Hi,
kann mir mal wirklich jemand erklären, in wessen Interesse es eigentlich ist, wenn zurückgehende Aufträge das vollständige Rausschmeißen einzelner Menschen bewirkt und nicht das Verkürzen der Arbeitszeit für alle in diesem Betrieb? Betriebswirtschaftlich sehe ich keinen Nutzen, weil punktuell ganzes Fachwissen verloren geht, obwohl eine niedrigere Auftragslage alle Bereiche betrifft. Volkswirtschaftlich sehe ich den Nutzen nicht, weil ehemals teuer ausgebildete Menschen den Anschluss verlieren und die Ausbildung damit „futsch“ ist und menschlich ist es ohnehin nicht zu erklären.
Also - wem nutzt es derartig, dass man es trotzdem tut?
Es würde mich echt freuen, wenigstens nachvollziehbare Antworten zu erhalten.
Auf im Ganzen gedachte und auf Sicht logisch,faire und runde Erklärung wage ich gar nicht zu hoffen.
Danke für den Versuch
Viele Grüße
Joh.
Hallo Johannes,
also das mit dem Verkürzen der Arbeitszeit hat auch seine Machbarkeitsgrenzen. Insbesondere weil Arbeitnehmer auch nicht unbegrenzt bereit sind auf Lohn zu verzichten.
Dann gibt es ja noch das Problem, dass bestimmte Qualifikationen einfach nicht mehr gefragt sind.
Und und und…
Es scheitert eher an den Details wie an der Globalaussage.
Gruß ivo
fragt man denn den „Abschusskandidaten“ ob er bereit ist seinen Job und damit seine vollständige Perspektive zu verlieren?
bei Nachfragewegfall einstiger Qualifikation stimme ich zu - dem könnte man aber durch Weiterbildung begegnen - so man wollte.
Verstehe ich dich also richtig:
weil die Mehrheit den Tausch ein bißchen mehr frei bestimmte Zeit gegen ein bißchen geringeren materiellen Wohlstand nicht will, werden lieber immer mehr ganze Existenzen ruiniert?
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Die Entlassung von Arbeitskräften in auftragsschwachen zeiten sichert die Arbeistplätze der verbleibenden, sichert den Umsatz,sichert den Gewinn. Letzteres ist für die Eigner der Unternehmen entscheidet. Leider.
Würden Eigner bereit sein mehr soziale Verantwortung für die Allgemeinheit zu tragen wäre es sicher möglich durch das von dir aufgezeigte Modell den ein oder anderen Arbeitspaltz auch in schwachen Zeiten zu halten.
Würden Manager mehr Rückgrat haben und dies den Eigner vorschlagen un dversuchen sie zu überzeugen, wäre vieleicht das ein oder machbar.
Wenn die Gewerkschaften und die Politik sich flexibler verhalten würden und auf die Bewegungen der Märkte reagieren, bzw. den Betrieben die Möglichkeiten geben darauf reagieren zu können.
Wenn Manager und Eigner einsehen könnten das jeder Arbeitnehmer den man entlässt auch ein Konsument ist, der dann weniger Geld zur Verfügung hat um zu konsumieren, was einer Konsumabhängigen Konsumgesellschaft das Genick bricht (Bsp. die „Geiz ist geil“ Veranstaltung, trotz kleiner Preise einbrechende Umsätze)würde man so schnell niemanden etlassen.
Wenn Manager einsehen könnten das Betrieb in Volkswirtschaften existieren und diese in Gesellschaften und alle auf einander angewissen sind, dann würde manche Entscheidung anders aussehen.
Das Problem ist aber, das die Eigner und die Manager dem selben Club angehören; du bist bei mir Vorstand uund ich bei dir Aufsichtsrat.
Das Problem ist aus meiner Sicht mangelende Bereitschaft soziale verantwortung zu übernehmen. Und das leider auf allen Ebenen der Gesellschaft.
Die da oben wollen schnell viel Kohle, die da unten soviel Leistung wie möglich vom Staat, beide sägen sie an dem Ast auf dem sie sitzen.
Gruss Lone
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fragt man denn den „Abschusskandidaten“ ob er bereit ist
seinen Job und damit seine vollständige Perspektive zu
verlieren?
