Wenn kinder sich verändern

ist das wirklich so schlimm für eltern?

ich bin 24 und hab mich seit einem reichlichen jahr sehr verändert: ich hab 10 kg abgenommen, fahre viel rad, bin auch sonst recht aktiv geworden, ernähre mich „gesünder“…
ja, mehr fällt mir grad nicht ein.

alles hat mit meinem ersten und jetzigen freund angefangen. meine eltern mögen ihn, aber nur von ferne. er ist nicht der idealfall für sie, aber es ist klar, dass es den ja eh nie gibt. wir waren immer eine sehr enge familie. ich habe bis ins erwachsnenalter gerne unternehmungen mit meinen eltern gemacht (also nicht so typisch teenie…). tja, und nun bin ich plötzlich nur im doppelpack anzutreffen. mein freund gehört nicht zur familie. ihnen ist es lieber, wenn sie mich mal allein antreffen.

immer wieder sagt meine mutter mir, wie fremd ich ihr geworden bin. sie hat den eindruck, dass ich mich vollkommen von ihnen abwende. und daran ist natürlich mein freund schuld (wobei es keine wirklichen anschuldigungen ihrerseits gibt).

alles was ich jetzt aus überzeugung tu, sehen meine eltern als ergebnis meiner beziehung und fühlen sich verletzt, weil es ihrem lebensstil manchmal so wenig entspricht.

und mir wiederum tut es weh zu sehen, dass sie ein so großes problem damit haben. ich möchte ihnen nicht wehtun, aber ich möchte mein eigenes leben führen. es gelingt ihnen nicht meine veränderungen nicht als „anti-haltung“ zu interpretieren. sie haben ihr leben und ich meins und dass ich manches anders mache, heißt doch nicht, dass ich sie ablehne… und ich denke, dass sehr vieles auch geblieben ist (aber man sieht eben immer nur die veränderungen)…

nun habe wir (mein freund und ich) beschlossen auszuziehen aus der wohnung im haus meiner eltern. bisher haben wir quasi zur hälfte drin gewohnt (immer abwechselnd bei ihm und bei mir). wir wollen endgültig zusammenziehen und es könnte problematisch werden, wenn wir in dieser wohnung zusammen ziehen würden.

für mich ist das ein schritt zurück. ich muss nach einem jahr erneut eine wohnung einrichten (streß), geräte kaufen, möbel etc. ich verliere den luxus eines „eigenen“ gartens mit obst usw. ich bin weiter weg für meine eltern und die alte wohnung ist im preis-leistungsverhältnis mit dem wohnungsmarkt ringsum ebenfalls ein glücksfall…
all das soll/will ich also aufgeben um abstand zu gewinnen, der meinen eltern wehtut.

fazit: ich hab an jeder anderen wohnung alles mögliche auszusetzen, sehe immer nur die nachteile. es fällt mir so unendlich schwer. entscheidungen schieb ich vor mir heran… ist es wirklich der richtige weg???

ich bin so am zweifeln. möchte einfach nur, dass alle glücklich und zufrieden sind, aber alles was ich tu ist nicht richtig…

immer wieder halte ich mir den spruch vor augen:
„allen menschen recht getan, ist eine kunst die niemand kann“
aber es tut verdammt weh, bewußt so zu handeln, dass das den eltern wehtut. aber gibt es denn einen anderen weg???

Hallo

ist das wirklich so schlimm für eltern?

Das machen alle Eltern mal durch!

alles hat mit meinem ersten und jetzigen freund angefangen.
meine eltern mögen ihn, aber nur von ferne. er ist nicht der
idealfall für sie, aber es ist klar, dass es den ja eh nie
gibt. wir waren immer eine sehr enge familie. ich habe bis ins
erwachsnenalter gerne unternehmungen mit meinen eltern gemacht
(also nicht so typisch teenie…). tja, und nun bin ich
plötzlich nur im doppelpack anzutreffen. mein freund gehört
nicht zur familie. ihnen ist es lieber, wenn sie mich mal
allein antreffen.

