eine Freundin von mir hat mich um Hilfe gebeten und nun recherchiere ich ein wenig für sie, weil ich selbst primär keine Antwort weiß.
Sie ist Mitte 20 und beklagt ihre unreine Haut im Gesicht (besonders Unterkiefer und Wangen; am Nasenrücken Komedonen), Dekolleté, am Rücken und auf beiden Oberarmen. Nun weiß sie nicht genau, welcher Facharzt geeignet ist.
Sie hat bis vor einem 3/4 Jahr Diane 35 (als „Pille“) genommen. Die hat sie abgesetzt, weil sie glaubte, die Pille könne mit verantwortlich für ihre Depressionen sein, wegen denen sie in psychiatrischer Behandlung war. Unter der Pille hatte sie ein besseres Hautbild, hin und wieder trotzdem Unreinheiten. Die Diane 35 möchte sie wegen diverser Nebenwirkungen nicht noch einmal nehmen.
Vor Jahren wurde ein erhöhter DHEAS- und Androgenspiegel nachgewiesen, aber nichts unternommen.
Vor Kurzem hat sie eine topische Anwendung eines Erythromycin-Präparats versucht; dadurch wurde es eigentlich nur schlimmer und die Pickel haben sich ausgebreitet.
Bei Kosmetikerinnen war sie hin und wieder schon; die haben ihr eine Mischhaut mit fettiger T-Zone bestätigt. „Haut ausreinigen“ habe auch nicht besonders viel geholfen, was den Langzeiterfolg anbelangt.
Moin,
Da die Hautprobleme zumindest mit dem Hormonspiegel korreliert sind und der
erhöhter DHEAS- und Androgenspiegel
nachgewiesen, aber nichts unternommen.
nicht weiter abgeklärt wurde würde ich zuerst zum Gynäkologen gehen. Evt anschließend oder im Konsult zu einem Endokrinologe. Kommt auch auf die Erfahrung des Gynäkologen an.
Erfolg…lux
Da die Hautprobleme zumindest mit dem Hormonspiegel korreliert sind
dies aber noch keine sicheren Rückschlüsse auf die Ursachen zulässt
und der
erhöhter DHEAS- und Androgenspiegel
nachgewiesen, aber nichts unternommen.
nicht weiter abgeklärt wurde
kann man sicherlich nochmals untersuchen lassen. Allerdings ist die Freundin in einem Alter, in welchem sich der Hormonhaushalt vermutlich noch stabilisiert. Insbesondere, weil zwischendurch wegen Hormongaben mittels Pille das natürliche Geschehen beeinflusst wurde.
würde ich zuerst
zum Dermatologen gehen, um die Symptome (bakterielle Entzündungen) fachgerecht behandeln zu lassen. Sofern sie denn gravierend und belastend sind.
wenn es so einfach wäre
Nicht immer manifestiert sich ein pathologischer Zustand auch im naheliegendsten Organ. Systemische Störungen - wie im Falle meiner Freundin - mitunter der verschobene Hormonhaushalt mag ein Anzeichen für tiefergehende Probleme sein.
Als Beispiel: Sehstörungen können durch einen erhöhten Blutdruck bedingt sein; hier mag ein Augenarzt nicht so zielführend sein wie ein Internist.
Aber das Problem gibt es, seit es Spezialisten gibt: „Verrate mir den Facharzt, zu dem du gehst, und ich nenne dir die Diagnose, die du bekommst.“
Am hiesigen Maximalversorgungshaus gibt es eine dermatologische Abteilung, die kooperativ mit einer Kosmetikerin arbeitet. Dort wird sie demnächst in einer Privatsprechstunde (das wird wohl teuer…) vorstellig und schaut dann weiter, was der Dermatologe sagt, bei dem sie vielleicht auch eine Laborblutuntersuchung anleiern kann.
Vielen Dank auch dir für deine Antwort.
Ich habe es ihr ebenfalls empfohlen, aber sie fürchtet sich ein wenig davor, dass man ihr nur die „Pille“ wieder verschreibt und das zum Ausbruch einer erneuten Depression führen könnte.
Gibt es im Einzugsgebiet ein vernünftiges endokrinologisches Zentrum bzw. besser ein solches, das die relevanten Fachgruppen vertreten hat? Ebendort hat man aufgrund des vernetzten Arbeitens schon ganz andere Denkansätze.
Danke für deinen tollen Denkanstoß.
Ich bin nach einiger Recherche auf diese Seite der Uni Heidelberg gestoßen: http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Hormonambulanz…
Endokrinologische Gynäkologie mit enger Zusammenarbeit mit der Dermatologie.
Ist zwar ein gutes Stück für sie zu fahren, aber das dürfte genau zutreffen und geeigneter sein als die Dermatologie allein.
Ich werde es ihr gleich morgen ans Herz legen, auch wenn ich fürchte, dass es ewig dauert, bis dort mal ein Termin zu bekommen ist.
Nachtrag: Beängstigend… das klingt, als hätte man mit Hyperandrogenämie gleich einen (schlimmstenfalls) Tumor irgendwo sitzen und/oder als könne man sich schon einmal darauf gefasst machen, unfruchtbar zu sein. Ohje…