Wenn aus Freundinnen Feindinnen werden

Sie war meine beste Freundin im Studium. Wir haben viel Spass miteinander gehabt, sind durch dick und dünn miteinander gegangen, waren füreinander da.

Vor 3Jahren beendete sie ihr Studium und zog weg, ich blieb an der Uni, um zu promovieren. Wir hielten den Kontakt, telefonierten, besuchten uns ab und zu. Mir fiel nicht auf, dass wir uns beide in verschiedene Richtungen entwickelten.

Sie war unzufrieden mit ihrem Job und kam an mein Institut zum promovieren. Einige fanden das komisch, weil es gar nicht ihrem Fachgebiet entsprach und meinten, sie wolle in Konkurrenz zu mir treten.
Ich freute mich aber darauf, auf tolle Gespräche gemeinsamen Spass usw.

Es war aber nicht mehr wie früher, der gemeinsame Draht war nicht mehr so ganz da. Ich wollte trotzdem an dieser Freundschaft festhalten.
Ausserdem hatte sie noch eine Affäre mit einem Kollegen, mit dem ich auch locker befreundet war, der sich in einer Beziehung befand
und zog mich mithinein. Ich riet ihr davon ab. Der Kollege beendete die Affäre, entschied sich für seine Freundin.

Sie litt ziemlich, versuchte ihm aus dem Weg zu gehen, war etwas sauer, daß ich noch mit ihm redete.
Erst war ich gut genug als seelischer mülleimer, dann fing sie von einem Tag auf den anderen an, sich wieder an ihn ranzuhänhen, gleichzeitig fing sie an sich mir gegenüber unmöglich zu benehmen, was ich mir natürlich auch nicht gefallen lies.
Sie fing langsam an mich auszugrenzen, unseren gemeinsamen Freundeskreis gegen mich aufzuhetzen.
Ich versuchte sie zu einer Aussprache zu bewegen. Sie wich dem aus.

Ich muss dazu sagen, sie ist geselliger als ich, pflegt viel oberflächliche Kontakte, veranstaltet dauernd irgendwelche Partys, zu denen ich nicht mehr eingeladen wurde.
Ich bin zwar auch kein Kind von Traurigkeit, aber da kann ich nicht mithalten, habe so einige Kontakte verloren.

Ich beschloß darauf, sie nur noch als Kollegin zu sehen. Sie höflich unverbindlich zu behandeln und auf private Kontakte zu verzichten. So weit es geht versuche ich sie zu ignorieren.Leider ist das nicht so einfach.

Sie versucht mich ständig von oben herab zu behandeln, wirft spitzen und spielt sich dauernd in den Vordergrund. Ich wehre mich natürlich, halte mich aber vor den Kollegen etwas zurück. Ich will ja auch nicht, dass sie den Zickenalarm ausrufen.

Erst dachte ich, ich bilde mir das nur ein. Aber gestern hat sie vor den Kollegen eine Sache ausgeplaudert, von der ich nicht wollte, dass sie es wissen uns mich dadurch ziemlich gedemütigt. Glücklicherweise haben meine Kollegen prima reagiert und sie stand blöder da als ich.
Ich habe sie hinterher zu Rede gestellt. Sie meinte ich bilde mir das einfach nur ein und bin überempfindlich.

Ich frage mich, was will diese Frau.
Meine Freundschaft will sie nicht, ich ihre auch nicht mehr.
Sieht sich mich, da ich ihre einzige weibliche Kollegin bin als Konkurrenz?
Ist sie neidisch, weil ich eine glückliche Beziehung habe und sie verzweifelt auf Männersuche?

Manchmal bin ich an dem Punkt, dass ich denke, wenn sie Krieg will , kann sie ihn haben. aber eigentlich will ich mich nicht auf dieses Niveau herabbegeben. Ich will einfach nur in Ruhe arbeiten, in einer guten Athmosphäre. Andererseits hat sich die ganze Sache in mir so hochgeschaukelt, daß mich ihre bloße Anwesenheit auf die Palme bringt.
Wie kann ich ihr gelassener begegnen?
Nach außßen hin tu ich zwar als gehe sie mir am A… vorbei, aber innerlich bin ich oft am kochen.

