Wer hat die wörter der sprache erfunden?

Guten Tag,

ich frage mich manchmal…wer eigentlich die sprache also das sprechen erfunden hat und wie er auf diese einzelnen wörter mit ihrer bedeutung gekommen ist?
könnt ihr mir hefen?

Das war Johannes R. Helwig anno 1203 v. Chr., der hat — …nein, Spaß. :wink:

Niemand hat die Sprache oder die Wörter alle erfunden, jedenfalls keine einzelne Person. Es gab wohl auch keinen Zeitpunkt, zu dem die Sprache plötzlich entstanden ist oder erfunden wurde.
Aber die Frage ist nicht leicht zu beantworten… selbst die Forscher sind sich nicht sicher. Relativ sicher ist, dass sie mit der Zeit entstanden ist, aus einfachen konventionalisierten Lauten, die Sachen anzeigten wie „Essen!“ oder „Aua!“ oder „Hau ab!“ oder „Seht mal her!“ — mit der Zeit hat sich das Vokabular vergrößert und die Syntax (=Satzbau) verkompliziert… man könnte also sagen, die menschliche Sprache hat sich ganz langsam und nahtlos aus Grunzlauten der Höhlenmenschen entwickelt (einfach ausgedrückt).

Und dann gibt es zwei Ideen:
a) Entweder hat sich bei der ursprünglichen Gruppe der Vorfahren des heutigen Menschen damals in Afrika die Sprache entwickelt und die Menschen sind dann ausgeschwärmt auf alle Kontinente, wodurch sich die Sprachen verändert und voneinander entfernt haben — dann würden tatsächlich alle Sprachen von *einer* Ursprache abstammen.
b) Oder aber, die Urmenschen haben sich erst verbreitet und haben *dann* Sprache entwickelt, sodass es also nicht eine Ursprache gibt, sondern mehrere „Sprachherde“, von denen ausgehend mehrere Sprachfamilien entstanden sind.
Die meisten Linguisten gehen heute eher von letzterer Theorie aus.

Beantwortet das deine Frage so in etwa?

Grüße,

  • André

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Hallo André, grüß Dich,

haben die Wissenschaftler auch noch so in etwa Altersangaben für die ersten Ansätze der Sprachentwicklung?

Ich habe mal im Fernsehen dieses TerraX gesehen, da wurde z.B. gesagt, dass Luzi wohl das erste menschliche Wesen war, welches Tränen vergoss. Ob da auch was über das Sprechen gesagt wurde, weiß ich leider nicht mehr. Wäre aber dahingehen interessant, da Du von

Höhlenmenschen

sprichst. Diese waren ja lange, lange nach Luzi…

Klar dass ich keine Jahreszahl oder auch nur auf ein Jahrzehntausend eine Zahl erwarte. Denn klar ist, dass die Höhlenmenschen von Lascaux, Altamira etc. definitiv schon sprechen konnten.

Die daran anschließende Frage wäre natürlich dann, da man ja mittlerweile auch weiß, dass auch der Neandertaler sprechen konnte, ob dieser während seiner Koexistenz mit den modernen Menschen so kommunizieren konnte, dass beide sich gegenseitig verstanden oder eben nicht. Ergebnis wäre daraus, ob es (zumindest theoretisch) denkbar wäre, dass wir in der heutigen Sprache noch Relikte aus der Neandertaler-Sprache haben oder nicht.

Klar würde es bei solchen Relikten nur um ganz einfache Wörter gehen, wie z.B. „ich“ (welches ja vermutlich aus lateinisch „ego“ entstanden ist).

Spannende Geschichte.

Hoffentlich weißt Du noch ein bißchen mehr darüber?!.?

Danke im Voraus und

Gute Nacht und einen schönen Sonntag wünscht

Alexander

Hallo André, grüß Dich,

haben die Wissenschaftler auch noch so in etwa Altersangaben
für die ersten Ansätze der Sprachentwicklung?

Ja, ganz grobe Schätzungen gibt es, hab sie aber nicht im Kopf.

Ich habe mal im Fernsehen dieses TerraX gesehen, da wurde z.B.
gesagt, dass Luzi wohl das erste menschliche Wesen war,
welches Tränen vergoss. Ob da auch was über das Sprechen
gesagt wurde, weiß ich leider nicht mehr. Wäre aber dahingehen
interessant, da Du von

Höhlenmenschen

sprichst. Diese waren ja lange, lange nach Luzi…

Oh, okay… ich wollte auch erst Menschenaffen schreiben, dann fiel mir nichts besseres ein, und in Anbetracht des scheinbaren Alters der Fragestellerin (das ich kühn aus der E-Mail-Adresse ableitete), dachte ich mir, Höhlenmensch reicht zum Verständnis erstmal.

