Hallo Paula
was ist es was Menschen dazu bewegt im Namen anderer Menschen
(Politiker, Propheten oder Revolutionäre) zu rauben, zu
plündern, zu vergewaltigen und zu morden?
Das ist imho falsch aufgezogen. Gehorsam und Autoritäts-
hörigkeit korreliert imho mit Triebverzicht. Wenn Menschen,
wie Du schreibst im Namen anderer Leute töten, dann
sind sie deren Angestellte. Sie tun das faktisch als „Arbeit“.
Das ist die Realität im Krieg. Daran ändern auch die drama-
tischen Ausnahmen nichts, die einem eher in der Erinnerung
hängen bleiben. Beispielsweise war es dem SS-Wachpersonal
von Auschwitz verboten (bei Todesstrafe), das Eigentum von
Juden an sich zu nehmen. Ein Angehöriger der SS-Totenkopf-
Division wurde in Frankreich (1939) von der SS(!) zum Tode
verurteilt, weil er eine Französin vergewaltigt hatte und
dann flüchtete.
Wie kann man für Einigkeit und Frieden sein und zeitgleich
für den Tod anderer Menschen sorgen, weil sie anderer
Ansichten sind oder anderen Religionen angehören?
Steckt in jedem von uns ein potentieller Mörder?
Das ist imho alles ziemlich banal. Es ist eine Frage
der Rechtfertigung. Hier geht es um emotionsloses, um
„läppisches“ Töten von Menschen einer anderen Gruppe,
die gerade nicht als „Menschen“ wahrgenommen werden,
weil eben die andere Gruppe als „nichtmenschlich“ und
„tödlich gefährlich böse“ von den maßgeblichen Personen
bewertet wird.
Der Einzelne hat, wie die Geschichte zeigt, überhaupt
keine Chance diesen Mechanismus zu erkennen, da für
ihn die „Bewertung der fremden Gruppe“ als Teil der
eigenen Sitte und Moral(!) erscheinen muß - Indoktrinierung
bzw. Erziehung.
Wir töten ja auch gerne „Islamisten“, „Terroristen“
und alle weniger als 100m in deren Umkreis leben
gleich mit. Da sie ja tot sind, müssen sie auch schuldig
gewesen sein. Ausserdem sind das ja fremde Völker mit
fremden, unangenehmen Sitten - womoglich wollten die uns
sowieso alle umbringen (so etwa funktioniert die
psychische Ökonomie).
Grüße
CMБ