Das letzte mal habe ich sowas im Teenageralter erlebt. Beste Freundinnen, aus denen erbitterte Feindinnen wurden, habe nicht gedacht, dass mir das nochmal passieren kann.

LG

Leandra

Hallo,
manchen Konflikten kann man nicht ausweichen. Egal was ihre Beweggründe sein mögen (die sind mir nach Lesen Deines Textes auch weitgehend unklar), Eure Wege „kreuzen“ sich zu häufig, um sie einfach zu ignorieren. Zudem scheint Deine defensive Haltung sie in ihren Verhalten noch zu bestärken. Ich würde ihr voll und aggressiv kontra bei ihrer nächsten Attacke geben - sozusagen mal deutlich „Krallen zeigen“. Wenn das nicht hilft, gilt es sie sozial zu demontieren, ihre Stellung zu schwächen und sie auszugrenzen.

Gruss
Enno

Hallo Leandra,

was Euch früher verbunden hat, war Eure Unterschiedlichkeit, und jetzt trennt sie Euch.
Unterschiede ziehen sie an, sagt man. Ich kenne das auch aus meiner Schulzeit, da war man Leidensgenosse, und ergänzte sich. Der Ultraleichtvogel zieht den Ernsten aus mancher Depression. Der Ernste holt den Vogel zurück auf die Erde, damit das Ziel nicht aus den Augen verloren wird.
Aber dann zog dieser Vogel aus dem gemeinsamen Revier, ins vermeindliche Paradies…

Sie war unzufrieden mit ihrem Job und kam an mein Institut zum
promovieren. Einige fanden das komisch, weil es gar nicht
ihrem Fachgebiet entsprach und meinten, sie wolle in
Konkurrenz zu mir treten.
Ich freute mich aber darauf, auf tolle Gespräche gemeinsamen
Spass usw.

…was sich als nicht so paradisisch erwies. Sie hätte ja auch woanders hinziehen können. Dass sie deine Nähe gesucht hat, ist kein Zufall, das hat etwas mit dir zu tun, und da zählt nicht nur die Sympathie zu dir. Vielleicht hoffte sie auf das gewohnte Teamarbeiten mit dir. Dabei ist ihr sicher nicht entgangen, dass du bereits deine ersten Lorbeeren geerntet hast, während sie bei Null anfing. Das hat Euch automatisch zu Konkurrentinnen gemacht, ohne das jede von Euch das wahrhaben wollte.

Es war aber nicht mehr wie früher, der gemeinsame Draht war
nicht mehr so ganz da. Ich wollte trotzdem an dieser
Freundschaft festhalten.

Und wenn es beruflich schon nicht so toll läuft, dann gilt es andere Register zu ziehen, was frau so eben drauf hat:

Ausserdem hatte sie noch eine Affäre mit einem Kollegen, mit
dem ich auch locker befreundet war, der sich in einer
Beziehung befand und zog mich mithinein. Ich riet ihr davon ab. Der
Kollege beendete die Affäre, entschied sich für seine Freundin.

Vielleicht auch hat der Kollege den Braten gerochen, dass er nur eine personifizierte Bestätigung werden soll. Und da stand sie da, zurück gewiesen, nicht die gemachte Frau sondern immer noch nur die Freundin einer Erfolgreichen. Sie hat ihr Gesicht verloren.

Sie litt ziemlich, versuchte ihm aus dem Weg zu gehen, war
etwas sauer, daß ich noch mit ihm redete.

In solchen Situationen reagiert man instinktiv, und teilt Personen nur noch in Freunde und Feinde auf. Da wird nicht mehr relativiert. Das wäre ein guter Zeitpunkt für dich gewesen, mit ihr eine Nacht lang über alles zu reden (wenn der Ernste den Vogel auf die Erde holt…:wink:))

Sie fing langsam an mich auszugrenzen, unseren gemeinsamen
Freundeskreis gegen mich aufzuhetzen.
Ich versuchte sie zu einer Aussprache zu bewegen. Sie wich dem
aus.

Neben dir konnte sie nicht mehr bestehen. Sie bemühte sich um ein eigenes Image, allerdings auf deine Kosten.

Ich muss dazu sagen, sie ist geselliger als ich, pflegt viel
oberflächliche Kontakte, veranstaltet dauernd irgendwelche
Partys, zu denen ich nicht mehr eingeladen wurde.
Ich bin zwar auch kein Kind von Traurigkeit, aber da kann ich
nicht mithalten, habe so einige Kontakte verloren.

