Welches psychische Problem

…steckt dahinter?

Hallo,

ich hatte vor einer Weile schon dieses Thema, aber vielleicht kann mir nochmal jemand weiterhelfen.
Wir haben ein Familienunternehmen, meine Mutter ist für die Papiere zuständig, bekommt sie aber nie rechtzeitig fertig, so dass das Finanzamt regelmäßig droht.
Sie will aber keine Arbeit an uns abgeben und bekommt nicht mal ihren Haushalt (2 Personen) auf die Reihe. Mit der kleinsten Kleinigkeit ist sie überfordert. Nicht mal eine Überweisung macht sie fertig.
Was könnte hinter diesem Verhalten stecken?
Hilfe nimmt sie nicht an und wird richtig böse, schreit mich an, wenn ich ihr
meine Hilfe anbiete :confused:

Gruß

Elmar

Moin, Elmar
Arbeitsstlörung, Selbstwertzweifel, womöge Zwangsneurose - da kann ein ganzes Bündel dahinter stecken.
Gruß,
Branden

Hallo van Branden,

was verstehst du unter Arbeitsstörung? Dass sie in ihrer Arbeit gestört ist, sieht man auf den ersten Blick… Das ist keine Erklärung, würde ich meinen.
Wie kommst du auf Selbstwertzweifel? Wie stehen die ursächlich im Zusammehang mit ihrem Verhalten?

Gruß

Elmar

Hallo Elmar

was verstehst du unter Arbeitsstörung? Dass sie in ihrer
Arbeit gestört ist, sieht man auf den ersten Blick… Das ist
keine Erklärung, würde ich meinen.

Nu, ich muss nicht immer alles gleich erklären können - erstmal müssen wir ja die einzelnen Symptome sichten. Und das Symptom „Arbeitsstörung“ ist ein ganz solides, ernsthaft diagnostisches.

Wie kommst du auf Selbstwertzweifel?

Du schriebst, sie schreie dich an usw. Offenbar macht sie ihre eigene Leistungsunfähigkeit unsicher.

Wie stehen die ursächlich
im Zusammehang mit ihrem Verhalten?

Das kann man so im internet gar nicht auseinanderdividieren, Elmar.
Das muss sie selber angehen oder ihr gemeinsam als Familie.
Gruß,
Branden

Hallo Elmar,

Deine Mutter ist einfach überfordert. Sie soll doch das tun, was ihr wirklich liegt. Dann wird ihr Selbstwertgefühl grösser und das macht Euch allesamt glücklicher !

Mit Gruss: harta

Hallo Elmar!

Das ist sehr schwer aus der Ferne zu sagen, was deine Mutter hat.
Die Antwort darauf, kann sie eigentlich nur selbt geben.

Relevant sind nämlich die Gedanken und Gefühle die HINTER ihrem Verhalten stehen.
Rede einmal mit ihr und befrage sie (jedoch nicht vorwurfsvoll sondern verständnisvoll) und versuche auf die Motive zu kommen.
Handelt sie so weil sie es nicht will oder einfach nicht mehr kann? (dass sie sich ohnmächtig fühlt, ausgepowert, erschöpft)
Glaubt sie, dass sie allein auf der Welt ist? (dass sie sich allein gelassen fühlt? Glaubt sie, dass sie Menschen hat die sie unterstützen?)
Ist sie oft traurig oder enttäuscht?
Wann war das letzte Erlebnis/Ereignis/Situation die sie richtig glücklich/zufrieden gemacht hat?
Aus was schöpft sie Kraft?
etc.etc.etc.

Versuche so empathisch wie möglich in die Welt deiner Mutter einzutauchen und du wirst wissen was los ist.

Lg

Sie redet nicht darüber. Ich habe es schon mehrmals probiert, bringt nichts.
Entweder sie blockt oder sie weiß es selbst nicht.

Gruß
Elmar

Hallo Elmar,

so manche psychische Störung geht mit fehlender Krankheitseinsicht einher. Da man Menschen nicht zu ihrem Glück zwingen kann, bleibt in solchen Fällen leider meist nur der Weg über den Zusammenbruch des Systems, innerhalb dessen der Betroffene lebt und agiert.

