Weltjugendtag

Hallo,

ja sicher respektoere ich jeden Glauben. Und ich habe sehr großen Respekt vor der tiefen Gläubigkeit vieler Katholiken.

Was ich aber nicht begreife ist Folgendes:
Du sprichst von Tolereanz gegenüber anderen Kirchen. Nun gut, ich will nicht auf darauf herumreiten, wie viele Millionen Menschen im Namen Gottes auf Kreuzzügen, dei der Eroberung Amerikas, während der Inquisition und sonstwann getötet wurden, weil sie was anderes glaubten - ist schließlich ja schon ne Weile her.
Aber es gibt im Christentum nur einen Gott und einen Gottessohn. Alles, woran Christen glauben, ist im Großen und Ganzen gleich bei den verschiedensten Kirchen.
Aber jede Kirche beharrt auf ihrem Standpu nkt, allem gerede von Ökumene zum Trotz. Jeder besteht darauf, daß seine Art zu Glauben die allein richtige ist.
Gut - das betrifft weniger die Gläubigen in der Kirche (die begreifen oft die Unterschiede gar nicht als mehr die Hirten auf der Kanzel und die Oberhirten in den Büros. Aber gerade diese, die sich ja mebüßigt fühlen, Gottes wort zu predigen, sollten es ja eigentlich am besten kennen und am tiefsten daran glauben.
Aber ihnen sind die Details, die trennen, wichtiger als eine geeinte Christenheit. Sie halten diese Details für so wichtig, daß sie nicht darauf verzichten wollen.

Also kann es doch nicht stimmen, daß die katholische Kirche tolerant ist. Sie besteht doch darauf, allein den wirklich wahren Glauben zu vertreten. (zugegeben, alle anderen aber auch).

Übrigens ist das der einzige grund, warum ich kein Mitglied irgendeiner Kirche bin: Ich weiß einfach nicht, wer von denen die Geschichte richtig erzählt. An Gott zu glauben und an Jesus, der das Kreuz nahm für uns - damit habe ich keine Probleme. Mit dem da oben komme ich ganz gut klar. Nur das irdische Bodenpersonal gibt mir Rätsel auf…

Gernot Geyer

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hallo,

Bist Du ein guter Katholik - dann mußt Du die Meinung des
Papstes vertreten.

Ich weiß nicht ob ich von mir behaupten möchte ein „Guter“
Katholik zu sein, ich versuchs auf jeden Fall. Aber ich finde
nicht, dass man als guter Katholik zu 100% die Meinung des
Papstes teilen muss.

Es ist egal, was DU findest. Der Papst stellt den Idealzustand

Nein, das ist es eben nicht! Der Papst ist ein Mensch, jeder Kardinal ist ein
Mensch, jeder Priester ist ein Mensch. Und wenn ich eine andere Meinung habe,
dann ist es egal, was der Papst dazu sagt, so lange er nicht ex cathedra
gesprochen hat. Der Papst stellt nicht fest, der Papst kann höchstens seine Sicht
vertreten. Aber auch die Katholiken sind mündige, selbständig denkende Menschen,
denen eine eigene Meinung zusteht und die sie auch äußern dürfen. Ich weiß nicht,
mit wievielen Priestern ich schon sehr intensiv diskutiert habe und auch meine
Meinung zu bestimmten Themen nachhaltig vertreten habe, wenn sie gegen die Lehre
der Kirche gingen - und ich bin weder exkommuniziert noch verflucht noch sonstwas
worden.

fest. Wenn Du nicht nach diesem strebst, dann ist das nicht
katholisch.

Falsch. Es stimmt einfach nicht. Hör Dich doch mal wirklich um und lass Dich auf
Gespräche in der Gemeindebasis ein, wo es genauso konservative wie liberale
Christen gibt.

Vielleicht solltest Du Dir Deine Kirche mal genau anschauen.

Vielleicht solltest Du das auch mal tun.

Das ist ja ganz niedlich, aber es gibt KO-Kriterien - für mich
zumindest. Und genau diese KO-Kriterien machen jede Diskussion
mit Katholiken für mich schon von vornherein sinnlos und
uninteressant. Ich will mit niemandem diskutieren, der solche
Ansichten _nicht_ als KO-Kriterium ansieht. Genauer wurde das
ja unlängst in diesem Brett schonmal diskutiert.

