Wer fotografiert noch analog?!

Hallo,

was mir schon länger auf dem Herzen liegt…

In Zeiten in denen sich digitale Kameras nahezu häufiger verkaufen als Handys, frage ich mich, fotografiert hier eigentlich noch jemand analog, also so richtig meine ich…aus purer Überzeugung?!

…und falls ja, aus welchen Gründen?

Ein interessanter und gut geschriebener Artikel zu diesem Thema, wie ich finde…
http://www.film-dinosaurier.com/media/pdf/kameratext…

Mario

Ich!
Hallo!

Ich fotografiere noch analog. Und das aus einem einfachen Grund. Ich habe vor vielen Jahren gutes Geld in eine analoge SLR Ausrüstung gesteckt. Nicht nur in gute Kameras, sonden auch und vor allem in gute Objektive.
Von daher bin ich verwöhnt was optische Performance anbelangt. Für mich käme nur eine digital-SLR in Frage. Leider sind meine Objektive nicht kompatibel zu einem digitalen SLR System. Weil ich aber nicht bereit bin, bei der optischen Leistung Abstriche zu machen, müsste ich für den Umstieg auf digital eine 5-stellige Summe aufwenden, um bei der optischn Qualität in der gleichen Liga zu bleiben. Dieses Geld habe ich momentan leider nicht flüssig.

Und selbst wenn ich das Geld hätte, würde ich meine analoge Ausrüstung behalten und für spezielle Zwecke weiter benutzen. Denn das Problem der hochqualitativen Projektionsvorführung ist auf der digital-Ebene noch nicht gelöst. Selbst die besten Beamer sind noch meilenweit von der Qualität eines projezierten Dias entfernt.

Klar wird die analoge Fotografie irgendwann ganz aussterben, oder ein kümmerliches Schattendasein für ein paar Freaks führen, so wie es der Vinyl-Schallplatte ergangen ist. Aber noch sind wir nicht so weit.

Gruß,

Thomas.

Ich auch !!!
Hallo,

wie bereis gesagt, die digitalen kommen an die Qualitaet eines analogen Bildes nicht rann, spaetigstens wenn man eine Vergroesserung macht ( 40X60 z.B.).

Auserdem habe ich noch keine bezahlbare Digitale gesehen die 6 Bilder pro Sekunde schiessen kann.

Mir wird meine EOS 600 wohl noch nen weile erhalten bleiben.

Tschau
Peter

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Hi!

Mir wird meine EOS 600 wohl noch nen weile erhalten bleiben.

Richtig! Außerdem ist ein kompletter, qualitativ hochwertiger Wechsel mit einem Spiegelreflex-System zu einem gleichwertigen digitalem nicht gerade billig! (Nikon D2X-Body: ca. 4.000 Euro?)

Anders sieht es wohl im Bereich der Snapschusskameras aus. Hier bin ich seit Jahren erfolgreich auf die Hosentaschenvarianten umgestiegen.

Gruß
Falke

Leider sind meine
Objektive nicht kompatibel zu einem digitalen SLR System.

Wie kommst du darauf? Ganz exotisches Bajonett?

Hallo Mario,

vor nunmehr fast 30 Jahren habe ich mir meine erste SLR Kamera gekauft und im laufe der Zeit ettliches in die Ausrüstung gesteckt.
Mittlerweile besitze ich mehrere Gehäuse und etwa ein dutzend Linsen.
Bevor ich mir diesen ganzen Krams in Digital kaufe, arbeite ich lieber weiter mit Silberhalogenidphotonenabsorbtion.

Zudem hab ich die Erfahrung gemacht, daß ich mit der analogen wesentlich bewuster arbeite, was aber sicher auch daran liegt, daß ich keine Digi mit Spiegelreflex besitze, sondern die Digi als Schnappschußkamera verwende.

Die Analoge werde ich wohl noch eine Weile weiter verwenden, so es denn noch Filme gibt.

Gandalf

Hallo,

…und falls ja, aus welchen Gründen?

