Ich war gestern beim Zahnarzt, was ja mal vorkommt.
Die Arzthelferin fragte mich nach meiner Telefonnummer (da ich schon länger nicht mehr dort gewesen war), was ich ja noch als recht sinnvoll ansah. Doch dann wollte sie auch noch wissen was ich beruflich mache und wo ich genau arbeite.
Ich habe die Fragen (widerwillig) beantwortet, finde aber doch eigentlich, dass das den Zahnarzt nichts angeht.
Liege ich da falsch, oder kann ich beim nächsten Arzt solche Fragen unbeantwortet lassen?
Mir ist es in den letzten Jahren vermehrt aufgefallen, dass man immer mehr über sich preisgeben soll, sei es nun im Internet, wenn man Bestellungen tätigt, sei es im Supermarkt, wo man nach der Postleitzahl gefragt wird oder sonstwo. Es regt mich auf, aber ich empfinde es manchmal als schwierig, wann wer wirklich begründet berechtigt ist welche Fragen zu stellen.
Vielleicht habt ihr da ein paar Tipps?!
zunächst mal gibt es keine Regelung, wer welche Daten erheben darf. Jeder, dem Du Deine Daten geschäftlich überlässt, kann damit alles machen, was das Datenschutzgesetz erlaubt. Das DSG verbietet übrigens auch die Weitergabe Deiner Daten, sofern Du nicht ausdrücklich zugestimmt hast.
Vielleicht hilft ein Blick auf die Datenschutzklauseln weiter. In denen steht fast meistens, dass die erhobenen Daten nur zur Erfüllung derjenigen Aufgaben verwendet werden, die zur Erfüllung des Geschäftes notwendig sind. Was notwendig ist, kannst Du selbst mit gesundem Menschenverstand beurteilen (oder notfalls nachfragen): Der Zahnarzt möchte Dir vielleicht mal per Telefon eine Terminverschiebung mitteilen; wozu er den Arbeitgeber wissen möchte, weiß ich nicht (steht der dann auf dem Krankenschein?), aber wie gesagt - Fragen kostet nichts.
Ärzte wollen gerne über den Beruf Bescheid wissen, da das eventuell wichtig ist.
Beispielsweise, wenn du eine körperliche Tätigkeit ausübst benötigst du bei bestimmten Verletzungen eine Krankschreibung, wenn du im sozialen Bereich oder im Gesundheitswesen arbeitest benötigst du eine Krankschreibung bei bestimmten infektiösen Erkrankungen, bei anderer Berufstätigkeit ist das egal.
Ausserdem erlaubt es dem Arzt einen Rückschluss auf deine Bildung und damit kann er eventuell besser einschätzen, in welcher Detailliertheit und mit welchen sprachlichen Mitteln er dir bestimmte Erklärungen gibt.
Auch die soziale Stellung, die sich aus dem Beruf ja auch teilweise ableiten lässt, kann interessant sein, beispielsweise bei der Frage ob er dir bestimmte Therapien oder Verhaltensweisen empfielt oder nicht (z.B. beim Manager vielleicht mal „eine Woche ausspannen“).
Trotzdem gilt natürlich, dass du da nicht antworten musst. Oder du gibst nur eine pauschale Auskunft in der Form, das du deinen Berufsabschluss nennst, ohne über deine Tätigkeit Auskunft zu geben.
Gruß, Yoyi
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Hallo Danielle,
YoYi hat Recht was den Arzt betrifft, allerdings sollte das der Arzt fragen und nicht die Arzthelferin.
Im übrigen schreibst Du ja bereits selbst, daß Du Daten preisgeben sollst und nicht musst. Also einfach vor der Antwort nachdenken und vielleicht im Internet nur die erforderlichen Daten eingeben (meist mit Sternchen gekennzeichnet).
Warum Du aber Probleme hast deine Postleitzahl anzugeben verstehe ich nicht, daraus kann man nämlich so gut wie nichts verwerten.
Oder liegt es ganz einfach daran, daß Du niemals Nein sagen kannst!
