nachlesen ???

Die Information stammt von Dr. Gernot Sonneck, Psychiater, Leiter des Wiener Kriseninterventionszentrum.

Trotzdem ist es sehr unklug, einem Menschen, der von sich
meint, depressiv zu sein, vor den Latz zu knallen, man selber
wäre seit 5 Jahren in Behandlung,

Was ist daran so schrecklich? Ich habe diese fünf Jahre ja nicht in der Zwangsjacke verbracht, sondern schlucke morgens mein Dragee, das nichtmal Nebenwirkungen hat, und bin gut drauf.

dass

ein Therapie so lange dauern kann, aber nicht muss !!

Stimmt. Der Punkt ist mir gar nicht bewusst geworden, da die Therapie, wie oben gesagt, weder unangenehm noch zeitaufwändig etc. ist.

Hab ich gemacht, Metapher. Hab Jahrzehntelang gehört:

Ein Beratungsgespräch bei einem Psychiater bzw.
Psychotherapeuten dauert nicht Jahrzehnte, sondern maximal 2
Stunden !

Meinst du, ich war nur bei einem? Ich bin in diesen Jahrzehnten immer wieder mit meinen Symptomen zu Ärzten gegangen, zu Allgemeinmediziner, Internisten, dann zu den verschiedensten Gesundheitsberatern, schulmedizinischen und esoterischen, Lebensberatern … Ich wusste nur, dass ich an höchst unangenehmen Zuständen leide, aber nicht, was für ein zustand das ist, wie man ihn diagnostiziert und vor allem wie man ihn therapiert.

Suchen
Sie sich einen netten Freund, gehen Sie ins Kino, schämen Sie
sich so wehleidig zu sein, bekennen Sie Ihre verborgenen
Sünden, suchen Sie Ihr inneres Kind, hängen Sie sich einen
blauen Edelstein um den Hals, stehlen Sie mir nicht die Zeit
mit Ihren Wehwehchen … Gehen Sie bloß um Himmelswillen nicht
zum Arzt und lassen Sie sich behandeln.

Das wird aber kein Psychiater oder Psychotherapeut
sagen…ich verstehe nicht, was du rüberbringen willst ??

Metaphers Argumente gingen alle dahin, dass man mit Depressionen auch keinen Fall zum Psychiater gehen soll, daher dieser Antwort.
Und was ich rüberbringen will? Weißt du, wie es mir in dieser Zeit damit gegangen ist, mich hundelend zu fühlen und bei jedem verzweifelten Versuch Hilfe zu finden nur verarscht oder mit Vitamtabletten heimgeschickt zu werden? Ich konnte nicht schlafen, konnte nicht arbeiten, konnte nicht denken und dann sagt dir der Internist achselzuckend „Sie haben nichts … ach das, das ist nur psychisch“ und der Frauenarzt zuckt die Achseln und sagt so nebenhin „naja, alleinstehende Frauen haben so allerlei Wehwehchen, suchen Sie sich doch einen Freund (frustrierte Funzn, die mir die Zeit stiehlt …) …“
Der Psychotherapeut hat drei Monate versucht mir beizubringen „Sie müssen doich mit Lust leben, was macht denn Lust, was genießen Sie?“ Mit Depression gar nichts. Wenigstens war er dann hell genug mich zu Dr. Sonneck zu schicken anstatt noch Monate lang an meinem Elend rumzupfuschen.

Quicky

Hall Vanessa,

Es passt schon irgendwo zusammen …eine Depression alleine
mit Medikamenten zu behandeln ist nicht ausreichend, da werden
die Symtome bekämpft, nicht so die Ursache.

Da bin ich nicht deiner Meinung. Ich sehe das Problem durchaus in einer Stoffwechselerkrankung, aber darüber mag man diskutieren.

Allerdings ist die Angabe „5 Jahre“ schon etwas mau…nicht
jede Therapie muß so lange dauern…

Das mag nun mein individuelles Problem sein, aber bei mir folgten die depressiven Schübe so rasch aufeinander, (jährlich von Dezember bis Juni) dass der Arzt meinte, es lohne sich überhaupt nicht die Medikamente zwischendurch abzusetzen, sondern ich sollte mich auf eine Langzeitprophylaxe einstellen. Mag auch mit meinem Alter zu tun haben, ich bin über fünfzig.

ich denke mal, Barbara hat

noch ein adneres Problem, resultierend aus der Depression oder
anders herum. Das hätte sie Herbert geschickterweise mitteilen
sollen.

