ist das wirklich so schlimm für eltern?
ich bin 24 und hab mich seit einem reichlichen jahr sehr verändert: ich hab 10 kg abgenommen, fahre viel rad, bin auch sonst recht aktiv geworden, ernähre mich „gesünder“…
ja, mehr fällt mir grad nicht ein.
alles hat mit meinem ersten und jetzigen freund angefangen. meine eltern mögen ihn, aber nur von ferne. er ist nicht der idealfall für sie, aber es ist klar, dass es den ja eh nie gibt. wir waren immer eine sehr enge familie. ich habe bis ins erwachsnenalter gerne unternehmungen mit meinen eltern gemacht (also nicht so typisch teenie…). tja, und nun bin ich plötzlich nur im doppelpack anzutreffen. mein freund gehört nicht zur familie. ihnen ist es lieber, wenn sie mich mal allein antreffen.
immer wieder sagt meine mutter mir, wie fremd ich ihr geworden bin. sie hat den eindruck, dass ich mich vollkommen von ihnen abwende. und daran ist natürlich mein freund schuld (wobei es keine wirklichen anschuldigungen ihrerseits gibt).
alles was ich jetzt aus überzeugung tu, sehen meine eltern als ergebnis meiner beziehung und fühlen sich verletzt, weil es ihrem lebensstil manchmal so wenig entspricht.
und mir wiederum tut es weh zu sehen, dass sie ein so großes problem damit haben. ich möchte ihnen nicht wehtun, aber ich möchte mein eigenes leben führen. es gelingt ihnen nicht meine veränderungen nicht als „anti-haltung“ zu interpretieren. sie haben ihr leben und ich meins und dass ich manches anders mache, heißt doch nicht, dass ich sie ablehne… und ich denke, dass sehr vieles auch geblieben ist (aber man sieht eben immer nur die veränderungen)…
nun habe wir (mein freund und ich) beschlossen auszuziehen aus der wohnung im haus meiner eltern. bisher haben wir quasi zur hälfte drin gewohnt (immer abwechselnd bei ihm und bei mir). wir wollen endgültig zusammenziehen und es könnte problematisch werden, wenn wir in dieser wohnung zusammen ziehen würden.
für mich ist das ein schritt zurück. ich muss nach einem jahr erneut eine wohnung einrichten (streß), geräte kaufen, möbel etc. ich verliere den luxus eines „eigenen“ gartens mit obst usw. ich bin weiter weg für meine eltern und die alte wohnung ist im preis-leistungsverhältnis mit dem wohnungsmarkt ringsum ebenfalls ein glücksfall…
all das soll/will ich also aufgeben um abstand zu gewinnen, der meinen eltern wehtut.
fazit: ich hab an jeder anderen wohnung alles mögliche auszusetzen, sehe immer nur die nachteile. es fällt mir so unendlich schwer. entscheidungen schieb ich vor mir heran… ist es wirklich der richtige weg???
ich bin so am zweifeln. möchte einfach nur, dass alle glücklich und zufrieden sind, aber alles was ich tu ist nicht richtig…
immer wieder halte ich mir den spruch vor augen:
„allen menschen recht getan, ist eine kunst die niemand kann“
aber es tut verdammt weh, bewußt so zu handeln, dass das den eltern wehtut. aber gibt es denn einen anderen weg???