Gruss
Hermann
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im Datenschutzrecht gibt es den Begriff der so genannten Datensparsamkeit. Dieser bedeutet, dass nur die Daten erhoben und gespeichert werden dürfen, die zur Abwicklung der vertraglichen oder rechtlichen Beziehungen der Beteiligten untereinander unerlässlich sind. Alles was darüber hinausgeht ist grundsätzlich einmal in Frage zu stellen. Allerdings sind die Grenzen natürlich fließend und außer in Bereichen in denen es hauptamtliche Datenschutzbeauftragte gibt, macht sich hierüber üblicherweise auch niemand Gedanken. D.h. wenn die Patientenmaske der Praxissoftware bestimmte Felder hat, dann werden die einfach abgefragt, und so lange niemand etwas dagegen hat, auch weitergehende Daten anzugeben, ist dies sicher auch nicht zu beanstanden. Du kannst aber selbstverständlich bei jedem Merkmal fragen, wozu dies benötigt wird (z.B. Beruf um beim Augenarzt die Warnglocke für Berufskraftfahrer oder Maschinenbediener zu läuten) und dann entscheiden, ob du einzelne Daten angibst oder auch nicht.
Allerdings würde ich die Arztpraxis um die Ecke da auch nicht als „Gefahr“ ansehen, denn die Leute da haben genug anderes zu tun, als mit deinen Daten Handel zu treiben, Rasterfahnungen damit durchzuführen, … Da werden überflüssige Daten einfach nur aus praktischen Erwägungen bzw. ohne böse Absicht erhoben.
Anders sieht es bei den großen Online-Händlern, klassischen Versandhändlern und insbesondere auch bei Kundenkarten (Payback) aus. Dahinter stecken immer professionelle Datensammler und -auswerter und wenn du plötzlich keine Kreditkartenwerbung mehr ins Haus bekommst, ist denen aufgefallen, dass scheinbar mit deinen Finanzen etwas nicht in Ordnung ist (oder umgekehrt, wenn du nur noch die Goldcard-Werbung im Kasten hast). Da wäre ich erheblich mißtrauischer.
Perfideste Geschichte war übrigens eine „allgemeine Verbraucherumfrage“ meines Freundes Schober (ist von mir schon malerfolgreich abgemahnt worden), seines Zeichens größter Adresshändler Europas, der ganz ungeniert auf einem eng beschriebenen Vierseiter im Volkszählungsdesign alles bis hin zu chronischen Krankheiten von Mitbewohnern, finanzielle Situation, … wissen wollte, wofür man dann einige Kleinigkeiten gewinnen wollte. Dies wäre sicher der GAU für die informationelle Selbstbestimmung!
Gruß vom Wiz
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eine Postleitzahlen-Umfrage gab es auch schon mal in einem ortsansässigen Supermarkt. Allerdings ging es dabei um nicht mehr, es wurde wirklich nur nach der Postleitzahl gefragt.
Ich denke daß man ermitteln wollte woher der Kundenstrom hauptsächlich in den Laden kommt.
Was das dem Laden bringt habe ich auch noch nicht ganz verstanden, fand es in dem Fall aber nicht weiter schlimm mich zu äußern weil die Daten nur auf einem Zettel notiert wurden, also nicht mal im Zusammenhang mit meinem Einkauf (Scannerkasse) registriert wurde.
Aber selbst dann hätte ja keinerlei Zusammenhang mit mir persönlich bestanden, insofern fand ich diese Erhebung als unkritisch.
Anders sieht es bei den großen Online-Händlern, klassischen
Versandhändlern und insbesondere auch bei Kundenkarten
(Payback) aus. Dahinter stecken immer professionelle
Datensammler und -auswerter und wenn du plötzlich keine
Kreditkartenwerbung mehr ins Haus bekommst, ist denen
aufgefallen, dass scheinbar mit deinen Finanzen etwas nicht in
Ordnung ist (oder umgekehrt, wenn du nur noch die
Goldcard-Werbung im Kasten hast). Da wäre ich erheblich
mißtrauischer.
mach dir keine Hoffnung, sie hören NIE auf dir die Goldcard-Werbung zu schicken!