„Wenn“ drückt eine Bedingung aus. (Wenn das Wörtchen wenn
nicht wär´wär mein Vater Millionär)
„Wann“ ist ein Interrogativpronomen, also ein Fragewort, das
nach der Zeit fragt. „Wann wird es wieder richtig Sommer?“
Ehrlich gesagt fällt mir kein Satz ein, in dem man wenn und
wann verwechseln könnte - könntest du mir ein Beispiel aus
deiner Praxis nennen?
Hallo Bixie,
o ja, das kann ich: „Wenn ich nach Hause komme, mache ich erstmal meine Hausaufgaben“ (aber vorher habe ich noch 1000 Sachen zu erledigen, also, ich werde schon sehen wAnn ich nach Hause komme).
Mit der jetztigen Begründung „wann = zeitbezogen“, ist „wenn“ somit eindeutig falsch in o. g. Beispiel! Für Fremdsprachler wirklich schwer auseinander zu halten!
Oder sie meinen: „Ich mache meine Hausaufgabe, so bald (=wann) ich nach Hause komme“.
Und da gibt es außerdem Sätze wie "Wenn du Zeit hast, kannst du mich besuchen. Wann hast du denn/dann (!?) mal einen freien Nachmittag?
Wenn sich deine Schüler einfach die „Rechtschreibung“ nicht
merken können (also, „nehme ich bei einer Bedingung das Wort
mit e oder das mit a?“) könntest du folgendermaßen vorgehen:
Die W-Fragewörter (wer, wann, wo, wieviel usw) solltest du in
einer Unterrichtseinheit mal zum Thema machen.
Die hatten wir tatsächlich schon. Die lernt man hier noch bevor man überhaupt „haben“ oder „sein“ konjungieren kann.
Das Wort „wenn“ dann in einer anderen Einheit mit Beispielen
vermitteln.
Wenn du versuchst, beide Wörter gleichzeitig zu vermitteln
(auch wenn du den Unterschied betonst) kann es leicht
passieren, dass deine Schüler die Schreibung der beiden Worte
immer wieder verwechseln - das nennt man Ähnlichkeitshemmung.
Stimmt! Sie werden (deswegen) auch nicht gleichzeitig angeboten, aber sie kennen halt aus dem Englischen das Wort „when“ und sie vermischen die diversen Fremdsprachen (alle Schüler haben hier grundsätzlich 3 Fremdsprachen und Latein und Griechisch eventuell auch noch) eben sehr gerne.
Allen vielen Dank für eure Beiträge!
Alles Gute zum 2. Advent.
Marianne RW
Gruß Bixie