Man kann wohl sagen, daß man bei normalen, modernen Seriengeräten die Wattangaben weitgehend außer Acht lassen kann, wenn die Spreizung nicht extrem ist. Stereo-Verstärker leisten maximal praktisch immer mehr, als angegeben - allerdings um den Preis von Verzerrungen, die man nicht nur nicht hören möchte, sondern die auch die Lautsprecher schnell zerstören würden. Eine Überlastung wird man immer klanglich wahrnehmen.
Kritischer sind die Clipping-Verzerrungen, die theoretisch von einem überforderten Verstärker ausgehen.
Grundsätzlich muß man sich vor Augen halten, daß die erforderliche Leistung exponentiell zunimmt - zur Verdopplung einer Lautstärke ist also eine vierfach höhere Leistung notwendig.
In aller Regel hört man selten mit wesentlich mehr als 5 Watt („Sinus“) - Impulse können allerdings leicht (kurzzeitig) die 10-fache Leistung und mehr erfordern.
Zur Impedanz: Dies ist ein frequenzabhängiger Wellenwiderstand, also bei (stark) unterschiedlich bei verschiedenen Frequenzen.
Grundsätzlich muß man sich vor Augen halten, daß die Lautsprecher mit den Endstufen ein geschlossenes, schwingendes System bilden, in dem viele Einflüsse eine Wirkung haben können, das geht bis hin zu den elektrischen Eigenschaften der verwendeten Kabel und Drähte (Schwingspulen).
Verzerrungen können sich also durchaus in diesem Schwingkreis ‚hochschaukeln‘ (Clipping), was mit den mechanischen Bewegungen der angschlossenen Schwingspulen zu deren Zerstörung führen kann, ebenso wie bei den Enstufen-Kondensatoren.
Gab es früher noch die Bemessung durch die Hifi-DIN 45500 und 45501, liefern die Hersteller heute eher Impedanz-Kurven mit, ggf auch in den Tests der einschlägigen Zeitschriften nachlesbar, in denen man deren Verläufe festmachen kann. Grundsätzlich ist eine niedrigere Impedanz in Richtung tieferer Frequenzen kritischer, durch die höheren Leistungen in diesem Bereich.
Die 6 Ohm Deines Verstärkers klingen für mich nach einem Kompromiss-Wert aus den in den USA und Asien gerne verwendeten 8 Ohm und die in Europa populäreren 4 Ohm. Sofern also Deine neuen Lautsprecher an keiner Stelle deutlich unter 3 Ohm liegen, sollte das unkritisch sein.
Im Zweifel darf man dafür, wie auch beim Thema Verzerrungen, getrost seinen Ohren trauen. Auch wenn der Verstärker sehr heiß wird, bzw sich abschaltet, sollte man auf der Hut sein.
Zusammenfassend: Nicht zuviel Leistung zerstört ggf. Lautsprecher, sondern zuwenig. (Keine Regel ohne Ausnahme: Röhren-Verstärker verhalten sich hier stabiler, bilden aber auch mehr ‚harmonische Verzerrungen‘)
Man kann sich also in einem breiten Fenster die zum vorhandenen Verstärker klanglich passenden Lautsprecher aussuchen ; )