Ich persönlich finde: Ja, ich hab mir selbst auch schon überlegt, je nachdem wie mein Abi wird, Lehrerin zu werden. Und die Lehrer sagen das auch selber:„Für was anderes hats bei mir nich gereicht“ is für mich was vollkommen Normales. Ich bin eben selbst noch Schülerin, kenne das daher nur von dieser Seite, ich will damit auch keinem zu Nahe treten. Ich kann mir nämlich schon vorstellen, dass es Lehrer/innen gibt, die das auch wirklich aus Leidenschaft machen und das möchte ich echt nicht schlecht reden. Allerdings fiel mir die Schlagzeile der Bildzeitung ins Auge.
Hallo,
was soll man zu einer solchen Stammtischparole an Meinung äußern?
Vielleicht gibt es dazu sogar eine Statistik, dann wüsste man genaueres.
Nur was würde das über die Qualität der Lehrer aussagen? Die hängt nämlich vom Abischnitt wahrscheinlich am wenigsten ab.
Ich selbst habe mein Studium mit einem Zweierschnitt im Abi in einem Lehramtsstudiengang mit Zulassungsbeschränkung begonnen und bin dort nur dank Anrechnung der Bundeswehrzeit als Wartezeit reingerutscht.
Eine ehemalige Mitschülerin von mir wurde als Zweitbeste des Abiturjahrgangs ebenfalls Lehrerin.
Das stimmt vollkommen! Der Lehrerberuf ist einer der einfachsten Berufe, die es gibt und daher gut geeignet für Menschen, die wenig begabt sind. Feingefühl, gruppenpsychologische Kenntnisse, Verständnis für soziale Systeme, emotionale Stabilität, organisatorisches Talent und fundiertes Wissen in den jeweiligen Fächern sind nur einige der Dinge, die ein Lehrer absolut nicht können muss!
Um dagegen in der Wirtschaft was zu werden, muss man schon was drauf haben! Die aktuelle Lage zeigt das ja sehr deutlich!
Glücklicherweise sagt eine Abiturnote nichts über Intelligenz und Einfühlungsvermögen aus, was man beides zur Genüge generell und letzteres besonders im Lehramt braucht. Ergo müssen wir uns um solche Aussagen gar nicht kümmern und lächeln müde.
Hallo!
Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass man mit einem schlechten Abi auf die Lehramtsschiene geht.
Der Lehramtsstudent ist nach seinem Universitätsaufenthalt allerdings noch nicht fertig. Es kommen 2 Jahre Referndarzeit dazu. Aus meinen Beobachtungen kann ich sagen, dass da einige dabei sind die aufgeben. Sie erkennen, dass sie weniger geeignet für den Job sind. Vor diesen Leuten habe ich Respekt.
Zu den anderen kann ich sagen, ein Beamtenverhältnis ist eine sehr lohnenede Investition. Zumal ein von sich nicht verantwortlich handelnder Lehrer schwer in diesem Verhältnis zur Verantwortung gezogen werden kann.
Auf der anderen Seite sollten sich die Uni’s Gedanken machen, kann jeder Lehrer werden. Es gibt die Möglichkeit, persönliche Eignungstest durchzuführen. Die Mitarbeiter der Uni’s sind Experten auf diesem Gebiet.
Gruß
Poolnudel
man sollte auch bedenken, dass nach dem Abi (egal wie gut oder schlecht) noch ein Studium kommt - und dann ein Referendariat.
Interessanterweise ist die Messlatte für den Einstieg in letzteres recht hoch (je nach Bundesland). Im letzten Jahr lag die Grenze zur Zulassung zum Referendariat übrigens bei einer Abschlussnote (an der Uni) bei 1,7. Wer schlechter war, hatte kaum Chancen.
Irgendwie finde ich das Fach- und Pädagogikstudium auch wichtiger als das „allgemeine“ Abitur.
(PS / OT: Meine persönlichen Vorurteile - ohne irgendwem nahe treten zu wollen - waren übrigens immer, dass die, die nicht so recht wissen, was sie tun sollen (auch, aber nicht nur, wg. schlechten Abis) Jura oder BWL studieren - wenn ich mir die Wirtschaftslage zur Zeit so ansehe, könnte ich glatt Belege für mein Vorurteil finden…)
mein Physiklehrer zu Abizeiten sagte immer „Wer nüscht wird, wird Wirt, und wer garnüscht wird, wird Lehrer am Gymnasium.“
Er war übrigens ein sehr kompetenter Typ. Leider schon verstorben
ohne selbst Lehrer oder Lehramtsstudent zu sein, würde ich das krasse Gegenteil behaupten. Lehrer ist einer der anspruchsvollsten Berufe überhaupt, der neben Fachkenntnissen jede Menge Psychologie/Sozialkompetenz/… erfordert!
