Wer hat Erfahrung mit Ritalin nach Trauma?

der Unfall ist nun mehr als ein Jahr her, es war nur eine Bagatelle: Hirnerschütterung.
oder doch mehr? Schleudertrauma? leichtes Schädel-Hirn-Trauma?
Jedenfalls steck ich’s nicht einfach so leicht weg. arbeiten fällt schwer. könnte Ritalin eine Lösung sein?
Wer hat Erfahrung mit der Anwendung von Ritalin nach Trauma?

Hallo Balbina.
Leider kenne ich mich bei organischen Traumatisierungen, die durch Unfälle passiert sind, nicht aus.
Ritalin wird von einigen Psychiatern bei ADS gegeben.
Ist dir diagnostisch da etwas bekannt?

Mir ist bekannt, dass bei Unfalltraumen es wichtig ist, die Aufprallenergie /Wucht wieder aus dem Nevensystem abzuführen.
Das würde aber durch Zittern und Zappeln und spastisch ausschauenden Bewegungen zustanden kommen…

Ich weiss nicht, ob Ritalin, (mal kombiniert, dass es bei ADS die neuronale Aktivität dämpft)…dann nicht eher eine Heilung im Sinne der Energieabfuhr im Wege steht.

Ich würde hier einen Trauma-Spezialisten aufsuchen.

Viele Grüße
Peter

Sorry.
Viele Grüße
Peter

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Lieber Peter .
herzlichen Dank für Deine Ausführungen.
Das Zittern so zu sehen, ist für mich eine neue Betrachtungsweise. ich kannte es bisher nur als somatische Reaktion auf therapeutische Rückführung in die Schock-Situation, um das Trauma seelisch zu bewältigen.
Danke für Deinen vorsichtigen Kommentar zur Medikation. Das stützt mein Bauchgefühl (ich stehe ausnehmend kritisch zu Medikation, wo immer Chance auf Lernen im Sinne der Neuroplastzität in geschütztem konstituierendem Feld, wie es die therapeutische Allianz bildet, besteht.)
Die Wirkungsweise von Ritalin beim Menschen ist nicht einmal für ADS, wo es seit Jahren angewendet wird, präzis abgeklärt. Das macht mich äusserst vorsichtig, es in unerprobter Indikation einzusetzen/auszuprobieren.
Die Argumentation dafür war, Energie zur Verfügung zu stellen, um vom Beziehungsangebot zu profitieren, ähnlich wie Psychopharmaka in der Psychotherapie eingesetzt werden, um Betroffene aus der Psychose zu holen, damit man mit ihnen arbeiten kann.
nun, wir gehen weiter - Step by step.
merci,
Balbina C.

Hallo,
interessant wäre zu wissen, welcher Art das „nicht so
leicht wegstecken“ ist.
Ich habe keinen Kenntnisstand über die Anwendung von
Ritalin bei Traumata, denke aber grundsätzlich dass
Psychopharmaka nur die Krücke sein sollten um
therapeutisch wieder laufen zu lernen.
Ob ein Unfall eine Bagatelle ist, hängt aus
traumatherapeutischer Sicht nicht (nur) von der
medizinischen Diagnose ab, sondern von komplexen
Zusammenhängen unzähliger Faktoren.
Ich hoffe mit diesen Sätzen etwas nützlich zu sein und
bin für einen weiteren Austausch offen.
Gruß
Thomas Kühn

Hallo Balbina,

hier nochmal kurz meine Kommentare zu deiner Antwort, vielleicht kanns noch etwas beitragen:…
Liebe Grüße:
Peter

UNTER DIE JEWEILIG ZEILE GESCHRIEBEN:

Lieber Peter .
herzlichen Dank für Deine Ausführungen.
Das Zittern so zu sehen, ist für mich eine neue
Betrachtungsweise. ich kannte es bisher nur als somatische

----Wenn Vögel gegen eine Scheibe fliegen, passiert ja diese Zuckungen auch, wenn sie nach Betäubung wieder zu sich kommen. Peter Lewin ist da therapeutisch an der Traumafront tätig - er hat gute Bücher dazu verfasst…meine Erfahrungen sind: hier kann der Geist NUR zur Genesung beitragen, indem er den permanenten Support leistet, mutig das Emotionale Desaster noch mal auszuhalten und das Zittern zuzulassen, was in meinen Augen nicht als Begleiterscheinung eines Heilungsprozesses einherkommt. Was,wenn es damit identisch ist? Wenn es Wucht war, dann muss diese wieder aus dem Nervensystem herausbefördert werden, wie geht das besser als durch Spasmen?