Du bist „erwachsener“ geworden, lebst jetzt so langsam dein Leben mit deinem Partner!

immer wieder sagt meine mutter mir, wie fremd ich ihr geworden
bin. sie hat den eindruck, dass ich mich vollkommen von ihnen
abwende. und daran ist natürlich mein freund schuld (wobei es
keine wirklichen anschuldigungen ihrerseits gibt).

alles was ich jetzt aus überzeugung tu, sehen meine eltern als
ergebnis meiner beziehung und fühlen sich verletzt, weil es
ihrem lebensstil manchmal so wenig entspricht.

und mir wiederum tut es weh zu sehen, dass sie ein so großes
problem damit haben. ich möchte ihnen nicht wehtun, aber ich
möchte mein eigenes leben führen. es gelingt ihnen nicht meine
veränderungen nicht als „anti-haltung“ zu interpretieren. sie
haben ihr leben und ich meins und dass ich manches anders
mache, heißt doch nicht, dass ich sie ablehne… und ich
denke, dass sehr vieles auch geblieben ist (aber man sieht
eben immer nur die veränderungen)…

nun habe wir (mein freund und ich) beschlossen auszuziehen aus
der wohnung im haus meiner eltern. bisher haben wir quasi zur
hälfte drin gewohnt (immer abwechselnd bei ihm und bei mir).
wir wollen endgültig zusammenziehen und es könnte
problematisch werden, wenn wir in dieser wohnung zusammen
ziehen würden.

für mich ist das ein schritt zurück. ich muss nach einem jahr
erneut eine wohnung einrichten (streß), geräte kaufen, möbel
etc. ich verliere den luxus eines „eigenen“ gartens mit obst
usw. ich bin weiter weg für meine eltern und die alte wohnung
ist im preis-leistungsverhältnis mit dem wohnungsmarkt ringsum
ebenfalls ein glücksfall…
all das soll/will ich also aufgeben um abstand zu gewinnen,
der meinen eltern wehtut.

fazit: ich hab an jeder anderen wohnung alles mögliche
auszusetzen, sehe immer nur die nachteile. es fällt mir so
unendlich schwer. entscheidungen schieb ich vor mir heran…
ist es wirklich der richtige weg???

ich bin so am zweifeln. möchte einfach nur, dass alle
glücklich und zufrieden sind, aber alles was ich tu ist nicht
richtig…

immer wieder halte ich mir den spruch vor augen:
„allen menschen recht getan, ist eine kunst die niemand kann“
aber es tut verdammt weh, bewußt so zu handeln, dass das den
eltern wehtut. aber gibt es denn einen anderen weg???

Es hört sich ein wenig nach "nicht loslassen " an , aber es ist völlig normal, das Kinder irgendwann mal ihren eigenen Weg gehen müssen!
Zieh mit deinem Freund in eine gemeinsame Wohnung, richtet euch dort euer Nest ein.
Du wirst sehen, das Verhältnis mit deinen Eltern wird sich wieder normalisieren!!!
Mit deinem Auszug tust du deinen Eltern auch nicht weh, bist du Einzelkind? Oder die einzigste Tochter?

