ich muss bald vor einer großen Menschenmenge sprechen - dabei bekomme ich schon bei sehr viel kleinerer Zuhörerschaft vor lauter Aufregung Herzrasen, Atemnot, etc…
Nun wurde mir gesagt, dass die Einnahme von Beta-Blockern da kurzfristig Abhilfe schaffen könnte. Ich habe mir schon einige Diskussionen zum Sinn oder Unsinn einer solchen Einnahme durchgelesen und mit zwei Ärzten gesprochen und denke aber, es - mit einer geringen Dosis - zu versuchen. Mein Arzt hat mir Carvedilol verschrieben, ich habe mal probeweise eine Tablette (6,25mg) genommen, aber nichts gemerkt - da ich zu diesem Zeitpunkt ja auch nicht aufgeregt war. Jetzt mache ich mir dennoch Sorgen, ob es der richtige Beta-Blocker für mich ist und welche Dosis überhaupt adäquat wäre. Mein Arzt meinte, ich solle es erst mit einer halben Tablette versuchen und dann, falls notwendig, aufstocken.
Hat jemand da Erfahrungen? Und ja, ich werde das ganze noch anders mit Verhaltenstherapie etc. angehen, aber für diesen Vortrag ist es einfach zu spät.
Sorry… aber was soll diese Antwort? Genauso die Frage nach dem Arzt, der dies unterstützt?
ß-Blocker können bei diesem Problem wirklich helfen und werden nicht nur bei Herzproblemen verschrieben. Und ich finde es gut, sich mit dieser Problematik an einen Arzt zu wenden und nicht einfach die ß-Blocker von Mama, Papa, Opa oder sonst wem zu krallen und zu schlucken…
also so wie ich dich verstanden habe, willst du einen Betablocker schlucken, damit du weniger aufgeregt bist. Betablocker senken die Pulsfrequenz und Blutdruck und wirken als Antagonisten der Stresshormone. Du willst also mit einer Tablette das Lampenfieber bekämpfen bzw ausschalten.
Problem an der Sache ist leider, dass ein hoher Puls und Blutdruck selten die Gründe des Lampenfiebers ist, dein Kopf hat bei der ganzen Sache noch ein Wörtchen mitzureden. Der Puls und der Blutdruck sind lediglich Symtome. Wenn du nicht gerade Herzkrank bist, kommt die Aufregung nicht vom Herzen.
Versuch also dich auf konventionelle Art und Weise dich auf diesen Vortrag vorzubereiten. Das Problem bei Lampenfieber ist meisten Unsicherheit und Angst vor dem Unbekannten. Du kannst deinem Vortrag durch häufiges Widerholen den Schrecken nehmen. Je sicherer du im Umgang mit deinem Vortrag bist, desto eher wirst du merken, dass das alles nicht so schlimm ist.
Solltest du bei deinem Vortrag einen Black-Out haben - den hättest du mit Betablockern auch gekriegt. Du bist ein Mensch und zum Menschsein gehört die Aufregung.
Versuch diese Aufregung für dich selber postitiv zu nutzen, freu dich drauf, dass du vor sovielen Menschen sprechen darfst, die gespannt deinen Vortrag hören möchten. Das ist besser, als jede Verhaltenstherapie.
Wenn der Applaus am Ende kommt, wirst du merken wie gut das tut.
Ich weiß es klingt verrückt, aber es stimmt wirklich.
Ich bin in jungen Jahren einmal für einen karikativen Zweck als Seiltänzer in großer Höhe über die Themse in London auf einem Drahtseil gelaufen.
Da ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie etwas mit Zuschauern zu tun hatte, hatte ich mehr angst vor den Zuschauern, über 40000, als vor dem Drahtseilakt.
Ist schwer zu verstehen, aber war so. ich verstehe dich daher gut.
In dem Haus wo ich wohnte, lebten 4 Apotheker, die ich um ein Beruhigungsmittel gebeten hatte
Wir haben vorher allerlei Mittel ausprobiert, auch die angeblich ohne Nebenwirkungen, Absolut alle hatten negative Nebenwirkungen, was ich problemlos an meinen Reflexen sofort feststellen konnte.
daraufhin habe ich natürlich keine eingenommen, und ich versichere dir auch zu meiner eigenen Überraschung ging die Angst innerhalb einer guten Minute schon weg, man kann es kaum glauben, aber man konzentriert sich so auf die eigentliche Sache, das man alles andere drum herum vergisst, selbst wenn Tausende bei jeder etwas anderen Bewegung hörbar mit dir Luft holen.
Also mach dir keine Sorgen, Angst ist schneller weg als sie kommt.
Nimm nichts und du bist topfit,
Besser als ein schläfriger Verlierer.