Ich fotografiere noch analog. Schwarzweiß.
- wegen der Dunkelkammer (schöne Beschäftigung)
- aus Romantizismus (Stichwort: Malen mit Licht)
- aus Purismus = Sturheit
Wenn ich irgendwann aber die Fotografie nur noch als
Erinnerungsmedium betrachte, wenn ich also irgendwann zum
Pragmatiker werden würde, dann steig ich auch ein ins digitale
Zeitalter.
!
*unterschreib…
Vielen Dank an alle bisher zu Euren Meinungen und Erfahrungen!
Es ist äusserst interessant soetwas lesen zu dürfen!
Zur bisherigen Diskussion allgemein…
Ich dachte irgendwie mehr an Erfahrungsberichte die aufzeigen, das die „wirkliche“ Fotografie niemals digital „passieren“ kann, sondern immer ein analoger und somit rein chemisch/optischer Prozeß bleiben wird. Allein das Aufhängen von Negativ-Streifen, oder das essenzielle Arbeiten in der Dunkelkammer als Grund, für die immer währende Liebe zur analogen Fotografie. …
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Ein Kleinbildnegativ hat ein weit höheres Auflösungsvermögen als eine durchschnittliche digitale Spiegelreflexkamera mit 8mpixeln. Das man aus diesem Aspekt nicht gleich auf ein besseres Bildergebniss schliessen darf, ist meiner Meinung nach oft ungesagt geblieben. Für ein optimales Ergebniss unter Verwendung der analogen Fotografie spielt eine ganze Menge zusammen. Angefangen vom verwendetem Film, über die Kamera, die Wertigkeit des Objektivs, über den Entwicklungsprozeß bis hin zur Detailverliebtheit und dem glücklicken Händchen des Laboranten bei der Erstellung des Abzugs. So vieles ist für ein optimales Ergebnis verantwortlich, das man nur schwer alle diese Schritte so wertig ausführen bzw. anwenden kann, das die maximalen Kleinbildauflösungsmöglichkeiten auch auf dem Baryt-Papier ersichtlich sind. Es ist wie bei jeder Verkettung. Das System ist nur so gut, wie das schwächste Glied. Bei einer DSLR ist das schon anders. Hier reicht eine gute Kamera, gute Objektive und ein gutes Motiv aus, um optimale Ergebnisse vorzeigen zu können. Wenn auch nur erstmal am Monitor und nicht auf Papier. Meiner Meinung nach ist die Farbbrillanz und die Körnung sehr viel geringer als es bei analoger Fotografie der Fall ist. Hinzu kommt die Schärfe, die sehr viel besser ist, als es bei anlogen Abzügen sein kann. Das die theoretische Auflösung vom KB wie gesagt höher ist, spielt dabei dann wohl kaum noch eine Rolle.
Unter Verwendung des Mittelformat oder gar Großformat verschwinden die besagten Vorteile für die digital Fotografie zwar teilweise, aber die Wahrscheinlichkeit das auf dem Weg zum Abzug noch Fehler passieren, ist genauso hoch wie die beim Kleinbild. Der große Vorteil vom Mittelformat liegt aber in der gigantischen Auflösung und dem höherem Kontrastumfang. Höher, als der jeder Digital Kamera bis 10000eur.
…
Was ich aber eigentlich sagen möchte…
Ich für meinen Teil fotografiere sowohl analog als auch digital. Analog im Kleinbild und im Mittelformat, und digital mit einer dslr.
Was ist für mich der Grund wieso ich so viel lieber zur Mittelformat greife als zur digitalen?!
Es ist vorallem die Art der Fotografie die einem durch eine solche Kamera geboten wird. Fern ab vom Autofokus, oder der TTL-Messung, von 5Bildern pro Sekunde… Solche Kameras beschränken sich auf das wesentliche, sie sich, und der Fotograf mit ihr. Alles wird langsam. Die Zeit steht nahezu still. Keine Hektik. Man baut die Kamera in aller Ruhe auf ein Stativ und setzt den Drahtauslöser an. Man stellt über den Schnittbildindikator der riesigen Mattscheibe auf das gewünschte Objekt scharf und komponiert das Bild. Man mißt das Licht mit dem Handbelichtungsmesser (mit unter sogar in Kleinarbeit im Zonensystem), und überträgt die Werte auf das Objektiv. Danach betätigt man den Vorauslöser, der Zentralverschluss schliesst sich, der Hilfsverschluss wird geöffnet, der Spiegel klappt nach oben und die Arbeitsblende stellt sich ein. Danach betätigt man den Drahtauslöser und Zentralverschluss läuft ab. Wenn man den Auslöser dann gehen läßt, macht es FLLLOOOOPPPPPP!!! und der Hilfsverschluß schliesst sich. Danach dreht man an der fetten Kurbel rechts, und alles wird gespannt und wieder in die Ausgangslage versetzt. …und alles beginnt von vorn.
Das ist Fotografieren im Mittelformat.
Ok, man kann auch einfach drauf los schiessen. Aus der Hand, und ohne Vorauslösung, aber das da oben ist schon der Weg den es oft bedarf.
Was mich am Mittelformat auch so sehr reizt. An der Kamera läuft alles rein mechanisch. So präzise und perfekt wie ein Uhrwerk aus Glashütte. Es gibt keinen Frontfokus/Backfokus oder andere Macken, durch die man seine Objektive xxmal umtauschen muß wie bei heutigen DSLR. Alles ist so wie es sein sollte, und wird es auch in Jahren noch sein. Die Teile sind gemacht für die Ewigkeit…
Hinzu kommt für mich die bereits angesprochene Prozedur in der Dunkelkammer, die ich so liebe, der Kontrastumfang eines Kodak Tri-X und einfach die ganz eigene Bildaussage die man mit digital NIEMALS ERREICHEN kann.
siehe z.b. www.stefan-rohner.net
Mit der digitalen fotografiere ich wenn es schnell gehen muss, oder wenn ich Farbe aufnehmen möchte.
Für sw- nutze ich ausschliesslich das MF.
Mario, der sich erhofft nun gnadenlos aus dem Digital-Lager beschossen zu werden