Mein Schwiegervater leidet seit vielen Jahren an Parkinson. Seit einigen Monaten fühlt er sich von einer inneren Stimme verfolgt. Wir sind ratlos, wie wir darauf reagieren sollen. Weiß jemand mit dieser Situtation umzugehen? Oder hat jemand Erfahrungen speziell mit Verfolgungswahn bei Parkinsonkranken?
Hallo Kataha61,
so wie du es beschreibst leidet dein Schwiegervater unter einer sogenannten „L-Dopa induzierten Psychose“ Welche Medikamente nimmt er denn ein??
Mein Tipp wäre, den Neurologen aufsuchen, der ihn bzgl. der Parkinsonerkrankung behandelt und evtl. die Medikation umstellen.
Danke für die Antwort Moonlite,
mein Schwiegervater hat von seinem Neurologen schon andere Medikamente bekommen. Zusätzlich Sequeles (5 Stück am Tag) und andere weggelassen (Stalevo). Aber die Wirkung ist gleich Null. Im Gegenteil. Die innere Stimme, die zu ihm spricht, nimmt ihn vollkommen in Anspruch. Er will unbedingt rausfinden, wer das ist. Er bekommt von der inneren Stimme auch Befehle, z.B. was er Essen und Trinken soll und welche Musik er zu hören hat. Wir finden das sehr bedenklich und wissen nicht wie wir darauf reagieren sollen.
LG kataha61
Hm, dann würde ich fast sagen, dass es besser ist, wenn er mal in eine spezielle Parkinsonklinik geht.
Ich selbst hatte eine ähnliche Erfahrung mit einer unserer Patienten gemacht. Ich glaube, ihn mit Psychopharmaka versuchen „ruhig zu stellen“ ist nicht der richtige Weg. Leider haben aber die Ärzte zusehens weniger Zeit um auf die Bedürfnisse ihrer Patienten einzugehen und auch mal verschiedene Sachen zu probieren (also verschiedene Konstellationen mit Medikamenten etc.). Klar der Patient soll sich nicht wie ein Versuchskaninchen vorkommen. Deswegen würde ich ihn mal in eine Spezialklinik stecken. Da sind „Parkinsonfachärzte“ die sich eingehend um ihn kümmern werden. Wenn du mal bei Google Parkinsonklinik eingibtst wirst du sicher fündig werden.
http://www.parkinsonzentrum.de/parkinson/content/ind…
http://www.parkinson-klinik.de/
http://www.parkinson-kliniken.de/PK_Ueberblick.htm
Ich weiß nicht aus welcher Gegend ihr seid, aber ich bin mir sicher das ihr eine Klinik finden werdet.
Er war schon mehrmals in Bad Nauheim in einer Fachklinik. Er ist sozusagen „austherapiert“. Er würde einen nochmaligen Aufenthalt nicht überstehen. Ich dachte nur, du hättest vielleicht Erfahrung mit diesem blöden Verfolgungswahn. Sollte man darauf eingehen, oder sollte man sagen: Sowas gibts nicht, das ist alles Quatsch. Wie gesagt, wir sind etwas hilflos. Zum besseren Verständnis: Er ist jetzt 77 Jahre alt. Seit er 48 war, hat er Parkinson.
Puh. Das ist sehr schwierig zu sagen. Wie gesagt, von meiner Erfahrung her würde ich sagen, dass der Neurologe über eine bestimmte Zeit das Levodopa herabsetzt und entweder durch ein anderes Medikament ersetzt oder dann, wenn die Symptome rückläufig/aufgehört haben wieder langsam aufdosiert.
Ob man auf den Wahn eingehen soll… Ich kann es ehrlich gesagt nicht sagen. Ich würde jedenfalls nicht komplett sagen, so ein Quatsch… Aber da habe ich leider auch nicht genug Erfahrung…