Wer darf Allergietest durchführen?

Hallo liebe Experten!

Darf ein Friseur einen Allergietest durchführen?
Woher weiß ein Friseur, wie das korrekt gemacht wird?

Was ist, wenn durch diesen Allergietest eine Allergie ausgelöst wird (vielleicht, weil es falsch gemacht wurde)? Kann ich den Friseur dann verklagen wegen Körperverletzung?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die das dürfen. Kennt jemand die Rechtslage?

Vielen Dank schonmal für qualifizierte Antworten!

LiebeGrüßeChrisTine

HAllo,

woie kommst du darauf, dass ein Friseur das machTß Hat da irgendeiner mit einem Angebot geworben?

Chintin

Darf ein Friseur einen Allergietest durchführen?

Er muss sogar.
Zumindest steht das auf den Anwendungsvorschriften von Haarfärbemitteln und ähnlichem drauf. Würde er keine Allergietest machen, hätte er demnach bei einer fulminanten allergischen Reaktion ein Problem.

Woher weiß ein Friseur, wie das korrekt gemacht wird?

Er geht nach Anleitung des Herstellers des Produktes vor.
Sinngemäß:
„Eine kleine Menge der Probemischung auf die Haut an der Ellenbeuge auftragen und x Tage warten.“

Was ist, wenn durch diesen Allergietest eine Allergie
ausgelöst wird (vielleicht, weil es falsch gemacht wurde)?
Kann ich den Friseur dann verklagen wegen Körperverletzung?

Ich muss ein wenig grinsen. Der Allergietest ist ja gerade dazu da, statt einer großen Fläche Haut nur ein kleines 2cent-Stück großes Stück mit dem Produkt zu beuafschlagen. Dies geschieht in der Hoffnung, dass

  1. bei einer Allergie eine Reaktion erfolgt, die
  2. nur lokal begrenzt erfolgt

Natürlich kann durch diese kleine Probe auch eine schwere allergische Reaktion hervorgerufen werden. Deswegen muss der Kunde nach so einem Test auch aufgeklärt werden, wie eine Reaktion aussehen kann und dass er sich dann sofort zum Arzt zu begeben hat. Idealer Weise gibt er ihm auch ein Zettelchen mit, welche Inhaltsstoffe diese Probe hatte.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die das dürfen. Kennt
jemand die Rechtslage?

Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch, §26.
"Es ist verboten,
1.kosmetische Mittel für andere derart herzustellen oder zu behandeln, dass sie bei bestimmungsgemäßem oder vorauszusehendem Gebrauch geeignet sind, die Gesundheit zu schädigen,
(…)

Der bestimmungsgemäße oder vorauszusehende Gebrauch beurteilt sich insbesondere unter Heranziehung der Aufmachung der in Satz 1 genannten Mittel, Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen, ihrer Kennzeichnung, soweit erforderlich, der Hinweise für ihre Verwendung und der Anweisungen für ihre Entfernung sowie aller sonstigen, die Mittel, die Stoffe oder die Zubereitungen aus Stoffen begleitenden Angaben oder Informationen seitens des Herstellers oder des für das Inverkehrbringen der kosmetischen Mittel Verantwortlichen."

Oder kurz gesagt:
Wenn die Anleitung sagt: Mache einen Allergietest, und der Frisör macht es nicht, dann mach er was Verbotenes, was mit bis zu drei Jahren Freiheitstrafe geahndet werden kann.

Natürlich macht der Frisör KEINEN Allergietest im Sinne von „Schauen wir mal, ob Ihr Kind allergisch auf Katzen, Erdnüsse oder Himbeeren ist und woher sein Asthma kommt.“ Das ist Ärzten vorbehalten!

Was ist eigentlich eine Allergie?

Darf ein Friseur einen Allergietest durchführen?

Er muss sogar!

Was macht dich da so sicher?

Zumindest steht das auf den Anwendungsvorschriften von
Haarfärbemitteln und ähnlichem drauf.

Mitnichten! Da steht drauf, dass die Anwenderin dies tun muss. Ich kenne kein Friseur-Färbemittel, wo draufsteht, dass der Friseur das tun soll!!! Nenne mir bitte ein Beispiel für ein Salonprodukt!

