Huhu Thea!
Ich habe mal gehört, dass Meerschweinchen wesentlich
interessanter sein sollen, wenn man sie wenigstens zu dritt
hält
Also, dem kann ich nur zustimmen. Meine Gruppen bestehen aus 2, 5 und 7 Tieren. Die Zweiergruppe ist leider so klein, weil ich zu zwei erwachsenen unkastrierten Böckchen mit geklärter Rangordnung kein neues mehr gesellen möchte, der dritte im Bunde ist leider gestorben. Aber man merkt deutliche Unterschiede. Die grösste Gruppe, die aus Kastrat und Weibchen besteht, ist am stabilsten und zufriedensten. Auch haben sie die nötige Ruhe und Sicherheit, um mir aus der Hand zu fressen (ohne dass sie gezähmt oder an die Hand gewöhnt wären), die Tiere achten aufeinander, und sobald eines Anzeichen von Unruhe zeigt, sind alle weg. Das gibt die Sicherheit, mir gegenüberzutreten, ohne ständig nach „Feinden“ Ausschau zu halten 
Am schönsten sind ebendiese Gruppen, in denen ein Kastrat mit mehreren Weibchen gehalten wird. Das ganze Spektrum des Verhaltens wird gezeigt, ausser der Vermehrung. Die Tiere paaren sich ja auch ohne Fortpflanzungshintergrund, aus sozialen Gründen. Das tut auch ein Kastrat noch. Damit sorgt er übrigens auch dafür, dass die Weibchen weniger hormonelle Probleme bekommen (z.B. Eierstockszysten). Und er bringt einfach mehr Ruhe in die Gruppe.
Bei zwei Meerschweinchen ist es etwas langweiliger, denn die beiden kennen sich im Grunde auswendig, da muss keines zusehen, dass es mehr Zuneigung von der Gruppe bekommt, oder mal seine Stellung in der Gruppe austesten. Es findet weniger soziale Interaktion statt.
Meerschweinchen sind sicherlich nicht langweiliger als Ratten, sie sind einfach komplett anders gestrickt. Das allein schon dadurch, dass sie in ganz anderen sozialen Gefügen leben als Ratten, und es sind ja auch keine Kulturfolger. Sie sind sicherlich nicht so „intelligent“ wie Ratten, stellen aber dafür auch Ansprüche, denen man leichter gerecht werden kann. Meiner Meinung nach zumindest
Ich habe im Kleintiersektor im Grunde schon alles gehalten, was es so an gängigen Kleintieren gibt, mit Ausnahme von Chinchillas und Streifenhörnchen. Meine Favoriten sind und bleiben aber die Schweinchen. Zumal man die auch ohne Probleme in einer Mietwohnung halten kann, da kann kein Vermieter und kein Nachbar was sagen. Bei Ratten ist das schon wieder ganz anders, da ist die Rechtssprechung sehr unterschiedlich (habe mich mit diesen Themen intensiver beschäftigt).
Ein Meerschwein wird man aber ausserhalb seiner Gruppe als langweiliger erfahren als eine Ratte. Die gehen auf ihre Umwelt normalerweise offener zu, das Schweinchen ist eher skeptisch und zurückhaltend.
Tolle Haustiere sind aber beide 
Das stimmt. Ich kenne eine Familie, die halten Meerschweinchen
in den Bodenwannen von 2 Meerschweinchenkäfigen. Obwohl sie
das zweifellos könnten, verlassen sie diese Bodenwannen nicht.
Diese Meerschweinchen sind jedoch nicht sehr zutraulich,
vielleicht hängt das auch damit zusammen (Angst vor dem
fremden Revier)?
Ich denke, dass es genau diesen Grund hat. Ihre Schalen kennen die Tiere, das ist ihr zu Hause, das betritt kein Mensch (zumindest nicht mit den für Schweinchen sicher riesengrossen Füssen), das riecht vertraut…
Die Tiere haben naturgemäss nicht so eine arge Neugierde wie z.B. Ratten. Schweinchen scheint eine ruhige Bleibe mit gutem Futter das allerwichtigste zu sein 
Was ich bei Meerschweinchen übrigens wirklich prima finde, ist
der frische Heuduft, der immer von dem Gehege ausgeht, und die
niedlichen Geräusche, die sie machen.
Ja, der Geruch ist himmlisch 
Und wenn sie ihre Portion Heu bekommen haben, mümmeln sie leise vor sich hin…
Und sie geben eben auch mal Geräusche von sich, was die meisten anderen Nager nicht tun. Was gibt es schöneres, als eine Truppe Schweinchen, die am Gehegerand aufgereiht stehen und laut quietschend ihr Abendfutter begrüssen? 
Auf dem Balkon lassen sich die Umweltbedingungen nicht
herstellen, die die Schweinchen bräuchten.
Nur neugierdehalber: Was fehlt denn da?
Um die Tiere ganzjährig draussen halten zu können, braucht man einen relativ geräumigen, bestens isolierten Stall, in dem sie sich vor Frost schützen können. Zusätzlich muss eine gewissen Freifläche da sein, damit die Tiere beim Bewegen Energie umsetzen können (übrigens einer der wenigen Fälle, in denen Trockenfuttergaben wirklich nötig sind). Im Sommer dagegen fehlen Möglichkeiten, sich vor der Hitze zu schützen (dafür kann man am besten Höhlen im Boden nutzen, in denen ist es von alleine kühl). Und der Bodengrund wird auch Probleme machen. Erdboden geht schlecht, Einstreu fliegt beim kleinsten Windstoss auf und davon. Teppich und ähnliches dürfte auf Dauer den empfindlichen Füssen schaden.
Liebe Grüsse
Bine 