Weißt du, was ich mit „deinen Kosten“ gemeint habe? Sie will allen beweisen, dass sie vieles besser kann als du, zumindest auf dem menschlichen Sektor. Ihr Trumph im Ärmel ist ihre Geselligkeit.

Ich beschloß darauf, sie nur noch als Kollegin zu sehen. Sie
höflich unverbindlich zu behandeln und auf private Kontakte zu
verzichten. So weit es geht versuche ich sie zu
ignorieren.Leider ist das nicht so einfach.

Das hätte ich an deiner Stelle auch getan.

Sie versucht mich ständig von oben herab zu behandeln, wirft
spitzen und spielt sich dauernd in den Vordergrund. Ich wehre
mich natürlich, halte mich aber vor den Kollegen etwas zurück.
Ich will ja auch nicht, dass sie den Zickenalarm ausrufen.

Fehler. Sie sucht den Zweikampf mit Wertung des Publikums. Wenn du ihre Angriffe meidest, wird irgendwann angenommen, dass du dich nicht wehren kannst, und sie gewinnt dann wirklich Oberwasser. Es würde ein spitzer Verbalpfeil reichen „du bist aber heute wieder gut drauf - immer für eine kleine Unterhaltung gut“, und dann hinterher schweigen. Dann hast du Selbstwert bewiesen und sie gleichzeitig enttarnt. Es gibt keinen vernünftigen Grund, warum sie dich angreift.

Erst dachte ich, ich bilde mir das nur ein. Aber gestern hat
sie vor den Kollegen eine Sache ausgeplaudert, von der ich
nicht wollte, dass sie es wissen uns mich dadurch ziemlich
gedemütigt. Glücklicherweise haben meine Kollegen prima
reagiert und sie stand blöder da als ich.
Ich habe sie hinterher zu Rede gestellt. Sie meinte ich bilde
mir das einfach nur ein und bin überempfindlich.

sie ist sich dessen bewußt, dass sie sich nicht ganz sauber verhält. Was soll sie da groß zu dir sagen? „ja, du hast recht, ich benehme mich unmöglich“?

Ich frage mich, was will diese Frau.
Meine Freundschaft will sie nicht, ich ihre auch nicht mehr.
Sieht sich mich, da ich ihre einzige weibliche Kollegin bin
als Konkurrenz?
Ist sie neidisch, weil ich eine glückliche Beziehung habe und
sie verzweifelt auf Männersuche?

Sie will dich von einem vermeindlichen Sockel schupsen, den sie für sich beansprucht.

Manchmal bin ich an dem Punkt, dass ich denke, wenn sie Krieg
will , kann sie ihn haben. aber eigentlich will ich mich nicht
auf dieses Niveau herabbegeben. Ich will einfach nur in Ruhe
arbeiten, in einer guten Athmosphäre.

Auf einen Krieg würde ich mich nie einlassen, weil es da um Kräfte messen geht, der immer unsportlich verläuft.

Andererseits hat sich die ganze Sache in mir so hochgeschaukelt, daß
mich ihre bloße Anwesenheit auf die Palme bringt.
Wie kann ich ihr gelassener begegnen?
Nach außßen hin tu ich zwar als gehe sie mir am A… vorbei,
aber innerlich bin ich oft am kochen.

Mit deinen Ausweichmanövern schwächst du deine Position nach außen, sowohl im Freundeskreis als auch unter Kollegen. Aber ich glaube, dass es bisher nicht dein Ding war, deine Wut gegen sie einmal an Ort und Stelle rauszulassen, egal wo und wann? Wäre meines auch nicht, aber ich denke manchmal, dass es eine Möglichkeit sein könnte, eine verfahrene Situation aufs richtige Gleis zu bekommen.
Und sie ist auch am kochen. Deine Ruhe bringt sie auf die Palme. So lange du die Ruhige spielst, wird sie dich piesacken. Sie will, dass du deine Haltung verlierst, und so an Würde verlierst, wie sie es mit dem Kollegen verloren hat.

Das letzte mal habe ich sowas im Teenageralter erlebt. Beste
Freundinnen, aus denen erbitterte Feindinnen wurden, habe
nicht gedacht, dass mir das nochmal passieren kann.