Hi Mario,

ich fotografiere ebenfalls noch analog und werde es wohl auch noch eine Weile tun.
Meine Minolta SLR-Ausrüstung habe ich gerade um eine paar fehlende Objektive ergänzt. Gehäuse habe ich wohl noch funktionierende bis an mein Ende…
Wenn ich mal ganz was anderes machen will, nehme ich eine alte Werra-KB-Kamera und gehe damit auf die Piste.
Ansonsten mache ich noch in Mittelformat mit Mamiya 7 und seit neuestem einer TLR Mamiya mit Wechseloptiken.
Mit letzterer habe ich aus Zeitgründen zwar noch nicht fotografiert (kam ziemlich viel dazwischen in diesem Jahr) aber wenn Du so ein Teil mal in Händen gehabt hast (ich hatte vorher schon zwei andere TLR-Kameras), dann merkst Du das das Bildgestalten beim und der Vorgang des Fotofgrafierens ein ganz anderer ist als mit einer „modernen“ AF-Kamera. Zeit, Ruhe und Muse.
Das Bild gibt es ja auch nicht gleich auf dem Monitor und wird dann gegebenenfalls wieder gelöscht, neu gemacht, wieder gelöscht etc…
Gegen die Mehrfachaufnahmen desselben Objekts sprechen auch die Kosten und der Umstand in so ein Ding einen Film reinzupfriemeln (vor allem unterwegs).

Viele Grüße
HylTox

PS ich fotografiere auch digital mit einem Billigteil aber praktisch ausschließlich für eBay-Verkäufe.

Jau
Ich fotografiere noch analog. Schwarzweiß.

  1. wegen der Dunkelkammer (schöne Beschäftigung)
  2. aus Romantizismus (Stichwort: Malen mit Licht)
  3. aus Purismus = Sturheit
    Wenn ich irgendwann aber die Fotografie nur noch als Erinnerungsmedium betrachte, wenn ich also irgendwann zum Pragmatiker werden würde, dann steig ich auch ein ins digitale Zeitalter.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ich fotografiere noch analog. Schwarzweiß.

  1. wegen der Dunkelkammer (schöne Beschäftigung)
  2. aus Romantizismus (Stichwort: Malen mit Licht)
  3. aus Purismus = Sturheit
    Wenn ich irgendwann aber die Fotografie nur noch als
    Erinnerungsmedium betrachte, wenn ich also irgendwann zum
    Pragmatiker werden würde, dann steig ich auch ein ins digitale
    Zeitalter.

!
*unterschreib…

Vielen Dank an alle bisher zu Euren Meinungen und Erfahrungen!
Es ist äusserst interessant soetwas lesen zu dürfen!

Zur bisherigen Diskussion allgemein…

Ich dachte irgendwie mehr an Erfahrungsberichte die aufzeigen, das die „wirkliche“ Fotografie niemals digital „passieren“ kann, sondern immer ein analoger und somit rein chemisch/optischer Prozeß bleiben wird. Allein das Aufhängen von Negativ-Streifen, oder das essenzielle Arbeiten in der Dunkelkammer als Grund, für die immer währende Liebe zur analogen Fotografie. …

Ein Kleinbildnegativ hat ein weit höheres Auflösungsvermögen als eine durchschnittliche digitale Spiegelreflexkamera mit 8mpixeln. Das man aus diesem Aspekt nicht gleich auf ein besseres Bildergebniss schliessen darf, ist meiner Meinung nach oft ungesagt geblieben. Für ein optimales Ergebniss unter Verwendung der analogen Fotografie spielt eine ganze Menge zusammen. Angefangen vom verwendetem Film, über die Kamera, die Wertigkeit des Objektivs, über den Entwicklungsprozeß bis hin zur Detailverliebtheit und dem glücklicken Händchen des Laboranten bei der Erstellung des Abzugs. So vieles ist für ein optimales Ergebnis verantwortlich, das man nur schwer alle diese Schritte so wertig ausführen bzw. anwenden kann, das die maximalen Kleinbildauflösungsmöglichkeiten auch auf dem Baryt-Papier ersichtlich sind. Es ist wie bei jeder Verkettung. Das System ist nur so gut, wie das schwächste Glied. Bei einer DSLR ist das schon anders. Hier reicht eine gute Kamera, gute Objektive und ein gutes Motiv aus, um optimale Ergebnisse vorzeigen zu können. Wenn auch nur erstmal am Monitor und nicht auf Papier. Meiner Meinung nach ist die Farbbrillanz und die Körnung sehr viel geringer als es bei analoger Fotografie der Fall ist. Hinzu kommt die Schärfe, die sehr viel besser ist, als es bei anlogen Abzügen sein kann. Das die theoretische Auflösung vom KB wie gesagt höher ist, spielt dabei dann wohl kaum noch eine Rolle.