Lasst es euch gut gehen
Manu

Hallo July,

würdest du ausziehen bzw. mit deinem Freund zusammenziehen, wenn deine Eltern mit ihm einverstanden wären?
Ein bisschen komme ich beim Lesen deines Postings durcheinander. Du schreibst von deiner körperlichen Veränderung bei der ich ahne, dass du dafür auch Bestätigung bekommst. Was lehnen deine Eltern an deinem Freund ab, wenn er doch guten Einfluß auf dich hat? Nur Eifersucht als Grund für die Ablehnung? Deine Mutter hat ein Gefühl von Fremdheit, wenn sie mit dir zusammen ist. Das hat doch an erster Stelle mit dir und deinem Verhalten zu tun, nicht mit dem Freund. Kannst du das nicht zwischen ihr und dir klären?
Wenn du nun durch einen komplett anderen Lebensstil präsentierst, nicht mehr als Küken im Nest sondern mit einem Mann an deiner Seite, dann ist es nicht erstaunlich, wenn deine Eltern damit ihr Problem haben. Ich würde das wertfrei sehen, und versuchen ihre Reaktionen eine Weile hinnehmen, damit sie sich daran gewöhnen können. Je selbst verständlicher du mit deinen neu erworbenen Perspektiven umgehst, umso fragwürdiger wird ihre „entweder-oder“-Erwartung sein. Denn du kannst sehr wohl weiterhin ihre Tochter bleiben, und trotzdem deinen eigenen Lebensstil schaffen.

Aber folgendes verstehe ich nicht:

nun habe wir (mein freund und ich) beschlossen auszuziehen aus
der wohnung im haus meiner eltern.
für mich ist das ein schritt zurück.

Du willst das Flügge-werden und den Wohlstand-genießen gleichzeitig haben? Die meisten Menschen müssen klein anfangen, wenn sie aus dem Elternhaus ausziehen, und machen ihre Erfahrungen mit WGs oder möblierten Wohnklos. Doch, wenn alles normal und gut geht, verbessert sich diese Lebensqualität zusehens. Aber die vielen neu gewonnenen Freiheiten, die es ohne Eltern gratis gibt, sind von Anfang an wohltuend.

aber es tut verdammt weh, bewußt so zu handeln, dass das den
eltern wehtut. aber gibt es denn einen anderen weg???

Vielleicht verschätzt du dich bei dem Schmerz deiner Eltern?! Und wenn ihnen der Abnabelungsprozess wirklich wehtut, dann ziehe dein Vorhaben jetzt durch, weil du es nur aufschieben kannst, wenn du nicht bis zum Lebensende bei deinen Eltern bleiben willst. Im Endeffekt hast du doch nur zwei Möglichkeiten, bleiben oder gehen. Wenn du gehst, dann laß deinen Eltern die Muse damit zurecht zu kommen, zieh dir nicht jeden Schuh an von wegen „du hast Schuld, weil…“, und stehe zu deiner Entscheidung mit allen dazugehörigen Konsequenten.
Selten verlaufen Veränderungen im Leben ohne Komplikationen. Auszug aus dem Elternhaus gehört dazu.

Gruß!
Carola

Hallo July,
ich erlebe das, was du beschreibst, gerade von der „anderen“ Seite aus.
Mein Sohn wird bald 21 und so langsam löst er sich vom Elternhaus. Wir haben noch immer eine recht enge Bindung zueinander und mögen uns sehr.
Aber das Zentrum seines Lebens verlagert sich zunehmend in Richtung außerfamiliärer Aktivitäten, seine Freunde, sein Studium, seine Freundin nehmen immer zentralere Positionen in seinem Leben ein, während wir, die Eltern, mehr und mehr an die Peripherie rücken. An den Details seines Lebens haben wir längst nicht mehr im gleichen Maße teil wie früher.

Meine Frau spürt das als Verlust, obwohl er sich Mühe gibt, es ihr leicht zu machen und sich ihr sehr widmet. Und auch ich vermisse die Nachmittage, an denen wir miteinander „Männergespräche“ führten oder einfach vor dem Haus saßen und „die Leute vorbeiguckten“ oder im Garten werkelten.

Demnächst wird er vielleicht mit seiner Freundin zusammen ziehen wollen und wir werden noch weniger von ihm sehen.

Aber so ist das eben. Erwachsene Kinder müssen ihre eigenen Wege gehen, ihre eigenen Erfahrungen machen (und leider auch ihre eigenen Fehler). Wir als Eltern können nur noch von Ferne zusehen und mit gutem Rat - wenn er denn gewünscht wird - helfen. Wir haben sie auf die Schiene gesetzt, ihnen die Weichen und Signale erklärt und können nun nur noch hoffen, dass sie den richtigen Weg finden.

