Wer gibt mir Hilfestellung zum Gartenteich

Guten Tag, ich habe einen ca.12 Jahre alten Gartenteich übernommen. Ca. 5m im Oval und an der tiefsten Stelle ca. 140 cm tief. Der Teich war total zugekrautet und ständig mit Algen bedeckt. Nun habe ich angefangen die Ränder (starker Wasserverlust durch rein- / und rauswachsende Pflanzen) zu „putzen“. Der Teichrand ist mit Flußsteinen befestigt. Seerosen, Wasserlilien, Binsen (?) u. andere Pflanzen haben einen undurchdringlichen Teppich in der Tiefe verursacht. Eine dicke, stinkende Schlammschicht liegt am Boden. Nun sind zwei Goldfische und anschließend 4 Rotfedern verschwunden und wir haben nur noch (aber gern gesehen) Molche und Frösche und ein Vogelfreibad (auch ganz schön). Der Teich veralgt ständig. Ich möchte keine Chemie einsetzen. Einen Schlammsauger möchte ich, wenn es umgehbar ist, wegen der Kleintier nicht einsetzen.
Wer hat Tips zur evtl. neuen Bepflanzung oder muss ich den kompletten Teich „ausräumen“ und neu anlegen? Fische müssen nicht unbedingt wieder rein, da ich weder eine Katze, den Reiher oder anderes Getier füttern will.

Hallo,
das ausraeumen wirst du nicht vermeiden koennen. Der Schlamm muss weggewaschen werden. Eine Idee waere, obwohl das manches kosten wuerde sowohl bei dem Bau als auch bei den laufenden Betriebskosten, eine schiefe Ebene zu machen, so dass immer fliessendes Wasser gibt. Mit einer Pumpe, die eventuell mit Sonenenergie betrieben wird, kann man das Wasser recyclen. So wird Schlamm nicht wieder entstehen und dazu noch, Algen moegen nur stehendes Gewaesser.

Hallo die Runde,

Die Algen sind ausserdem ein Anzeichen für Eutrophierung, das Wasser enthält zu viele Nährstoffe woher auch immer (Fischfäkalien, Laubeintrag, Erdeinschwemmmung etc.).
Wie schon gesagt wird Schlammentfernung unumgänglich sein.
Keine Fische hast Du schon entschieden, Laubentfernung im Herbst nötig. Auch Lurche bringen Fäkalien, aber wenn sonst wenig Eintrag stattfindet, können die Bodenbakterien eher danit fertigwerden. Vorhandene Pflanzen wie Binsen, Schilf, Seerosen usw., auch in der Uferzone, helfen die Überfrachtung mit Nährstoffen zu reduzieren.

Gruss von Julius

Hallo, Collier,
das Teichfragen hier zum täglichen „Handwerk“ gehören findest Du im Archiv, aber auch in den FAQ, der Linkliste http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv… und der Literaturliste http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv… viele wertvolle Tipps aus der Praxis.
Gruß
Eckard

Danke erstmal für die ersten Tips.
Ich muss also erst die in der Mitte stehenden Pflanzen komplett entfernen und den Schlamm beseitigen. Kann ich dann die „geteilten“ Pflanzen wieder einbringen und am besten am Rand einsetzen? Seerosen gehören dann in die Mitte, in den Tiefbereich? Die Lilien und Binsen an den Rand? Gibt es „Sauerstoff fördernde“ Pflanzen, die sich nicht zu sehr ausbreiten, da ich nur ca. alle 4 Wochen am Haus bin. Eine Pumpe mit kleinem Filter läuft ebenfalls zur Sauerstoffproduktion.
Ich hoffe durch meine radikale Arbeit vergraule ich nicht die Molche und Frösche und was sonst noch da ist.

Hallo, Collier,

Ich muss also erst die in der Mitte stehenden Pflanzen
komplett entfernen und den Schlamm beseitigen.

Die Pflanzen herausnehmen, aber nicht entsorgen. Du kannst sie anschließend teilweise wieder einsetzen. Am besten bringst Du sie solange in einer Wanne unter.
Dann den Wasserstand senken (abpumpen, das Wasser ist eh hinüber). Den Schlamm langsam ausschöpfen, dann haben Libellenlarven, Molche und anderes Getier eine Chance zu entkommen. Trotzdem immer schauen, was Du außer Schlamm noch gegriffen hast.

Kann ich dann die „geteilten“ Pflanzen wieder einbringen

Klar kannst Du, kommt billiger als die vielen Pflanzen neu zu kaufen.

Seerosen gehören dann in die Mitte, in den Tiefbereich?

So ist es. am Besten setzt man die Seerosen in einen Kunststoffkorb.

Die Lilien und Binsen an den Rand?

Ja, die gehören in die Flachwaser bzw. Sumpfzone. - Du musst praktisch einen natürlich entstandenen Teich nachbilden.

Gibt es „Sauerstoff fördernde“ Pflanzen, die sich nicht zu sehr
ausbreiten,

Natürlich gibt es die und ich halte sie für unverzichtbar: Wasserpest (Elodea densa), Hornblatt (Ceratophyllum). sie breiten sich unter der Wasseroberfläche aus und bieten vielen Viechern Unterschlupf und Deckung. Auch wachsen sie in vier Wochen den Teich nicht zu und man kann ja immer wieder einen Teil entnehmen und entsorgen.

Wegen der Pflanzen hier vielleicht ein kleiner Anhalt: http://217.172.172.50/Teichpflanzen-s16h12-Unterwass…

Nicht winterfest, aber effektiv in der Nährstoffentnahme sind auch Wasserhyazinthe (Eichhornia crassipes) oder Wassersalat (Pistia stratiotes). Beides sind Pflanzen, die auf der Wasseroberfläche schwimmen.

Eine Pumpe mit kleinem Filter läuft ebenfalls zur
Sauerstoffproduktion.

Das ist auch recht löblich - allerdings braucht die Pumpe nicht ständig laufen, Eine Zeitschaltuhr tut da gute Dienste.

Ich hoffe durch meine radikale Arbeit vergraule ich nicht die
Molche und Frösche und was sonst noch da ist.

Und wenn, die kommen schnell wieder, wenn Teich und Wasser in Ordnung ist.

Abhängig von der Sonneneinstrahlung auf den Teich wird es übrigens nach Neubefüllung mit Leitungswasser möglicherweise erneut zu einer Algenblüte kommen, aber es dauert sowieso etliche Zeit, bis das Biotop „Teich“ einigermaßen in ein biologisches Gleichgewicht kommt.

Gruß
Eckard