Reaktion auf therapeutische Rückführung in die
Schock-Situation, um das Trauma seelisch zu bewältigen.
Danke für Deinen vorsichtigen Kommentar zur Medikation. Das
stützt mein Bauchgefühl (ich stehe ausnehmend kritisch zu
Medikation, wo immer Chance auf Lernen im Sinne der
Neuroplastzität in geschütztem konstituierendem Feld, wie es
die therapeutische Allianz bildet, besteht.)

…verstehe nicht, was du damit meinst…

Die Wirkungsweise von Ritalin beim Menschen ist nicht einmal
für ADS, wo es seit Jahren angewendet wird, präzis abgeklärt.
Das macht mich äusserst vorsichtig, es in unerprobter
Indikation einzusetzen/auszuprobieren.
Die Argumentation dafür war, Energie zur Verfügung zu stellen,
um vom Beziehungsangebot zu profitieren,

…auch das ist mir unverständlich…
vielleicht meinst du, dass der Klient gar keine Hilfe in Ansrpruch nehmen möchte…
aber das sind nur meine Vermutungen.
Auch das Zittern war eine Vermutung von mir, davon hast du ja gar nicht in der ersten mail gesprochen…

ähnlich wie

Psychopharmaka in der Psychotherapie eingesetzt werden, um
Betroffene aus der Psychose zu holen, damit man mit ihnen
arbeiten kann.
nun, wir gehen weiter - Step by step.
merci,
Balbina C.

Lieber Peter,
ich meinte im Sinne von Gerald Hüther: wenn ein Schutzraum - die Beziehung einer therapeutischen Allianz - besteht, ermöglicht das dem Klienten neue Beziehungserfahrungen zu machen, die sich somatisch als neue Synapsen im Hirn (Neuroplastizität)niederschlagen. So findet er aus dem Stress und in neue Funktionsmuster: er lernt.
Das ‚konstituierende Feld‘ ist eine Weiterentwicklung des Gedanken von Sheldrake: so verwendet von David Boadella in der Biosynthese für die therapeutische Beziehung. Durch oben ausgeführten Lenprozess wird Heilung möglich.
Mit Ritalin, fürchte ich, hängt man diesem Prozess einen Klotz an’s Bein.(die Intention der Medikation war nota bene das Gegenteil: diesen Prozess damit zu fördern)
danke für Dein Mitdenken!
Balbina C.

Lieber Thomas,
danke für Deine Antwort.
nicht so leicht wegstecken: die begutachtenden Ärzte prognostizierten, ich würde in 3-8 Mt wieder arbeitstüchtig sein. stattdessen quäle ich mich immer noch mühsam mit stark erhöhtem Schlafbedürfnis, und dauernd angeregter Stressachse (das Geringste wirft mich aus der Fassung/Konzept, schreckhaft, ablenkbar, lichtscheu und Kopfschmerz bei Müdigkeit).
drum die Idee von Ritalin, die eine focussierung der Energie verspricht - ich hingegen befürchte weitere Auslaugung und Erschöpfung der allzu spärlichen Reserven.
Gruss,
Balbina C.

