Welcher Lautsprecher bezüglich Watt

Hallo,

ich habe eine Stereoanlage von Technics - mit dem Receiver SA-DX 850. Ich hatte mir als Schreiner damals selbst Boxen mit einem Visaton Bausatz gebaut (habe dazu aber keine Unterlagen mehr). Nun möchte ich die Boxen aufgrund der Form und der Farbe austauschen. Es soll sich wieder um HiFi Boxen handeln, keine 5.1.

Mein Receiver hat eine Ausgangsleistung DIN-Leistung bei 1 kHz (Gesamtklirr 1%) Sinusleistung, bei 40 Hz bis 20 kHz von 2 x 80W an 6 Ohm

dann steht da noch : beide Kanäle ausgesteuert = 2 x 60W an 6 Ohm

Nun meine Fragen :

  • Was heißt in dem Fall „beide Kanäle ausgesteuert“?
  • Warum steht in den technischen Daten des Receivers nichts von der Nenn- /Musikleistung, so wie es normalerweise bezeichnet wird?
  • Welche Nenn- /Musikbelastbarkeit ist am optimalsten bei den neuen Boxen für den Receiver, auch gesetz den Fall, daß ich den Receiver doch mal mit einem Gerät mit identischem oder ähnlichen Leistungsbereich austauschen würde?
  • Wer kann in dem besagten Watt Bereich weiß lackierte Standlautsprecher empfehlen?

Thorsten

Hi

in meiner Lehrzeit als Fernsehtechniker ( 1979 - 1981 ) lernte ich einmal als Faustformel , das die Verstärker Musikleistung der Sinusleistung der Lautsprecher entsprechen sollte um eine optimale anpassung zu erreichen.

Das ist bei diesem Receiver nicht ganz einfach , da die Werte bei 6 Ohm angegeben sind.

6 Ohm Lautsprecher findet man aber so gut wie nie und muss demnach auf 8 Ohm ausweichen .
Bei 8 Ohm erreicht der Verstärker aber nicht seine volle Leistung.

Wenn ich das Problem hätte , würde ich Lautsprecher auswählen die mindestens 80 Watt Sinus bei 8 Ohm haben .

gruss

Toni

Danke für Deine Antwort.

Habe mal nachgeschaut bei Canton. Bei den Modellen die in die engere Wahl kommen ist der Ohmbereich sowieso angegeben von 4-8 Ohm.

Das wäre doch dann ok oder?

Standlautsprecher konnte ich dort aber erst ab 110 Watt Nennbelastbarkeit finden, je nach Kaufentscheidung haben manche Modelle meiner engeren Wahl sogar 160 Watt Nennbelastung (alle bei 4-8 Ohm).
Wären 160 Watt dann eben nur nicht ausreichend genutzt oder macht sich das dann auch am Klang bemerkbar?

Thorsten

Moin,

bei Lautsprechern, deren Nennleistung deutlich über der Nennleistung des Verstärkers liegt kann es bei hohen Lautstärken Probleme geben (Verzerrungen, Gleichstrom, Clipping).
Im worst case zerstört man dann entweder Lautsprecher, Verstärker oder gar beides. Das passiert schnell wenn der Lautsprecher einen miesen Wirkungsgrad hat und eben dann doch mehr aufdreht als nötig.
Wenn man allerdings berücksichtigt das man in der Regel bei ca. 1W liegt ist das Ganze nebensächlich.
Interessant dazu: http://www.knut-weber.de/content/audio/lautsprecher…

Gruss Jakob

Danke.

Ist hierfür der Nennbelastungswert maßgeblich?

Ich denke doch aber, daß 110 Watt NB in meinem Fall ohne Schäden geeignet sind und daß Du eher von Wattzahlen im noch höheren Bereich redest?

Deinen Link muß ich noch durchlesen.

Sofern Du in diesem Thread die technischen Daten meines Receivers gelesen hast, welches Standlautsprechermodell würdest Du von Canton für geeignet finden(vorrausgesetzt weiß lackiert)?

Thorsten

Totaler Schwachsinn mit den Wattangaben;
mal abgesehen, davon weiss kein Mensch, ob das ein 4 Ohm oder 6 Ohm oder 8 Ohm Lautsprecher ist.

http://www.nubert.de/downloads/ts_impedanz.pdf

Du wirst staunen,
aber viele Hifi Freaks betreiben an ihrem 200 Watt Verstärker Lautsprecher mit vielleicht 10 - 20 Watt.

Moin,

Totaler Schwachsinn mit den Wattangaben;
mal abgesehen, davon weiss kein Mensch, ob das ein 4 Ohm oder
6 Ohm oder 8 Ohm Lautsprecher ist.

http://www.nubert.de/downloads/ts_impedanz.pdf

Naja, so ganz würde ich die Impedanz nicht ignorieren wollen. Es wäre nicht das erste Mal wo jemand seinen Verstärker gegrillt hat als er Elektrostaten angeschlossen hat :wink:

Du wirst staunen,
aber viele Hifi Freaks betreiben an ihrem 200 Watt Verstärker
Lautsprecher mit vielleicht 10 - 20 Watt.

