Weniger arbeiten? Eure Meinung

Guten Abend liebe Eltern,

ich suche hier Euren Rat zu meiner Arbeits- bzw. Lebenssituation.
Ich habe eine 2jährige Tochter, mein Partner studiert noch und ich arbeite seit dem 1.Sept. wieder Vollzeit.

Am Anfang war ich noch voller Elan und Zuversicht dass ich alles schaffe, doch jetzt merke ich, dass es mir einfach zu viel wird. Vor Allem fehlt mir die Zeit mit meiner Kleinen. Wenn ich mal frei habe, dann muss ich all das erledigen, was sonst liegen bleibt und der Tag geht so schnell um.
Komme ich um sieben von der Arbeit, dann habe ich vor halb neun nicht ein einziges mal gesessen. Ich habe das Gefühl mich völlig zu verausgaben, dabei macht mir die Arbeit Spass…nur es ist zuviel.

Jedenfalls keimt in mir seit einiger Zeit das Bedürfnis auf, meinen AG darum zu bitten, weniger Stunden zu arbeiten. Ich glaube, das dürfte nicht ein allzu grosses Problem werden.

Nun zu den Fragen die mich wurmen…
Mit was für finanziellen Einbußen muss ich rechnen bei 20-30 Stunden weniger. Bzw. gibt es Möglikeiten diese etwas abzumildern…ich hörte mal etwas von Kindergeldzuschlag oder einer Unterstützung vom Jugendamt für die Kinderbetreuung ab einer bestimmten Einkommensgrenze.

Natürlich wird mir letztenendes nur das Gespräch mit dem Chef Aufschluß darüber liefern, trotzdem würde ich mich besser fühlen, wenn ich nicht so blauäugig an die Sache ranginge.

Ich Dank Euch im Vorraus für Euren Rat
Anja

Nun zu den Fragen die mich wurmen…
Mit was für finanziellen Einbußen muss ich rechnen bei 20-30
Stunden weniger. Bzw. gibt es Möglikeiten diese etwas
abzumildern…ich hörte mal etwas von Kindergeldzuschlag oder
einer Unterstützung vom Jugendamt für die Kinderbetreuung ab
einer bestimmten Einkommensgrenze.

Das hört sich danach an, dass ihr finanziell eigentlich nicht auf das Geld verzichten könnt?

Um es einfacher zu rechnen - 160 Std/Monat - davon 20 weniger sind 1/8 weniger. Bei z.B.
2400 €brutto, verheiratet, Steuerklasse III, kirchensteuerpflichtig, Niedersachsen, KV 14,0 % 0,5 Kinderfreibeträge wären das dann netto
1780.61 €.

bei brutto 1/8 weniger sind das brutto 2100 € und netto 1606.65 €

Du kannst selber rechnen:

http://www.nettolohn.de/index.php

musst nur die eigenen Werte eingeben und halt nur noch 87,5 % oder wieviel % Du weniger arbeiten wirst bei der zweiten Berechnung eingeben.

Viel Erfolg und viel Spass mit Deinem Kind

Marian

Hallo

Am Anfang war ich noch voller Elan und Zuversicht dass ich
alles schaffe, doch jetzt merke ich, dass es mir einfach zu
viel wird. Vor Allem fehlt mir die Zeit mit meiner Kleinen.

Wenn ich mal frei habe, dann muss ich all das erledigen, was
sonst liegen bleibt und der Tag geht so schnell um.

Denk dran: Arbeiten kannst du immer noch, auch Putzen kannst du noch viele Jahre in deinem Leben, aber die Zeit mit deinem Kind kannst du nicht mehr wiederholen.

…ich hörte mal etwas von Kindergeldzuschlag oder
einer Unterstützung vom Jugendamt für die Kinderbetreuung ab
einer bestimmten Einkommensgrenze.

Kinder(geld?)zuschlag gibt es vom Prinzip her dann, wenn man sich alleine von seinem Einkommen ernähren kann, aber das Kind nicht mehr so ganz. Genaueres kann man sicherlich ergoogeln. Da kann man meines Wissens maximal ca. 150 Euro bekommen.

Ich glaube, die Unterstützung vom Jugendamt für die Kinderbetreuung ist abhängig von der Stadt, und ist nicht für ganz Deutschland geregelt, jedenfalls nicht eindeutig. Da müsste man das örtliche Jugendamt anrufen und fragen, wie es damit aussieht.