Vielleicht kannst du - da wir gerade bei den Ferndiagnosen mir mitteilen, welches andere Problem ich habe? Dann kann ich es auch Herbert geschickterweise mitteilen. Ich bin durchschnittlich intelligent, normal orientiert, weiß wo ich wohne und wie ich heiße, gehe den ganzen Tag auf den Hinterbeinen und kratze mich nicht mit der Gabel am Kopf.

erschrick jetzt nicht, aber diese Fragen sind höchstwahrscheinlich ein Symptom der Depression!

ich sehe das nämlich

überhaupt nicht so wie Barbara sondern denke vielmehr, dass
das alte, dumme Klischees sind.

Das ist kein altes dummes Klischee. Zu den typischen Symptomen einer Depression gehört, wie in der Fachliteratur nachzulesen ist und wie ich aus eigenem weiß, das sinnlose Grübeln, die unnützen Ängste und die Gedanken, die sich im Kreis drehen.

Beziehst du das auf „Kopf hoch, Ohren steif“ ?
Auch wenn mir dieser Satz nicht gefällt, so denke ich, sie hat
es nicht nach dem Motto „Reiss dich zusammen“
gemeint…vielmehr wollte sie rüberbringen, dass seine
Probleme nichts Bedrohliches sind, wenn er sich stellt !

Genau! Ich wäre die Letzte, die einen depressiven Patienten auffordert sich zusammenzureißen. So war es auch nicht gemeint. Herbert hatte ja angekündigt dass er etwas unternehmen wolle und ich wollte ihm dazu Mut machen.
gruß, Quicky

Bedingungsfaktoren der Depression

Salût, Barbara!

Auch falsch. Man unterscheidet nicht mehr zwischen endogenen
und exogenen Depressionen.

Doch, diese Unterscheidung existiert „immer“ noch. „Endogen“ heißt simpel „Ursprung im Inneren“ und „Exogen“ „Ursprung im Äußeren“. Man differenziert folgendermaßen:

ENDOGENE DEPRESSION: ( = durch „innere“ Auslöser hervorgerufene)
-im wesentlichen genetisch mitdeterminiert und
-physiologische Prädisposition (Instabilität der Neurotransmittersysteme)

EXOGENE DEPRESSION: ( = durch „äußere“ Auslöser hervorgerufene)
°somatischer Faktor:
-aktuelle od.chron. körperl. od. seelische Erkrankungen
-depressionsauslösende Medikamente
-chronische Schmerzen etc.
-Alkohol und Drogen etc

°reaktiver Faktor:
-aktuelle Verluste
-starke Orientierung auf wenige Bezugspersonen
-lebenszyklische Krisen
-(chron.) Erkrankungen
-ungelöste soziale Fälle

°Entwicklungsfaktor:
-ängslicher überfürsorglicher Erziehungsstil
-unzureichend verarbeitete Verlusterlebnisse
-andere seelische Erkrankungen in der Familie
-Persönlichkeitsstörungen
-Störungen der kognitiven Entwicklung

Da heutzutage jedoch die exogenen Faktoren NICHT mehr wie früher über einen Kamm geschert werden, man also besser differenziert, wird in der Psychologie und Medizin nicht mehr PAUSCHAL von „der exogenen Depression“ gesprochen.

Das impliziert aber noch lange nicht, daß die drei aufgeführten Bedingungsfaktoren nicht explizit zu den EXOGENEN Bedingungsfaktoren einer exogenen Depression gehören.

Was ist daran so schrecklich? Ich habe diese fünf Jahre ja
nicht in der Zwangsjacke verbracht, sondern schlucke morgens
mein Dragee, das nichtmal Nebenwirkungen hat, und bin gut
drauf.

Als wenn Du Dir mit dem morgendlichen „Schlucken“ des Dragees nicht auch eine Art von Zwangsjacke verpaßt hast… ???
Mundtrockenheit, Gewichtsprobleme, Duseligkeit usw. sind altbekannte Nebenwirkungen von allen Serotoninwiederaufnahmehemmern (die einzigen wirksamen Medis bei Depressionen übrigens, wenn der Serotoninhaushalt im Ungleichgewicht ist oder sogar gestört ist).

Und „gut drauf“ hört sich doch sehr nach „Spaßpillengesellschaft“ an. Depressive erleben trotz der Medikation mit SRI´s noch seelische Tiefs, jedoch sehr in „Watte gepackt“ - und das ist ja auch Sinn und Zweck der Einahme von Medis.

Metaphers Argumente gingen alle dahin, dass man mit
Depressionen auch keinen Fall zum Psychiater gehen soll, daher
dieser Antwort.