Das ist keine Frage des Alters.
Um einen Streit wirst du nicht herum kommen, davon bin ich überzeugt. Aber du hast den Vorteil, dass du am Zug bist, und dass du genau über Ort und Waffen nachdenken kannst. Der Streit sollte nicht unter Zeugen geschehen. Pack sie dir, und erkläre ihr, dass es so nicht weitergehen kann. Du willst ein Gespräch mit ihr, und bestehst darauf - laß sie nicht aus, von wegen du bildest dir das alles ein, das ist hochgradig heimtückisch. Beim Gespräch könntest du sie auch deine Wut spüren lassen, als Beweis, dass du ein ernst zunehmender Gegner sein kannst.
Überlege dir, worauf du hinaus willst: soll sie vom Institut ganz gehen, sich versetzen lassen, dich mit ihr Siezen, keine gemeinsamen Treffs… Deine Zielstrebigkeit wird in dem Moment dein Vorteil sein.
Und dann wird es dir vielleicht besser gehen. Ihre Piesackereien, wenn sie dann noch immer vorkommen, sind Makulatur und berühren dich einfach nicht mehr, wenn du ihr mitgeteilt hast, wie unnötig kränkend sie bisher war. Das Thema könnte dann für dich vom Tisch sein.
Vermutlich habt Ihr untereinander so eine Art 6.Sinn entwickelt. Manches muss nichts gesagt werden, weil man die Empfindungen und Empfindlichkeiten des anderen ahnt (Gestik, Mimik, Worte). Wenn du wirklich Gleichgültigkeit gegen sie empfindest, wird sie das spüren. Und wer weiß, vielleicht zieht dieser Vogel wieder weiter, weil es nichts mehr zu holen gibt.

viele Grüße
grilla

Hallo grilla,

vielen Dank für Dein ausführliches Posting. Es hat mir ein paar interessante Denkansätze gegeben

was Euch früher verbunden hat, war Eure Unterschiedlichkeit,
und jetzt trennt sie Euch.

Früher kamen wir uns gar nicht so unterschiedlich vor.

Der Ultraleichtvogel zieht den Ernsten aus mancher
Depression. Der Ernste holt den Vogel zurück auf die Erde,
damit das Ziel nicht aus den Augen verloren wird.

Wir waren beide eigentlich leichte Vögelchen. Damals waren wir sozusagen ein dynamisches Duo, haben gefeiert bis in die Puppen, Männer verrückt gemacht etc.
Sie ist schon ein Ultraleichtvogel, aber so die Ernste, Stille bin ich auch nicht, obwohl schon etwas bodenständiger las sie.
Genauso ausgiebig wie wir feierten, lernten wir auch. Wir konkurrierten schon miteinander, auf eine anspornende freundschaftliche Art. Wir hatten völlig unterschiedliche Ziele. Ich wollte in die Forschung, sie einen Managerposten in der Wirtschaft. In dieser Hinsicht waren wir wirklich sehr unterschiedlich, ich die Denkerin, sie die Tatkräftige.

Aber dann zog dieser Vogel aus dem gemeinsamen Revier, ins
vermeindliche Paradies was sich als nicht so paradisisch erwies. Sie hätte ja
auch woanders hinziehen können. Dass sie deine Nähe gesucht
hat, ist kein Zufall, das hat etwas mit dir zu tun, und da
zählt nicht nur die Sympathie zu dir.

Damit hast Du wahrscheinlich den Nagel auf den Kopf getroffen. Vor allem, daß sie auf einmal in mein Fachgebiet gegangen ist, was sie früher immer für trockenen Theoriekram gehalten hatte.
Sie hat schneller studiert als ich, als sie damals das Jobangebot bekam, war sie die Erfolgreichere und hat das ziemlich ausgespielt. Ich habs ihr gegönnt, war von dem Geprahle vielleicht etwas genervt.

Vielleicht auch hat der Kollege den Braten gerochen, dass er
nur eine personifizierte Bestätigung werden soll.

Ich glaube sie war wirklich verliebt in ihn. Ich hätte es ihr auch wirklich gegönnt, vor allem da alle ihre vorherigen Beziehungen ein Desaster waren. Naja mit einem liierten Kollegen war das nächste Desaster vorprogrammiert.
Und ich gemeines Miststück besitze zum selben Zeitpunkt die Frechheit mit meinem Freund zusammenzuziehen.