Klar, auch umgekehrt gehts. Ich habe an meinem Mission Cyrus ohne Probleme die NS1000M betrieben.
Letztlich hängt viel von der Qualität der Bauteile, der Toleranzen und der Schaltung ab.
Aber wir können uns sicher darauf einigen dass es bei hoher Last zu Problemen kommen kann.

Gruss Jakob

Moin,

Ist hierfür der Nennbelastungswert maßgeblich?

Vergleichen kannst Du natürlich nur die zur Verfügung stehenden Werte.

Ich denke doch aber, daß 110 Watt NB in meinem Fall ohne
Schäden geeignet sind und daß Du eher von Wattzahlen im noch
höheren Bereich redest?

Kommt immer auch darauf an wie hoch Du das Gesamtkonstrukt belastest.
Bei „normaler“ Lautstärke gibts sicher keine Probleme.

Sofern Du in diesem Thread die technischen Daten meines
Receivers gelesen hast, welches Standlautsprechermodell
würdest Du von Canton für geeignet finden(vorrausgesetzt weiß
lackiert)?

Da muss ich passen. Ich habe mich vor sehr vielen Jahren für die Yamaha NS-1000M entschieden und liebe sie heute noch. Daher beschäftige ich mich nur noch wenig mit dem Thema.

Gruss Jakob

Ich wollte nicht sagen,
dass man die Impedanz ignorieren kann.

Nur mit den Angaben der Hersteller kann man nicht viel anfangen.

Man muss sich schon die Impedanz über den ganzen Frequenzbereich anschauen;
um zu sehen, wie sich der Lautsprecher insgesamt verhält,
und wo es probleme geben kann.

Ja, aber dazu bräuchte ich doch dann beide Komponenten - den Receiver und die Boxen.
Oder gibt es da Diagramme von Canton Boxen?

Thorsten

Man kann wohl sagen, daß man bei normalen, modernen Seriengeräten die Wattangaben weitgehend außer Acht lassen kann, wenn die Spreizung nicht extrem ist. Stereo-Verstärker leisten maximal praktisch immer mehr, als angegeben - allerdings um den Preis von Verzerrungen, die man nicht nur nicht hören möchte, sondern die auch die Lautsprecher schnell zerstören würden. Eine Überlastung wird man immer klanglich wahrnehmen.
Kritischer sind die Clipping-Verzerrungen, die theoretisch von einem überforderten Verstärker ausgehen.

Grundsätzlich muß man sich vor Augen halten, daß die erforderliche Leistung exponentiell zunimmt - zur Verdopplung einer Lautstärke ist also eine vierfach höhere Leistung notwendig.
In aller Regel hört man selten mit wesentlich mehr als 5 Watt („Sinus“) - Impulse können allerdings leicht (kurzzeitig) die 10-fache Leistung und mehr erfordern.

Zur Impedanz: Dies ist ein frequenzabhängiger Wellenwiderstand, also bei (stark) unterschiedlich bei verschiedenen Frequenzen.
Grundsätzlich muß man sich vor Augen halten, daß die Lautsprecher mit den Endstufen ein geschlossenes, schwingendes System bilden, in dem viele Einflüsse eine Wirkung haben können, das geht bis hin zu den elektrischen Eigenschaften der verwendeten Kabel und Drähte (Schwingspulen).
Verzerrungen können sich also durchaus in diesem Schwingkreis ‚hochschaukeln‘ (Clipping), was mit den mechanischen Bewegungen der angschlossenen Schwingspulen zu deren Zerstörung führen kann, ebenso wie bei den Enstufen-Kondensatoren.

Gab es früher noch die Bemessung durch die Hifi-DIN 45500 und 45501, liefern die Hersteller heute eher Impedanz-Kurven mit, ggf auch in den Tests der einschlägigen Zeitschriften nachlesbar, in denen man deren Verläufe festmachen kann. Grundsätzlich ist eine niedrigere Impedanz in Richtung tieferer Frequenzen kritischer, durch die höheren Leistungen in diesem Bereich.

Die 6 Ohm Deines Verstärkers klingen für mich nach einem Kompromiss-Wert aus den in den USA und Asien gerne verwendeten 8 Ohm und die in Europa populäreren 4 Ohm. Sofern also Deine neuen Lautsprecher an keiner Stelle deutlich unter 3 Ohm liegen, sollte das unkritisch sein.
Im Zweifel darf man dafür, wie auch beim Thema Verzerrungen, getrost seinen Ohren trauen. Auch wenn der Verstärker sehr heiß wird, bzw sich abschaltet, sollte man auf der Hut sein.

Zusammenfassend: Nicht zuviel Leistung zerstört ggf. Lautsprecher, sondern zuwenig. (Keine Regel ohne Ausnahme: Röhren-Verstärker verhalten sich hier stabiler, bilden aber auch mehr ‚harmonische Verzerrungen‘)
Man kann sich also in einem breiten Fenster die zum vorhandenen Verstärker klanglich passenden Lautsprecher aussuchen ; )