Unter Verwendung des Mittelformat oder gar Großformat verschwinden die besagten Vorteile für die digital Fotografie zwar teilweise, aber die Wahrscheinlichkeit das auf dem Weg zum Abzug noch Fehler passieren, ist genauso hoch wie die beim Kleinbild. Der große Vorteil vom Mittelformat liegt aber in der gigantischen Auflösung und dem höherem Kontrastumfang. Höher, als der jeder Digital Kamera bis 10000eur.


Was ich aber eigentlich sagen möchte…

Ich für meinen Teil fotografiere sowohl analog als auch digital. Analog im Kleinbild und im Mittelformat, und digital mit einer dslr.

Was ist für mich der Grund wieso ich so viel lieber zur Mittelformat greife als zur digitalen?!

Es ist vorallem die Art der Fotografie die einem durch eine solche Kamera geboten wird. Fern ab vom Autofokus, oder der TTL-Messung, von 5Bildern pro Sekunde… Solche Kameras beschränken sich auf das wesentliche, sie sich, und der Fotograf mit ihr. Alles wird langsam. Die Zeit steht nahezu still. Keine Hektik. Man baut die Kamera in aller Ruhe auf ein Stativ und setzt den Drahtauslöser an. Man stellt über den Schnittbildindikator der riesigen Mattscheibe auf das gewünschte Objekt scharf und komponiert das Bild. Man mißt das Licht mit dem Handbelichtungsmesser (mit unter sogar in Kleinarbeit im Zonensystem), und überträgt die Werte auf das Objektiv. Danach betätigt man den Vorauslöser, der Zentralverschluss schliesst sich, der Hilfsverschluss wird geöffnet, der Spiegel klappt nach oben und die Arbeitsblende stellt sich ein. Danach betätigt man den Drahtauslöser und Zentralverschluss läuft ab. Wenn man den Auslöser dann gehen läßt, macht es FLLLOOOOPPPPPP!!! und der Hilfsverschluß schliesst sich. Danach dreht man an der fetten Kurbel rechts, und alles wird gespannt und wieder in die Ausgangslage versetzt. …und alles beginnt von vorn.

Das ist Fotografieren im Mittelformat.
Ok, man kann auch einfach drauf los schiessen. Aus der Hand, und ohne Vorauslösung, aber das da oben ist schon der Weg den es oft bedarf.

Was mich am Mittelformat auch so sehr reizt. An der Kamera läuft alles rein mechanisch. So präzise und perfekt wie ein Uhrwerk aus Glashütte. Es gibt keinen Frontfokus/Backfokus oder andere Macken, durch die man seine Objektive xxmal umtauschen muß wie bei heutigen DSLR. Alles ist so wie es sein sollte, und wird es auch in Jahren noch sein. Die Teile sind gemacht für die Ewigkeit…

Hinzu kommt für mich die bereits angesprochene Prozedur in der Dunkelkammer, die ich so liebe, der Kontrastumfang eines Kodak Tri-X und einfach die ganz eigene Bildaussage die man mit digital NIEMALS ERREICHEN kann.

siehe z.b. www.stefan-rohner.net

Mit der digitalen fotografiere ich wenn es schnell gehen muss, oder wenn ich Farbe aufnehmen möchte.
Für sw- nutze ich ausschliesslich das MF.

Mario, der sich erhofft nun gnadenlos aus dem Digital-Lager beschossen zu werden

Etwas mehr persönliche Erfahrung also: Hier, vor mir, in zwei Holzrahmen, stehen zwei wunderschöne Fotografien. Eines von Man Ray, das andere von Henri Cartier-Bresson.
Sich vorzustellen, dass diese Fotografien mit einer Digitalkamera entstanden wären, ist für mich unmöglich (ohne nähere Erfahrung nehme ich an, dass sie niemals so aussehen könnten, wenn sie digital aufgenommen und bearbeitet geworden wären).
Wenn mir nun aber jemand beweisen würde, dass diese beiden Fotos mit einer Digitalkamera aufgenommen worden wären, würden sie für mich an Wert verlieren.
Am Beispiel der Man Ray Fotografie: Irgendwann, etwa 1930, fiel ein Licht auf die fotografierte Frau. Dann fiel das Licht auf das Filmmaterial und war darin gefangen. Tage später hatte jemand ein anderes Licht durch dieses Negativ leuchten lassen. Beide Lichter haben sich auf dem Papier vermischt. Das Papier wurde in allerlei Chemikalien getaucht. Später hat irgendjemand das Fotopapier auf einen Fotokopierer gelegt, usw. Auch wenn das Bild, bevor meine Instanz zum Druck kam, wohl auch in irgendeinem Computer gespeichert war, habe ich trotzdem das unbestimmte Gefühl, das das Licht, das 1930 auf die Frau gefallen war, hier auf meinem Schreibtisch steht. Müsste ich mir vorstellen, dass dieses Bild von Anfang an ein Produkt eines Computers, eine Kombination aus Nullen und Einsen ist, würde es mir sicherlich weniger schön erscheinen.
Auch wenn das ein wenig kitschig klingen mag, ist das ein Hauptgrund für mich, die analoge der digitalen Fotografie (in mancher Hinsicht sogar der Malerei) vorzuziehen: Die Wanderung des Lichts.

