Also, erst mal halte ich für völlig verfrüht und deshalb auch für verfehlt, die Mutter in die Krankheitsecke zu stellen. Dazu müßten
mehr Informationen vorliegen.
War sie schon mal anders?
Hat sie sich den „Papierkram“ selbst ausgesucht oder ist er ihr zugeschoben worden, weil’s sonst keiner gerne macht. sie aber eigentlich auch nicht, ebenso wie die leidige Küchenarbeit.
Immer der gleiche Trott, immer ohne jeglich Anerkennung. Wenn überhaupt jemand eine Bemerkung dazu macht, dann nur als Kritik oder
Vorwurf.
Wo und wann hat deine Mutter Gelegenheit zur Freude, kann sie es sich
erlauben, egoistisch auf ihren Spaß zu achten? (sag jetzt bloß nicht: na klar, kann sie, sie tut aber nichts für sich, sondern versuche aus ihrer Vorgeschichte mit Euch,mit dem Geschäft, heraus zu denken)
Es kann schlicht so sein, dass dies alles einfach satt hat,
sich fragt (altersgemäß), ob das denn schon alles gewesen sei.
Statt ihr Vorwürfe zu machen, auf die sie nur gereizt reagieren kann,
weil sie sich fühlt, als stünde sie mit dem Rücken zur Wand,
frage sie, was sie gerne ändern würde an Eurem Zusammenleben und an
Eurer Zusammenarbeit. Sage ihr (liebevoll !!!), wie Du Dich zur Zeit fühlst, dass Du glaubst, sie wäre nicht so glücklich, wie Du es Dir für sie wünscht.
Keine Vorwürfe, keine Details („da hast Du das nicht getan, dies vergessen“)
Abschließend einige geschäftliche Fragen, um sich dem zu nähern, wie
sich vielleicht Deine Mutter dabei fühlt:
Ist es EUER gemeinsames Unternehmen oder gibt es einen/mehrere Chef(s) und eine Familien-angestellte Mutter?
Wie ist Eure Rechtsform?
Wer trifft geschäftliche Entscheidungen?
Wer wird worin einbezogen?
Teilt Ihr Euch Gehälter zu (nicht nur fürs Finanzamt, sondern mit
echter Auszahlung und zur freien Verfügung)?
Wenn Du wirklich nach solchen Gesprächen nicht weiterkommst,
hol Dir dafür einen guten Coach fürs Unternehmen, der neutral auf
die Abläufe und Zusammenarbeit einen Blick wirft und Vorschläge macht.
Bis dahin halte ich die vorschnelle Verurteilung „Mutter muss irgendwie gestört sein, wenn sie nicht so funktioniert, dass es mir damit gut geht“ für sehr bedenklich.