Wenn der Partner nicht gut zu sich ist, was tun?

Liebes Forum,

heute habe ich mal ein Problem aus meiner Partnerschaft, das mir schon länger Sorge bereitet. Ich achte sehr auf meinen Körper, ich meine damit zB, dass ich genügend trinke, dass ich nach Überanstrengungen Pausen einlege, dass ich genügend Schlaf habe oder zumindest Erholung, wenn es mal ansteht.

Mein Freund ist Handwerker, und ich bewundere ihn für die schönen Dinge, die er herstellen kann. Er arbeitet mit Holz und verschiedensten Materialien. Mittlerweile ist es jedoch so, dass er viel und immer mehr auch für sich selbst tut - Tische bauen, Türen restaurieren etc etc, immer ist er unzufrieden mit dem Geschafften - und er achtet generell schon nicht so auf sich.

Er kann viele Tage bloß 3 - 4 Stunden schlafen und völlig übermüdet sein und immer noch sagen: Nein, ich schlafe genug. Nun befreit er Holz von Lacken, arbeitet mit giftigen Dämpfen und schützt sich weder durch eine Maske noch öffnet er das Fenster. Stundenlang ist er in diesem Zimmer, das schon absolut voll ist mit blauen Dämpfen, mit wird schon nach einigen Minuten übel dort. Er hat durch die viele Arbeit auch in wenigen Monaten plötzlich einige Kilos abgenomen - das interessiert ihn nicht. Seine Freunde, die ihn auch ab und zu sehen, während er arbeitet, sagen auch zu ihm: Mensch, Du musst doch dieses Zeug nicht einatmen, das ist gefährlich! Er hört nicht drauf. Es muss gemacht werden, schluss.

Bei mir ist er ganz anders: Auf mich soll ich aufpassen, gut zu mir sein. Aber er, zu sich… o je!!!

Ich habe langsam Angst um ihn. Ich habe ihm das auch gesagt, aber er bagatellisiert meine Sorge und meint, es wäre alles ungefährlich.

Ich möchte nun nicht wie eine Mutti ständig hinter ihm her sein - das finde ich nicht in Ordnung und ausserdem würde es nichts ändern. Ich achte eben sehr auf Gesundheit und manchmal befürchte ich, dass ich genau dadurch bei ihm das Gegenteil auslöse. Ich möchte ihn auch nicht nerven, nicht verbiegen. Aber es ist schrecklich, zu sehen, welchen Gefahren er sich immer und immer wieder aussetzt und zu wissen, dass es nichts nützt, irgend etwas zu sagen. Einmal hat er sogar auf dem Dach gearbeitet, bei Regen, und völig ungesichert.

Bitte sagt mir doch eure Meinung dazu! Vielleicht seid ihr auch schon lange in einer Beziehung und/ oder kennt ähnliches? Wie geht man konstruktiv damit um?

Gruß
Kassandra

Hallo Kassandra

Wie geht man konstruktiv damit um?

Aussichtslos - leider.
Ich könnte jetzt lauter schöne belanglose und absolut wirkungslose Vorschläge dabieten, aber - wiegesagt.
Wir haben ja alle unsere Akzentuierungen in der Persönlichkeit. Ich habe über Jahrzehnte immer wieder, insbesondere bei den eher schizoid akzentuierten Persönlichkeitstypen (häufig Männer, die technisch oder handwerklich sehr gut sind), gesehen, dass diese kein wirklich gutes Verhätnis zu ihrer eigenen Person, insbesondere zu ihrem Körper, haben.
So hart das klingt, aber du kannst es nur akzepteiren oder eben weg gehen.
Gruß,
Branden

Bitte sagt mir doch eure Meinung dazu! Vielleicht seid ihr
auch schon lange in einer Beziehung und/ oder kennt ähnliches?
Wie geht man konstruktiv damit um?

Das klingt alles nach einer Überbesorgnis deiner(eurer)seits.

Es gab im Mittelalter Menschen, die sich während großer Pest oder Seuchengefahren, unbeeinfllußt vom Geschehen durch die Kranken bewegen konnte, ohne daß sie selbst dabei krank wurden. Andere wurden allein in ihren abgeschlossenen Zimmern krank.

Was heißt das? Ob wir krank oder nicht krank werden, hängt nicht zuletzt von unserer psychologlischen Beschaffenheit ab. Diese differiert natürlich von Mensch zu Mensch und so darfst du die deine, nicht auf andere projezieren wollen.

gruß
rolf

hallo du,

ich bin zwar weder forum noch lieb, möchte dir aber trotzdem antworten.