Seit wann werden die Abschusskandidaten gefragt ? Sie werden einfach gefeuert. Siehe auch FAZ vom 16.01. Dort suchen ca. 30 qualifizierte Fachkräfte einen neuen Arbeitsgeber. Ob der alte Arbeitsgeber die Belegschaft gefragt hatte, bevor eine Firma geschlossen hat.
bei Nachfragewegfall einstiger Qualifikation stimme ich zu -
Ein kleines mitgehörtes gehörtes Gespräch in einem Stehimbiss. Personen, zwei Aussendienstmitarbeiter einer Siebdruckfirma. Vertriebsleiter: " Was ist eigentlich mit den Kunden X, der hatte doch so ein Maul, dass er viele interessante Kunden hätte." Mitarbeiter: " Der hat doch schon vor Monaten wegen Unterlagen nachgefragt. In der vorigen Woche hat er mitgeteilt, er hat sich anderweitig entschieden." Vertriebsleiter; " Dieser Spinner, was glaubt den der. Ich habe ganz Europa zu betreuen und kann mich nicht um jeden Pinscher kümmern. Sehn sie zu, dass sie einen besseren finden."
Als altgedienter Vertriebsleiter - mit einstigten, heute nicht benötigten Qualifikationen - sträubten sich meine Nackenhaare. So werden Firmen zu Grunde gerichtet, Arbeitsplätze vernichtet und Versager gefördert. Denn als Magister mit Auslandserfahrung hat dieser Typ gute Chancen.
dem könnte man aber durch Weiterbildung begegnen - so man
wollte.
Auch wer will, hat kaum die Möglichkeiten zur Weiterbildung. Als Arbeitsloser fehlt es meistens an den notwendigen Mitteln und wer über 50 ist bekommt von Arbeitsamt keine Förderung mehr.
Gruß Peter
Hallo Johannes,
fragt man denn den „Abschusskandidaten“ ob er bereit ist
seinen Job und damit seine vollständige Perspektive zu
verlieren?
Nein. Keiner behauptet es sei schön für Ihn.
bei Nachfragewegfall einstiger Qualifikation stimme ich zu -
dem könnte man aber durch Weiterbildung begegnen - so man
wollte.
Auch nicht unbeschränkt.
Nehmen wir mal an Siemens möchte zukünftig keine Handys mehr produzieren weil es ein unrentables Geschäft ist - du kannst zwar alle Mitarbeiter weitbilden, aber es gibt noch lang keine Stellen an denen sie gebraucht werden. Leider.
Verstehe ich dich also richtig:
weil die Mehrheit den Tausch ein bißchen mehr frei bestimmte
Zeit gegen ein bißchen geringeren materiellen Wohlstand nicht
will, werden lieber immer mehr ganze Existenzen ruiniert?
Was glaubst du wieviel mehr Existenzen ruiniert wären wenn nur noch ca. 50-75% des Lohns nach Hause kämen? Es wäre für sehr viele der finanzielle Ruin.
Gruß Ivo
Hi!
kann mir mal wirklich jemand erklären, in wessen Interesse es
eigentlich ist, wenn zurückgehende Aufträge das vollständige
Rausschmeißen einzelner Menschen bewirkt und nicht das
Verkürzen der Arbeitszeit für alle in diesem Betrieb?
Die Reduzierung von Personal macht betriebswirtschaftlich immer dort Sinn, wo minderqualifizierte Mitarbeiter tätig sind (z.B. in Anlern-Berufen) oder wo gut ausgebildetes Personal durch Maschinen oder Technologie ersetzt werden kann.
In Berufssparten, wo Fachwissen von Nöten ist. macht nicht die Reduzierung von Personal, sondern dessen Austausch betriebswirtschaftlich einen Sinn. In der Kundenberatung können z.B. Mitarbeiter, die seit 20 Jahren tätig sind und daher durch Aufstieg in zeitbezogenen Gehaltsstrukturen teuer geworden sind, gegen jüngere und billigere Arbeitskräfte ausgetauscht werden. Gleiches gilt für Arbeitskrfäte, wenn sich dadurch ein teurer Tarifverbund gegen günstigere ausländische Tarifgruppen austauschen lässt (Ersatz teurer deutscher Arbeitskräfte durch günstigere ausländische Arbeitskräfte, z.B. Briten und Portugiesen im Baugewerbe).
Es macht betriebswirtschaftlich durchaus Sinn, Mitarbeiter freizusetzen.
Die soziale und moralische Komponente steht außen vor.
Grüße
Heinrich
Hi!
Es macht betriebswirtschaftlich durchaus Sinn, Mitarbeiter
freizusetzen.
Die soziale und moralische Komponente steht außen vor.
Grüße
Heinrich
Betriebswirtschaftlich vielleicht, aber wie sind die Auswirkungen auf die Volkswirtschaft und die Gesellschaft in der sich der betriebswirtschaftliche Unternehmung befindet und agiert??