Das es jede Menge Lehrer gibt, welche die entsprechenden Fähigkeiten nicht haben, will ich gar nicht abstreiten aber wenn uns die aktuelle Situation eines lehrt, dann das die größten Pfeifen in der Wirtschaft und nicht in der Schule sitzen!
Davon abgesehen wäre es mir bedeutend lieber, wenn nicht 1,0er Abiturienten auf Lehramt studieren würden, sondern solche die wirklich Spass und Interesse an dem Beruf haben.
Interessanterweise ist die Messlatte für den Einstieg in
letzteres [Referendariat] recht hoch (je nach Bundesland).
Was dazu führt, dass die Examensnoten tendenziell gut ausfallen, da man seine Leute ja auch untergebracht sehen will.
… Wer schlechter war, hatte kaum Chancen.
Wenn sich die Rechtslage dazu nicht dramatisch geändert hat, bedeutet das aber „nur“, dass er/sie auf einen Referendariatsplatz warten muss. Mit bestehen des ersten Staatsexamens entsteht ein Rechtsanspruch auf einen Platz im Referendariat innerhalb der Gültigkeitsdauer (weiß nicht mehr wieviele Jahre das waren, zwei oder funf?) des ersten Examens.
Das einige es sich in der Wartezeit anders überlegen, ist ein nicht unwillkommener Effekt, aber die Latte ist von daher nur scheinbar hoch gehängt.
mein Physiklehrer zu Abizeiten sagte immer „Wer nüscht wird,
wird Wirt, und wer garnüscht wird, wird Lehrer am Gymnasium.“
Er war übrigens ein sehr kompetenter Typ. Leider schon
verstorben
nö, bei uns waren es durchaus die „Berater“ vom Arbeitsamt. Und Mädchen wurde sowieso empfohlen: „Gehen Sie auf die PH, das Studium ist nicht so lang.“
Dass es ggf. Voraussetzungen in der Persönlichkeit der angehenden Lehrer gegeben hätte, die so manche aber auch überhaupt nicht erfüllt haben, zeigt sich heute deutlich bei den Problemen, die etliche ältere Lehrer mit ihrem Beruf haben.
Auf der anderen Seite sollten sich die Uni’s Gedanken machen,
kann jeder Lehrer werden. Es gibt die Möglichkeit, persönliche
Eignungstest durchzuführen.
Nur gibt es m. W. noch keinen Test der einen guten Lehrer im Vorfeld identifizieren kann. Ich habe selbst (als Proband) an dem Versuch teilgenommen ein solches Instrument zu entwickeln. Das wurde nach einigen Jahren abgebrochen.
Tatsächlich sollte es anhand psychologischer Profile aber möglich sein wenigstens die zu identifizieren und „umzuberaten“ die aufgrund ihrer psychischen Konstitution in dem Beruf auf große Schwierigkeiten stoßen werden, etwa „beziehungsgehemmte“ oder auch „harmoniesüchtige“ Menschen.
Die Mitarbeiter der Uni’s sind Experten auf diesem Gebiet.
Auf welchem? Dem Lehrberuf? Eher zufällig und ob etwa ein Germanistik-Professor in der Lage ist, die Eignung eines Menschen zum Lehrer zu beurteilen, wage ich stark zu bezweifeln.
DIE Mitarbeiter der Unis sind m. E. dazu nicht in der Lage, aber es gibt an den meisten Unis Leute die da was machen könnten, wenn sie wollten. Oder man müsste dafür jemanden Einstellen. Nur haben daran die Unis kein genuines Interesse. Universitäten schauen noch darauf ob die Kandidaten das Studium voraussichtlich erfolgreich absolvieren, der anschließende Erfolg ist höchstens mal Gegenstand eines Forschungsprojektes bzw. einer statistischen Erhebung.
Ich kenn das so:
Wer nichts kann, wird Lehrer
Wer nicht lehren kann, lehrt das Lehren.
Gilt vor allem für die Uni in Lehramtsstudiengängen. Scheint auch manchmal der Wahrheit nicht zu fern zu liegen, und ich stelle es auch in manchen meiner Fächer fest
Zum Glück gleicht sich die Kompetenz relativ aus, und an der Uni kann ich mir bis zu einem gewissen Grad aussuchen bei wem ich was mache.