Wir bekommen in zwei Wochen unseren Riesenschnauzerwelpen und haben verschiedene Meinungen über Welpenspielgruppen gehört. Die einen sagen: natürlich müsst ihr mit dem Hund in eine Welpenspielgruppe, ohne geht nicht, wir können ihn doch nicht isolieren, er bekommt ja keine sozialen Kontakte zu Gleichaltrigen usw. Andere wieder halten davon nichts, denn in einer Familie mit Kindern, Haus, Garten und vielen anderen Tieren rund herum gibt es schon genügend Kontakte und Einflüsse, um den Hund zu sozialisieren. Eine Welpenspielgruppe wäre eine Reizüberflutung.
Also was machen wir nun? Auf was sollten wir achten?
Danke von Kruschel
Hallo Kruschel,
frag 5 Leute und Du bekommst 5 Antworten mit 3 verschiedenen Aussagen.
Wir haben seit 40 Jahren immer einen Hund, meistens aber 2 besessen und sind froh, dass es diese Welpenschulen gibt.
Sozialisierte Hunde, die eine Welpenschule besucht haben, sind die „einfacheren“ Hunde. Sie beißen weniger ( die anderen Hunde ) und sind seltenst Verhaltensauffällig.
Viel Spass mit Euren neuen Familienmitgliedern
Bellende Grüße Grisu
Hallo!
Ich habe seit Januar eine englische Bulldogge und bin seither auch mit ihm in einer Hundeschule. Gerade
die ersten Monate sind eine wichtige Zeit für einen kleinen Hund. Die Erfahrungen, die er da sammelt
(gute oder schlechte) prägen sein ganzes weiteres Leben. Es ist daher sehr wichtig, Erfahrungen und
soziale Kontakte mit anderen Hunden zu bekommen. Das schlimmste ist wohl, wenn man den Hund
immer von anderen Artgenossen wegzieht und nicht schnuppern lässt.
Meinem Hund tut diese Zeit in der Hundeschule immer gut und er freut sich richtig darauf, seine
„Kumpels“ zu treffen und mit ihnen zu toben.
Auch sollten sie dort die ersten Grundbegriffe lernen, was sie dürfen und was nicht.
Wie lange du diese Schule mit ihm machst, ist dir überlassen. Man kann das über Jahre machen und dem
Hund immer weiter irgendwas beibringen.
Aber wenn es eine gute Hundeschule ist mit gut geschultem und erfahrenem Hundetrainer/-in kann
man nicht von einer Reizüberflutung sprechen.
Warte halt nur, wenn du deinen Hund bekommst, ca. 3 Wochen ab, damit er sich an die Familie und die
neue Umgebung gewöhnen kann. Dann wird er auch auf dem Platz sicher sein.
Außerdem sind die Tips und Tricks der Trainer sehr hilfreich, denn gerade, wenn man einen neuen
kleinen Hund hat, hat man auch öfters Fragen über sein Verhalten usw.
Ich persönlich kann daher nur von guten Erfahrungen sprechen und weiterempfehlen.
LG
Petra
Hallo Kruschel,
ich selbst halte Welpenspielgruppen für sehr sinnvoll (aber auch nur dann), wenn sie gut geleitet sind. Eine gute Förderung in dieser Phase bildet die Grundlage für späteres Lernen. Außerdem lernt ein Welpe dort spielerisch (quasi durch Versuch und Irrtum), wie er mit anderen Hunden umgehen kann, die in der Regel auch noch ganz anders aussehen als er und als seine bisherigen Wurfgeschwister, er wird an Alltagsreize gewöhnt, lernt fremde Menschen kennen, schult seine Bewegungsabläufe. Die professionelle Anleitung finde ich vor allem aus zwei Gründen sinnvoll: zum einen prägen sich in diesem Alter nicht nur positive sondern auch negative Erfahrungen sehr gut ein, darum sehe ich den „geschützten“ Rahmen einer geleiteten Welpenspielgruppe als sehr wertvoll; zum anderen könnten Welpen eben auch unerwünschtes Verhalten erlernen, wenn sie beispielsweise die Erfahrung machen, dass sie immer dann, wenn sie sich auf den anderen Hund stürzen, der das begehrte Spielzeug fallen lässt und sie es bekommen, halten sie das womöglich für einen sinnvollen Umgang unter Artgenossen - auch hier sind Profis in der Lage, Situationen einzuschätzen und den Unruhestifter gegebenenfalls auch mal aus der Situation rauszuholen, damit so ein Verhalten keinen Erfolg hat.
