Wer hat Erfahrung mit Luft-Wasser Wärmepumpen

Hallo,
ich gibt natürlich einen Haufen Leute, die schwören
darauf, dass die Luftwärmepumpe die perfekte Lösung
ist. Allen darf man aber nicht trauen. Von Anbietern
werden die Spareffekte auch sehr gerne schön gerechnet.

Ich habe einen Altbau ca 130 qm groß und heize im Moment mit
Nachtspeicheröfen. Möchte meine Heizung nun erneuern
Gasanschluß ist bei mir nicht zu bekommen. Ich habe an eine
Luftwärmepumpe gedacht.

Alle wärmepumpen haben den Effekt,das Leistungsfaktor
bei großer Temp.-Differenz zwischen Quelle und Senke
so schlecht wird, das du auch gleich rein elektrisch
heizen kannst. Für Luftwärmepumpen tritt das in Praxis
viel eher auf, als für andere Varianten.

Es passiert regelmäßig genau dann, wenn maximaler
Wärmebedarf entsteht, also im Winter bei tiefen Außentemp.
Man kann auch von einem Kühlschrank nicht erwarten, dass
er bei Umgebungstemp. von 60°C einfach so locker auf
-25°C kühlt. Die 85 Grad Diff. kann so ein Aggregat
kaum leisten. 20…30 Grad sind deshalb anzustreben.
(z.B. Quellentemp. 10…15°C, Vorlauftemp. 35°C)

Da kommt es jetzt also sehr darauf an, wo du wohnst.
In einer Stadt im Rheinland ist weitaus günstiger als
auf einer Höhenlage in den Alpen. Aber auch hier in der
Lausitz sind die Temp. im Winter meist 5…10Grad
niedriger als im Westen. Wir hatten im Jan. und Febr.
dieses Jahr fast durchgängig Frost, teilweise bis
unter -15°C.

Als Zweites ist die Bausubstanz von Bedeutung.
Ein schlecht gedämmtes Haus mit konventioneller Heizung
ist einfach ungeeignet für alle Wärmepumpen, weil da die
Hütte nie warm wird, wenn die Vorlauftemp. nicht mind.
60…70°C ist.
Wärmepumpen verlangen aber 30…35°C.
Da geht nur in einem gut gedämmten Haus mit
großflächigen Heizungen (z.B. Fußbodenheizung).

Trotzdem bleibt das Problem, dass die Luftwärmepumpe
im Winter bei Außentem. von angenommen -10°C zur
vorlauftemp. von angenommen 35°C etwa 45 Grad Temp.diff.
hat. Dagegen sind Wärmepumpen mit Grundwasser oder
Bodenwärme mit Quelltemp. um +5…+15°C einfach deutlich
im Vorteil. Da wird auch im Winter ein Leistungsfaktor
von 3…4 locker möglich. Nur so sind die gut
konkurrenzfähig gegenüber Gas und Öl, weil
Elektroenergie nun mal ca. Faktor 3…4 teurer ist.

Luftwärmepumpe wird aber von ca. 1,5…2 in der kalten
Jahreszeit erreichen oder noch schlechter.
Das gilt natürlich nicht für das ganze Jahr, weshalb die
Bilanz insgesamt immer besser sein wird als reine
Elektroheizung. Man bedenke aber auch, dass die reine
E-heizung in der Anschaffung weit billiger ist.

Hat jemand schon eine und was für
erfahrungen habt ihr damit?Mit welchen laufenden
kosten muss mann rechen?

Bekommst du für die Wärmepumpe einen günstigen Stromtarif.
Wenn nicht, hast du gegenüber Nachtrom auch wieder
Nachteile.
Es wird zwar insgesamt sicher günstiger, aber um wie viel,
das kann keiner sagen ohne konkrete Randbedingungen zu
kennen.
Gruß Uwi