Welches Gold unters Kopfkissen?

Nun gibts ja jeden Tag mehr oder weniger offene Empfehlungen, besser mal ein bißchen Gold zur Seite zu legen, bevor es losgeht.

Aber wie ist das denn tatsächlich mit richtigem Gold, also was ich kaufe und mit nach Hause nehme, statt nur Papiereigentümer zu sein?

Wenn ich Goldmünzen bei der Bank kaufe und sie unter einer Eiche vergrabe - wie ist das dann nach dem großen Crash, wenn ich sie ausgrabe? Was wird als echt akzeptiert, wo könnte ich Schwierigkeiten kriegen?

Gestern sagte mir einer, das müsse man registrieren lassen. Ich möchte aber eigentlich nicht, daß der Bankbeamte hier in der Kleinstadt weiß, daß ich Gold gebunkert habe.

Danke
Ghad

Nun gibts ja jeden Tag mehr oder weniger offene Empfehlungen,
besser mal ein bißchen Gold zur Seite zu legen, bevor es
losgeht.

Wer, der bei Verstand ist, sagt denn sowas? Wenn Du mit „losgeht“ den Zusammenbruch der gesellschaftlichen Ordnung meinst, wird Dir Gold nicht viel helfen. In diesem Fall braucht man zum Tauschen Dinge, die die anderen gebrauchen können. Ein Blick auf die Hamsterzeiten nach dem 2. Weltkrieg zeigt, daß da die begehrtesten Tauschobjekte Naturalien waren.

Gruß,
Christian

P.S:
Bankbeamte gibts nicht.

Hallo Ghad,…
Wenn es mal ‚richtig losgeht‘,
dann ist der Besitz von Gold z.B. unter Todesstrafe gestellt.
Es gibt nichts Neues unter der Sonne.
Gruss, digi

Hallo!

Wenn ich Goldmünzen bei der Bank kaufe und sie unter einer
Eiche vergrabe - wie ist das dann nach dem großen Crash, wenn
ich sie ausgrabe?

Was soll das sein, der große Crash? Eine Situation wie nach dem hoffentlich letzten Weltkrieg, als hierzulande viele Städte schwer zerstört waren, in der Wirtschaft nichts lief und etliche Menschen (ver)hungerten? Oder meinst Du mit Crash, wenn einige Börsenkurse um ein paar Prozent nachgeben?

Es gibt sicher Situationen, in denen z. B. Gold den geeigneten Gegenwert für sonst schwer erhältliche Dinge darstellen kann. Dazu kommt Emotionales. Es ist einfach ein gutes Gefühl, irgendwo einen kleinen Goldbarren oder ein paar Goldmünzen gebunkert zu haben. Aber als Anlageform für größere Beträge halte ich Gold für ungeeignet. Anfang der 80er kostete der Kilobarren 40.000 DM und mehr. Schau mal auf den aktuellen Kurs. Dann merkst Du, was jemand verloren hat, der lange Zeit Gold hortete.

Wenn es wirklich nichts zum Beißen gibt, absolute Katastrophe, alles ist in Klump, es geht ums nackte Leben, dann werden ein paar Bretter als Behausung, ein Bechstein-Flügel zum Heizen, sauberes Wasser, ein paar Kartoffeln und eine Rübe viel wichtiger und wertvoller sein, als eine Lkw-Ladung Gold. Die kann man nämlich nicht essen. In solcher Situation wird keiner Gold haben wollen, Tabak schon eher.

Gestern sagte mir einer, das müsse man registrieren lassen.

Das ist Unsinn.

Ich möchte aber eigentlich :nicht, daß der Bankbeamte…

Bankbeamte gibts nicht.

:hier in der Kleinstadt weiß, :daß ich Gold gebunkert habe.

Woher sollte der Bankangestellte wissen, ob Du Gold bunkerst? Du kannst Gold bei jeder Bank kaufen, blätterst Dein Geld auf den Tresen, steckst das Gold ein und gehst Deiner Wege. Die Sache ist vollkommen unkompliziert und genau so einfach verkaufst Du das Gold auch wieder. Du legst die Barren oder Münzen auf den Tisch, jemand guckt und prüft, zahlt und fertig. Der Kauf ist kaum komplizierter als der Erwerb eines Kaugummis, nur dass Du den nach ein paar Jahren nicht wieder verkaufen kannst.

Gruß
Wolfgang

Servus Ghad,

Anweisungen zum Hamstern, die heute in fast allen Details immer noch gültig sind, kann man bei Arno Schmidt, „Brands Haide“, und aus der Perspektive „danach“ auch in „Schwarze Spiegel“ nachlesen.

