Wem gehört ein Schatz, den ich auf offener See finde?

So ein Schatz gehört, doch eigentlich niemandem, weil die See ja auch niemandem gehört oder? Also würde doch die Regel gelten: Wer sucht, der findet, der darf auch behalten, oder?

Na, so einfach ist das nicht.

Erstmal gibt es da die 12meilen-Zone um die Küste eines Landes . Der Bereich gehört quasi zum Land dazu, so daß das Land das Sagen hat. Allerdings gilt die 12meilen-Zone auch nicht für alle, die USA haben das Seerechtübereinkommen z.B. nicht unterzeichnet. Sprich: Daß das Meer niemandem gehört, ist generell nicht richtig, zumindest die Küsten gehören den angrenzenden Ländern. (Wiki)

Und dann gibt es da Regeln von der UNESCO, daß ein Schatz z.B. aus einem Wrack dem Land gehört, aus dem das Schiff kam.
Ein bekannter Fall ist wohl der der Nuestra Señora de las Mercedes, einem spanischen Schiff, das 1804 auf dem Weg von Peru nach Spanien versenkt wurde. Es hatte Unmengen Gold und Silber an Bord, und man kann sich denken, woher das ursprünglich stammt. Ein US-Unternehmen hat den Schatz von 350Mio USD geborgen, durfte ihn dann aber an Spanien abtreten. Die blieben sogar auf den Bergungskosten sitzen.
Aber auch da gilt: Den „Vertrag“ mit der UNESCO hat nicht jedes Land.

Du siehst, das ist alles andere als klar geregelt.

Übrigens, selbst in Deutschland kommt es aufs Bundesland an, was passiert, wenn du einen Schaft findest. Eigentlich gibt es eine 50:50 Regel zwischen Finder und Grundbesitzer, aber wenn der Schatz kulturell wertvoll ist (und welcher ist das nicht), kann er in manchen Bundesländern zu 100% ans Bundesland fallen, in anderen nicht.

Hätte man das denn nicht eigentlich den Inka zurückgeben müssen?

So war meine Anspielung ja gemeint.
Allerdings gibt’s die Inka praktischerweise nicht mehr…

Hallo,

insbesondere in diesem Fall ist das UNESCO-Abkommen nicht relevant gewesen, da es nicht von den USA unterzeichnet wurde. In vielen Kommentaren steht, dass der Schatz abgetreten werden musste, weil er von einem Kriegsschiff transportiert worden wäre. Wobei ich mich frage, auf welches Recht sich dieser Punkt beziehen soll. Spanien hatte anfangs argumentiert, dass der Schatz sich innerhalb der 12-Meilen-Zone befände.

Die Begründung des US-Gerichts würde mich wirklich interessieren.

Gruß
vdmaster

da würde dann das seerecht mit reinfallen…offene see ist ja nicht gleichbedeutend mit staatenlos…es gehört in den meisten fällen zu einem staat. dem gehört in der regel dann auch der schatz…ansonsten kann dann auch raub von kunstschätzen angenommen werden, wenn du dabei ertappt wirst :wink:

Ja, darüber hab ich auch gegrübelt. Genauer gesagt darüber, wer da wohl Rechtsnachfolger sei.