Ja
- Frage:
Wie kommt es, dass bei Frequenzen von unter 1000Hz ich kein
sauberes Rechtecksignal auf dem Bldschirm sehe? ob mit oder
ohne Endwiderstand spielt dabei keine Rolle.
Da dürfte ein Hochpass am Messeingang vorhanden sein? Ist das ein HF-Oszi, oder wie meine Kiste für 3 Hz mit AC-Kopplung ausgelegt?
An den Flanken erkenne ich starke Ausschwingvorgänge. Ich
vermute das ist das am Leitungsende reflektierte Signal,
welches wieder zum FGG zurückwandert dort wieder reflektiert
wird und aus diesem Grund ist die Amplitude bei jedem Rück-
und wieder Hinlauf dann wieder etwas kleiner. Sehe ich das so
richtig?
Bei höheren Frequenzen, die gemäß Herrn Fourier in allen steilen Flanken enthalten sind muss man sich von der Vorstellung freimachen, dass sich der Impuls der elektrischen Energieübertragung von einem Ladungsträger zum nächsten gradlinig durch einen Leiter bewegt, stattdessen schwabbelt die Energie wie eine Wasserwelle von der Quelle zur Senke. Und wenn dort die Energie nicht vollständig absorbiert wird, dann überschlägt sich die Welle und schwabbelt halt zurück zur Quelle und zurück …
So sieht das halt aus.
Tatsächlich kreiselt das elektrische Feld dabei um den Leiter herum, weshalb in meiner Vorstellung auch verständlich ist, dass dabei keineswegs Lichtgeschwindigkeit für die Fortpflanzung des Energieübertragungsimpulses vorhanden ist! Die echt zurückgelegt Strecke ist länger. HF-Impulse in typischen Koax-Kabeln laufen durchaus bei nur 70% von c!
Die Dämpfung durch Kabel, doch mal vorhandener Abschluss usw. lässt die „klingelnde“ Amplitude (das Kabel bildet in diesem Sinne durchaus einen Schwingkreis) dann abklingen.
Übrigens der Grund, weshalb HF-Treiber immer auf die doppelte Spannung bzw. die 4-fache Verlustleistung auszulegen sind, damit sie eben keinen ordentlichen Abschluss, sondern die vollständige Reflexion „überleben“.
Mit Endwiderstand sind an den Signalflanken keine
Ausschwingvorgänge zu sehen.
Hier wird die Energie an der Senke vollständig „absorbiert“, egal ob in einem Abschlusswiderstand oder einem HF-Eingang in Basisschaltung.
Nimm doch mal zum Spaß andere Kabel! Z.b. symmetrische Mikrophonleitungen oder Adern von Flachbandleitungen (gar nicht mal so schlecht).
So was habe ich mal vor 7 Jahren mit 3 MHz (AES-EBU-Digitaltonsignal) ausgemessen. Einmal auf 75 Ohm Video-Koaxleitung (schöne runde Impuls am Ausgang nach 1 km Strecke) und auf symmetrischen 120-Ohm-Kabeln (schon nach 30 m kaum mehr als Digitalsignal wahrnehmbar).
Gruß
Stefan