Klar dass ich keine Jahreszahl oder auch nur auf ein
Jahrzehntausend eine Zahl erwarte. Denn klar ist, dass die
Höhlenmenschen von Lascaux, Altamira etc. definitiv schon
sprechen konnten.

Ich habe sowas wie 100.000 bis 150.000 v.Chr. im Kopf, weiß aber nicht, ob ich mich da recht erinnere. Der Wikipediaeintrag http://en.wikipedia.org/wiki/Origin_of_language gibt mehrere Schätzungen an, die von -50.000 über -200.000 bis hin zu -500.000 reichen. Such dir eine aus. =)

Die daran anschließende Frage wäre natürlich dann, da man ja
mittlerweile auch weiß, dass auch der Neandertaler sprechen
konnte, ob dieser während seiner Koexistenz mit den modernen
Menschen so kommunizieren konnte, dass beide sich gegenseitig
verstanden oder eben nicht. Ergebnis wäre daraus, ob es
(zumindest theoretisch) denkbar wäre, dass wir in der heutigen
Sprache noch Relikte aus der Neandertaler-Sprache haben oder
nicht.

Ja, das ist wahr, bei den Neanderthalern wurde das FoxP2-Gen festgestellt, das mitverantwortlich für die Produktion von Sprache ist, auch die Kiefernstellung erlaubt wohl eine Lautsprache. Also sie hätten theoretisch eine Art Sprache besitzen können, aber das ist ja noch kein Nachweis, dass es sie gab.
Und ja, Relikte aus Neanderthalersprachen sind daher durchaus denkbar, aber das ist so lange her, dass diese sehr wahrscheinlich bis zur Unkenntlichkeit verschliffen und nicht mehr wiederzuerkennen sind. Vor allem wissen wir auch gar nicht, wonach wir suchen müssten.

Klar würde es bei solchen Relikten nur um ganz einfache Wörter
gehen, wie z.B. „ich“ (welches ja vermutlich aus lateinisch
„ego“ entstanden ist).

Möglich, klar. Man schätzt ja die indo-europäische Ursprache (PIE, ich weiß, dass du sie nicht so magst) auf etwa 4000~5000 v. Chr., meinetwegen auch gerne etwas älter. Das ist leider immernoch mindestens 25.000 Jahre (also fast 5× so lange) von der Zeit der letzten Neanderthaler entfernt. Da ließe sich also nur spekulieren.

Gruß,

  • André

Hallo an alle

Sprache ist mehr als Worte und Wörter!

Habe mal eine indonesische Soap über Monate mitverfolgt, ohne die Sprache zu können. Im dazugehörigen Forum diskutierten Leute (auf Englisch), denen allen Indonesisch genauso wenig bekannt war. Eine Frau, die minimale Kenntnisse der Sprache hatte, übersetzte uns die Episoden mehrere Wochen zeitversetzt. Alle hatten die Geschichte bereits richtig verstanden. Man weiss eben, wer in welchem Alter, in welcher Stellung wie auf was reagiert.

Auch heute noch kann ein spontan erfundenes Wort die Menschen erheitern und sich verbreiten. Plötzlich ist es Gemeingut. Auch in unseren Breitengraden haben gewisse Wörter - je nach Aussprache, Stimmlage und Umständen - eine andere, manchmal sogar gegenteilige Bedeutung. Trotzdem weiss jeder sofort, wie’s gemeint ist.

Probiert’s mal aus: Willst du erfahren, wie jemand wirklich über eine Sache denkt, rede mit ihm am Telefon darüber. Wenn die Angelegenheit für beide eine gewisse Wichtigkeit hat, wirst du schnell heraushören, ob er eher gequält zustimmt, sich echt freut, dir zustimmt, aber nicht so richtig überzeugt ist, sich mühsam beherrscht, traurig oder gar verzweifelt ist, obwohl er so tut, als ob alles in Butter sei, ob er/sie lügt … und dergleichen mehr. Steht man hingegen einem Menschen direkt gegenüber, ist man visuell abgelenkt und hört nicht so genau hin. - Ich jedenfalls mache diese Erfahrung immer wieder.

Gruss: Maggie

Die Notwendigkeit, etwas einer anderen Person mitzuteilen, ist wohl Ursache der Sprache.
Die Fähigkeit, verschiedene Laute zu artikulieren und zu unterscheiden, ist Grundlage von Sprache.
Die Verbindung von Lautgebilde mit dem Gemeinten ist rein willkürlich. [Daher gibt es verschiedene Sprachen.]
Am Rande:
Interessant, dass es in vielen Sprachen für „Vater“ und „Mutter“ ähnliche Ausdrücke gibt. Die Silben „ma“ und „pa“ usf. entstehen wohl schon beim Gesäugtwerden an der Mutterbrust…