Hallo noch mal,
ich kann Dich ja verstehen, Du machst Dir Sorgen wegn der
doch teilweise angst machenden Entwicklungen
Ich denke, diese Art der Sicht ist in Deinem Alter normal.
Ich habe auch mal so ähnliche Anschauungen gehabt. Bei uns
war nur die Lösung aller Dinge der Kommunismus, der irgend
wann alle Probleme dieser Welt lösen würde…
Willst du micht nicht verstehen oder wo ist das Problem? Man
kann ja wohl problemlos wissenschaftlich fundiert zeigen, DASS
Ja, momentane Tendenzen und Entwicklungen sind ja gar nicht
weg zu diskutieren. Allerdings sind Schlüsse auf eine fernere
Zunkunft aus einer linearen Interpolation heutiger Entw.
eben völlig Unhaltbar.
- Das Wachstum der Zivilisation zunimmt ( insbesondere
Population )
Ja, allerdings nimmt die Bevölkerung in den Indutrieländern
eher ab. Selbst in vielen Ländern der 3. Welt werden ernst-
hafte Versuche unternomen, dem Trend entgegenzu wirken.
Es ist also durchaus anzunehmen, daß die Bevölkerungszunahme
nicht imer so weiter geht. Spätetens, wenn mehr Menschen an
den Folgen der Überbevölkerung sterben, als geboren werden,
kehrt sich der Trend um.
Man muß auch nicht annehmen, daß die Überbevölkerung an sich
das globale Problem ist. Überbevölkerung ist nur in Verbindung
mit Recourcenverbrauch bedrohlich. Aber gerade bei diesem Punkt
sind die USA und Westeuropa das Problem.
- Das der Energiebedarf der Zivilisation zunimmt
Energieprobleme sind zukünftig rein technologisch zu lösen.
Im Bezug auf Energieerzeugung befinden wir uns gerade noch im
Steinzeitalter.
Abgesehen davon sind gerade die Prognose der 60-iger Jahre
deshalb so extrem falsch gewesen, weil man damals Entwicklung
mit Schwerindustrie gleichgesetzt hat.
Daß wirtschaftliche Entw. auch mit sinkendem Energieeinsatz
möglich ist, wird derzeit gerade „ausprobiert“.
- Das der Rohstoffbedarf zunimmt ( das ergänzt 2. )
Das ist möglicher Weise ein Problem in zukünftigen Jahrhunderten,
aber eigentlich nur, wenn man heutigen Konsum und Verbrauch
für alle Zeiten festschreibt.
a) Man kann zukünftig mit weniger zufrieden sein. Hochtechnologie
ist das Stichwrot für’s Rohstoffe sparen.
b) Vieles was heute als Müll weggeworfen wird, kann später
recycelt werden. Das ist ja nicht wirklich „weg“,
sondern nur wo anders hin „breit geworfen“.
Die Müllkippen von Heute sind die Lagerstätte von Morgen.
c) mit entsprechender Techn. ist fast 100%-iges Recycling denkbar.
d) Viele Rohstoffe sind mit Technologie und Energieeinsatz
synthetisierbar. Viele zuküftige Rohstoffe kann man „wachsen“
lassen. Die Natur hat ns vieles vorgemacht.
e) Falls auf der Erde wirklich nichts mehr zu finden ist, auf
dem Mond und Nachbarplaneten gib’s sicher auch noch was.
- Das die zur Verfügung stehende Menge an Ressourcen abnimmt
Nicht wirklich. Nur die „heute abbauwürdigen Primärrohstoffe“
werden weniger. Alles was wir benutzen, bleibt ja derzeit
auf der Erde und löst sich nicht in Vakuum auf.
- Das die Belastung der Biosphäre zunimmt
Unter der Bedingung, daß ökologisches und nachhaltiges
Wirtschaften und Handeln sich weltweit als Maxime durchsetzt,
müssen alle neg. ent. sich nicht linear fortsetzen.
Gerade da gibt es doch bei uns in Europa in den letzten 20
Jahren eine durchaus positive Entwicklung.
Die Luft und die Flüsse waren Ende der 60-iger/Anfang der
70-iger wesentlich mehr belastet.
Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich arbeite unmiitelbar
in einem Bereich, der sich damit beschäftigt.
Allerdings ist in den letzten Jahren das Bewustsein stark
gewachsen und es wird teilweise eine gewisse Hyterie und
Panikmache verbreitet.
Willst du mir da vielleicht widersprechen? Wenn ja, würde ich
dich bitten, zur Abwechslung auch mal ein paar Argumente zu
bringen.
Hab ich nun. Ich möchte dazu aber bemerken, daß ich keine
„Behauptungen“ aufstellen will, sondern eher Möglichkeiten
bzw. Varianten darstelle. Es kann durchaus sein, daß sich die
derzeitien Entwicklungen wieder umkehren und alles wieder viel
schlimmer wird.
Ich will auch nur annhemen, daß die Probleme in der 3. Welt
lösbar sind. Ob sie gelöst werden, stellt sich erst später
heraus.
Aus diesen Daten kann man schlußfolgern, dass wir uns dem
Kollaps ( weil du es anscheinend nicht weißt definiere ich es
gerne noch mal für dich: Kollaps = Verfall bzw. Untergang der
Zivilisation in der Form wie wir sie heute kennen ) annähern.
Wie schon jemand gesagt hat, ist jegliche Entwicklung schon
immer mit Verfall/Revolution/Reformation usw. verbunden gewesen.
Das ist nicht gleichzusetzen mit
Kollaps (=plötzlichen Zusammenbruch).
Plötzlich muß der Zusammenbruch (existens bedrohend für die
Zivisilation) deshalb nicht sein, weil Menschen im Gegensatz
zum Tier geplant handeln können. Ich hoffe mal, daß es dann
auch klappt.