Wohngeld kann man auch versuchen. Dafür kann man einen Antrag bei der städtischen Wohngeldstelle bekommen (oder im Internet runterladen) und abgeben. Man kann auch versuchen, eine Rundfrunkbefreiung zu bekommen, und in manchen Städten gibt es so Familienpässe o.ä., da bekommt man auch vielleicht manche Sachen etwas billiger.

Viele Grüße
Simsy

Männer können auch putzen, einkaufen und aufs Kind aufpassen. Dann dauert zur Abwechslung mal das Studium ein halbes Jahr länger… Unendlich viele Frauen in genau umgekehrter Konstellation schaffen das auch - warum also nicht Dein Schatzi?

Alternativ würde ich ihm anbieten weniger zu arbeiten, mehr im Haushalt zu machen und dafür besorgt er sich einen Nebenjob um Deinen Verdienstausfall wieder einzuspielen, wenn ihm mit dem Kind die Decke auf den Kopf fällt.

Ich kenne zwar Eure spezielle Situation nicht, stimme Dir zu, dass es nicht sein kann, dass Du am Abend völigst geschafft bist und keine Zeit mehr für Dein Kind hast - ich halte allerdings den Rückschluss - weniger Arbeiten gemäß der Bescheibung von Dir - für falsch. Ich würde meinen Mann mal ein oder zwei Runden beschleunigen…mir ist auch das Geheule bekannt, welches die ach so überlastetetn Männer anstimmen, wenn man hartnäckig bleibt - oh Wunder - bekommen sie dann trotzdem alles hin.

…und dann würde ich einfach auch mal überlegen, ob das was Du alles noch nach der Arbeit machst wirklich sein muss. Ich habe manchmal auch bei mir den Eindruck, man will alles schaffen und alles möglichst perfekt und das in den schwierigsten Situationen… Wenn man nur 80% erledigen würde und mal ne Zeitlang bestimmte Hobbys und Tätigkeiten einstellt, geht die Welt auch nicht unter. Anderen Frauen ist es schon zu viel nur stundenweise arbeiten zu gehen oder gar nicht arbeiten zu gehen und „nur“ den Haushalt und das Kind zu führen. Du schaffst da im Vergleich schon eine Menge! Unterschätze das nicht!!!

Besser könnte ich es nicht ausdrücken
Guten Morgen,

das ging mir als Erstes durch den Kopf, auch den Kompromißvorschlag finde ich nicht schlecht. Es liegt ja vielleicht nicht allen Männern, sich zuhause so zu engagieren, dann kann er ja Deinen Verdienstausfall durch echte Männerarbeit im Nebenjob ersetzen.

Ich würde mir überlegen, trotzdem ein wenig kürzer zu treten. Evtl. kannst Du ja so reduzieren, dass Du einen freien Nachmittag pro Woche hast, den Du dann Deinem Kind (und nicht etwa dem Haushalt!!) widmen kannst und den der Vater dann anderweitig nutzen kann. Dann fällst Du nicht so ins „Kinderentzugsloch“.

Noch eine Argumentationshilfe: Es wird ja allseits beklagt, dass Kinder kaum noch männliche Bezugspersonen oder Vorbilder haben. Ein größerer Vateranteil an der Erziehung ist also durchaus auch dem Kinde förderlich.

Viel Erfolg
kernig

Könnte Euch beide knutschen,
denn genau das hätte ich auch vorgeschlagen. Der Herr Student möge seinen Anteil an der Elternschaft leisten. Auch der Haushalt ist längst nicht mehr nur „Weibersache“.
Es könnte so einfach sein.
Gruß
Eckard

Hallo Eckard,

bei uns zu Hause gibt es den leicht matchohaften Spruch:

Ich Ernährer - Du Putze!

Wobei hier völligst frei gesetllt ist wer welche Rolle inne hat. Aktuell verdienen beide und also müssen auch beide putzen ;o)Das geht bei uns auch nicht immer ohne Diskussion ab.

Um es einfach mal nett auszudrücken. Heute verdienen eben auch manchmal die Frauen den Famileinunterhalt und da muss sich dann einfach das Rollenbild komplett verändern. Kaum ein Mann würde es sich vor einigen Jahren gefallen lassen nach einer harten Arbeitswoche auch noch den Haushalt zu schmeißen… in ganz vielen Fällen hört man auch noch den Spruch: Was macht das Kind noch hier… wenn ich nach Hause komme will ich meine Ruhe haben und dann hat das Kind im Bett zu sein …oder eben ähnliche Geschichten.

