Wer bekommt das Sorgerecht

ich habe eine komplizierte familienstellung und hätte gerne einen tipp.
ich bin verheiratet, habe 2 kinder und lebe getrennt von meiner ehefrau. bin mit einer anderen frau zusammen mit der ich gemeinsam ein kind erwarte.
wie wird das sorgerecht für mein 3. kind aussehen. bekommt meine lebensgefährtin automatisch alleiniges sorgerecht? bekomme ich automatisch bzw. problemlos das gemeinsame sorgerecht? muss ich bei ihr gemeldet sein?
danke auch für weitere tipps für „wie geht´s jetzt weiter“. ich muss ein wenig auf´s geld sehen. also wann trenne ich mich offiziell am besten von meiner ehefrau, wo geht das für die steuer hin…?

danke für eure meinungen.

hallo,
leider kann ich dir wenig helfen. Von finanziellen Dingen habe ich keine Ahnung. Unverheiratete Väter bekomen ja nun auch das Sorgerecht - ich weiß nur nicht, ob das automatisch geht.
Es gibt Beratungshilfe und Prozeßkostenhilfe, wenn man wenig Geld hat. Ich würd mal einen Familienanwalt fragen.
Grüße, Ch.

Hallo aus Hamburg,

deine Situation ist nicht kompliziert, jedenfalls nicht aus Sicht des Familienrechts.

Zunächst bleibst du unterhaltspflichtig für deine (Noch-)Ehefrau und die Kinder.

Egal wo du deinen Wohnsitz haben wirst, trifft das auch für deine neue Beziehung zu. Für das Kind, das wahrscheinlich „nichtehelich“ zur Welt kommen wird, musst du Kindesunterhalt bezahlen.

Sorgeberechtigt wirst du nur dann, wenn die Kindesmutter zustimmt. Das wäre dann der Idealfall für einen nicht verheirateten Vater, die gemeinsame elterliche Sorge! Automatisch tritt das aber nicht ein, auch wenn die Gesetzesänderung seinerzeit von der Öffentlichkeit so verstanden wurde. Zahlen darfst du aber auf jeden Fall, das ist doch auch eine gute Nachricht.

Hoffentlich kannst du noch den Überblick behalten, wenn sich dein Leben jetzt so gravierend ändert.

Bei aller Feude über die neue Partnerschaft (- einen neuen Nachkommen hast auch schon gezeugt -), solltest du nicht vergessen, dass du gegenüber deinen anderen 2 Kindern noch immer eine große Verantwortung hast.

Es geht dabei nicht nur um die finanziellen Aspekte, sondern auch um regelmäßige Umgangs- und Besuchskontakte.

Wollen wir gemeinsam hoffen, dass du weniger Energie an steuerrechtliche Fragen vergeudest und besser hinterfragst, wie du den Schaden im Scheidungskrieg für die Kinder minimierst.

Viel Glück!

Steve-HH

hallo steve,
danke für deine hilfreiche antwort bezüglich meiner finanziellen anfrage.

über das verhältnis zu meinen kindern hatte ich nicht um hilfe gebeten.
wenn du zeit zu vergeuden hast erläuetere ich dir gerne was ich alles für meine kinder tue, die ich sehr liebe! ansonsten bleiben wir bitte sachlich!

hallo,

mano man, dass sind viele fragen auf einmal. leider kann ich dir nicht ausreichend helfen.

sobald du offiziell von deiner ehefrau getrennt lebst, musst du unterhalt zahlen. je nachdem, was deine ehefrau macht, also ist sie berufstätig oder nur mutter, darfst du für sie und die kids zahlen. die höhe richtet sich nach deinem verdienst.

was die steuern angeht, so kannst du erst dann wieder eine alleinige steuererklärung machen, wenn du von deiner ehefrau geschieden bist.

zum sorgerecht in deiner situation, kann ich leider nichts sagen.

viele grüsse und viel erfolg

früchtchen

Guten Morgen,

deine Reaktion verwundert mich sehr, denn ich hatte den Eindruck, dass du an einer ehrlichen Stellungnahme interessiert sein könntest.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass „Scheidungsopfer“ im Wirbel der Trennungsauseinandersetzungen auch schon mal den Blick für das Wesentliche verlieren. Sehr oft werden vorübergehend die Belange der betroffenen Kinder vergessen und man konzentriert sich auf finanzielle Auswirkungen der Scheidung.

Deine Anfrage vermittelt mir diesen Eindruck, deshalb meine Hinweise auf Beachtung der Kindeswohlbelange. Das steht mir auch zu, denke ich, denn ich arbeite als Anwalt des Kindes. Mich interessieren die kleinen Wehwehchen der Eltern nur am Rande. Aus meiner Erfahrung ist es lohnenswerter, wenn man die Eltern in die Verantwortung nimmt und sie daran erinnert, dass vor allem die Kinder unter der Trennung leiden.

