Ich habe in einem Roman die Wendung „Stückwerk werden“ gelesen, aber ich habe die Bedeutung dieser Wendung nicht im Wörterbuch finden können (nur „Stückwerk sein“ oder „Stückwerk bleiben“).
Die Wendung befindet sich im foldenden Kontext:
„Das Denken von jemanden, den es nicht mehr gibt, läßt sich in mein Denken übersetzen, und das Tun desjenigen in mein Tun, aber der handgreifliche Teil der Erinnerungen wird wohl selbst früher oder später Stückwerk , wenn die Wirklichkeit nicht mehr nachwächst, wird Skelett, wird einzelne Knochen mit viel Erde dazwischen.“
Kann jemand die Bedeutung dieser Wendung vielleicht genau erklären?
Vielen Dank im Voraus!
Hallo, „unser Tun bleibt Stückwerk“ ist eine Redewendung aus dem Neuen Testament (Paulus Briefe?) und praktisch inzw kaum noch gebräuchlich. Hier (im NT) herrscht Stückw von Anfang an. In Deinem Beispiel entsteht es erst durch Vergessen. Man kann es also sagen, klingt aber ein bißchen altmodisch.Gruß, eck.
Vielen Dank für die Antwort! Aber was bedeutet die Wendung dann genau? „Stückwerk bleiben“ bedeutet Duden zufolge „unvollkommen und daher unbefriedigend bleiben“. Kann diese Bedeutung auf die Wendung „Strückwerk werden“ übertragen werden oder hat es eine andere Bedeutung?
Danke!
Stückwerk ist eigentlich ein vollkommenes Wort, das das Unvollkommene genau wiedergibt. Das nicht aus EINEM Stück Geschaffene sondern das aus Stücken Zusammengesetzte. Wohl von Luther aus dem griechischen „ek merous“ wörtlich übersetzt. „Stückwerk werden“ wirkt ein wenig gekünstelt, weil es das grundsätzlich Unvollkommene- wie etwa Menschenwerk- nicht trifft. Der Wortteil „Werk“ zielt auf das Schaffen und weniger auf das Vergehen. Gruß, eck.