Wie gesagt, in überschaubaren Zeiträumen von 20…30 Jahren
ist so etwas nicht als zwangsläufiges ereignis vorhersehbar.
Man kann ein solches Scenario höchtens als Hypothese
hinstellen.
Ok. Dann grenze ich mal ab: Der Ressourcenverbrauch führt so
weit ich das beurteilen kann ( siehe Punkte 1 bis 5 ) zu einem
Verfall der Zivilisation. Sprich: Wirtschaft geht den Bach
runter, wir haben immer weniger Rohstoffe zur Verfügung mit
denen wir unsere Zivilisation am Leben erhalten können
weswegen wir irgendwann ( wenn wir nicht gegensteuern ) den
Zusammenbruch unserer Zivilisation erleben werden und
letztendlich auf bestensfalls pre - industrielles Niveau
zurückfallen werden ( über das technologische Niveau auf das
wir zurückfallen werden kann man streiten - jedenfalls wird es
weit unterhalb unseres momentanen Niveaus sein ).
De Abschnitt, in dem Du so richtig in Brass gekommen bist,
habe ich mal weggelassen.
Zur Recourcenverknappung habe ich eine ziehmlich pragmatische
Meinung:
Die Wirtschaft wird mit verknappten Rohstoffen gut zurecht
kommen. Wenn’s Öl nicht mehr gibt,Dann werden eben Alternativen
gesucht und gefunden. Öl sind doch bloß organische Verbindungen.
Sowas triviales wie Plaste usw. kann man auch ohne Erdöl
herstellen, dann eben mit Biotechnologie oder Chemie usw.
allerdings so ziemlich alle Ressourcen verbraucht haben, die
man benötigt um ein - aus heutiger Sicht - höheres
technologisches Niveau zu erreichen ( z.B. durch Entwicklung
von Fusionsenergie, einer wirtschaftlichen
Raumfahrttechnologie etc. ), wird die Menschheit nur noch so
vor sich hinvegetieren und schließlich einem kosmischen
Supergau zum Opfer fallen.
Unter der Annahme, daß die Menscheit sich nicht nur auf der
Erde weiterentwickelt, gib’s da durchaus Alternativen.
Auch der kosmische Supergau ist zukünftig wahrscheinlich
abwendbar.
Klar, in paar Mdr. Jahren geht möglicherweise alles mal zu Ende.
So - jetzt kennst du meine
Zukunftsprognose. Ich behaupte nicht die Wahrheit gepachtet zu
haben - mich interessieren einfach INFORMATIONEN zu diesem
Themenkomplex - gerade WEIL ich versuche mehr darüber zu
erfahren und gerade WEIL ich versuche objektiver mit dem Thema
umgehen zu können. Aber das wird mir wohl nicht gelingen, wenn
ich nur auf Leute treffe, die mir ständig sagen: Ätsch, wir
geben dir keine Informationsquellen weil das Thema ist
unseriös und über sowas redet man nicht. Toll!
Na, ja, die meisten Meinungen decken sich ja wohl mit meiner
Einschätzung. Du willst Wissenschaftliche voraussagen zu
nicht voraussagbaren Ereignissen.
Kommt Zeit, kommt Rat. Wenn die Recourcen knapp werden oder
die Bedingungen sich akut verschlechtern (welche auch immer),
so wird die Menschheit wohl Wege finden, dieses Problem für
sich selbst ausreichend verträglich zu lösen.Mit anderen Worten: Wenn es soweit ist wird uns schon was
einfallen. Super! Nach dieser überzeugenden Argumentation bin
ich auch völlig erleichtert und brauche mir ja keine Sorgen
mehr zu machen.
Natürlich ist sorgen machen gut, aber Hysterie und Utopie
sind keine guten Ratgeber.
Andererseits könnte man auch die heutigen Bedingungen in
weiten
Teilen der welt schon als Kollaps definieren. Das ist eben
auch
Ansichtssache.Eigentlich sehe ich das genauso. Mit einem kleinen
Unterschied: Ich glaube nicht, dass es reicht, erst um fünf
vor zwölf anzufangen, sich neue Dinge auszudenken - ich
glaube, dass wir schon heute so weitsichtig sein müssen,
Projekte und Entwicklungen in Gang zu setzen, die uns das oben
von mir prognostizierte Schicksal ersparen werden.
Ich denke, das ist schon im Gange. Ob’s nun ausreichend ist,
darüber läßt sich schon streiten.
Allerdings enbrennt noch mehr Streit über die Methoden.
Ein Partei will zurück auf die Bäume.
Die andere Partei denkt, das alles nur mit echnik zu machen
ist. Sicher liegt irgendwo in der Mitte das Optimum.
Eigentlich wollte ich hier keine Diskussion anstoßen, sondern
nur Informationsquellen bekommen, wenn denn welche bekannt
sind.
Ich denke, da gibs ganze Bibliotheken voller Information.
Von reiner Esotherik und Spinnerei bis zu wissenschaftlichen
Modellrechnungen ist alles vorhanden. Dabei findest Du
Vorhersagen mit Weltende am 30. Mai 2003 bis zu optimistischen
Prognosen für die nächsten 1000 Jahre alles mögliche.
Ich denke was wir heute erleben ist der Anfang dieses
Prozesses.
Vielleicht, kann aber auch sein, daß es so wie jetzt noch
paar Jahrzehnte/Jahrhunderte immer so weiter entwickelt.
Immerhin, 68Jahre Frieden zwischen den zivilisierten
Nationen in Europa gab’s schon sein Jahrhunderten nicht mehr.
Hoffe, das bleibt noch lange so.
Gruß Uwi