Möglicherweise könntest du damit erfolgreich sein, anstatt nur freundlich Hilfe anzubieten, gnadenlos die Fakten auf den Tisch zu legen und die Konsequenzen aufzuzeigen. Erwarten würde ich es aber nicht unbedingt.

Schöne Grüße,
Jule

Hallo Jule,

die Fakten wurden immer wieder auf den Tisch gelegt. Hat nicht geholfen.

Gruß

Elmar

Hallo Elmar,

die Fakten wurden immer wieder auf den Tisch gelegt. Hat nicht geholfen.

Dann befürchte ich, dass nur noch der Weg bleibt, auf den Zusammenbruch zu warten. Vielleicht kannst du - wenn du nicht nur emotional von dem Problem betroffen sein solltest - zumindest dafür sorgen, dass dein eigener Schaden sich in diesem Fall in Grenzen hält?

Schöne Grüße,
Jule

Dann musst du sie wohl oder übel lassen bis der sogennate „critical point of return“ kommt. Der liegt meist sehr weit unten, und es muss oft viel passieren, bis der Mensch drauf kommt, dass er Hilfe benötigt und vor allem auch annehmen kann.

Nun die Situation wirst du bis dahin nicht ändern können, es wird vielleicht noch schlimmer, aber du kannst deinen Umgang ändern. Das heißt, dass du versuchst mit der Lage klar zu kommen, sonst wirst du in diese Abwärtsspirale mitgerissen werden.

Alles Gute

Also, erst mal halte ich für völlig verfrüht und deshalb auch für verfehlt, die Mutter in die Krankheitsecke zu stellen. Dazu müßten
mehr Informationen vorliegen.

War sie schon mal anders?
Hat sie sich den „Papierkram“ selbst ausgesucht oder ist er ihr zugeschoben worden, weil’s sonst keiner gerne macht. sie aber eigentlich auch nicht, ebenso wie die leidige Küchenarbeit.

Immer der gleiche Trott, immer ohne jeglich Anerkennung. Wenn überhaupt jemand eine Bemerkung dazu macht, dann nur als Kritik oder
Vorwurf.

Wo und wann hat deine Mutter Gelegenheit zur Freude, kann sie es sich
erlauben, egoistisch auf ihren Spaß zu achten? (sag jetzt bloß nicht: na klar, kann sie, sie tut aber nichts für sich, sondern versuche aus ihrer Vorgeschichte mit Euch,mit dem Geschäft, heraus zu denken)
Es kann schlicht so sein, dass dies alles einfach satt hat,
sich fragt (altersgemäß), ob das denn schon alles gewesen sei.

Statt ihr Vorwürfe zu machen, auf die sie nur gereizt reagieren kann,
weil sie sich fühlt, als stünde sie mit dem Rücken zur Wand,
frage sie, was sie gerne ändern würde an Eurem Zusammenleben und an
Eurer Zusammenarbeit. Sage ihr (liebevoll !!!), wie Du Dich zur Zeit fühlst, dass Du glaubst, sie wäre nicht so glücklich, wie Du es Dir für sie wünscht.
Keine Vorwürfe, keine Details („da hast Du das nicht getan, dies vergessen“)

Abschließend einige geschäftliche Fragen, um sich dem zu nähern, wie
sich vielleicht Deine Mutter dabei fühlt:

Ist es EUER gemeinsames Unternehmen oder gibt es einen/mehrere Chef(s) und eine Familien-angestellte Mutter?
Wie ist Eure Rechtsform?
Wer trifft geschäftliche Entscheidungen?
Wer wird worin einbezogen?
Teilt Ihr Euch Gehälter zu (nicht nur fürs Finanzamt, sondern mit
echter Auszahlung und zur freien Verfügung)?

Wenn Du wirklich nach solchen Gesprächen nicht weiterkommst,
hol Dir dafür einen guten Coach fürs Unternehmen, der neutral auf
die Abläufe und Zusammenarbeit einen Blick wirft und Vorschläge macht.

Bis dahin halte ich die vorschnelle Verurteilung „Mutter muss irgendwie gestört sein, wenn sie nicht so funktioniert, dass es mir damit gut geht“ für sehr bedenklich.