Niemand bestreitet, dass du deine Kinder liebst, das ist doch normal! Aber deine Kinder sollten durch die Scheidung nicht durch finanzielle „Tricksereien“ Nachteile erfahren.

Ich hoffe, dass du meinen Ansatz verstanden hast und glaube kaum, dass ein anderer aus der „Expertenrunde“ das anders sehen wird.

Zur Lösung deiner Probleme mit dem Finanzamt bzw. in Fragen des Unterhalts, gibt es gute Ratschläge auf dem Internetportal des Väteraufbruchs (vafk.de). Dort können dich auch andere betroffene Väter tatkräftig unterstützen, wenn du deine Situation im Forum schilderst.

Mein Versuch der Hilfestellung wurde wohl von dir missverstanden.

Viel Glück!

Steve

DANKE für die Hilfe

Hallo und ebenfalls Guten Morgen.

Meine Reaktion ist sicherlich nicht verwunderlich wenn Du Dich in meine Situation versetzt, auch wenn es Dir vermutlich schwer fällt.
Ich habe die restlichen Sachen relativ gut im Griff. Liegt natürlich immer im Auge des Betrachters.

Getrennt bin ich seit Sommer. Ich teile mir mit meiner Noch-Ehefrau ein Auto. Ich komme morgens um den Großen abzuholen und in den Kindergarten zu bringen. So habe ich ca. 20 Minuten mit beiden Kindern in der Wohnung und nochmal ca. 20-30 Minuten mit meinem Großen wenn ich ihn in den KiGa bringe. Ich komme 2x die Woche abends nach der Arbeit zu den Kids und Esse mit ihnen zu Abend und bringe sie anschliessend ins Bett während meine Noch-Ehefrau die Wohnung verlässt, in jedem Fall mich aber mit den Kids alleine lässt. Und ich habe die Jungs jedes 2. Wo-Ende bei mir. Ergo: Ich kümmere mich dafür dass ich von der Familie getrennt bin nicht wirklich schlecht.
Wichtig ist mir immer zu erwähnen, dass ich mich nicht von den Kindern sondern von der Frau getrennt habe!
Warum mir das Finanzielle so wichtig ist sei auch kurz erwähnt.
Ich habe von meinen Großeltern ein Haus überschrieben bekommen. Wohne aber bei meiner neuen Lebensgefährtin die ebenfalls Wohneigentum hat. Im Haus meiner Großeltern, die mehr hinter meiner Noch-Ehe als hinter mir stehen, baue ich im Dachgeschoss eine Wohnung für meine Kinder mit ca. 80qm aus (in die sie aber zwangsläufg mit meiner Noch-Ehefrau einziehen).

Ich bin für mich der Meinung einen relativ guten Weg gefunden zu haben um alle beteiligten möglichst weitgehend zufrieden zu stellen.
Wenn dann aber jemand kommt mit:

"Zahlen darfst du aber auf jeden Fall, das ist doch auch eine gute Nachricht.

Hoffentlich kannst du noch den Überblick behalten, wenn sich dein Leben jetzt so gravierend ändert.

Wollen wir gemeinsam hoffen, dass du weniger Energie an steuerrechtliche Fragen vergeudest"

dann reagiere ich vielleicht ein wenig über.

Danke für Deinen Rat und nix für ungut und
interNETTE Grüße

Du hast nett geantwortet, also möchte ich dir auch noch einen Kommentar zu meiner Zuschrift geben.

Zunächst musst du bitte verstehen, dass die meisten Väter und Ehemänner leider überhaupt nicht logisch handeln und planen. Daher meine Anregungen zum Überdenken der Kindeswohlbelange.

Natürlich muss man die finanzielle Seite gut überlegen und hat sogar die Pflicht dazu. Sonst landest du in der Pleite, bevor du die Scheidung durch hast.

Den Umgang mit den Kindern scheinst du momentan fast perfekt geregelt zu haben. Das ist ein seltener Fall, wobei ich nicht an dauerhaften Erhalt dieser „harmonischen“ Regelung glauben mag.

Vor allem scheint mir bedenklich, zukünftig mit der „EX“ unter einem Dach leben zu wollen. Ist da nicht ein Streit vorprogrammiert?

Denke bitte daran, dass es bei Trennung und Scheidung meistens mittels „Kampf ums Kind“ um die Durchsetzung anderer Forderungen geht. Wenn deine Ex also bei dir einziehen sollte, müsste sie schon sehr verständnisvoll und tolerant sein. Was passiert, wenn sie ihren neuen Partner (ist ja möglich) mit einziehen lassen will und es dann zu Stress kommt. Was machst du dann?

Ich halte das für keine gute Lösung. Etwas Distanz ist immer besser, weil dann jeder Partner sein Recht auf Gestaltung des eigenen neuen Lebensabschnittes hat.

Da du mir schreibst, ich wisse nicht Bescheid um diese Problematik, möchte ich dir nur mitteilen, dass ich seit über 20 Jahren bei Trennung und Scheidung berate. Hinzu kommt, dass ich auch eine Trennung erlebt habe und mein Kind seit 14 Jahren nicht sehen konnte. Noch Fragen?