Ich achte sehr auf meinen
Körper, ich meine damit zB, dass ich genügend trinke, dass ich
nach Überanstrengungen Pausen einlege, dass ich genügend
Schlaf habe oder zumindest Erholung, wenn es mal ansteht.

optimal wäre es, wenn auf die körperliche UND die geistige gesundheit geachtet würde. die meisten menschen tun entweder das eine oder das andere - und manche auch nichts von beidem. ändern kannst du andere sowieso nicht, sondern nur dich selbst.

schöne grüße
ann

Liebe Kassandra,

mal abgesehen von allen psychologischen Faktoren, die ich nicht weiter beurteilen kann und möchte, sehe ich hier die Möglichkeit einer Lösungsmittelabhängigkeit durchschimmern:

Er kann viele Tage bloß 3 - 4 Stunden schlafen und völlig
übermüdet sein und immer noch sagen: Nein, ich schlafe genug.
Nun befreit er Holz von Lacken, arbeitet mit giftigen Dämpfen
und schützt sich weder durch eine Maske noch öffnet er das
Fenster. Stundenlang ist er in diesem Zimmer, das schon
absolut voll ist mit blauen Dämpfen, mit wird schon nach
einigen Minuten übel dort. Er hat durch die viele Arbeit auch
in wenigen Monaten plötzlich einige Kilos abgenomen - das
interessiert ihn nicht. Seine Freunde, die ihn auch ab und zu
sehen, während er arbeitet, sagen auch zu ihm: Mensch, Du
musst doch dieses Zeug nicht einatmen, das ist gefährlich! Er
hört nicht drauf. Es muss gemacht werden, schluss.

Geht das schon lange so, kannst Du da eventuell einen Zusamenhang erkennen?

Einmal hat er sogar auf dem Dach
gearbeitet, bei Regen, und völig ungesichert.

Sowas kommt nun bei Männern öfter vor. Unnützer Wagemut ist leider eine typisch männliche Eigenschaft.

mfg Nemo

Hallo Kassandra,

deine Sorgen ringen mir gehörigen Respekt ab. Ganz klar, dass Dein Freund eine Schacke hat, wenn ihm nicht bewusst ist, dass er sich idealer Weise genauso verantwortlich für Dich fühlen sollte. Aber nach den geschilderten Umständen, scheint jeder auf seine Weise das allgemeine Bedauern auf sich zu ziehen. Ich sehe als möglichen Grund für Deine unzufrieden stellende Situation, dass Dein Bemühen zu kopflastig sein könnte. Wenn ihm an Deiner Gesundheit so viel gelegen sein sollte, empfhielt es sich, dass Du nicht nur an seinen Ergebnisssen sondern auch an den darin steckenden Herstellungsschritten direkteren Anteil als bisher nimmst. Bring ihm was schönes vorbei. Ermuntere ihn. Zeig Dich humorvoll. Kleine Streicheleinheiten. Natürlich eher im Sinne einer dosierten Gewohnheit als einer effekterhaschenden Überraschung. Wenn er sich dabei unwillkürlich um Dein besonderes Wohlergehen sorgen sollte, dürfte das ihm ebenso zu Gute kommen. Das wär´s doch. Und selbst schön den Überblick behalten.

guvo

hi,

es könnte sein, dass dein partner die zuwendung durch deine ansprachen und kommentare genießt. er wird also vielleicht sein verhalten deswegen behalten, weil du dich dann um ihn kümmerst. vielleicht hat er auch ein überhohes bedürfnis nach lob.

probiere, sein schädliches verhalten ÜBERHAUPT NICHT mehr zu kommentieren oder darauf zu reagieren, dann ist die wahrscheinlichkeit, dass es nicht weiter übertrieben wird, größer.

und: gehe z.b. essen mit ihm oder macht etwas anderes schönes zusammen, lobe ihn ernsthaft und aufrichtig für das, was dir an ihm WIRKLICH gefällt, er will wahrscheinlich zuwendung und beachtung von dir. klar, du bekommst sie wahrscheinlich auch nicht von ihm, aber wollt ihr euch in einen kindlichen streit, wer angefangen hat, verwickeln?

Hi alpha,

probiere, sein schädliches verhalten ÜBERHAUPT NICHT mehr zu
kommentieren oder darauf zu reagieren, dann ist die
wahrscheinlichkeit, dass es nicht weiter übertrieben wird,
größer.

Ja, das wäre ein e Idee, wie ich damit umgehen kann. Vielen Dank.

klar, du bekommst sie wahrscheinlich auch
nicht von ihm, aber wollt ihr euch in einen kindlichen streit,
wer angefangen hat, verwickeln?

Diesen Absatz verstehe ich nicht. Was für ein Streit? Angefangen? Aufmerksamkeit er - mir - ich ihm? Das war kein Thema, ich weiß nicht, warum Du die Schlussfrage stellst. Egal.

Kassandra.

Hi,

wenn ihm nicht bewusst ist, dass
er sich idealer Weise genauso verantwortlich für Dich fühlen
sollte.

Nein, das soll er auf keinen Fall. Idealerweise bin ich für mich und er für sich verantwortlich.