Metaphers Aussage aus dem Posting „Ferndiagnose“ hierher kopiert lautet folgendermaßen:

Wo habe ich H. denn empfohlen, nicht zum Psychotherapeuten zu gehen? Ich denke, gerade das Gegenteil! Aber umgekehrt empfehle ich auch nicht jemandem, der sich mal versehentlich ans Bein gepinkelt hat, er solle mal davon ausgehen, daß er Prostatakrebs habe…(…)

Ich weiß ja nicht, ob ihr euch einfach mißverstanden habt. Ich habe Metapher so verstanden, daß entweder ein Psychiater oder ein Psychologischer Psychotherapeut diagnostizieren soll, ja muß (!) ob H. überhaupt eine Depression hat und dann, wenn „ja“ eine Therapie eingeleitet werden kann. Und diese kann dann aus eine Gesprächstherapie allein oder ZUSÄTZLICH einer medikamentösen Therapie bestehen.

Eine Therapie bei Depressionen ALLEIN mit Medikamenten ist SINNLOS!

Dir von Herzen alles Gute!
Grüße
Bettina

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Hallo Herbert,

ich schließe mich allem, was Vanessa und auch Louise in ihren Postings gesagt haben, vollinhaltlich an. Das ist bis auf Kleinigkeiten auch meine Erfahrung.

P.S. Ich möchte noch hinzufügen, dass ich mich Barbaras
Aussage bezüglich deine Sorge nur bedingt anschließen kann. Es
muß noch lange nicht sein, dass du auf Grund deiner Depression
diese Sorge hast…vielmehr sehe ich sie in unserer
Gesellschaft begründet.
Versuche dich von diesem alten Klischee zu befreien !

Natürlich liegen diese Vorurteile und Klischees in der Gesellschaft begründet. Aber als Depressiver ist man so verletzlich, neigt so sehr zur Selbstkritik, dass man sich selber Vorwürfe macht für das Unverständnis anderer.
Möglicherweise sehe ich manche Dinge aus einer eigenen Perspektive, weil ich einen großen Teil meiner Depressionen in den 50er, 60er und 70erjahren durchlebt habe, als man noch sehr vorurteilsbelastet an diese Krankheit heranging (schlechter Charakter" …) Antidepressiva waren bis vor etwa fünf Jahren zimlich grausliche Medikamente. Erst die neueste Generation ist weitgehend frei von Nebenwirkungen.

Du bist ein völlig normaler Mensch, dass wird für mich gerade
durch deine psychische Verstimmung nochmal deutlich.

In einigen Jahren wird nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation das depressive Syndrom die Volkskrankheit Nr. 1 sein. Also, wenigstens allein sind wir nicht …

gruß,
bb

ich denke mal, Barbara hat

noch ein adneres Problem, resultierend aus der Depression oder
anders herum. Das hätte sie Herbert geschickterweise mitteilen
sollen.

Vielleicht kannst du - da wir gerade bei den Ferndiagnosen mir
mitteilen, welches andere Problem ich habe? :

Ich möchte dir jetzt nicht zu nahe treten und dachte, du wüßtest selber, was ich meine ?!
Ich meine dein Alkoholproblem.

Dann kann ich es
auch Herbert geschickterweise mitteilen. Ich bin
durchschnittlich intelligent, normal orientiert, weiß wo ich
wohne und wie ich heiße, gehe den ganzen Tag auf den
Hinterbeinen und kratze mich nicht mit der Gabel am Kopf.

Moment mal !
Ich meine doch nicht, dass du nicht völlig normal seiest !!
Ich wollte damit sagen, dass es sehr auf die einzelne Problematik ankommt, wie und wie lange behandelt wird.

ich sehe das nämlich

überhaupt nicht so wie Barbara sondern denke vielmehr, dass
das alte, dumme Klischees sind.

Das ist kein altes dummes Klischee. Zu den typischen Symptomen
einer Depression gehört, wie in der Fachliteratur nachzulesen
ist und wie ich aus eigenem weiß, das sinnlose Grübeln, die
unnützen Ängste und die Gedanken, die sich im Kreis drehen.

Das ist natürlich richtig.
Aber das ein Mensch sich Gedanken macht, wie er von anderen empfunden wird im Bezug auf seine Depressionen ist schon ein Klischeedenken.
Früher wurden Depressive in der Tat schief angeschaut und abgestempelt…dieses Klischee hält sich leider hartnäckig.

Greetings,
Vanessa

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