Ich bins nochmal…
Wollte nur sagen, dass ich es nicht verstehe, wie du von anfänglich ausgehend von einem Unfall / Bagatelle / Hirnerschütterung schliesslich bei Schutzraum / Beziehungsfeldern / Biosynthese für die therapeutische Beziehung landest.
Wenn es um absichtsvolle Gewalt / Täter geht, ist das Ganze ja noch komplexer…wäre vielleicht gut, das auch zu erwähnen…
Viele Grüße noch…

Lieber Peter,
nein, nein durchaus nicht!
es war ein Verkehrsunfall mit dem Motorrad: der Autofahrer hat mich einfach nicht gesehen und ist mir in die Bahn gefahren.
kein Beziehungsdelikt, aber das ‚aus der Bahn Werfen‘ hat mich doch wesentlich erschüttert.
Balbina C.

Hallo Balbina,
was sagten die Ärzte, gab es einen körperlichen Befund?
Was sollte, aus Sicht der Mediziner in den 3-8 Monaten
passieren?

Aus meiner traumatherapeutischen Sicht können ihre
Symptome auf eine Posttraumatische Belastungsstörung
hindeuten, das hieße Sie haben den Unfall seelisch
nocht nicht verarbeitet. Intelektuell wissen Sie zwar,
dass das Geschehen vorbei ist, aber Ihr Körper und Ihre
Gefühle haben die Ereignisse noch nicht hinter sich
gelassen. Dann wäre es nützlich sich trauma-, bzw.
psychtherapeutische Unterstützung bei einem
niedergelassenen Therapeuten oder in einer
entsprechenden Klinik zu holen.

Medikamente lindern meist nur die Symptome, bewirken
aber keine Heilung.

Ich hoffe, Ihnen damit geholfen zu haben und gerne
dürfen Sie sich wieder melden.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Kühn

Hallo,
nun, ich wollte damit einfach nur sagen,
dass ich dann „bei einem Unfall“ nicht verstehe, warum „Beziehungsfelder“ „Biosynthese für die therapeutische Beziehung“ so betont im Vordergrund steht…
wo ich eher vermutet hätte, dass Somatic Experiancing oder Focussing im Vordergrund steht…etwas um die Nervenbahnen anzusprechen…

es sei denn, der Unfall hat etwas „ALTES“ angestossen, was in der Vergangenheit doch mit näher stehenden Personen zu tun hat…

hm…aber vielleicht ist das zu komplex um es hier zu erörtern…

Viele Grüße
Peter

Lieber Thomas,
meine Antwort war plötzlich weg - geschickt -oder gelöscht?
Zusammenfassung: Erstdiagnose war nur ‚commotio cerebri‘, die von selbst ausheilen sollte. durch Verlauf heute durch dritte Neurologin in Zweifel gezogen.
Ihre Gedanken sind mir nicht fremd, trotzdem hat noch kein Durchbruch, dass die Erinnerung zurück käme oder ich mich besser fühlte, stattgefunden. komme immer tiefer in den Schlamassel und die Energie zum Kämpfen geht allmählich aus.
Ja, ich werde auf der psychologischen Schiene weiterfahren und mich nicht mehr auf Medikation einlassen (missglückte Episode Antidepressiva Feb-Juni09)
danke sehr für Ihr engagement,
balbina c.

Lieber Peter,
ja, es ist schon sehr komplex, leider.
somatic experiancing hatte ich einige Sitzungen, aber es hat die Amnesie nicht aufgelöst.
was hier im Austausch klar wird, ist, dass niemend wirklich viel von Ritalin in diesem Zusammenhang hält… und das war ja eigentlich die Frage.
merci, quand même!
balbina C.

Hallo,

die einzige Zulassung für Ritalin ist die Anwendung bei ADS und ADHS. Es kann eventuell auch bei Narkolepsie eingesetzt werden.
Schluss und fertig!

Wenn ein Arzt mit Ritalin Experimente für andere Krankheitsbilder macht, sollte er seine Aprobation schleunigst abgeben!

Traumatisierungen lassen sich mit Medikamenten nur eingeschränkt behandeln. Hier ist eher eine Therapie durch einen Traumatherapeuten angezeigt, der oft ohne Pillen auskommt.

Gruß, tekriemue.

Sehr geehrter Patient,
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Gute und baldige Besserung
Friedrich Schelberg, Heilpraktiker, Lübeck