Würde er keine
Allergietest machen, hätte er demnach bei einer fulminanten
allergischen Reaktion ein Problem.

Die „fulminante“ allergische Reaktion kann er ja gerade mit dem Allergietest auslösen, denn dazu reichen bei Allergien ja kleinste Mengen aus.

Ich muss ein wenig grinsen. Der Allergietest ist ja gerade
dazu da, statt einer großen Fläche Haut nur ein kleines
2cent-Stück großes Stück mit dem Produkt zu beuafschlagen.
Dies geschieht in der Hoffnung, dass

  1. bei einer Allergie eine Reaktion erfolgt, die
  2. nur lokal begrenzt erfolgt

Ich glaube, du hast gar keine Ahnung, was eine Allergie ist.
Eine Allergie kannst du lokal kaum begrenzen, sondern nur ein Kontaktekzem nach lokaler toxischer Exposition.
Das ist es ja gerade.
Wenn du der Kundin eine kleine Menge Farbe aufträgst, kannst du vorher nie sagen, ob eine Reaktion von Typ I oder Typ IV eintreten wird. Deshalb ist es ja auch so heikel, wenn der Friseur den Test machen soll. Löst er mit einer kleinen Menge Färbemittel eine Typ IV-Reaktion aus, dann liegt die Kundin tot im Salon. Darum geht’s.

Natürlich kann durch diese kleine Probe auch eine schwere
allergische Reaktion hervorgerufen werden. Deswegen muss der
Kunde nach so einem Test auch aufgeklärt werden, wie eine
Reaktion aussehen kann und dass er sich dann sofort zum Arzt
zu begeben hat. Idealer Weise gibt er ihm auch ein Zettelchen
mit, welche Inhaltsstoffe diese Probe hatte.

Ja, dann kann der Friseur aber schon verklagt werden, weil er etwas gemacht hat, was ihm nicht zusteht, weil ein Allergietest in die Hand eines Arztes gehört. So jedenfalls meine Annahme, für die ich hier qualifizierte Belege suche.

Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittelgesetzbuch,
§26.
"Es ist verboten,
1.kosmetische Mittel für andere derart herzustellen oder zu
behandeln, dass sie bei bestimmungsgemäßem oder
vorauszusehendem Gebrauch geeignet sind, die Gesundheit zu
schädigen,

Das greift hier wohl nicht 100%ig, denn dann dürfte man keine Erdnüsse verkaufen, weil die bei Allergikern zum sicheren Tod führen.

Wenn die Anleitung sagt: Mache einen Allergietest, und der
Frisör macht es nicht, dann mach er was Verbotenes, was mit
bis zu drei Jahren Freiheitstrafe geahndet werden kann.

Woher weißt du das? Hast du dir das jetzt so zusammengereimt oder ist das abgesichertes Wissen? Wenn ja, wo steht das?

Soweit ich weiß, muss ein Friseur eine Kundin auf das Allergierisiko hinweisen und - wenn sie nicht weiß, ob sie allergisch ist - dann muss sie den Test selbst machen oder zum Arzt gehen. Mit dem Hinweis hat er seine Pflicht getan und seine Kompetenzen nicht überschritten!

Natürlich macht der Frisör KEINEN Allergietest im Sinne von
„Schauen wir mal, ob Ihr Kind allergisch auf Katzen, Erdnüsse
oder Himbeeren ist und woher sein Asthma kommt.“ Das ist
Ärzten vorbehalten!

Also: Hast du Belege für deine Aussagen? Ich kenne mich durchaus aus mit der Materie, suche aber 100%ige Belege dafür! In Friseurfachbüchern finde ich zur Zeit nur widersprüchliche Informationen, und da ich selbst an einem solchen mitschreibe, möchte mich gern absichern.

LiebeGrüßeChrisTine

1 „Gefällt mir“

HI Chintin!

woie kommst du darauf, dass ein Friseur das machTß Hat da
irgendeiner mit einem Angebot geworben?

Nein.
Ich schreibe zur Zeit an einem Prüfungsbuch für Friseurazubis und finde in den gängigen Friseurfachbüchern widersprüchliche Informationen zu dem Thema.

Ich kann mich aber an einen Fachkongress erinnern, wo erläutert wurde, dass Friseure auf das Allergierisiko einer Färbung hinweisen müssen, einen Allergietest aber nicht selbst durchführen dürfen, weil sie keine Ärzte sind.