Aber nach den geschilderten Umständen, scheint jeder

auf seine Weise das allgemeine Bedauern auf sich zu ziehen.

Das verstehe ich nicht. sorry…

Kassandra

Hi,

optimal wäre es, wenn auf die körperliche UND die geistige
gesundheit geachtet würde. die meisten menschen tun
entweder das eine oder das andere - und manche
auch nichts von beidem.

Hallo, auf meinen Geist achte ich auch, das hat aber den Rahmen des Themas gesprengt/ war nicht der Ansatzpunkt

ändern kannst du andere sowieso nicht,

sondern nur dich selbst.

Mir ging es nicht darum, ihn zu ändern, sondern, wie ich im Posting geschrieben habe, wie ich konstruktiv mit dieser Situation umgehe.

Kassandra

Hallo,

Das klingt alles nach einer Überbesorgnis deiner(eurer)seits.

Danke für Deine Anregung - da kannst Du (meinerseits überbesorgt) recht haben! Ich muss das mal überdenken!

Diese differiert natürlich von Mensch zu Mensch und so darfst
du die deine, nicht auf andere projezieren wollen.

Ok, ja, das ist wahr.
Danke
Kassandra

Hallo,

Aussichtslos - leider.

das glaub ich auch…

Ich habe über Jahrzehnte immer wieder,

insbesondere bei den eher schizoid akzentuierten
Persönlichkeitstypen (häufig Männer, die technisch oder
handwerklich sehr gut sind), gesehen, dass diese kein wirklich
gutes Verhätnis zu ihrer eigenen Person, insbesondere zu ihrem
Körper, haben.

Jammerschade, mensch. Seufz!!!

So hart das klingt, aber du kannst es nur akzepteiren oder
eben weg gehen.

Naja, weggehen ist nicht :smile: - das nun wirklich nicht! Akzeptieren lernen… (ist bloß gar nicht so einfach :smile: ).
Danke,

Kassandra

hallo kassandra,

Mir ging es nicht darum, ihn zu ändern, sondern, wie ich im
Posting geschrieben habe, wie ich konstruktiv mit dieser
Situation umgehe.

das kannst letztlich nur du entscheiden. nur du wirst die grenze kennen, bis zu der du das mitmachst.

die formel lautet ganz einfach: er entscheidet, was er mit seinem körper/seiner gesundheit tut und du entscheidest, wie lang du das mit ansiehst.

schöne grüße
ann

Hallo, Ann

die formel lautet ganz einfach: er entscheidet, was er
mit seinem körper/seiner gesundheit tut und du
entscheidest, wie lang du das mit ansiehst.

gut ausgedrückt :smile:
vielen Dank
Kassandra

Hallo Kassandra,

Idealerweise bin ich für mich und er für sich verantwortlich.

Okay. Dann würde die Lösung darin bestehen, dass idealerweise jeder sich selbst hilft. Das erklärt aber nicht, was uns dazu veranlasst, Beziehungen, ziemlich schwierige mitunter, einzugehen.

guvo

Hallo guvo,

Das erklärt aber nicht, was uns dazu
veranlasst, Beziehungen, ziemlich schwierige mitunter,
einzugehen.

Vielleicht verstehst Du mich falsch. Das war gar kein Ausgangspunkt und gar keine Frage meinerseits. Es ging mir um den Umgang mit einer aktuellen Situation.

Gruß
Kassandra

Ja gut, entschuldige bitte.

)guvo

probiere, sein schädliches verhalten ÜBERHAUPT NICHT mehr zu
kommentieren oder darauf zu reagieren, dann ist die
wahrscheinlichkeit, dass es nicht weiter übertrieben wird,
größer.

Huhu,

das hat bei mir auch mal funktioniert.
Mein Exfreund kokettierte damit, möglichst ungesund und wenig zu essen. Wenn ich dann abends kam, saß er demonstrativ mit einer halben Bratwurst und kalten Pommes da und erzählte mir sofort „das ist mein erstes Essen heute“. Und am nächsten Tag dann „Ich hab schon wieder zwei Kilo abgenommen“.

Gutes Zureden, Mitleid, Vernunftappelle, Füttern…hat alles nicht geholfen, erst nachdem ich seinen gesamten Verdauungsvorgang gar nicht mehr kommentiert habe, hörte das irgendwann wieder auf.

Selbstredend, dass man bei „richtigen (psychischen)Krankheiten“ damit nicht so gut fährt.
Wenn ich mir nicht absolut sicher gewesen wäre, dass mein Freund in keinster Weise essgestört war (nämlich immer dann normal gegessen hat, wenn ich nicht dabei war), hätte ich natürlich schon reagiert.
Aber bei Verdacht auf „der will nur Aufmerksamkeit“ halte ich ignorieren für eine prima Strategie.

Grüße
Sonja

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