So extrem will es ja hier niemand leben, aber dennoch müssen dann einfach die Personen welche zu Hause sind und keinen finanziellen Beitrag zum Familienwohl erwirtschaften eben für das emotionale Wohl der Familie und den Ernährer sorgen. Denn schließlich sind ja von dem Einkommen alle irgendwie abhängig ;o)

Hallo,
ich habe bei meinem zweiten Kind auch etwas reduziert, um mehr Zeit zu haben.
Vorher bin ich zu unserer Gehaltsstelle gegangen und habe mir einfach mal ausrechnen lassen, wieviel netto bei verschiedenen Reduzierungen übrig bleibt. Und habe mich danach für eine Stundenzahl entschieden.

An Zuschüssen ist es bei Euch ein bisschen ein Problem, weil Studenten bei den meisten Dingen einfach nicht als Person mitgerechnet werden.

Wie schon von den anderen erwähnt, sollte der Vater mehr an der Hausarbeit/Kinderbetreuung beteiligt werden und evtl. Wohngeld wäre eine Möglichkeit.

Beatrix

Freie Entscheidung
Hach Gott, ist das eine Einigkeit heute!

Worauf ich ausdrücklich bestehe, ist eben eine von althergebrachten Rollenzwängen freie Entscheidung unter den Beteiligten. Wie die dann ausfällt, überlasse ich jedem selbst.

Aber diese Automatismen: „Frau übernimmt den Nachnamen des Mannes“, „Frau bekommt Kind und steckt beruflich zurück“ (hier meine ich das Zurückstecken, nicht das Kinderkriegen :smile: ) , „Frau fährt den Kleinwagen, Mann das repräsentative Automodell“, „Stewardess und Pilot“, „Arzt und Arzthelferin“ und andere mehr treiben mich regelmäßig auf die Palme. Da sollte man öfter mal nachhaken, ob man diesbezüglich eine echte Entscheidung trifft, oder nur dem Althergebrachten folgt.

kernig
Aus der Kuschelgruppe

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Könnte Euch beide knutschen,

muss mich doch mal schnell dem allgemeinen Geknutsche anschließen.

Es könnte so einfach sein.

Übrigens auch, wenn man die Ansprüche an den Zustand des Haushaltes zurückschraubt. O-Ton meine Mutter: „Ich verstehe gar nicht, dass soviele Hausfrauen darauf stolz sind, dass man bei ihnen vom Fußboden essen könne. Meine Gäste haben diesen Wunsch noch nie geäußert.“

Lieben Gruß, Karin

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OT Besser könnte ich es nicht ausdrücken

Übrigens auch, wenn man die Ansprüche an den Zustand des
Haushaltes zurückschraubt. O-Ton meine Mutter: „Ich verstehe
gar nicht, dass soviele Hausfrauen darauf stolz sind, dass man
bei ihnen vom Fußboden essen könne. Meine Gäste haben diesen
Wunsch noch nie geäußert.“

Mein Reden seit Jahren, Karin.
Bei uns ist es sauber genug, dass keiner krank wird, aber unordentlich genug, um gemütlich zu sein. :smile:
Verständnisvollen Gruß
Eckard

Hallo Anja,
sag mal, hat sich bei Studenten der Zeitaufwand in den letzten Jahren so sehr geändert?
Also ich kenne das noch so, dass Studenten nur selten mehr als einen 8 Stunden-Tag haben. Bleibt also noch jede Menge Zeit um Dir im Haushalt zu helfen, zu putzen, einkaufen, usw.
Wenn eine spätere Erhöhung der Stunden wieder möglich ist und Ihr nicht so sehr auf das Geld schauen müsst kannst Du natürlich die Arbeitszeit reduzieren.
Ich habe mir auch ein Jahr Auszeit genommen als meine Tochter drei Jahre war, ganz einfach weil diese Momente nie wieder kommen. Aber wie gesagt, wenn es nur um die Absolvierung der Hausarbeit geht - da kann ER auch mit anfassen.

Druß D.

vom Fussboden essen [OT]
Alte schwäbische Aussage „Bei dene keet ma vom Fussboda essa“.
Petzis Antwort: „Ja, und bei uns würde man sogar satt werden“

*wink*

Petzi

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Woraus schließt du eigentlich, das der Partner irgend etwas mit der
Tochter zu tun hat?
Oder möglicherweise wohnen sie auch gar nicht zusammen!?