Und da stand sie da, zurück gewiesen, nicht die gemachte Frau sondern immer
noch nur die Freundin einer Erfolgreichen. Sie hat ihr Gesicht verloren.

Als so erfolgreich sehe ich mich gar nicht, ich führe eigentlich ein ganz normales Leben.

Sie litt ziemlich, versuchte ihm aus dem Weg zu gehen, war
etwas sauer, daß ich noch mit ihm redete.

In solchen Situationen reagiert man instinktiv, und teilt
Personen nur noch in Freunde und Feinde auf. Da wird nicht
mehr relativiert. Das wäre ein guter Zeitpunkt für dich
gewesen, mit ihr eine Nacht lang über alles zu reden (wenn der
Ernste den Vogel auf die Erde holt…:wink:))

Ich habe wirklich viel mit ihr geredet, mir ihre Probleme angehört und Ratschläge gegeben. Mein Fehler war vielleicht, nicht zwischen die Fronten geraten zu wollen, ohne zu merken, daß ich schon mitten drin steckte. Ich sah mich als Freundin, als Ratgeberin, nicht als eine der Hauptpersonen.

Weißt du, was ich mit „deinen Kosten“ gemeint habe? Sie will
allen beweisen, dass sie vieles besser kann als du, zumindest
auf dem menschlichen Sektor. Ihr Trumph im Ärmel ist ihre
Geselligkeit.

Das grenzt ja schon fast an Bessenheit von meiner Person. Es kann allerdings wirklich was dran sein. Sie muß immer im Mittelpunkt stehen. Ihr Leben ist eine reine Selbstinzenierung.
Als eine gemeinsame Freundin sie neulich aus vershen mit meinem namen anredete war sie zu Tode beleidigt und redete den ganzen Abend nicht mehr mit ihr.Schon merkwürdig.

Fehler. Sie sucht den Zweikampf mit Wertung des Publikums.
Wenn du ihre Angriffe meidest, wird irgendwann angenommen,
dass du dich nicht wehren kannst, und sie gewinnt dann
wirklich Oberwasser.

Ich lasse mir eigentlich nicht alles gefallen und schieße auch ab und an mal zurück. Allerdings war ich aus Rücksicht auf die kollegen vielleicht zu suptil.Bei manchen Menschen hilft wohl nur der Holzhammer. Wenn das ganze nicht am Arbeitsplatz wäre…

Sie will dich von einem vermeindlichen Sockel schupsen, den
sie für sich beansprucht.

Warum eigentlich? Klint irgendwie ziemlich gestört. sie hatte auch schon mal Depressionen. War eine schlimme Zeit, auch für ihre Umgebung. Sie hat es aber angeblich alleine in den Griff bekommen.

Mit deinen Ausweichmanövern schwächst du deine Position nach
außen, sowohl im Freundeskreis als auch unter Kollegen. Aber
ich glaube, dass es bisher nicht dein Ding war, deine Wut
gegen sie einmal an Ort und Stelle rauszulassen, egal wo und
wann? Wäre meines auch nicht, aber ich denke manchmal, dass es
eine Möglichkeit sein könnte, eine verfahrene Situation aufs
richtige Gleis zu bekommen.

Ich dachte bis jetzt, die beste Strategie wäre, ihr keine Plattform für ihre Selbstdarstellung zu bieten, deshalb habe ich mich zusammengerissen.

Um einen Streit wirst du nicht herum kommen, davon bin ich
überzeugt. Aber du hast den Vorteil, dass du am Zug bist, und
dass du genau über Ort und Waffen nachdenken kannst. Der
Streit sollte nicht unter Zeugen geschehen. Pack sie dir, und
erkläre ihr, dass es so nicht weitergehen kann.

Am Anfang wollte ich ein klärendes Gespräch mit ihr fürhren, sie ist dem ausgewichen, hat tunlichst vermieden mich alleine zu treffen. Du hast recht ich sollte hartneckiger sein.

Überlege dir, worauf du hinaus willst: soll sie vom Institut
ganz gehen, sich versetzen lassen, dich mit ihr Siezen, keine
gemeinsamen Treffs… Deine Zielstrebigkeit wird in dem
Moment dein Vorteil sein.