Ich sehe in deiner „Abnabelung“ vom Elternhaus einen normalen Prozess, der noch dazu sanfter und für alle Seiten nervenschonender abläuft als in vielen anderen Familien, wo dies dann mit Zank und Krach einhergeht.

Du möchtest deinen Eltern den Trennungsschmerz ersparen, das ist lieb von dir, aber so ganz ohne Schmerz und das Gefühl des Verlustes geht das nun mal nicht - und du selbst spürst ja auch diesen Schmerz. (und wenn es nur der Garten ist, den du vermißt :smile:

Geh deinen Weg, aber halte den Kontakt mit deinen Eltern so eng wie es nötig und möglich ist und beziehe sie in deine Überlegungen und Entscheidungen mit ein. Höre dir ihre Ratschläge an, aber mache letztendlich das, was dir selbst als richtig erscheint.

Keine Sorge, Du bleibst die Tochter deiner Eltern (einen entsprechenden Thread dazu gibts im "Grufti-Brett :smile: Mach auch das deinen Eltern klar.

Dass sie deinen Freund mit ein wenig vorsichtiger Zurückhaltung behandeln ist nicht weiter verwunderlich. Da spielt sicher etwas Eifersucht mit. Schließlich teilt er nun mit dir Gemeinsamkeiten, während es früher fast ausschließlich deine Eltern waren, mit denen du deine Freuden und Leiden geteilt hast.

Also - alles im grünen Bereich. Was du jetzt erlebst, passiert fast jedem. Die Alternative wäre, dass du als alte Jungfer immer noch die Füße unter Papas Tisch streckst :wink:

Liebe Grüße
Eckard

Hallo July

Eckard hat aus persönlicher Sicht so formuliert, wie ich es mir nicht
passender vorstellen könnte. Deshalb von meiner Seite nur noch ein
kleiner Hinweis:

Du tust Dich schwer, aus dem „Hotel Mama“ (im weiteren Sinne)
auszuziehen. Die Abwägungen, die Dich zum Grübeln bringen, scheinen
mir vor allem materiell begründet.

Was bleibt an Zweifeln, wenn Du diese Dinge ausser Acht lässt? Wenig,
denn Du hast Dich in Deiner Lebensweise schon ziemlich losgelöst von
Deinen Eltern, meine ich.

Es geht jetzt nur noch um räumliche Trennung, die Du früher oder
später sowieso vollziehn wirst.

Alles Gute
Heinz

Hallo July,

ist das wirklich so schlimm für eltern?

ja
aber das ist ihr Problem, nicht deins

alles hat mit meinem ersten und jetzigen freund angefangen.

Das Nesthäkchen, welches von heuzte auf morgen sich ändert. Das kann ja nur der Freund ‚verbrechen‘.

immer wieder sagt meine mutter mir, wie fremd ich ihr geworden
bin. sie hat den eindruck, dass ich mich vollkommen von ihnen
abwende.

Nimm dies zur Kenntnis, aber lass Dir/deinen Freund nicht die Schuld in die Schuhe schieben !

und daran ist natürlich mein freund schuld (wobei es
keine wirklichen anschuldigungen ihrerseits gibt).

schon klar, dass dies mehr zwischen den Zeilen kommt (früher/vor zwei Jahren/während deiner lehre/…)

alles was ich jetzt aus überzeugung tu, sehen meine eltern als
ergebnis meiner beziehung und fühlen sich verletzt,

weil Töchterchen nicht mehr den Eltern gehorcht

und mir wiederum tut es weh zu sehen, dass sie ein so großes
problem damit haben.

Hallo July, du bist nicht für das Wohlergehen deiner Eltern verantwortlich (ausser du tust ihnen wirklich was böses-was man aus deinenPostings nicht so entnehmen kann)!

ich möchte ihnen nicht wehtun, aber ich möchte mein eigenes leben
führen.