In Fortsetzung zu Christians Vorschlag plädiere ich für Cognac: Der wird auf eine ziemlich lange Zeit vom Liegen nicht schlechter, man kann ihn mit geringem Risiko für einige Zeit vergraben, und es gibt für die Zeit, nachdem was auch immer losgegangen ist, nicht bloß was zum Tauschen, sondern auch einen Trost für die möglicherweise wunde Seele.

Aus der Perspektive des Steuerheinis noch ein Detail für des Deutschen liebstes Steckenpferd, die Steuerhinterziehung: Wenn eine Flasche Cognac aus dem Lagerbestand fehlt, kann niemand nachweisen, ob die Wertsteigerung durch Veräußerung realisiert worden ist, oder ob man die Flasche in den eigenen Leib umgefüllt hat.

Betreffend Zukunftsängste nicht-ökonomischen Charakters: Besonders spannend sind natürlich Jahrgänge bis 1985 (vor Tchernobyl).

Schöne Grüße

MM

In Fortsetzung zu Christians Vorschlag plädiere ich für
Cognac:

hi,

mein vorschlag eignet sich zwar nicht zum vergraben, aber da die gute alte glückliche strike als ersatzwährung diente, sollte in zigaretten angelegt werden. hier kann man ggf. sogar noch gewinne durch auslassen der tabaksteuer „mitnehmen“. fragt sich nur, wo man tonnen von zigaretten jahrzehntelang lagern kann?!

sinnvoller als gold, cognac oder zigaretten ist wohl aber der einstieg in die ökologische viehzucht. immerhin sollten rinder und schweine besser verwertbar sein in „schlechten zeiten“ und essen will der mensch immer. denk ich an filme wie „soylent green“, wo fleisch zu rarität wurde, sollte ein gutgehender (autarker) bauernhof die beste anlage sein.

gruss vom

showbee

Hallo!

die gute alte glückliche strike als ersatzwährung diente,
sollte in zigaretten angelegt werden. hier kann man ggf. sogar
noch gewinne durch auslassen der tabaksteuer „mitnehmen“.
fragt sich nur, wo man tonnen von zigaretten jahrzehntelang
lagern kann?!

Tabak über längere Zeit einzulagern, stelle ich mir gar nicht so einfach vor. Wenn das Zeug erst einmal staubtrocken geworden und alle flüchtigen Stoffe entwichen sind, will den Tabak keiner mehr haben. Bei zu feuchter Lagerung könnte ich mir Schimmelbildung vorstellen, was dem Tauschwert ebenfalls nicht zuträglich ist.

Wie man es auch dreht und wendet, braucht man für die diversen Arten von schlechten Zeiten einen Vermögensmix.

Irgendwann in den 60er Jahren hatte, wer etwas auf sich hielt, einen Privatbunker entweder im Keller des Eigenheims oder im Garten verbuddelt. Wenn ich mich richtig erinnere, gab es damals sogar Fördermittel für den Bau eines privaten Bunkers. Eine schwere Stahltür, eine Luftversorgung mit Filter, ein Kofferradio und Konserven gehörten zur Standardausstattung dieser Survival-Einrichtungen. Außerdem sollte jeder Haushalt einen Koffer bereithalten, um im Fall der Fälle das Nötigste schnell einpacken zu können, um dann samt Familie im Schutzraum zu verschwinden.
Außerdem wurden in den Stadten WKII-Bunker reaktiviert, erhielten neue Installationen, frische Farbe an die Wände, Bänke, Feldbetten und Notküchen. Auch mein Heimatort, ein Städtchen mit damals 7.000 Einwohnern, betrieb Vorsorge. Irgendwo auf öffentlichem Grund wurde eine Hohlkugel aus Beton vergraben. Über eine enge Betonröhre mit in die Wandungen eingelassenen Eisen konnte man zur mit eindrucksvollen Verriegelungen versehenen Eingangstür ein paar Meter in die Tiefe steigen. Innen ging es saueng zu mit beängstigender Akustik. Das war gewiß nichts für Leute mit Klaustrophobie. Als Spaziergänger sah man von außen nur ein Belüftungsrohr. Der Bunker wurde dem örtlichen Zivilschutz unterstellt und war atombombensicher, wie es hieß. Na ja, 2 Leute hätten Platz gehabt, was offenkundig für einen Ort mit 7.000 Einwohnern als ausreichend angesehen wurde.

Das Ganze scheint inzwischen aus der Mode gekommen zu sein.

Gruß
Wolfgang

Hallo Christian,

Wer, der bei Verstand ist, sagt denn sowas? Wenn Du mit
„losgeht“ den Zusammenbruch der gesellschaftlichen Ordnung
meinst, wird Dir Gold nicht viel helfen. In diesem Fall
braucht man zum Tauschen Dinge, die die anderen gebrauchen
können. Ein Blick auf die Hamsterzeiten nach dem 2. Weltkrieg
zeigt, daß da die begehrtesten Tauschobjekte Naturalien waren.