Hi,

Ich dachte irgendwie mehr an Erfahrungsberichte die aufzeigen,
das die „wirkliche“ Fotografie niemals digital „passieren“
kann, sondern immer ein analoger und somit rein
chemisch/optischer Prozeß bleiben wird.

Es ist die Frage, ob man Fotographie als Kunst oder Kunsthandwerk betrachtet. Beim Handwerk stehen die technischen Prozesse natürlich im Vordergrund *fg*

Allein das Aufhängen
von Negativ-Streifen, oder das essenzielle Arbeiten in der
Dunkelkammer als Grund, für die immer währende Liebe zur
analogen Fotografie. …

Handwerk *fg*

Ein Kleinbildnegativ hat ein weit höheres Auflösungsvermögen
als eine durchschnittliche digitale Spiegelreflexkamera mit
8mpixeln. Das man aus diesem Aspekt nicht gleich auf ein
besseres Bildergebniss schliessen darf, ist meiner Meinung
nach oft ungesagt geblieben.

Du hast den Fotgrafen vergessen. Eine Motivklingel gibt es immer noch nicht. Scharfstellen sollte sie/er auch können. Stativ verwenden auch die wenigsten …
Übrigens war neulich (vor ein paar Monaten) ein Test dazu im Fotomagazin.

Glied. Bei einer DSLR ist das schon anders. Hier reicht eine
gute Kamera, gute Objektive und ein gutes Motiv aus, um
optimale Ergebnisse vorzeigen zu können.

Hüstel. Das reicht bei weitem nicht. Entscheidend ist immer noch der Mensch hinter der Kamera, der sehen können muss.

Ich für meinen Teil fotografiere sowohl analog als auch
digital.

Ich auch :wink:

Analog im Kleinbild und im Mittelformat, und digital
mit einer dslr.

MF wird wohl noch eine Weile mein Traum bleiben müssen, wenn ich mir mein Konto so anschaue.

…Es ist vorallem die Art der Fotografie die einem durch eine
solche Kamera geboten wird. … scharf und komponiert das Bild.

Das ist es: Man kuckt zuerst und knipst dann, nicht umgekehrt.

Mit der digitalen fotografiere ich wenn es schnell gehen muss,
oder wenn ich Farbe aufnehmen möchte.
Für sw- nutze ich ausschliesslich das MF.

Versuch SW ruhig auch mal digital. Macht auch Spass.

Mario, der sich erhofft nun gnadenlos aus dem Digital-Lager
beschossen zu werden

Nö. Den Gefallen wird Dir keiner tun … :wink:

Ciao R.

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Hi Baer!

Das ist es: Man kuckt zuerst und knipst dann, nicht umgekehrt.

Das isses! So knapp hat es noch keiner auf den Punkt gebracht!

Viele Grüße
HylTox

es geht allein um den aspekt der technik. … resp. dem unterschied zwischen analog / digital. dabei kommt es nicht auf das foto als solches an, sondern um die technischen voraussetzungen als sprungbrett TECHNISCH OPTIMALER FOTOS. natürlich ist diese betrachtung etwas naiv, aber fotografieren zu lernen, so wirst du mir zustimmen, ist hier durch das lesen auch noch so vieler
antworten im forum ganz sicher nicht möglich.

darum beschränken wir uns auf die technik.

das james nachtwey, sebastião salgado o.ä. mit einer canon powershot irgendwas bessere fotos macht als ich mit einer hasselblad oder 1dsII bedarf keiner worte.

mario