Weltreligionen (Hans Küng)

Hallo,

wir müssen in der Schule eine Frage beantworten, zu der ich aber absolut keinen Zugang bekomme. Ich hoffe hier kann mir einer helfen.

Aufgabe: Im „Projekt Weltethos“, für welches in Deutschland vor allem der Theologe Hans Küng steht, wird versucht, einen allen Religionen gemeinsamen Bestand von Kernwerten herauszuarbeiten. Diskutieren Sie diesen Gedanken.

Wer kann mir helfen?
MfG

Aufgabe: Im „Projekt Weltethos“, für welches in Deutschland
vor allem der Theologe Hans Küng steht, wird versucht, einen
allen Religionen gemeinsamen Bestand von Kernwerten
herauszuarbeiten. Diskutieren Sie diesen Gedanken.

Hi,

das ist nur so eine Idee von mir aber ich denke, das du die wichtige Bedeutung der Familie und ihren hohen schützenden Wert in fast allen Religionen findest.
Trotz der unterschiedlichen Wert- und Normvorstellungen in den verschiedenen Religionsformen, findest du fast immer eine hohe Würdigung der Frau in ihrer Aufgabe als mutter.
Zu disskutieren wäre in wie weit sich die Religionen ein anderen Punkten unterscheidet und ob einige Gemeinsamkeiten in der heutigen Zeit immer noch einer so großen Würdigung bedürfen. Oder du kannst dir die Bedeutung der Frau in ihrer Rolle als Mutter herausnehmen und untersuchen in wie weit jeder Religion Sie würdigt bzw. unter welchen Vorraussetzungen dies geschieht. Untesuche zum Beispiel die frage, ob eine alleinerziehende Frau ebensoviel Annerkennung bekommt wie eine verheiratete Frau, oder wie wichtig die anzahl ihrer Kinder ist. Du wirst feststellen, das in diesem Punkt es einige sehr interessante Gemeinsamkeiten der „rivalisierenden“ Religionen gibt.

Ich hoffe, ich war dir eine hilfe.

Hi!

Ich weiß zwar nicht genau, was das Problem ist, aber ich versuch mal zu helfen.
„Diskutiere xy“ heißt immer: Beleuchte xy von möglichst vielen Seiten, stelle xy in einen größeren Kontext und komme schließlich zu einem Fazit."

Wenn möglich, solltest Du vielleicht irgendwo was von diesem Hans Küng lesen und Dir auch sonst mal Literatur besorgen über dieses Projekt.

Dann denke ich solltest Du folgendes diskutieren:
Was kann man unter sogenannten Kernwerten verstehen? (antworten z.B. entweder Werte, die alle religiösen Gemeinschaften teilen, oder Werte, die als unveräußerlich wahrgenommen werden, also das Ablehnen von Mord, die Wertschätzung des Lebens und der Familie, das Verbot des Stehlens, die Ablehnung bestimmter Regungen und Neigungen wie Neid, Habsucht etc…)
Gibt es überhaupt Werte, die religionsübergreifend gelten? Welche sind diese? Wo gibt es Unterschiede?
Und schließlich: Sind diese gemeinsamen WErte stärker als die UNterschiede zwischen den Religionen? Kann man über die Betonung der Gemeinsamkeiten einen Weg finden, Konflikten vorzubauen oder sie und Vorurteile abzubauen?

War es das, was Du wissen wolltest?
Viel Glück,
Norah

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Hallo Verena

Trotz der unterschiedlichen Wert- und Normvorstellungen in den
verschiedenen Religionsformen, findest du fast immer eine hohe
Würdigung der Frau in ihrer Aufgabe als mutter.

Aber leider auch nur als Mutter. Das ist übrigens etwas, das fast allen Religionen gemein ist: Der fehlende emanzipatorische Charakter (aber das gehört ja vielleicht zum Wesen einer Religion?!) - die Frau wird in all diesen patriarchalischen Religionen zum Lebewesen Nummer 2 degradiert. Selbst im (seit einigen Jahren so in Mode gekommenen) Buddhismus. Was Buddha an (Vor-)Urteilen über „die Frau“ losläßt, ist kaum zu überbieten und ich will es hier garnicht wiederholen. (Das unterscheidet mich von Semjon Machailowitsch :wink:)

Gruss, Branden

Ich hoffe, ich war dir eine hilfe.