Warum steht hier ein ‚aber‘ und kein ‚und‘ ?

es gelingt ihnen nicht meine
veränderungen nicht als „anti-haltung“ zu interpretieren. sie
haben ihr leben und ich meins und dass ich manches anders
mache, heißt doch nicht, dass ich sie ablehne…

richtige Einstellung deinerseits, für die Erziehung deiner Eltern bist Du nicht qualifiziert !

nun habe wir (mein freund und ich) beschlossen auszuziehen aus
der wohnung im haus meiner eltern.

Gratulation, da scheint dein letztes Posting und unsere Antworten doch ws bewirkt zu haben.

für mich ist das ein schritt zurück. ich muss nach einem jahr
erneut eine wohnung einrichten (streß), geräte kaufen, möbel
etc. ich verliere den luxus eines „eigenen“ gartens mit obst
usw. und die alte wohnung ist im preis-leistungsverhältnis mit dem
wohnungsmarkt ringsum ebenfalls ein glücksfall…

Und was gewinnst Du ?
Und hör auf zu jammern wg. Preis-Leitungv-Vrhältnis. In Sachsen -auch in DD- sind die Mieten sehr gut! Hast Du Bekannte in München ?

ich bin weiter weg für meine eltern

statt 10m jetzt 1500 m
wie bist du denn unterwegs ? musst du die Strecke bis zu deinen Eltern unbedingt robbend zurücklegen oder geht es auch mit denm Fahrrad ? Es ist doch egal ob man am Sonntag auf den überfüllten Elbwiesen radelt oder durch die nebenstrasse zu den Eltern. Beides sind km, die man in angenehmer Umgebung verbringen kann.

fazit: ich hab an jeder anderen wohnung alles mögliche
auszusetzen, sehe immer nur die nachteile.

Klar, du lädst Dir die Schuld für die reaktion deiner Eltern auf Dich. Hast Angst es könnte schlimmer werdenund willst daran nicht Schuld sein. Richtig so, denn du bist es nicht.

entscheidungen schieb ich vor mir heran…

Wenn man mental/emotional noch nicht so weit ist, reagiern viele Menschen so.

ist es wirklich der richtige weg???

aus (eigener) Erfahrung: JA

ich bin so am zweifeln. möchte einfach nur, dass alle
glücklich und zufrieden sind,

TOLL! Wenn können wir uns mal treffen ? Ich hab da nämlich auch noch einm Problemchen…

aber alles was ich tu ist nicht richtig…

Hat Dich dein Freiund mit deiner besten Freundin betrogen und anschliessend verlassen ? Bist Du enterbt ? Hat Dich dein Chef gekündigt? Hat man Dir dein Fahrrad geklaut ?

immer wieder halte ich mir den spruch vor augen:
„allen menschen recht getan, ist eine kunst die niemand kann“

Der Spruch stimmt keinesfalls nicht!

aber es tut verdammt weh, bewußt so zu handeln, dass das den
eltern wehtut. aber gibt es denn einen anderen weg???

Nö.

Ein Tip für die Zeit nach dem Ausziehen.

und ich denke, dass sehr vieles auch geblieben ist (aber man sieht
eben immer nur die veränderungen)…

Schaffe feste Bezugspunkte für deine Eltern. Dies kann der Telefonanruf (1-3mal die Woche) sein, der gemeinsame Ausflug nach pillnitz/Grossen Garten mit anschliesendem Eisessen, die Einladung zum Mittagessen bei Euch (Mama ist sicher stolz, das Töchterchen, nicht nur Nudeln rot-weiss auf den Tisch bringen kann).

Wie geht denn eigentlich dein Vater mit der Situation um. Du schreibst ja konkret nur von deiner Mutter.