Das sie geht, werde ich wohl kaum erreichen können.

Vermutlich habt Ihr untereinander so eine Art 6.Sinn
entwickelt.

Da ist vermutlich was dran.

Und wer weiß, vielleicht zieht dieser Vogel wieder weiter, weil es nichts mehr :zu holen gibt.

Na ihren Doktortitel wird sie sich wohl noch holen, denn eins ist sie - zielstrebig.

LG

Leandra

wenn zwei Frauen streiten
Hallo Leandra,

In deinem Ausgangsposting habe ich folgende Sätze gelesen, und…

Ich wehre mich natürlich, halte mich aber vor den Kollegen etwas
zurück. Ich will ja auch nicht, dass sie den Zickenalarm ausrufen.

…es verpaßt noch etwas dazu zu schreiben, obwohl mir das wichtig gewesen wäre.
Zickenalarm ist eine abfällige Wertung, wenn zwei Frauen Streit miteinander haben. Und eigentlich steckt meiner Ansicht nach eine altmodische Einstellung dahinter, dass es für das zarte Geschlecht ungehörig ist Aggressionen zu zeigen, sich feindselig zu geben, seine Meinung auf der Gefühlsebene zu äußern. Wenn schon Streit, dann mit Kalkül (argumentieren, diskutieren, informieren).
Gibt es Zickenalarm bei Männern? Wie unterscheidet sich eine jeweilige Auseinandersetzung zwischen Männer oder Frauen? Ich will jetzt nicht auf die Feministenecke abtrifften. Aber ich möchte darauf aufmerksam machen, dass empfundener Ärger menschlich und nicht nur männlich ist, der in seiner Existenz ruhig von anderen wahrgenommen werden sollte, wenn man seine Postition behaupten möchte.

viele Grüße
grilla

Zickenalarm
Hallo,
in meinen Sprachgebrauch ist das der Streit zweier (oder mehrerer) Frauen, der mit Mitteln oder in einer Art geführt wird, die Männer eher belustigt - evtl. weil die dort gezeigten Aggressionen etwas „ohnmächtiges“ an sich haben. Nicht weil das gegen die weibliche Netiquette verstößt.

Gruss
Enno

Hallo Enno,

in meinen Sprachgebrauch ist das der Streit zweier (oder
mehrerer) Frauen, der mit Mitteln oder in einer Art geführt
wird, die Männer eher belustigt - evtl. weil die dort
gezeigten Aggressionen etwas „ohnmächtiges“ an sich haben.
Nicht weil das gegen die weibliche Netiquette verstößt.

Es ist nichts dagegen zu sagen, wenn Männer über Frauengetue grinsen, und wenn sich Frauen über Männerrangeleien amüsieren. Aber gerade bei dem Ausdruck „Zickenalarm“ habe ich das Gefühl, dass es allzu schnell und gerade von Frauen selbst im Gebrauch ist. Welche Frau ist schon gerne eine Zicke, und verdrückt dann lieber aufkommende Angriffslust, zumal sie selbst für sich erst einmal keine Rechtfertigung findet.
Ja, und wer hat schon beim Streiten immer alles im Griff? Wir sind doch nicht bei der Christiansen im Fernsehen, wenn wir Zoff haben - sprich, Ärger ist eine Emotion, die ihre Eigendynamik entwickeln kann, und von unserem Verstand nicht immer steuerbar ist.
Ich erlaube mir jetzt ein paar Plattheiten, weil ich keine bessere Erklärungen in petto habe:
Männer sind von Haus aus aggressiver und Frauen sind harmoniebedürftiger - was genetisch bedingt ist. So entsprechen aggressive Frauen nicht einem gewohnten Bild, das Klischee einer Liebenswürdigen stimmt nicht mehr, und wird deshalb spontan von Außenstehenden eingeklagt, weil das Bild fremd ist.
Ich bin nicht dafür, dass alle Frauen ihre „Zickigkeit“ ausleben sollen, als Seelenhygiene sozusagen. Doch auf der anderen Seite hat unser Seelenleben keine Leber, die Gifte verarbeitet, Ärger drückt sich immer aus, entweder in einem oder durch einem. Und manchmal kann lang zurückgehaltener Ärger wie ein Gift sein.

viele Grüße
grilla