Welches Keyboard für Kalvierschüler?

Hallo!
Mein Sohn bekommt Klavierunterricht und wir wollen, in Ermangelung eines Klaviers, ein Keyboard anschaffen.
Worauf sollten wir dabei achten? Ist Anschlagdynamik sinnvoll bzw. nötig? Kann jemand vielleicht ein bestimmtes Modell vorschlagen?
Wieviel Euro sollten/müssten wir investieren?
Vielen Dank und viele Grüße
Ulla

Hi Ulla!

Zunächst einmal unterliegt jeder Mensch, der Klavier lernen möchte, dem Irrtum, dass es ein günstigeres Modell auch tun würde… :wink:
Günstiger geht aber in diesen Fällen meist auf Kosten der Motivation.

Darum mein Tipp:
Investiert ein paar Euro. Anschlagdynamik ist verdammt wichtig (nicht verwechseln mit Hammermechaniktasten). Genauso, wie ein guter Klang.
Und gaaaaanz wichtig: Ein Sustainpedal!

Ich könnte da noch ewig weiter machen…-
Wichtig ist, dass ihr auf alle Fälle im Laden ein wenig auf dem E-piano spielt. Und ein Feeling für die Authenzität bekommt. Der Sohn muss motiviert sein, dieses Keyboard „zu lieben“ (

Hi,
dem kann ich mich nur anschließen, allerdings…

Kostenpunkt:
Ich würde keinesfalls unter 1000 EUR anfangen. Eher noch
höher. Aber für den absoluten Anfang sollten 1000 EUR wohl
reichen.

…wenn man eh 1000 Euro ausgibt, warum nicht ein gebrauchtes Klavier kaufen? Mit ein bischen Glück bekommt man ein ganz anständiges gebr. Eterna oder Kawai-Klavier (zumindest, wenn man jemanden dabei hat, der einen ein bischen beraten kann), meiner Ansicht nach immer noch besser, als auf einem Keyboard anzufangen.
lg
F.

Hallo,

Mein Sohn bekommt Klavierunterricht und wir wollen, in
Ermangelung eines Klaviers, ein Keyboard anschaffen.

Sorry, dann wird er Keyboardunterricht bekommen, aber keinen Klavierunterricht.
Einen der größten Fehler, den ihr machen könnt, ist, Klavier und Keyboard (nahezu) gleichzusetzen.
Das ist es nun mal nicht. Wenn euer Büble auf einem Keyboard zu Hause übt, aber zur Klavierstunde beim Lehrer auf einem Klavier vorspielen soll … na was meinst du, was passiert?
Wenn es ernsthaft machbar ist (Platz in der Wohnung), solltet ihr ihn Klavier (!) spielen lassen. Das Keyboard kann später kommen, das läuft dann nahezu von selbst. Umgekehrt niemals.

Wieviel Euro sollten/müssten wir investieren?

Für ein Leih klavier : ab 1 Euro (in Worten: einen !!! Euro pro Tag).
Und diese Leihgebühren werden häufig beim späteren Kauf angerechnet.
Viel Erfolg.
Herm

Hallo Ulla,

Mein Sohn bekommt Klavierunterricht und wir wollen, in
Ermangelung eines Klaviers, ein Keyboard anschaffen.

bittebitte kein Keyboard.
Wenn das der Lehrer mitmacht sofort wechseln.

Worauf sollten wir dabei achten? Ist Anschlagdynamik sinnvoll
bzw. nötig? Kann jemand vielleicht ein bestimmtes Modell
vorschlagen?

Es gibt mitlerweile recht gute Digitalkalviere mit allem was ein normalese Klavier auch zu bieten hat.
ALso Anschlagdynamik, gewichtete Tastatur etc.
Der Vorteil ist u.a., daß man still üben kann (mit Kopfhörer) und das so ein Ding leichter und kleiner ist als ein Klavier.

Wieviel Euro sollten/müssten wir investieren?

das fängt so bei ca. 1500,- Euro an.
Ein gutes Modell kommt so auf 2500,- bis 3000,- €

Gandalf

Hallo Ulla,

ich schließe mich Gandalf an, wenn es an Platz mangelt, bzw. auch mal über Kopfhörer gespielt werden soll, kauft ein Digitalpiano. Wichtig ist eine gewichtete anschlagdynamische Tastatur, damit das Spielgefühl eins Klaviers gegeben ist - von wegen der Spieltechnik.
Da euer Nachwuchs gerade anfängt, schau erst mal nach einem guten Gebrauchten. Ich selbst habe letztes Jahr bei Ebay mit etwas Glück ein Roland für unter 400€ ersteigert, so etwas reicht für die ersten Jahre allemal.