Ciao maxet.
P.S.: Die FeldWaldschlösschenbrücke soll ja nun doch kommen…
P.P.S.: Irgendwie merk ich mir das immer über das Bier …

Hallo July

Die unteren Antworten sind gut, da kann ich nichts hinzufuegen. Aber
mir fiel dieses schoene Lied von Cat Stevens ein, ich hoffe, du hast
beim Lesen seinen Gesang im Ohr (und nicht das Gejaule moderner
Coverversionen). Vielleicht kann dir die Poesie etwas geben und der
Gedanke, dass es nur the same old story ist.

Gruss, Tychi

It’s not time to make a change
Just relax, take it easy
You’re still young, that’s your fault
There’s so much you have to know
Find a girl, settle down
If you want you can marry
Look at me, I am old but I’m happy

I was once like you are now
And I know that it’s not easy
To be calm when you’ve found something going on
But take your time, think a lot
Think of everything you’ve got
For you will still be here tomorrow
But your dreams may not

How can I try to explain
When I do he turns away again
And it’s always been the same, same old story
From the moment I could talk
I was ordered to listen
Now there’s a way and I know
That I have to go away
I know I have to go

It’s not time to make a change
Just sit down and take it slowly
You’re still young that’s your fault
There’s so much you have to go through
Find a girl, settle down
If you want you can marry
Look at me, I am old but I’m happy

All the times that I’ve cried
Keeping all the things I know inside
And it’s hard, but it’s harder to ignore It
If they were right I’d agree
But it’s them they know not me
Now there’s a way and I know
That I have to go away
I know I have to go

vielen dank für eure antworten…
@manou:
> Mit deinem Auszug tust du deinen Eltern auch nicht weh, bist du Einzelkind? Oder die einzigste Tochter?

nein, eigentlich nicht. meine mutter war jedoch ein einzelkind und hatte zu ihrer mutter ein sehr enges und inniges verhältnis und ich denke, dass sie sich dieses verhältnis auch zu uns (meinem bruder und mir) gewünscht hat. auch wenn es sicherlich nicht „optimal“ ist.

@carola:
> Was lehnen deine Eltern an deinem Freund ab, wenn er doch guten Einfluß auf dich hat?

„guter einfluss“ ist relativ. für meinen vater bin ich ein fanatischer öko geworden (um es mal krass auszudrücken). sie lehnen ihn ja auch nicht komplett ab, aber sie haben den eindruck, dass ich mich wie ein fähnlein im wind drehe. da kommt also einer daher, der gern sport macht und sich bewußt ernährt etc. und schon mach ich das auch.
dass es für mich schon weit früher diese tendenzen in die gleiche richtung gegeben hat, fällt ihnen schwer sich vorzustellen. nur ist es einfacher sowas im eigenen haushalt umzusetzen als zu zeiten, als ich noch direkt in meine familie integriert war. deshalb sieht es jetzt so aus, als ob ich erst jetzt auf die ideen gekommen bin…

> Kannst du das nicht zwischen ihr und dir klären?

versuche ich ja. aber irgendwie hat sie recht… jetzt, wo ich die wahl habe, ziehe ich den abstand zu meinen eltern doch manchmal vor. ich hab ehrlich gesagt genug von den launen meines vaters. das soll nicht anklagend sein oder so, nur bin ich an einem punkt an dem ich diesen streß nicht mehr will. und da diese launen relativ unberechenbar sind, kann es schon sein, dass ich manchmal gezwungen wirke, wenn ich mich bei meinen eltern blicken lasse. hat er gute laune? dann ist alles paletti, aber aufpassen was man sagt/tut. hat er schlechte laune? lieber gleich umdrehen, ich möchte diese ewigen sticheleien nicht mehr hören. ich liebe meine eltern, aber diese launen…

> Wenn du nun durch einen komplett anderen Lebensstil präsentierst, nicht mehr als Küken im Nest sondern mit einem Mann an deiner Seite, dann ist es nicht erstaunlich, wenn deine Eltern damit ihr Problem haben.

ich denke, dass sie weniger ein problem damit haben, dass ich erwachsen geworden bin, sondern eher damit, dass ich in ihren augen einfach vieles ablehne, was sie als erwachsene für richtig halten.