Ja, das alte Problem. Deine Meinung gefällt mir nicht also interessiert sie mich
nicht. Und dann wundert man sich noch, dass sie die Kirche der Welt gegenüber
angeblich so abschottet…

Gruß
Christian

… mir wurde auch schon gesagt, ich sei dumm, weil ich an Gott glaube, da kann
ich damit leben, wenn Leute nicht mit mir diskutieren wollen, weil ich Katholik
bin

Hi,

ich gehe auch zum WJT und werde da im Pressebüro arbeiten, wahrscheinlich habe
ich auch die Gelegenheit, zwei Veranstaltungen zu moderieren, das weiß ich aber
noch nicht 100pro. Neben den Konatkt zu Jugendlichen aus aller Welt und
verschiedensten Religionen und Konfessionen freue ich mich auch darauf, meine
„Lieblingsstadt“, in der ich 6 Jahre lang studiert habe, endlich mal wieder zu
sehen und das eine oder andere Kölsch zu genießen :smile:

In zwei Monaten geht’s los :smile:
Christian

Hallo,

ohne jetzt alle bisherigen Antworten gelesen zu haben:

Ich bin evangelisch und war bisher als ehrenamtliche Helferin bei den Katholikentagen in 2000 in Hamburg und 2004 in Ulm und beim ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003. Beim Weltjugendtag werde ich wohl „nur“ mal so vorbeischauen, allerdings eher aus Zeitmangel als aus Mangel an Motivation.
An Katholikentagen und sonstigen Treffen katholischer Christen (also wahrscheinlich auch am Weltjugendtag) gefällt mir gerade die Aufgeschlossenheit der (meisten) Katholiken, die man dort so trifft, gerade mit der jüngeren Generation kann man sich meiner Erfahrung nach im wahrsten Sinne des Wortes über Gott und die Welt unterhalten, ohne dass das in eine Prinzipiendiskussion ausartet, in denen der eine dem anderen seine Ansichten aufzwingen will.
Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass die allermeisten Katholiken positiv überrascht sind, wenn sie erfahren, dass auch evangelische Christen bei Katholikentagen mithelfen. Ausnahmen gibt es natürlich hier wie überall.
Ich bin mit meiner Konfession sehr zufrieden und habe nicht vor, eines Tages zu konvertieren, trotzdem gefallen mir diese „Katholikentreffen“ meistens besser als die evangelischen Äquivalente, warum auch immer, jedenfalls empfinde ich es als Bereicherung, mitzuerleben, wie meine „katholischen Mitchristen“ ihren Glauben Ausdruck verleihen, ob ich die Details nun passend finde oder nicht.
Ich denke, dass es für beide Seiten nur gut wäre, sich mal auf Veranstaltungen der anderen Konfession umzuschauen und daran teilzumehmen (von mir aus auch ohne gemeinsames Abendmahl)

ökumenische Grüße
Sonja

Hallo,

Es wird nicht wegzudiskutieren sein: was katholisch sein darf,
wird in Rom bestimmt und von dort aus verkündet. Alles andere
ist Ketzertum.

Was nicht stimmt kann man auch nicht wegdiskutieren, insofern hast Du Recht. Ich
bin gegenüber Gott mit meinen Taten und meinem Gewissen verantwortlicht, und
sonst keinem (Konflikte mit weltlichen Sachen wie Strafgesetz und so mal außen
vor, dem habe ich mich selbstverstänlich auch zu beugen). Ich erachte die kath.
Kirche als diejenige, die meines Gottes- und Moralvorstellung am ehesten
reflektiert, aber deshalb übernehme ich sie noch lange nicht unreflektiert. Ich
bringe mich in die Kirche ein, weit mehr, als sich die Kirche in mich einbringt.
Und seltsam, ich bin katholisch, habe durchaus manchmal andere Meinungen und
kritisiere das auch offen - und bin trotzdem kein Ketzer. Seltsam, seltsam,
vielleicht ist nicht nur die Kirche, wie es so gerne gebrüllt wird, verkrustet
und starr sondern auch ihre Kritiker?!

Gruß
Christian

Über Toleranz
Hallo Gernot,

Du missverstehst den Begriff Toleranz. Ich kann nur etwas tolerieren, was ich als falsch erkenne. Sonst wäre es ja meine eigene Meinung. Die heutige Bereitschaft zur religiösen Toleranz gegenüber Muslimen, Atheisten… entpuppt sich meistenteils als Gleichgültigkeit.

Viele Grüße,
Andreas