Sei gegrüßt, dümmlicher Provokateur. 
bei welchem Michel Du Dein Herz geparkt hast
Nicht beim Holländermichel.
Du solltest Dir den Film anschauen, ein toll gemachter DEFA-Film von 1950. 
Das ist kein Wunder, wurde man in der DDR ja auch systematisch zu
Unselbstständigkeit erzogen. Da wurde den Kindern in der Vorschule ja
sogar vorgeschrieben, wann sie auf’s Klo zu gehen hatten.
Die Diskussion soll ja nicht abgleiten, doch woher nimmst Du diesen völligen Blödsinn?
Ich erkläre es Dir.
Wenn ich es direkt vergleiche, dann waren die DDR-Kinder wesentlich selbständiger – das war sogar gesellschaftlich verlangt, in einem gewissen Rahmen. Nicht im politischen Sinne, sondern im Sinne des gesellschaftlichen Lebens. Schon die kleine Gruppe im Kindergarten hatte Pflichten, im Ablauf des Alltags mitzuhelfen, spätestens in der mittleren Gruppe war es normal, daß die meisten Kinder selbständig nach hause gegangen sind, bisweilen zwei Kilometer, wenn der Kindergarten am anderen Ende des Dorfes lag. Es gab Tischdienst, Blumendienst und Hilfe für die jüngeren Kinder. Die Erziehung sorgte rasch für die Fähigkeit, sich selbständig ordentlich anziehen zu können, daß die Schleife anständig gebunden war und die Schuhe vernünftig saßen. In der Schule führte man das mit dem Ordnungsdienst fort und selbständige Hausaufgabenerledigung einschließlich Rechercheaufgaben waren nicht selten.
Nebenbei bemerkt hätte sich die DDR unselbständige, verblödete Kinder wie heutzutage nicht erlauben können. Wenn unsere Kinder montags bis sonnabends früh kurz vor dreiviertel 7 aus dem Haus gingen, war überhaupt keine Zeit, die Bälger in den Wartburg zu stecken und zur Schule zu fahren. Wir fingen selber um 7 bzw. meine Frau halb 8 mit der Arbeit an. Nachmittags sah es ähnlich aus und trotz Tagesschule waren die Kinder desöfteren eher daheim. Manchmal kam meine Frau in die Wochenendschicht oder ich hatte Subbotnik. Die Kinder hatten schlicht und ergreifend frühzeitig selbständig zu sein, das war Normalität und Notwendigkeit. Mit solchen anstrengungs- und benehmensunwilligen Rüpeln von heute wäre ein glückliches Familienleben in Windeseile erledigt gewesen. Wie mußten uns darauf verlassen können, daß die Kleinen auch eine Weile alleine zurechtkamen und des weiteren währenddessen nicht das halbe Haus abfackelten. 
Den Kindern wurde übrigens nicht aus Gründen der beabsichtigten Verdummung gesagt, wann sie auf die Toilette durften, sondern der Kindergarten war eine S c h u l e, und zwar der Oberschule vorgeschaltet.
Eines der Ziele war die Erziehung zur schulischen Disziplin und das hieß, daß die Kinder zu begreifen hatten, daß mehrmals am Tage nicht beliebig gespielt wurde, sondern daß alle Kinder für eine festgelegte Zeit ruhig und konzentriert das gleiche taten. Das nennt man im allgemeinen Unterricht. Und in der Unterrichtsstunde ist, man staune, Unterricht. Kein Essen, kein Trinken, keine Toilettengänge. Denn für sowas gab es in der Schule die Pausen. Für die gesunde Entwicklung eines Kindes ist ein regelmäßiger, fester Tagesablauf sehr wichtig und der Kindergarten rhythmisierte schrittweise dem Alter angemessen diesen Tagesablauf auf die Anforderungen der Oberschule.
Und daß Du aus Wißbegier und Tatendrang der Schulkinder Unselbständigkeit folgerst, müßte ich Dir eigentlich übelnehmen; ich empfand das schließlich selber so.
Richtig war vielmehr, daß wir normale Kinder waren, die mit zuviel Freizeit schlicht und ergreifend auf dumme Gedanken gekommen wären. Sieh Dir die Gesellschaft an und Du kannst ohne Schwierigkeiten erkennen, daß die Kinder völlig überfordert sind. Einerseits sind sie unselbständig erzogen, verdammt unselbständig, andererseits kümmert sich auch niemand darum, ihnen beizubringen, daß sie mit ihrer sehr großzügig ausfallenden Freizeit Sinnvolles anfangen. Der Teufelskreis schließt sich dann im Bildungssystem, wo differenzierte, pädagogisch wertvolle Betreuung nicht vorgesehen ist; Stichwort fakultativer Unterricht, Interessenszirkel, Jugendgruppen, Kindersport.