Viele Grüße
Tom

Also, nur damit das Urteil deutlicher ausfällt: Niemals ein Keyboard - nicht mal für die ersten Wochen!

Entweder ein Stage/ oder Digitalpiano (warum nicht ein älteres Modell bei eBay? Korg, Yamaha und Roland sind bestimmt gute Marken - ich z.B. mag ein Yamaha CLP 811 „gerne“)
Ich persönlich bin ein Yamaha Fan (die aktuelle P120/P250 Serie gefällt mir - das sind Stage Pianos (leichter zu transportieren als Digitalpianos); habe aber neulich auch mal ein ordentliches Korg gespielt (mit Z-Beinen, das sollte reichen, es zu identifizieren; kostet so um die 1300€

oder:
ein ge-leastes Yamaha Echt Piano. Da gibt es auch eine Silent Serie (d.h. man hat das volle Spielgefühl auch im Kopfhörer Betrieb); auch als Flügel zu bekommen:wink:

Grüsse, o

Hallo!
Obwohl ich mein Klavier sehr liebe und wie die Vorredner Klaviere 100 Mal besser finde als Keyboards dennoch mein Widerspruch:
Man kann auch mit einem Keyboard glücklich werden! Besser Keyboardmusik als gar keine! Man kann auch damit etwas lernen und Spaß haben! Und nicht jeder will sein ganzes Leben lang ein Tasteninstrument spielen.
Also: Bevor man aus Platz- und Geldmangel oder Unsicherheit ganz auf Musik verzichtet, kaufe man ein Keyboard!
Gruß!
Christian

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Hallo und danke für eure engagierten Antworten. Ich bin also gewarnt und werde auf was Vernünftiges sparen. Ich möchte aber vor Anschaffung eines doch recht kostspieligen Instruments aus der „Probezeit“ raus sein. Mein Kleiner ist knapp 5 und hatte jetzt 4 Klavierstunden. Er ist zwar begeistert und die Lehrerin meint auch, das passt, aber ich möchte doch gern noch eine Weile warten, um mehr Sicherheit zu haben, ob es auch wirklich ein Klavier sein soll.
Bloß, was mir noch nicht einleuchtet: was ist denn so schlimm und fatal daran, auf einem Keyboard anzufangen? Liegt es an den nicht gewichteten Tasten? Lernt man dann nie richtig Klavierspielen? Und warum nicht? Oder geht es um die Gefahr des „Daddelns“ am Keyboard? Bitte klärt mich auf.
Viele Grüße
Ulla

Bloß, was mir noch nicht einleuchtet: was ist denn so schlimm
und fatal daran, auf einem Keyboard anzufangen? Liegt es an
den nicht gewichteten Tasten? Lernt man dann nie richtig
Klavierspielen? Und warum nicht?

Hallo Ulla,
genau das ist das Problem. Die Sieltechnik auf dem Klavier ist eine andere als die beim Keyboard, bedingt durch das Anschlagverhalten der gewichteten Tasten. Dazu kommt auch noch, daß die meisten Keyboards keine volle Klaviertastatur mit 88 Tasten haben. Deshalb nochmal, greif auf ein günstiges gebrauchtes Digitalpiano zurück, das wirst Du im Falle des Falles auch ohne großen Verlust wieder los.

LG
Tom

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Hallo Ulla,

Bloß, was mir noch nicht einleuchtet: was ist denn so schlimm
und fatal daran, auf einem Keyboard anzufangen? Liegt es an
den nicht gewichteten Tasten? Lernt man dann nie richtig
Klavierspielen? Und warum nicht?

gaaaanz grob gesagt, sind die Keybords Nachfahren der Orgel. Die haben auch nur sehr bedingt eine Dynamik beim Anschlag.
Klaviere haben zum einen eine Anschlagdynamik (dolle draufgedrückt lauter als leicht gedrückt) und zudem noch ein völlig(!) anderes ‚Tastengefühl‘. Wenn Du dieses Tastengefühl nich von der Pike auf lernst, kann es später Probleme machen.

Oder geht es um die Gefahr
des „Daddelns“ am Keyboard?

Das kommt m.E. noch dazu.

Gandalf

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vor Anschaffung eines doch recht kostspieligen Instruments aus
der „Probezeit“ raus sein.

