Hallo,
„Der Sinn eines Krieges besteht nicht darin, für sein Vaterland zu sterben, sondern dafür zu sorgen, daß der Bastard auf der anderen Seite für seins stirbt.“
George C. Patton
Ich glaube du hast eine etwas falsche Vorstellung von der Sache. In einem Krieg tötet niemand weil ein Politiker das sagt, sondern „Überzeugungstäter“ tun es weil…
a) sie überzeugt sind ihr Vaterland gegen Bedrohung verteidigen zu müssen und keine andere Chance besteht als es in einem Krieg zu tun
b) sie der Meinung sind einen rechtmäßigen Anspruch zu haben und ihn nur gewaltsam umsetzen zu können. Die Leute töten nicht weil sie „Mörder“ sind, sondern weil sie höhere Güter wie „Freiheit“ oder „Gerechtigkeit“ zu verteidigen denken. Ob es so ist steht auf einem anderen Blatt, aber so ist die
In beiden Fällen werden die behaupten für das Recht, die Moral und die Ordnung zu kämpfen.
Und dann gibt es die andere Gruppe, die tötet weil „fressen oder gefressen werden“.
Wenn man sich die Schilderungen beispielsweise von Soldaten im 2. Weltkrieg durchliest stellt man schnell fest dass sie sich andauernd in Lebensgefahr vor dem Feind befanden. Wenn du ihn nicht tötest, tötet er dich. Da brauchte keiner „gezwungen“ werden, sondern sehr oft war es keine Frage der Moral, sondern des nackten Überlebens.
Wer da in einem Graben lag und die Chance hatte einen gegenerischen Schützen zu töten tat es, denn sonst knallt der andere dich oder deine Kameraden ab. Was soll das Individuum da tun?
Wegrennen ging auch nicht weil „Feigheit vor dem Feind“ dazu führte dass einen die eigenen Leute erschossen. Also war die vage Hoffnung nur dass man den Gegner schneller erwischt als der dich erwischt.
Die ständige Gefahr, jeden Moment sterben zu können oder übelst verwundet zu werden, dazu die Bilder von unendlich vielen Toten, der tägliche Verlust nahestehender Kameraden - das führt außerdem zu einer Verrohung und Abstumpfung. Darauf reagiert zwar jeder Mensch anders, aber die Anzahl derer, die unter posttraumatischen Belastungsstörungen, wie es heute heißt, litten, dürfte riesengroß gewesen sein.
Der Wahnsinn ist nicht mehr zu verarbeiten, sondern führt zu Apathie und Abstumpfung, in der ein klares Denken und Einordnen der ganzen gefährlichen und absurden Situation nicht mehr möglich ist.
Es ist dann eine normale Reaktion der Psyche auf eine unnormale Situation, die einen handeln und ums Überleben kämpfen läßt.
Ich denke dass es heute sehr wohlfeil ist aus unserer Sicherheit heraus zu beurteilen warum Menschen damals so oder so reagierten und handelten.
Gruß,
MecFleih