Liebe Grüße und natürlich ganz viel Spaß, wenn der kleine Knopf bei Euch einzieht!
Anna
Hallo,
ich rate jedem Käufer dringendst zur Welpenschule. Das muss nicht in den ersten 2 Wochen sein, sicher soll sich das Baby erst mal Zuhause einleben. Aber dann, eine Stunde pro Woche mit anderen zusammen, das macht den Kleinen nicht nur riesen Spass, sie lernen dort ja auch. In einer guten Gruppe spielerisch mit Leckerchen. Und die Welpenkäufer lernen ja mit und DAS ist das WICHTIGSTE an der Sache. Man lernt den richtigen Umgang mit dem neuen Lebensgefährten und kann Fehler direkt ausmerzen. Als Hundeschulen anfangs aufkamen, wie habe ich gestaunt, was man noch alles lernt, trotz jahrelanger Hundehaltung !
Zusätzlich macht es wirklich Spass andere Leute kennenzulernen und sich auszutauschen .
Ich kann es nur empfehlen !
ÜBRIGENS AUCH DRINGENDST KLEINHUNDEBESITZERN !!!
Grüße
Margit
Hi,
neben einer Welpenspielgruppe würde ich mal beim Tierarzt deines Vertrauens anfragen, ob es Welpenstunden gibt. Da kann dein Doggie dann mal ganz ohne Angst und Vorbehalte mal spielerisch eine Tierarztpraxis kennenlernen - das erleichtert so manchen späteren Tierarztbesuch ungemein.
Gruss,
Julia
Über den Sinn und Unsinn einer Welpenspielgruppe wurde und wird viel diskutiert.
Auch hat sich in den letzten Jahren viel verändert, wie eine solche Spielgruppe aufgebaut wird. Gott sei Dank.
Ich habe ein Problem mit der Bezeichnung „Spielgruppe“, denn das Spielen mit anderen Hunden sollte meiner Meinung nicht unbedingt im Vordergrund stehen.
Meines Erachtens wird ein Welpe am besten sozialisiert, wenn er mit verschiedenen Hunden zusammenkommt, und zwar verschiedenen Alters, unterschiedlicher Größe und und und. Dies passiert am besten auf öffentlichen Hundewiesen oder auf dem täglichen Spaziergang (natürlich nur, wenn der eigene Welpe nicht der einzige Hund im Umkreis von 10 km ist).
So lernt der Welpe wie man mit anderen Welpen umgeht, wie mit erwachsenen Hündinnen und Rüden, unterschiedlichen Temperaments und „Dominanzgrades“ - um es mal so zu nennen.
Das finde ich viel wichtiger, als wenn der Welpe 2 Monate lang mit immer denselben Welpen in der Spielgruppe zusammenkommt. Denn auch Hunde „gewöhnen“ sich an die „Spielkumpel“, wissen dann zwar, wie sie sich diesen gegenüber zu verhalten haben - das bedeutet aber nicht, dass sie dadurch ein gutes Sozialverhalten im Allgemeinen erlernen.
Stell dir vor, ein Kind dürfte in den ersten 10 Jahren nur mit seinen Klassenkameraden zusammen sein und würde nie ein „fremdes“ Kind treffen…
Gut finde ich immer, wenn in solchen Welpengruppen ab und an auch erwachsene Tiere hinzukommen (natürlich nur, wenn diese ein gutes Sozialverhalten aufweisen). Diese korrigieren und ermahnen die Welpen besser, als wir Menschen das können und wie Welpen es untereinander kaum tun.
Oft läuft so eine Spielgruppe ungefähr so ab:
Die stolzen Welpenbesitzer kommen an, dann werden die Kleinen erstmal alle von der Leine gelassen um miteinander spielen zu können. Die Hundebesitzer scharen sich in Gruppen zusammen um zu tratschen und vergessen dabei ganz auf ihre Welpen zu achten. Man lässt die Kleinen völlig unter sich, die spielen und balgen ja so süß. Wenn man dann doch mal kurz meint, man wolle seinen Hund mal wieder herrufen, dann passiert das unabhängig davon, was der Kleine grad macht - wenn er grade mitten in einer wilden Verfolgungsjagd ist oder in einem aufregenden Ringkampf wird er kaum auf Frauchen oder Herrchen hören wollen. Also ruft man zwei, drei Mal, lässt es dann doch bleiben und widmet sich wieder dem Gespräch. Was lernt hier der Welpe also als erstes in der Spielgruppe? Ich muss nicht auf Frauchen/Herrchen hören, wenn ich nicht mag. Super Lektion.