> Du willst das Flügge-werden und den Wohlstand-genießen gleichzeitig haben?

ich bin verwöhnt, ich weiß. und es tut mir schon irgendwie leid das aufgeben zu müssen. wäre ich allein müsste ich das nicht, aber womöglich würde ich mich dann nie wirklich von meinen eltern lösen. so tu ich es für meine beziehung. warum darf ich nicht sagen, dass ich es vermissen werde und das für mich erstmal ein stück lebensqualität verloren geht (und ich woanders was dazugewinne).

@eckard: vielen dank für deine antwort aus sicht der eltern. das hat mir sehr geholfen und mir mut gemacht. es ist wohl alles so richtig, wie es läuft… hoffentlich entspannt sich die lage bald wieder.

@heinz:
> Es geht jetzt nur noch um räumliche Trennung, die Du früher oder
später sowieso vollziehn wirst.

stimmt schon. es sind eher materielle dinge, an denen ich hänge *schäm*. tja, früher war ich eben immer fest davon überzeugt, dass ich später bei meinen eltern auf dem grundstück wohnen bleiben werde (und meine mutter hat es immer gefreut). jetzt hab ich begriffen, dass dieser weg (den meine eltern als sie jung waren so gegangen sind) nicht der optimale ist, wenn ich ein gutes verhältnis zu meinen eltern bewaren will. dem lang geträumten traum von einem leben auf diesem grundstück muss ich jetzt leb wohl sagen. und irgendwann werd ich auch kapieren, dass das kein weltuntergang ist.

@maxet:
Schaffe feste Bezugspunkte für deine Eltern. Dies kann der Telefonanruf (1-3mal die Woche) sein, der gemeinsame Ausflug nach pillnitz/Grossen Garten mit anschliesendem Eisessen, die Einladung zum Mittagessen bei Euch (Mama ist sicher stolz, das Töchterchen, nicht nur Nudeln rot-weiss auf den Tisch bringen kann).
Wie geht denn eigentlich dein Vater mit der Situation um. Du schreibst ja konkret nur von deiner Mutter.

bei meinem vater bin ich mir nicht so sicher. er redet nicht über sowas. oder kaum. ich denke schon, dass er prinzipiell dafür ist, dass wir ausziehen. er hat angst, dass sich sonst ein ähnlicher konflik bildet wie zwischen ihm und meinem opa früher. das war nicht schön und seine angst hat durchaus seine berechtigung, auch wenn ich eher denke, dass seine manchmal recht sturköpfige art einen guten teil dazu beigetrage hat. aber ich weiß jetzt schon, dass zumindest am anfang kritik am laufenden band kommen wird bezüglich der wahl der wohnung, der einrichtung, wie oft ich mich melde und und und…

ich glaub, ich muss mich einfach daran gewöhnen, dass meine eltern zeit brauchen um meine einstellung, meine entscheidungen wirklich akzeptieren zu können. bis dahin bleibt es wohl schwierig…

@tychi:
das lied ist echt schön (auch wenn mein inneres ohr warscheinlich nicht das original hört… sondern irgend so eine coverversion…).

also, vielen dank euch allen nochmal. ihr habt mir sehr geholfen.

vg, july

Hallo, July,

ist das wirklich so schlimm für eltern?

Hast Du Geschwister, und wenn ja, haben oder hatten diese ähnliche Probleme oder eine vergleichbare Sichtweise wie Du?

LG, Margit

mein bruder ist „erst“ 19 und gerade beim bund. er hat diese entscheidung noch nicht zu treffen (aber ich glaub, er tut sich bestimmt auch mal schwer mit dem ausziehen). in seinem alter hielten sich meine probleme auch noch in grenzen. wir sind halt etwas später dran mit dem erwachsen werden und verändern…

vg, july

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]