Bin echt gespannt wo du dies alles lesen konntest?

Gruß
Stefan

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Hallo,

ich kann Dich nur zu gut verstehen.
Hier mal ein kleines Rechenbeispiel:
Du arbeitest weniger, verdienst weniger und machst den ganzen Haushalt. Das ist die eine Situation.
Du arbeitest nur etwas weniger, verdienst etwas weniger, und den Rest des Geldes, die Differenz zwischen etwas weniger verdienen und weniger verdienen, gibst Du einfach für eine Putzfrau aus, die Dir den Haushalt halbwegs macht. Somit mußt Du Dich nicht mit diesen unliebsamen Dingen beschäftigen und die Zeit, die Du dann mehr hast, kannst Du Deinem Kind widmen.
Manche sagen jetzt, dann geht man arbeiten, um die Putzfrau zu bezahlen. Aber ehrlich gesagt, wenn Du lieber arbeitest als putzt, dann ist es doch egal für was das Geld weg geht. Weniger hast Du in beiden Fällen, aber Du machst das, was Dir Spaß macht.

Auf der Webseite http://www.byteam.de/ gibt’s ein kostenloses Programm zur Gehaltsberechnung. Wenn Du 20 h weniger arbeitest, also 50 %, gibt’s 50 % vom Gehalt, das kannst Du hier eingeben und Du siehst, was Du netto dabei rausbekommst. So kannst Du Dir ausrechnen, mit wieviel Stunden/Woche Euch das Geld ausreicht.

Und ein kleiner Tipp: Nimm Dir Zeit für Deine Tochter und geniesse es. Die Zeit vergeht viel zu schnell und die Kleinen sind groß…

Grüßle, Salbei

Wer kennt die Fakten?
Hi,

Oder möglicherweise wohnen sie auch gar nicht zusammen!?

Genau das habe ich mich auch die ganze Zeit gefragt. Vielleicht studiert der gute auch in einer anderen Stadt. Oder er ist gerade im Examen und muss eben mal schlappe 10-12 h/Tag lernen. In dem Fall sähe das ganze nämlich wieder anders aus.

Falls es natürlich anders sein sollte, kann er tatsächlich seinen Hintern bewegen und Änne entlasten. Solange sie sich aber dazu nicht äußert, werden wir es nie erfahren.

Gruß
C.

Oh Petzi,

Alte schwäbische Aussage „Bei dene keet ma vom Fussboda essa“.
Petzis Antwort: „Ja, und bei uns würde man sogar satt werden“

jetzt schauen meine Kollegen wieder so doof, weil ich so lachen muss.

Lieben Gruß, Karin

Danke, danke, danke :smiley:

Schön, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt, mir Eure Meinung dazu zu sagen.
Nachdem ich alle Antworten gelesen habe, ist mir eine ganz besonders aufgefallen und trifft die Sache auf den Punkt… nämlich dass die verlorene Zeit mit dem Kind nie wieder aufzuholen ist.

Selbstverständlich schmeisst mein Partner den Haushalt und betreut liebevoll unsere Kleine, wenn er freie Zeit hat.

Und selbstverständlich sind wir so auf das Geld angewiesen, dass wir jeden Pfennig brauchen.
Ich hätte das auch besser ausführen können, aber wollte auch den Text net zu lang werden lassen :wink:

Jedenfalls ist die Entscheidung gefallen, weniger zu arbeiten. Ich denke auch, dass man das finanzielle Defizit mit einem Nebenjob meines Partners ausgleichen kann.

Liebe Grüsse
Änne

Vateranteil
Guten Morgen,
wissen können wir das natürlich nicht.

Oder möglicherweise wohnen sie auch gar nicht zusammen!?

Selbst dann muß der Vater doch irgendetwas zum Unterhalt des Nachwuchses beitragen.

Genau das habe ich mich auch die ganze Zeit gefragt.
Vielleicht studiert der gute auch in einer anderen Stadt. Oder
er ist gerade im Examen und muss eben mal schlappe 10-12 h/Tag
lernen. In dem Fall sähe das ganze nämlich wieder anders aus.

Da muß ich ganz klar sagen: Dann geht die Tochter eben vor und das Examen wird wiederholt. Oder es gibt eine Absprache mit einem klaren Termin, bis dahin bekommt der Student den „Rücken frei“, danach ist er dabei.

kernig