Dir solche Erfahrungen zu ersparen und dich vor leichtfertigem Handeln zu bewahren, das war mein Anliegen. Leider wenden sich die meisten Betroffenen erst dann an mich, wenn es fast zu spät ist. Helfen kann man besser, wenn rechtzeitig die Weichen gestellt werden.

Sicher hast du meine Antwort jetzt richtig verstanden. Fühle dich nicht angegriffen, denn das war nicht beabsichtigt. Wichtig ist mir nur, dass es deinen Kindern auch in Zukunft einigermaßen gut geht.

Viel Glück!

Steve

Soweit ich weiß musst du dich nur als Vater des Kindes eintragen lassen, bzw. die Vaterschaft anerkennen. Dann sollte es mich doch sehr wundern, wenn du nicht auch Sorgerecht erhälst. Kleiner Tipp: wende dich bezüglich dieser Fragen doch an das zuständige Jugendamt, die beraten in solchen Fällen. Was nun die Trennung von deiner Frau betrifft: musst du glaube ich sowieso, wenn ihr getrennt lebt, nach 6 Monaten deine Steuerklasse wechseln? Ich meine, soetwas schon gehört zu haben. Was die Unterhaltsverpflichtung angeht, so hast du einen Selbstbehalt von 900 € im Monat, könntest also für alle 3 Kinder nur das zahlen, was über diesen Betrag geht. Und aufgepasst: bei einer Scheidung wird nicht automatisch über das Sorgerecht entschieden. Wenn ihr darüber keine Absprachne trefft, habt ihr weiterhin geteiltes Sorgerecht. Falls ihr das aber regeln wollt und nur deine Ex-Frau das Sorgerecht bekommt, hättest du in jedem Fall ein Umgangsrecht mit deinen Kindern, d.h. sie dürfte z.B. nicht ins Ausland ziehen mit den Kindern, weil dann das Umgangsrecht nicht gesichert ist etc. Ich hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen

ich habe eine komplizierte familienstellung und hätte gerne

einen tipp.
ich bin verheiratet, habe 2 kinder und lebe getrennt von
meiner ehefrau. bin mit einer anderen frau zusammen mit der
ich gemeinsam ein kind erwarte.
wie wird das sorgerecht für mein 3. kind aussehen. bekommt
meine lebensgefährtin automatisch alleiniges sorgerecht?
bekomme ich automatisch bzw. problemlos das gemeinsame
sorgerecht? muss ich bei ihr gemeldet sein?
danke auch für weitere tipps für „wie geht´s jetzt weiter“.
ich muss ein wenig auf´s geld sehen. also wann trenne ich mich
offiziell am besten von meiner ehefrau, wo geht das für die
steuer hin…?

danke für eure meinungen.

Hallo habmanefrage!

Das ist alles nicht ganz so leicht zu beantworten.

Der erste Teil eigentlich schon:
Wenn ihr (also Du und Deine neue Partnerin) einfach nichts macht, dann bekommt sie das alleinige Sorgerecht. Wenn Du das gemeinsame Sorgerecht haben möchtest, dann müsst ihr beim zuständigen Jugendamt eine Sorgerechtserklärung abgeben. Damit ist aber nur das Sorgerecht geregelt. Alle Erbrechtlichen fRagen können nur durch eine Vaterschaftsanerkennung geregelt werdne. Kann man gemeinsam mit des Sorgeerklärung beim Jugendamt abgeben. Beides ist kostenlos und bereits VOR Geburt des Kindes möglich.

Was die Trennung von Deiner Ehefrau angeht: Steuerlich wird sich da nicht viel tun (jedenfalls nicht abschließend), weil ja Unterhaltsansprüche da sind und wenn Du aufs Geld schauen musst, dann werden die wahrscheinlich Dein freies Vermögen verschlingen.
Allerdings wirst du natürlich wiede rin Steuerklasse eins kommen. Ob das ein gravierender Nachteil ist, das kann ich Dir nicht beantworten, ohne zu wissen, in welcher Steuerklasse Du jetzt bist.

GEnerell ist es aus meiner Sicht immer am besten, wenn man „reinen Tisch“ macht.
Was die Kosten angeht: die könnt Ihr, so lange ihr Euch einig seid, senken, indem Eure Anwälte alle offenen Fragen (Sorgerecht de rKinde,r Hausrat, Vermögen etc.) vorher miteinander klären, dann gehen die Verhandlungen nicht so lange. Wovon ich dringend abrate: Auf keinen Fall solltet Ihr, um Kosten zu sparen, eineng emeinsamen Anwalt nehmen. Das endet für einen der beiden in der Regel im Elend.

Ich hoffe, Dir nicht zu viel Angst gemacht zu haben und wünsche euch bei beiden - beim „Abwickeln“ der alten und bei der Gründung der neuen Familie - viel Glück!

Matthias.