Wer besucht die familien von toten soldaten?

hi zusammen

ich würd gerne wissen wessen job es ist ,die familien der gestorbenen frontsoldaten zu besuchen…gibts dafür ne extra abteilung oder muss einer halt in den *sauren apfel beissen* und es vermitteln??

mfg

asi

Hallo, Asi,

„Wehrsold und Frontzulage des am 24.1.1942 ge-
fallenen Feldwebel Wolff
Wehrsold RM 89,–
Frontzulage RM 24,–
gez. Sch… Gefr. u. Rechnfhr.“

Mit dieser lapidaren Mitteilung auf einem 9x5 cm großen Abschnitt des Zahlscheines für den letzten Wehrsold erfuhren meine Großeltern vom Tode des zweiten Sohnes innerhalb eines halben Jahres und meine Mutter vom Tode ihres Mannes.

Gruß
Eckard.

Hallo!

Beim Tod eines Bw-Soldaten werden die Angehörigen i.d.R. vom nächsten Disziplinarvorgesetzten (KpChef etc.) und von einem (Militär-)Pfarrer aufgesucht.
Wer anstelle des nächsten Disziplinarvorgesetzten im Einsatzfalle tritt (der normalerweise auch im Einsatz ist), weiß ich nicht genau, dürfte aber ein Soldat in entsprechender Dienststellung sein, der aus dem gleichen Verband kommt oder für die Betreuung der Familienangehörigen zuständig ist.

Gruß

Cali

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Hallo Cali,

Wer anstelle des nächsten Disziplinarvorgesetzten im
Einsatzfalle tritt (der normalerweise auch im Einsatz ist),
weiß ich nicht genau, dürfte aber ein Soldat in entsprechender
Dienststellung sein, der aus dem gleichen Verband kommt oder
für die Betreuung der Familienangehörigen zuständig ist.

Zunächst muss der nächsthöhere Vorgsetzte, z.B. der Btl-Kommandeur hingehen. Jedenfalls gibt es keine telephonischen Benachrichtigungen. Da hat es Ende der 90er wohl Irre (oder anderweitig fehlgeleitete) gegeben, die Angehörige über den (erfundenen) Tod des Soldaten informierten.

Andreas

Hallo Eckard,

das war eher ein peinliches Versehen (aber wer weiß schon, wie häufig das passierte?), weil auch damals der Disziplinarvorgesetze zuständig war - bis hin zum Regimentskommandeur. Die ließen sich natürlich gerne von Manschaftsdienstgarden mit Abitur etwas schreiben, und dass alle von vorne getroffen wurden und sofort tot waren bzw. noch baten, die Eltern, die Frau, die Kinder zu grüßen, versteht sich ja von selbst…

Andreas

Hi,

das kommt wohl auf die Zahl der Toten an. Im WKII wären die Offiziere ja garnicht mehr zum Kommandieren gekommen, wenn sie die Todesnachrichten perönlich überbracht hatten. Normalerweise passierte es damals wohl per Brief.

Bei der BW kann derzeit sicher der Vorgesetzte die Nachricht überbringen, so viel Tote gibt es ja nicht. Im WK III geht es dann per Email.

Häufiger betrifft das Problem schon die Polizei, die die Angehörigen nach Unfällen etc. benachrichtigen muss.

A.

Hi,

das kommt wohl auf die Zahl der Toten an. Im WKII wären die
Offiziere ja garnicht mehr zum Kommandieren gekommen, wenn sie
die Todesnachrichten perönlich überbracht hatten.
Normalerweise passierte es damals wohl per Brief.

Bei der BW kann derzeit sicher der Vorgesetzte die Nachricht
überbringen, so viel Tote gibt es ja nicht. Im WK III geht es
dann per Email.

Häufiger betrifft das Problem schon die Polizei, die die
Angehörigen nach Unfällen etc. benachrichtigen muss.

Soweit ich gelesen habe, wurde die Todesnachricht im WK II in den Anfangsjahren von den Parteifunktionöären der NSDAP überbracht, als es später zu viele Tote waren, sollte die Partei nicht beschädigt werden und man hat es den Pfarrern überlassen. Das wird aber natürlich ortlich verschieden gewesen sein. Wolli

A.

„Frontsoldaten“ gibt es ja an sich in der Bundeswehr nicht, allerdings sind wir ja weltweit in Auslandseinsätzen vertreten. Normalerweise ist das Überbingen der Todesnachricht Sache des Disziplinarvorgesetzten und sollte dieser nicht verfügbar sein des nächsthöheren Disziplinarvorgesetzten.
Aus verschiedenen Gründen ist diese Aufgabe in der Vergangenheit aber oft Feldjägeroffizieren (Militärpolizei) übertragen worden, die die Nachricht dann zusammen mit dem Standortpfarrer überbracht haben.

mfG Andreas

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