Wer hat Erfahrungen mit Kinderschutzsoftware?

Als ich meinem Sohn (jetzt 11) vor 2 Jahren einen Computer besorgt habe, dachte ich zunächst daran, ihn vor den Gefahren im Internet zu schützen. Windows Vista bot von Haus aus die Möglichkeit, Webseiten und Programme freizugeben oder zu sperren sowie ein Tages-/Wochenschema zur Nutzungsbeschränkung festzulegen.
Leider waren die Erfahrungen nicht die besten: Internetzugang war danach elend langsam und die Sperren verhinderten einen vernünftigen Umgang im Internet. Das ganze erwies sich als nicht unbedingt gebrauchstüchtig und pflegeleicht. Ich hab die Sperren bis auf downloads wieder aufgehoben und als Standardseiten Kindersuchmaschinen geschaltet. Nach einigen Gesprächen mit meinem Sohn und Beobachtung konnte ich feststelen, dass er keinen „bösen“ Umgang im Internet suchte oder hatte. Was mir mehr Sorgen machte, er konnte beim Spielen nicht mehr aufhören und war nicht zugänglich, solange er vor der „Kiste“ saß. Da hab ich ein Programm geschrieben, dass ihm ein tägliches Zeit-Kontingent zur Verfügung stellt. Vor Ablauf der Zeit erhält er einen Hinweis, das er Beenden und Speichern soll. Dann fährt der Computer gnadenlos herunter. Das hat er bisher akzeptiert. Dies Hilfsmittel soll nicht die Erziehung ersetzen, dient hier nur als Hilfsmittel. Der Sohn ist als Hauptbenutzer angemeldet, er hat ansonsten freien Zugang, auch wenn die Eltern abwesend sind. Bisher hält er sich an die Spielregeln : Erst die Hausaufgaben, dann …
Wie sind Eure Erfahrungen?

Also ich habe einen Firewall-Server (IpFire -> siehe IpFire.org) hinter dem Router. Ist eine Linux-Distri u. hat neben ganz vielen Homeserver-Möglichkeiten noch den Vorteil, dass man sowohl im Proxy-Bereich Restriktionen setzen kann (zeitliche u. andere) als auch einen URL-Filter, der absolut gut funktioniert bezüglich kritischen Seiten… Alles was du brauchst ist ein alter Rechner (Leistung: es reicht auch ein alter PIII mit 450 Mhz z.B. u. 256 MB Ram) mit zwei Netzwerkkarten. Eine ist rot (externe Verbindung) u. dahinter ist das interne (geschützte Netzwerk -> grün). Die „rote“ Netzwerkkarte wird mit dem Router verbunden u. die grüne Netzwerkkarte z.B. mit einem Switch, an dem mehrere weitere PC hängen können. Du kannst auch zusätzlich noch blaue Verbindungen (für WLAN) einrichten oder einen Webserver dranhängen…usw. usw… Hat Samba drauf, d.h. mit einer internen Harddisk hast du gleichzeitig einen NAS …u. viele viele weitere Einstellungen u. Möglichkeiten !!! Absolut super ! u. vor allem Freeware ! Besser geht nicht. Einziger Nachteil: Kostet etwas Strom…aber dazu gibt es auch Lösungsmöglichkeiten…
Viele Grüße

Eigene Erfahrungen:

Sobald das Kind Adminrechte und Zugriff hat, wird es im Laufe der Zeit entweder Gegenmaßnahmen im Internet finden oder aktive Hilfe bekommen… die ihm den Rechner wieder „freischaltet“ (Stichwort: Fernwartung)

Ich möchte jetzt hier nicht aufzählen, welche Sicherheitslücken die bekannten Programme haben, da sie gleichzeitig als Anleitung dienen könnten um die Schutzsoftware zu umgehen.

Die sicherste „Sperrmöglichkeit“ bietet wirklich ein zwischengeschalteter Rechner/Router.

Softwarelösung: BigFather/BigMother.
Der Internetverkehr läuft dann über einen anderen Rechner und die Eltern können zeitgleich sehen, auf welchen Seiten sich das Kind bewegt.
Wenn eine Verbindung zu einer nicht kindgerechten Seite aufgebaut wird, kann man am „Zwischenrechner“ die Verbindung verhindern/unterbrechen.

Eine bessere Art der Zugangsbeschränkung bieten natürlich automatische Programme oder eine Hardware-Firewall.
In diesen kann man einstellen, welche Seiten angewählt werden dürfen (Whitelist) oder welche nicht erreichbar sein sollen (Blacklist)

Eine Blacklist durchgehend zu pflegen, setzt voraus, dass man alle gefährlichen Seiten kennt und die entsprechenden Stichworte eingibt. Diese Liste muss man durchgehend pflegen.
Aus diesem grund empfehle ich sie nicht.

Die Whitelist ist einfacher zu handhaben:
Alle „positiven Seiten“ eintragen und „der Fall ist gegessen“. Andere Seiten können nicht erreicht werden.

„Altersproblem“
Ab einem gewissen Alter kann man das Kind einfach nicht mehr kontrollieren oder einschränken. Es gehört zum normalen Lernprozess dazu, dass es nicht mehr „gegängelt“ wird.

Erziehung und Aufklärung sind dann das „beste Schutzprogramm“
Eigentlich auch für den Rest des Lebens… weil … wenn ein Kind bis zur letzten Minute „wohlbehütet“ wird, wird es doch irgendwann einmal an den Punkt kommen, mit dem es sich völlig eigenverantwortlich mit den Tücken und den Gefahren des Internets auseinandersetzen muss.

Ohne Anleitung und „Training“ wird es dann in jede Billig-Falle laufen, die das Internet bietet. Und es wird diese Ahnungslosigkeit mit vielen schlechten Erfahrungen büßen müssen.

OK, liebe Eltern.
Es wird auf jeden Fall stressig für euch werden. Erkundigt euch schonmal über die Rechtslage .. denn egal was ihr „veranstaltet“ .. irgendwann kommt (i.d.R.)doch mal ein „nettes Anwaltsschreiben“.

Selbst viele Erwachsene erkennen die „Haken und Ösen“ nicht sofort und klicken „lustig drauf los“ .. und bezahlen dann mit grimmigen Gesicht die Abogebühren, auf die sie vorher nie geachtet haben :wink: