Huhutzzzzz,
genau so ist es eben nicht…
Depressionen zählen zu den affektiven (gefühlsbetonten) Störungen. Gefühle der Traurigkeit, der Niedergeschlagenheit, der Verstimmtheit, der Hoffnungslosigkeit, der Sinnlosigkeit, häufig begleitet von Ängstlichkeit und Unruhe gelten als zentrale Beschwerden und Auf- fälligkeiten. Diese Gefühlszustände kennen jedoch alle Menschen. Sie sind, wenn sie eine bestimmte Dauer und/oder Intensität nicht überschreiten, „normale“, „gesunde“ Reaktionen auf die Erfahrungen von z.B. Verlusten, Mißerfolgen, Enttäuschungen, Belastungen, Zeiten der Ziellosigkeit, der Einsamkeit oder der Erschöpfung.
Es gibt viele, aber keine spezifischen depressiven Symptome. Deshalb bleiben ernst zu nehmende Depressionen oft unerkannt und werden nicht therapeutisch behandelt.
Wann die Grenze zwischen diesen normalen Reaktionen und den als klinisch auffällig betrachteten Symptomen überschritten wird, gehört zu den noch ungelösten Fragen der Depressionsforschung.
Bei 5% - 10% der Bevölkerung in Deutschland entwickelt sich eine bedrückte Stimmung zu einer Depression. Frauen sind hier doppelt so oft betroffen wie Männer. Man kann dann von einer typischen Depression sprechen (Major Depression oder depressive Episode), wenn mehrere der folgenden Merkmale über einen längeren Zeitraum von 2 Wochen fast ständig auftreten:
Gefühl der Traurigkeit, Niedergeschlagenheit oder Hoffnungslosigkeit. Andauern von Interessen-, Freudlosigkeit oder das Gefühl innerer Leere, selbst wenn schöne Ereignisse eintreten.
Körperliche Beschwerden wie körperliche Erschöpfbarkeit oder unerklärliche Müdigkeit.
Appetit- oder Gewichtsverlust (in seltenen Fällen auch Gewichtszunahme).
Einschlaf-, Durchschlafstörungen und frühmorgendliches Erwachen.
Verlangsamung, lähmende Hemmung oder seltener quälende Unruhe, Angst und Erregung.
Depressionen treten in verschiedenen Formen auf, zu der genannten Major Depression bzw. depressiven Episode, gibt es weitere Unterformen, zu denen nachfolgende zählen:
Larvierte Depression, in der leibliche Mißempfindungen (Larve) die depressive Verstimmung (eigentlicher Schmetterling) überdecken.
Involutionsdepressionen Sind Altersdepressionen ab dem 45. Lebensjahr mit unspezifischen Symptomen.
Postpartale Depressionen In den ersten acht Wochen nach der Entbindung („Wochenbettpsychose“).
Depressivität bei Schizophrenien.
Wahnentwicklungen Sind auch bei den Depressionen möglich, z.B. Versündigungs-, Krankheits-, Verarmungswahn.
Depressionen können auch aufgrund körperlicher Ursachen entstehen, hierzu zählen:
Neurologische Erkrankungen: Demenz, Epilepsie, Multiple Sklerose, AIDS, Hirntumoren, Morbus Parkinson, zerebrale Durchblutungsstörungen.
Endokrine Erkrankungen: Schilddrüsenerkrankungen, Morbus Cushing, Morbus Addison u.a.
Infektionskrankheiten: Tuberkulose, AIDS, Lungenentzündungen u.a.
Erkrankungen der inneren Organe: Herz - Kreislauf - Erkrankungen, Nierenerkrankungen, Mangelkrankheiten (Vitamin- und Mineralstoffmangel)
Wichtig ist es, darauf hinzuweisen, daß bei manchen Menschen der konkrete Auslöser oder Anlaß für die Depression zunächst im dunkeln bleibt. Wenn ein Verdacht auf eine Depression vorliegt, dann sollte sofort ein Arzt oder Psychologe aufgesucht werden. Zuständig für eine exakte Diagnose sind Psychiater oder Klinische Psychologen.
Manie
Als Manie versteht man eine inadäquate gehobene Stimmung, Antriebssteigerung, beschleunigtes Denken (Ideenflucht) und Selbstüberschätzung. Einfach gesagt, ist die Manie der gegenteilige Stimmungszustand zur Depression. Beim manisch-depressiven treten beide Zustände wechselweise auf.
Die übermütig - euphorische (in seltenen Fällen auch dysphorisch - gereizte) Stimmung ist verbunden mit Hyperaktivität, Rededrang und vermindertem Schlafbedürfnis. Der Rededrang und Einfallsreichtum können sich bis zur Ideenflucht steigern, Selbstüberschätzung kann in Wahnhafte Größenideen einmünden. Fatale soziale Folgen kann z.B. die vermehrte leichtsinnige Geldausgabe nach sich ziehen, die Distanzlosigkeit und Enthemmung berufliche und familiäre Konflikte und Tragödien mit sich bringen.
Die Selbstüberschätzung kann bis zum Größenwahn gehen. Besonders fatal für den Kranken und seine Angehörigen ist das völlige Fehlen eines Krankheitsgefühls, was eine Behandlung gegen den Willen des Betreffenden erforderlich machen kann.
Weniger stark ausgeprägte Manien (sog. Hypomanien) können mit ihrer mitreißenden Euphorie und Antriebssteigerung insbesonder bei Künstlern und Geschäftsleuten hinsichtlich Kreativität, Aktivität und Ideenreichtum positive Züge aufweisen.
Alle Angehörigen und Freunde sollten sich das vielleicht zu Herzen nehmen:
Was kann man also tun? Kann ich meine soziale Beziehung zu dem Erkrankten aufrechterhalten? Was mache ich bei Selbstmorddrohungen?
Holen Sie fachlichen Rat ein!
Die Krankheit verändert vollkommen das Wesen des Erkrankten in einer Weise, die ein gesunder Mensch nicht nachvollziehen kann. Eine Depression verändert die Seele, alles wird negativ, aussichtslos. Der Erkrankte gibt sich für alles die Schuld, fühlt sich nicht mehr liebenswert. Sollte der Erkrankte seinen Alltag nicht mehr meistern können oder Schlaf- und Appetitstörungen haben, raten Sie ihm zu einem Arztbesuch. Depressionen lassen sich nicht durch Angehörige allein heilen. Man unterschätzt allzu oft die Krankheit. Wie bei jeder schweren Krankheit ist der Besuch beim Arzt dringend geboten!
Vermeiden Sie Floskeln
Als Angehöriger unterschätzt man oft die Krankheit. Man macht oft zwar gutgemeinte, aber dennoch für den Erkrankten negative Floskeln wie zum Beispiel:
- jedem geht es mal schlecht
- Kopf hoch, das wird schon wieder
- du brauchst nur mal Urlaub
- dir geht es doch eigentlich gut
- reiß dich mal zusammen
- du brauchst nur etwas Abwechslung
Diese Floskeln erreichen einen Erkrankten nicht, eher im Gegenteil. Der Erkrankte glaubt, daß er noch nicht einmal diese einfachen Sachen erreichen kann und das negative Gefühl in seinem Kopf verstärkt sich dadurch noch mehr. Verzichten Sie also auf solche Sätze und bieten Sie dem Depressiven eine wirkliche Hilfe an.
Holen Sie Informationen ein
Durch das Sammeln von Informationen über die Krankheit schützt man sich vor falschen Erwartungen. Sie müssen verstehen, daß Aggressionen und Zurückhaltung nur durch die Krankheit entstehen, nichts mit der fehlenden Liebe oder Zuneigung des Erkrankten zu tun haben. Außerdem müssen Sie wissen, daß diese Krankheit geheilt werden kann und der Depressive nach der Heilung wieder so ist wie vor der Krankheit.
Versuchen Sie, den Erkrankten zu motivieren
Die einzige wirkliche Hilfe, die Sie leisten können, ist, den Erkrankten zu motivieren. Bleiben Sie an seiner Seite und unterstützen Sie ihn in seinem Alltag. Achten Sie darauf, dass er seine Medikamente regelmäßig einnimmt und seine Arzttermine immer einhält. Setzen Sie ihn dabei aber nicht unter Druck, sondern motivieren Sie ihn durch die Aussicht auf eine Heilung.
Bekennen Sie sich zu Ihren Gefühlen
Als Angehöriger eines Depressiven haben natürlich auch Sie unter der Krankheit zu leiden. Es können Gefühle wie Traurigkeit, Wut, Frustration oder Verärgerung entstehen. Sie müssen sich diese Gefühle eingestehen und akzeptieren, daß sie in Ihnen vorhanden sind. Falsch ist es jedoch, der depressiven Person daran die Schuld zu geben. Versuchen Sie, diese Gefühle mit Ihren Freunden aufzuarbeiten oder überlegen Sie, ob Sie eine Angehörigengruppe aufsuchen. Dort finden Sie Verständnis, aber auch praktische Tipps, wie Sie den Alltag mit der Krankheit und dem Erkrankten besser bewältigen können.
Versuchen Sie, Hilfe zu bekommen
Jeder Mensch hat seine Grenzen. Eine Depression stürzt viele Partnerschaften und Familien in eine schwere Krise. Versuchen Sie, Hilfe zu bekommen. Zum Beispiel kann die Oma öfters auf die Kinder aufpassen, Freunde können beim Einkauf helfen und so weiter. Versuchen Sie, sich Freiräume zu schaffen, in denen Sie Abstand von der Krankheit gewinnen können. Versuchen Sie, Ihre Hobbys und all das andere, was Ihnen Spaß macht, weiter zu betreiben. So werden Sie als Angehöriger nicht von der Depression überwältigt.
Überfordern Sie den Depressiven nicht
Natürlich müssen Sie versuchen, den Depressiven zu motivieren, damit er auf andere Gedanken kommt. Verlangen Sie aber nichts von ihm, was er in seinem Zustand nicht leisten kann. Dadurch wird eine Frustration für Sie und für den Erkrankten vermieden. Fordern Sie nicht Ihre Bedürfnisse von dem Kranken ein. Dies gilt besonders für Intimität. Eine Sexualität ist meist nicht mehr vorhanden und stürzt, wenn man sie von dem Erkrankten fordert, beide Seiten in eine Krise.
Klären Sie ihre Kinder über die Krankheit auf
Sagen Sie Ihren Kindern, daß Ihr Partner krank ist. Sie müssen wissen, daß er sich zur Zeit nicht so um sie kümmern kann, wie sie es sonst gewohnt waren. Sagen Sie ihnen aber auch, daß die Krankheit geheilt werden kann und der Partner dann wieder so ist wie vor der Krankheit. Übernehmen Sie, soweit Sie können, die Pflichten Ihres Partners, etwa bei den Hausaufgaben und beim Spielen. Holen Sie sich, wenn nötig, Hilfe bei Freunden und den Großeltern.
Selbstmorddrohungen sollten ernstgenommen werden
Oftmals reagieren Angehörige unsicher auf Selbstmorddrohungen. Man sollte diese immer ernstnehmen! Man muss wissen, daß diese Drohungen nicht dem wahren Geist des Erkrankten entsprechen, sondern durch die Krankheit verursacht werden. Im Falle solcher Drohungen sollten Sie unbedingt einen Arzt konsultieren. In einer akuten Phase sollte notfalls auch die Polizei verständigt werden.
Sooooooo,
meggazeilen hier mal eingeflochen!!!
Liebe Petra…
all das zu wissen ist die eine Geschichte…
die andere ist die, das Du durchaus Freunde hast, denen Du als Mensch wichtig bist und die Dir WIRKLICH mit Rat und Tat helfende Hände reichen wollen.
Nimms doch endlich an!!!
Grüsse Babs