Mit dem Hinweis sind sie aus dem Schneider, die Kundin verantwortet selbst, ob sie zunächst einen Allergietest zuhause oder beim Arzt macht, oder ob sie direkt färben lässt.

Das leuchtete mir ein, nur hab ich leider keine Belege für diese Aussagen.

Wenn ein Friseur einen Allergietest ausführt und bei der Kundin eine Typ IV-Reaktion auslöst (anaphylaktischer Schock, evtl. mit Todesfolge) dann kommt er doch in Teufels Küche! Und so, wie ich die Friseure kenne, machen die das garantiert nicht alle richtig.

Bei Allergien reichen kleinste Mengen aus, um eine Extremreaktion auslösen zu können und deshalb kann es wohl kaum sein, dass der Friseur dieses Risiko eingehen kann, ohne für die Folgen belangt werden zu können.

Genau dafür wüsste ich gern die juristischen Grundlagen.

Jetzt nachvollziehbar, warum ich frage?
Danke für deine Nachfrage.

LiebeGrüßeChrisTine

Hallo,

Löst er mit einer kleinen Menge
Färbemittel eine Typ IV-Reaktion aus, dann liegt die Kundin
tot im Salon. Darum geht’s.

Hast du davon jemals gehört?
Nicht juristisch, aber medizinisch:
ein Tupfer egal welcher Substanz auf die Ellenbogen innenseits kann keine lebensgefährliche allergische Reaktion auslösen.
Was deine ursprüngliche Frage aber nicht beantwortet, das weiß ich.

Gruß
Elke

1 „Gefällt mir“

Ich glaube, du hast gar keine Ahnung, was eine Allergie ist.

Danke.

Allerdings habe ich keine Ahnung, was in den Anwendungshinweisen und Sicherheitsdatenblättern professioneller Produkte drin steht.

Der von Dir befürchtete anaphylaktische Schock wird beim Ellenbeugenversuch kaum eintreten. Wenn er eintritt, so tritt dieser auch beim Allergietest durch einen Arzt auf.
Und hier wie da ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Reaktion noch in der Praxis oder im Salon auftritt, ebenfalls niedrig.

Glaubst Du, der Arzt hält den Patienten nach dem Aufbringen des Produkts noch zwei Stunden an einen Monitor „gefesselt“ in der Praxis?

HAllo schau dir mal das Heilpraktikergesetz an, das dürfte deine Frage klären. Da geht es um Diagnose und Therapie (die ja hier egal wäre) durch Nichtärzte (BEstallung = ärztliche Approbation)
Aus HP-Sicht (und in Kenntnis dessen was man alles beachten muss, wenn man kein HP ist, sondern nur Gesundheitsberater oder Wellness-Masseur etc.)würde ich es so auslegen:
Der Friseur muss über das Allergierisiko aufkären. Der Kunde entscheidet, ob er erst zum Arzt einen professionellen Test machen lässt oder sich ohne Test dem Risiko aussetzt. DAbei wird ein Kunde der bereits Allergien haben idealerweise den test vorziehen und ein Kunde dem keine anderen Allergien bekant sind es riskieren. MEist ist man aber unschlüssig, da man vielleicht die eine oder andere Allergie hat, aber noch nie auf Haarfärbe oder HAutkontaktallergene. Dann kann man dem Kunden anbieten, dass er ein bisschen was von dem Mittel auf die HAut bekommt (das sollte er sich möglichst selbst draufstreichen, denn sonst könnte es bereits Probleme mit dem HPG geben)
Wobei es ja meist nur dann rechtliche Probleme gibt, wenn es medizinische Probleme gab.
Bei einem Allergietest beim Arzt ist es auch so, dass nur 30 min gewartet wird, die Reaktion kann aber auch erst nach 2 Stunden kommen. Dann gerne auch heftig und Lebensbedrohlich (bei Chlor-Schwimmbaddünsten hab ich es schon mal gesehen, bei Haarfarbe noch nicht, Nickel als häufigstes Kontaktallergen macht meist nur Ausschlag).
Also immer schön aufklären, dass dann ein Arzt zu rufen ist und die Norfallnummer bereithalten.
Gruß Burli