Ich war heilfroh, wenn nach ein paar Wochen das Bildungssystem wieder Futter für die Rübe im Angebot hatte, denn z.B. konnte ich es als leidenschaftler Sternbeobachter nicht erwarten, daß der Astronomiezirkel wieder stattfand und wir mit unserem engagierten Physiklehrer ins Observatorium fahren konnten, oder auf dem Astronomiedach der Schule wieder nächtliche Sternbeobachtungen mit großen (teuren) Fernrohren stattfinden durften.
Horche Dich in Deiner Gegend um, welche Familien und vor allem welche Schulen alleine dieses ausgebaute Angebot zur Astronomie bringen könnten – und dann komm’ mir noch einmal mit Deinem selbstgefälligen Tonfall von wegen Unselbständigkeit.
Nebenbei: Stelle Dich einen Nachmittag auf den Schulhof einer Grundschule, egal wo, egal ob Ost oder West, und sieh Dir an, wieviele Kinder mit dem Auto noch im Alter der 4. Klasse gebracht und abgeholt werden. Mit dem Auto natürlich. Und auch dann, wenn es lumpige 5-10 Minuten Fußweg wären.
Jaja, das übliche Gerücht […]
Ist wirklich eine Schande […]
Willst Du bestreiten, was die Spezialisten auf dem Gebiet schon seit einiger Zeit sagen , daß nämlich die psycho-soziale, die intellektuelle und die sprachliche Entwicklung unter dem ausufernden Reizkonsum meßbar leidet? Wenn Dich mein sarkastisch überzeichnetes Kondensat stört, dann sei kleinkarriert und wirf mir vor, daß man das nicht derart uneingeschränkt formulieren kann, wohlwissend, daß ich das natürlich weiß und daß das auch viele andere wissen.
Andernfalls schreibe schlüssig nieder, wo Du an dem völlig schiefliegenden zwischenmenschlichen Zustand unserer Gesellschaft zweifelst und das alles anders ist. 
Ich weiß ja nicht, was die in der von Dir so verehrten DDR
Du irrst Dich mächtig gewaltig. Ich verehre die DDR überhaupt nicht. Ich schätze aber ihr weit überlegenes Bildungssystem und die eine oder andere Idee, die 1990 niemals hätten in die Tonne getreten werden dürfen. Dem Staat selber weine ich keine Träne nach, im Ggs. zu Dir habe ich dort lange Zeit gelebt und weiß, was ich verpaßt habe. Wenn man aber als hochqualifizierte Fachkraft in der Welt herumkommt, USA, Afrika, Asien, Rußland, dann relativieren sich viele Dinge. Gewöhnlich merkt man die Abwesenheit guter Dinge besonders dann, wenn sie auf einmal verschwunden sind. Polikliniken, Einheitsschulen, Sportförderung usw. sind solche Dinge.
so gemacht haben, da ihnen ja jeder Satz vom Ministerium
vorgeschrieben wurde
Du weißt das selbstverständlich. 
Ich bin kein Lehrer gewesen, ich kann Dir nicht sagen, wie die Ostlehrer sich vorbereiteten. Ich weiß aber, daß sie sehr viel besser methodisch und auf Belange des praktischen Schulalltags ausgebildet waren. Die Kerntätigkeit war die geschlossene Planung des ganzen Bildungs- und Erziehungsprozesses, so daß anzunehmen ist, daß die Vorbereitung mindestens vergleichbar wenn nicht umfangreicher war, auf Grund der Sachen, die im gegliederten Schulsystem nicht als Aufgabe von Schule gesehen werden.
Was Dir jedenfalls entgangen ist, ist die Ironie des Satzes, da ich selbst weiß, daß Lehrer viel zu tun haben.
Und daß Kinder keine kleinen Erwachsenen sind, das weiß man
hierzulande auch schon ein paar Jahre länger.
Deswegen sind die gesamte Lehrerausbildung, der Großteil der Erziehungswissenschaften und viele, viele, viele Eltern ideologisch vollständig durchsetzt von den Ideen des gleichberechtigten Kindes, des mündigen Kindes, des Kindes als vollwertiger Staatsbürger et cetera, et cetera, et cetera, et cetera.
Deswegen verkauft sich z.B. ein Buch wie das umstrittene „Warum unsere Kinder Tyrannen werden. Oder: Die Abschaffung der Kindheit“ wahnsinnig gut, weil das selbstverfreilich alle wissen und weil es selbstredend alle schon lange dieser Meinung waren.
Wovon träumst Du nachts?
Ein bißchen weniger politisch-ideologisch Gift und Galle zu spucken, täte Deiner Gesundheit sicherlich keine Minderung. 
Dann müßtest Du Dich nicht mit Beiträgen wie dem hier kommentierten blamieren.
Gute Nacht