Fast alle Fachgeschäfte bieten die Möglichkeit eines Mietkaufes für durchschnittlich 1 % des späteren Kaufpreises.
Das läuft in der Regel bis zu einem halben Jahr, wobei die Miete auf den Kaufpreis angerechnet wird. Das reicht meiner Meinung nach als Probezeit.
Bis dahin sollte man meiner Meinung nach auch wissen, ob das was wird.
Ich bin seit 20 Jahren Klavierlehrer und bisher wurde das noch fast immer was :smile:

Auch gute gebrauchte Klaviere sind meist nicht teurer als akzeptable E-Pianos.

Bloß, was mir noch nicht einleuchtet: was ist denn so schlimm
und fatal daran, auf einem Keyboard anzufangen? Liegt es an
den nicht gewichteten Tasten? Lernt man dann nie richtig
Klavierspielen? Und warum nicht? Oder geht es um die Gefahr
des „Daddelns“ am Keyboard?

Es geht um nicht gewichtete Tasten und damit verbunden darum, den Anschlag systematisch zu versauen. Gerade am Anfang das schlimmste was man machen kann.
Es geht auch um die Gefahr des Daddelns. Es ist für Kinder anscheinend sehr spannend, immer wieder die Demo-Taste zu drücken oder irgendwelche Rhytmen und Begleitpattern ablaufen zu lassen.
Es geht auch um fragwürdige Klangqualität. Mit den Klängen echter Instrumente hat das alles im Prinzip nicht bzw. kaum etwas zu tun.
Das ist akustischer Realitätsverlust.

Zu E-Pianos:

Es geht auch um einen immer noch nicht wirklich echten Klavierklang.
Das wird auch niemals komplett technisch zu lösen sein, auch die besten Klaviersounds werden immer „nur“ klingen wie ein echtes Klavier, das man per Mikro und Lautsprecher überträgt.

Es geht NICHT um Platzersparnis, da ein echtes Klavier maximal in der Höhe grössere Ausmaße hat als ein E-Piano, vorausgesetzt, wir sprechen von einem vollen Tonumfang. Das sollte also i.d.R. keine Rolle spielen.

Als einziger Vorteil der E-Pianos bleibt:
Man kann auch per Kopfhörer üben.
Ich persönlich halte das letztlich aber auch für kein gutes Argument:
Erstens wird dein Sohn wohl kaum abends um 10 üben und damit den Nachbarn auf die Nerven gehen.
Zweitens ist das Spielen eines Instruments nur dann sinnvoll, wenn man es auch hört :smile: Der Klang in einem Raum ist etwas ganz anderes als der per Kopfhörer.
Mir ist klar, das z.B. Tonleiterübungen etc. nerven können. Man sollte aber besser das aushalten, als alle obigen Nachteile in Kauf zu nehmen.

Meine Erfahrung mit E-Piano Schülern allgemein:
Sie spielen schlechter, denn sie üben weniger.
Sie haben eingeschränktere musikalische Interessen.
Sie entwickeln einen wenig ausgeprägten Sinn für Klänge/Klangfarben/Anschlagsnuancen etc.
Sie bleiben im Schnitt deutlich kürzer im Unterricht.

Gruß
Klaus

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Hallo Typhoon

Anschlagdynamik ist verdammt wichtig
(nicht verwechseln mit Hammermechaniktasten).

Heißt das, dass Hammermechaniktasten nicht zu empfehlen sind? Was heißt das eigentlich? Klingt so, als hätten die die gleiche Mechanik wie bei einem echten Klavier.

Viele Grüße
Thea

Hallo Herm

Das Keyboard kann später
kommen, das läuft dann nahezu von selbst. Umgekehrt niemals.

Ist das wissenschaftlich erwiesen?

Viele Grüße
Thea

Hi

Ist das wissenschaftlich erwiesen?

Sagen wir mal, empirisch.
Siehe auch Postings oben von Klaus Zimmer und Gandalf.
Gruß
Herm

Hallo

Entweder ein Stage/ oder Digitalpiano (warum nicht ein älteres
Modell bei eBay? Korg, Yamaha und Roland sind bestimmt gute
Marken - ich z.B. mag ein Yamaha CLP 811 „gerne“)

Was ist denn von einem 4 Jahre alten Yamaha Digitalpiano Clavinova CVP aus Edelholz zu halten? Und wieviel dürfte das kosten?

Viele Grüße
Thea