Guten Tag junger Mann.
Bist Du von Sinnen?
Die tibetanische Gebetsmühle von den überforderten, gestreßten, ausbrennenden Schülern läuft ununterbrochen, wie kannst Du widersprechen?
Du forderst weniger Ferien?
Du willst unseren kleinen Demokraten ihre knappen Erholungsfreiräume kürzen?
Was bist Du nur für ein Mensch!
Du erinnerst mich in Deiner Unbarmherzigkeit an einen berühmten Charakter meiner Kindheit: Kennst Du den Film „Das kalte Herz“ mit Erwin Geschonneck??
Da rät der Schatzhauser dem im wahrsten Sinne des Wortes herzlosen Peter: „Verstand hättest Du Dir wünschen sollen!“. 
Spaß beseite. 
Unsere Ferienzeit fiel mit
8-9 W. Sommerferien
1 W. Herbstferien
3 W. Winterferien
1 W. Frühjahrsferien
nicht kürzer aus.
Das Schuljahr war jedoch besser durchorganisiert. Es gab grundsätzlich 38 Unterrichtswochen, von denen 30 Unterrichtswochen nach den Lehplänen liefen. Der Schulanfang war i m m e r der 1. September, es sei denn, der 1. September fiel auf einen Freitag oder Sonnabend. Dann begann die Schule am darauffolgenden Montag. Der Schuleintritt als das allesüberstrahlende Ereignis für die künftigen Schulkinder fand immer am Sonnabend vor dem 1. Schultag statt.
Weil die Termine bis auf die Datumsverschiebung der Feiertage starr geregelt waren, war für uns Kinder jedes Schuljahr von der 1.-12. Klasse gleich. Der Lernrhythmus war völlig gleichmäßig.
Nach ein paar Tagen echter Freizeit waren wir froh, wenn der Staat seine Angebote machte. (Ferienlager, Ferienspiele, Ausflüge mit den Interessenszirkeln oder der FDJ)
Andernfalls würde ich nicht meine Hand ins Feuer legen, ob wir uns irgendwann nicht auch so gestört aufgeführt hätten wie heutzutage, wo die Kinder sich gefälligst alleine kümmern und mit sich selbst beschäftigen sollen. Am besten im eigenen Kinderzimmer vor dem Fernseher oder der Spielkonsole, so daß die Erwachsenen bitte schön nicht behelligt werden. Der obligatorische Flugzeugurlaub in ferne Länder dient diesbezüglich als Sedativum für die kindliche Psyche, sonst gäbe es in den Kinderzimmern vermutlich nur noch Mord und Totschlag, wenn niemand was mit den Kindern macht.
Die Ferien dienten uns außerdem auch für das Arbeiten in der Produktion (wer wollte) und für die heiß geliebten
Ernteeinsätze.
Die Betriebspraktika im Zuge der polytechnischen Schulausbildung fanden normalerweise nach den 30 Wochen Lehrplanunterricht statt, mitunter in den Ferien. Wiederholungsprüfungen bzw. Nachprüfungen (einschließlich des damit für den Schüler verbundenen Selbststudiums) zu den Schulabschlußprüfungen und den Prüfungen zur Versetzung in die nächste Klasse fanden zum Ende Sommerferien statt.
Die Verteilung der Ferien heute betrachte ich als schlecht. Die Sommerferien sind zu kurz für längeres Arbeiten, und zu lang, um das Loch im Gedächtnis der Schüler zu vermeiden. Die Rotation der Termine ist idiotisch hoch zehn und nervt – ähnlich wie die Unmode, Ferien in der halben Woche beginnen oder enden zu lassen, statt so oft wie möglich ganze Wochen und einen Beginn am Montag anzustreben.
Des weiteren gibt es für einen säkularen Staat des 21. Jahrhunderts viel zuviele religiös-christliche Feiertage, die einerseits kein Mensch braucht, außer in Bayern zum Biertrinken vielleicht, und die andererseits im allgemeinen mit überflüssigen freien Tagen aufgebläht werden, so daß wieder an Gleichmäßigkeit orientierte Unterrichtszeit verloren geht.
Nebenbei: Was glaubst Du, wie schnell Deutschland im Bürgerkrieg wäre, wenn die L e h r e r weniger Ferien bekommen sollen. 
Tschüß