Hi,
Ich habe, glaube ich, mehrfach gesagt, dass diese vierzig
Jahre eben damit bedingt waren…usw. - und was um Himmels willen hat das mit Herbert zu tun?
Du hast mir unterstellt, dass die Heilung „in ca. drei Wochen“ ja wohl nicht erfolgt sein könnte, wenn ich vierzig Jahre unter Depressionen leide, dazu meine Erklärung.
Ja, kann ich verstehen, denn dein background scheint
ausschließlich auf psychiatrische Diagnosen spezialisiert zu
sein (deshalb vielleicht das Theater, das hier abgeht): Ich
sprach von Borderline! Das ist eine der komplexesten und
schwierigsten Persönlichkeitsstörungen, mit denen wir es in
den letzten Jahrzehnten zu tun haben. Dazu gehören - unter
vielen vielen anderen Symptomen - auch Depressionen, die aber
nicht das eigentliche Problem sind. Und für Borderline ist die
Psychiatrie nicht zuständig… und die Folgen, wenn diese
Person ausschließlich wegen der Depression in der Psychiatrie
behandelt würde… die hab ich gemeint…
Naja, jetzt unterstellst aber du, dass Herbert an „einer der komplexesten und schwierigsten Persönlichkeitsstörungen“ leidet.
>Übrigens: Von einem Psychiater behandelt werden ist nicht dasselbe wie „in der Psychiatrie“ behandelt werden. Die große Mehrheit aller Depressionen wird ambulant behandelt. Nur in Fällen, in denen eine deutliche Selbstmordabsicht vorliegt, wird an eine einweisung gedacht.
Eben, der Psychiater würde das wohl so machen, ein anderer
Psychotherapeut würde zunächst einmal nur vermerken,
daß der Patient sich selbst diagnostiziert, statt es
dem Therapeuten zu überlassen. Und das weitere würde sich
ergeben.
Erinnert mich stark an die Ärztin, die mir meinen Befund in einem zugeklebten Umschlag an den Hausarzt mitgab und mich, als ich ihn öffnen wollte, scharf anfuhr, das dürfe die Patientin auf keinen Fall, hier redet ein Arzt mit dem anderen!
Wo sonst soll jemand denn die richtige Diagnose bekommen als beim Facharzt? Meinst du, der esoterische Wunderheiler wäre da zuständig oder die Kräuterhexe Adelheid?
Jetzt beginne ich dich zu verstehen - ein „Facharzt“ ist bei
dir ein „Psychiater“ und alles andere sind Quacksalber.
Nanana … das ist aber sehr demagogisch … Es steht außer Zweifel, dass ein Psychiater ein Facharzt ist. Ein Psychotherapeut KANN Facharzt sein, muss aber nicht, er muss überhaupt kein Arzt sein. Schon gar nicht sind Psychologen oder Lebensberater Fachärzte. Das heißt nicht, dass sie Quacksalber sind, aber sie sind oft keine Ärzte und schon gar keine Fachärzte. Und was ich an Diagnosen von solchen Leuten gehört habe … na, lassen wir das. Die interessanteste war, dass ich mir einen blauen Edelstein umhängen sollte um die Aura zu verbessern.
Nicht-psychiatrische Psychotherapien gibt es nicht, ja?
Hab ich nicht behauptet. Es gibt Psychotherapeuten, die Ärzte für Allgemeinmedizin sind, solche, die Theologen oder sonstwas sind, solche, die überhaupt keine Mediziner sind und solche, dioe Fachärzte für Psychiatrie sind. Verschreiben dürfen nur Ärzte.
Aber schau mal, ich will diese Diskussion nicht fortführen. Sie steht deinerseits so vollkommen unter der Losung „Auf keinen Fall zum Psychiater!“ Ich weiß - habe dem in meinem Buch ein ganzes Kapitel gewidmet - dass die Angst vor dem Psychiater und den Medikamenten immer noch riesig groß ist, dass die Leute oft abstruse Vorstellungen haben, was jetzt mit ihnen passiert, dass sie für wahnsinnig erklärt und wie im Horrorfilm in Gummizellen gesperrt werden und „die Ärzte an ihrem Gehirn herumexperimentieren“. Aber das wird davon nicht besser, dass man diesen Leuten sagt: „Jaja, du hast Recht, lauf schnell davon und versteck dich, wenn du einen Psychiater siehst!“
Ich habe deshalb auf die Möglichkeit hingewiesen einen Arzt in einem Kriseninterventionszentrum zu kontaktieren, man ist dort anonym und muss nicht den Stress durchmachen, jetzt die unheimliche psychiatrische Klinik zu betreten, aus der man dann nie wieder rauskommt (war´s nicht im letzten sonntagabendthriller so? Genau!) Man kann auch in Begleitung hingehen, die Gesprächssituation ist leger, der Arzt trägt keinen weißen Mantel. Aber das war in deinen Augen ja auch ein heimtückischer Untergriff, der Herbert zur Verzweiflung treiben sollte.
Nun ja, lassen wir´s. Ich will niemand missionieren und bekomme auch keine Provision von den hiesigen Fachärzten. Ich denke nur daran, wieviel Leid und Verzweiflung ich selber durchgemacht habe und möchte das anderen Leuten ersparen,
gruß,Quicky