Das Nächste ist: in vielen solcher Spielgruppen wird nicht auf die Größe und jeweilige Stärke (physich und psychisch) der Welpen geachtet, sondern nur auf das Alter. Da ist also nun ein 12 Wochen alter Golden Retriever-Welpe neben einem gleichaltrigen Westi-Welpen oder ein sehr wilder, rauher Welpe neben dem schüchternen, leicht zu verängstigenden Hund.
Wenn nun diese unterschiedlichen Welpen alle wild durcheinander spielen dürfen OHNE die entsprechend fachkundige Aufsicht (denn wenn diese vorhanden wäre, würde man die Gruppe aufteilen in ungefähr gleich starke Welpen) lernt der schüchterne oder kleine Welpe: ich kann von Frauchen/Herrchen keine Hilfe erwarten, wenn mir ein grober oder dominanter Hund an’s Fell will - so entwickelt sich leider sehr leicht ein angst-aggressiver Hund, der wenn’s schlimm kommt in Zukunft andere Hunde sofort angreift (im Sinne „Angriff ist die beste Verteidigung“). Der Kleinhund lernt, dass große Hunde nur grob sein können, verknüpft Schmerz mit großem Hund und dann haben wir wieder einmal einen Kleinhund, der „größenwahnsinnig“ alles angeht was höher ist als er selbst.
Hier muss ein kompetenter Trainer vor Ort sein, der erkennt, wenn ein Welpe permanent „gemobbt“ wird oder rein körperlich einfach keine Chance hat und den Besitzer anhalten, dem Kleinen „zu Hilfe zu eilen“ (was für die Bindung unheimlich wichtig wäre, denn der Kleine lernt dadurch, dass er sich auf seinen Chef verlassen kann, wenn mal der Hut brennt).
Die „Starken“ unter den Welpen lernen, dass sie so grob sein können, wie sie wollen, weil ihnen keine Grenzen gesetzt werden und lernen so nie einen angemessenen, „höflichen“ Umgang mit schwächeren oder sensibleren Hunden und so können sich notorische Raufer entwickeln.
Auch hier muss der Trainer oder Besitzer eingreifen, wenn ein Welpe zu grob spielt oder ständig einen anderen mobbt oder schlicht und einfach die Grenzen nicht wahren kann.
Wenn du also von einem Trainer den Satz hörst, „die müssen sich das untereinander ausmachen“, pack deinen Welpen ein und such schleunigst das Weite.
Du siehst also, es kann auch sehr viel schief gehen, in den so gut gemeinten Spielgruppen, was sich nachhaltig negativ auf das Sozialverhalten deines Hundes auswirken kann.
Das nächste Problem ist meines Erachtens die Dauer solcher Spielgruppen. Da werden Hunde bis zu einem Alter von einem Jahr die Stufen rauf und runter getragen, damit die Knochen auf jeden Fall fertig ausgebildet sind, bevor man ihnen so eine körperliche Anstrengung zumuten kann (überspitzt ausgedrückt)- in den Welpenspielgruppen darf der Kleine aber 2 Stunden lang toben und spielen. Das ist wesentlich schädlicher für den Körper des Kleinen und oft wird auch übersehen, wenn ein Welpe schon enormen Stress hat, was nunmal schnell passiert in dem Alter. Man lässt sie trotzdem weiter spielen obwohl sie schon viel zu viel des Guten haben und auch so können sich Verhaltensauffälligkeiten im späteren Leben entwickeln.
Eine gute Welpen"schule" beinhaltet für mich Aktivitäten, die die Bindung zum Besitzer stärken, das Selbstbewusstsein des Welpen unterstützen, leichte Motorikübungen, natürlich auch das Spiel mit anderen Welpen (aber in Maßen und unter Aufsicht), bereits erste „Gehorsamsübungen“ (wie das Kommen auf Zuruf) usw.
Das Ganze mit genügend Ruhephasen zwischendurch für die Kleinen, bei der z.B. Theorievorträge gehalten werden können.
Ganz wichtig ist also, dass ihr euch die Trainer ganz genau anseht und Vieles hinterfragt, bevor ihr euch für eine Gruppe entscheidet.
Es kann eine sehr gute und förderliche Sache sein, wenn richtig durchgeführt.
Liebe Grüße und viel Spaß mit dem neuen Familienmitglied!