Der Witz in Notzeiten ist doch aber, dass es einige wenige mit Naturalien und einige viele mit Wertgegenständen gibt. Da aber z.B. ich keine Lust habe, in die Produktion und Lagerung von Naturalien einzusteigen, würde ich lieber das Bunkern von Gold oder Teppichen o.ä. vorziehen. In den Erzählungen der Notzeiten während und nach dem Krieg ist nämlich durchaus von Landwirten die Rede, die gerne mal solche Wertgegenstände im Tausch zu einem Sack Kartoffeln nahmen. Die haben das sicher lieber damit getauscht, als mit einem Sack Rüben:wink:

Grüße
Jürgen, der Goldbunkern aktuell trotzdem für sinnlos hält:wink:

Hi Gad,

vielleicht wirst du hier besser gehofen:

www.goldseiten.de

Alles Gute,
sine

P.S.: Wer keinen Crsh fürchtet hat sich vielleicht mit unserem Geldsystem nie ernsthaft befasst? Es gibt aktuell einen erhellenden Vortrag in 5 Teilen. M.E. sehr empfehlenswert:

http://www.egon-w-kreutzer.de/Geld/Vortrag/Frame-Set…

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Ghad,

kaufe Dir doch ein richtig tolles Schmuckstück, am besten gebraucht (das ist billiger und fällt nicht so auf). Das kannst Du tragen und Dich daran erfreuen. Wenn jemand fragt, sagst Du, es ist Modeschmuck mit Zirkonia o.ä…

Aber eins würde mich interessieren? Was soll passieren? Ein Börsencrash? Da könnte Gold eine Alternative sein! Hochwasser? Dann kaufe lieber ein Boot und Trinkwasser bzw. Filter/Tabletten zur Trinkwasseraufbereitung - irgendetwas vergraben wäre da nicht so toll! Eine Atombombe? Dann ist sowieso alles egal! Oder möchtest Du nach 5 Jahren Bunker in eine leere Landschaft kommen? Eine superfette Wirtschaftskrise? Dann würde ich an Deiner Stelle lieber ein großes Grundstück mit hohem Zaun kaufen und mich mit Obst- und Gemüseanbau beschäftigen. Ein paar Obstbäume solltest Du dann sofort pflanzen - die meisten Arten tragen erst nach ein paar Jahren richtig :wink:.

Viele Grüße

Anne

P.S.: Wer keinen Crsh fürchtet hat sich vielleicht mit unserem
Geldsystem nie ernsthaft befasst? Es gibt aktuell einen
erhellenden Vortrag in 5 Teilen. M.E. sehr empfehlenswert:

http://www.egon-w-kreutzer.de/Geld/Vortrag/Frame-Set…

Und Du meinst allen Ernstes, daß die Lektüre dieses Unsinns irgendeinen positiven Einfluß auf das Wissen über die Funktion unseres „Geldsystems“ hat?

C.

‚Was soll passieren?‘ - In welcher Welt lebt Ihr?
Danke für die ganzen Antworten. Gold scheint wohl doch nicht sooo schlecht zu sein.

Aber was anderes erstaunt mich, die in Nebensätzen immer wieder kommende Frage, was soll passieren.

Ölkrise
Zusammenbruch des Dollars
Vogelgrippe

(Wenns hart kommt, alle zur gleichen Zeit)

Von allen dreien ist seit geraumer Zeit bekannt, dass sie kommen, fraglich war nur, wann.

Daher frage ich mich, in welcher Welt ihr lebt bzw. wie ihr Euch über den Stand der Dinge informiert.

Daher frage ich mich, in welcher Welt ihr lebt bzw. wie ihr
Euch über den Stand der Dinge informiert.

Manche gefallen sich im Pessimismus, manche im Realismus.

C.

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Und wie stellst du dir das leben auf einem bauernhof vor, wenn dann
leute nicht mit gold tauschen wollen, sondern dir mit jeder menge
blei drohen?

Daher: Waffen bunkern!

Gruß
Gerald

hallo ghad,

diese empfehlungen sind ziemlicher unsinn.
gold eignet sich aber als depotbeimischung, wenn du im bereich edelmetalle investieren möchtest.
du streust dadurch die risiken deiner geldanlage.
im rohstoffbereich solltest du jedoch in den bereichen edelmetalle, industriemetalle und agrarrohstoffen streuen.
wasser ist auch interessant.

strubbel
@:open_mouth:)

Daher: Waffen bunkern!

hallo,

uiii und das ergebnis sehen wir z.Zt. in new orleans. plünderungen, selbstjustiz und die polizei hat das nachsehen, wenn alle anderen auch mit schießeisen rumrennen.

gruss vom

showbee