Klar, das hilft mir alles sehr weiter. Danke euch!

Gruß Maria

lange lange tradition…
Hi Branden,

ich bin mir sicher, dass dir dieser Zusammenhang schon auffiel, aber nur so finde ich es immer wieder erstaunlich, wie viel die Sprache schon preisgeben kann bei diesem Thema:
Ein Beispiel: Worauf sollte das Wort „materiell“ und die Verachtung allen „Materiellen“ sonst schon schließen lassen…
Schönen Sonntag noch,
Norah

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Aufgabe: Im „Projekt Weltethos“, für welches in Deutschland
vor allem der Theologe Hans Küng steht, wird versucht, einen
allen Religionen gemeinsamen Bestand von Kernwerten
herauszuarbeiten. Diskutieren Sie diesen Gedanken.

Hi,

das ist nur so eine Idee von mir aber ich denke, das du die
wichtige Bedeutung der Familie und ihren hohen schützenden
Wert in fast allen Religionen findest.

Hallo,
die Aufgabenstellung klingt für mich eher so, als solle man etwas enger am Projekt Weltethos bleiben - in jedem Fall diskutiert Küng den Gedanken dort ja auch selbst. Das Buch „Projekt Weltethos“ ist in der Serie Piper erschienen (Nr. 1659), ich hatte mal reingeschaut.
Fragen, die man da diskutieren könnte:

  • Warum will das Projekt denn überhaupt solche „Kernwerte“ finden? Wozu soll das gut sein?
  • Welche Kernwerte findet das Projekt? Ist die Begründung ausreichend?
  • Mit was für Religionsvertretern läuft das Projekt? Sind sie repräsentativ für ihre Glaubensgemeinschaften? [Gibt es vielleicht ganz andere Werte in anderen Bevölkerungsschichten? Zu welchen Problemen führt das?]

grusz
jonas

Worauf sollte das Wort „materiell“ und die

Verachtung allen „Materiellen“ sonst schon schließen lassen…

Du hast recht, Norah, den etymologischen Zusammenhang zwischen MATER=Mutter und MATERIE fand ich auch schon spannend, habe ihn aber in seiner desavouirenden Tiefe noch nie so deutlich gesehen wie in Deinem eben geposteten kurzen, aber erleuchtenden Satz!
(Sterne darf ich ja noch nicht vergeben…)
Gruss, Branden

die Frau wird in all diesen
patriarchalischen Religionen zum Lebewesen Nummer 2
degradiert. Selbst im (seit einigen Jahren so in Mode
gekommenen) Buddhismus.

Nur zur Information: im Buddhadharma gibt es sechs Klassen von Lebewesen - die allerdings nicht durchnumeriert werden. Es gibt eine Klasse ‚Mensch‘, aber keine Klassen ‚Männer‘ und ‚Frauen‘. Die Bewertung dieser ‚Klassen‘ richtet sich nach ihrem Potential, Befreiung zu erlangen.

Selbstverständlich sah Buddha bezüglich der Größe dieses Potentials Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Wie hätte es anders sein sollen - er verschloss nicht die Augen vor der sozialen Realität einer patriarchalischen Gesellschaft im Indien des 6. Jahrhunderts v.u.Z. Da geht es um unterschiedliche äußere Bedingungen - nicht um (Vor-)Urteile.

Was Buddha an (Vor-)Urteilen über „die
Frau“ losläßt, ist kaum zu überbieten und ich will es hier
garnicht wiederholen.

Wie rücksichtsvoll … Ich bezweifle zwar, dass das ‚Überbieten‘ so schwierig wäre, aber darauf kommt es eigentlich gar nicht an. Worauf es ankommt ist, wie Buddhisten mit heute mit ihren eigenen sozialen Bedingungen umgehen.

Wer sich ernsthaft mit dem Thema ‚Frauen und Buddhismus‘ auseinandersetzen möchte, dem sei dieser Artikel als Einstieg empfohlen:
http://www.sylvia-wetzel.de/buchauszuege/das_patriar…

Freundliche Grüße,
Ralf